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<title><![CDATA[Weltschmerzapotheke RSS Feed]]></title>
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<description><![CDATA[Neues vom Thos sein Blog]]></description>
<lastBuildDate>Tue, 10 Mar 2026 07:35:00 +0100</lastBuildDate>
<language>de</language>
<copyright>Copyright (C) 2022 weltschmerzapotheke.de Thos Renneberg</copyright>
<item>
<title><![CDATA[While we are working]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220212_161116.jpg" alt="" /></p>
<h6>Auf dem Weg zu den ewigen Abgründen</h6>
<p>oder
While we were working – eine zwei Seiten Geschichte</p>
<p>Nachdem alle Kids die Halle verlassen haben, wir die Materialien abgehängt, eingepackt und im Bus verstaut, die Wintersachen angezogen (das Heizungsgebläse ist defekt), Zeit und Route gecheckt und den Motor angelassen haben, beginnen wir wieder zu arbeiten. Wir vorne im Cockpit. Katja hat sich hinten im Laderaum abgelegt, der zu einer Schlafzimmerküche umgebaut ist.
Dort versucht sie zwischen den Taschen (Trapez,  Tuch, Schluppen,  Jongliermaterialien und.v.a.m. Ihre Erkältung einigermaßen warm zu halten.
Hinten hört man nix außer dem Röhren des Motors.
Zuerst geht es um den Fahrplan für die kommenden Untersuchungen – Augen und Haut von Klaus sind nun seit 3 Tagen konstant gelb. Da ist was im Busch. Erst recht nach der Gewichtsabnahme der letzten Wochen. </p>
<p>Der ärztliche Notdienst, der sich das gestern Abend nach dem Workshop angeguckt hatte, hat keine Panik verbreitet aber auch keine Option ausgelassen, bis zum Schlimmsten. Das hat er dann auf die Einweisung in ein wohnortnahes Krankenhaus geschrieben, damit dann vor Ort auch nach dem Schlimmsten geforscht wird. Große, schwere Fragezeichen stehen da in der Fahrerkabine herum.  </p>
<p>Dann geht es kurz zurück zu der Arbeit und den Kindern des Wochenendes.
Insgesamt 14 Stunden mit 26 Kindern, mit manigfaltigen Angeboten für sie zum Ausprobieren der Bewegungen, dem Testen ihrer Entwicklungsfähigkeit und dem individuellen Umgang der Kids mit den Herausforderungen der Gerätschaften und koordinativen Challenges - und statt einer Aufführung vor den Liebsten, coronabedingt eine Videoaufnehme der erarbeiteten Nummern  -  da gibt es schon einiges zu sagen.
Das meiste ist durch die Arbeit und die Erfahrung der letzten 30 Jahre zwar gar nicht mehr zwingend zu formulieren – es liegt auf der Hand.  </p>
<p>Dennoch gibt es jede Menge Anmerkungen: u.a. </p>
<p>zu Leas Einsatz und ihrer Konstanz im Arbeiten auf der Kugel, auf dem Waveboard, am Tuch – wie sie sich peu a peu im Laufe des Machens und der beiden Tage aufgerichtet hat, wie ihr Gang sich von bodenmalträtierend zu etwas wesentlich Neutralerem und Aufrechterem veränderte, </p>
<p>zu Joanas Suche nach dem Ruhepunkt im Körper beim Laufen und Stehen auf dem Drahtseil und ihrer Ausdauer und Verständigkeit, die kleinen Aha-Momente in der Arbeit, die sie immer wieder zum Weiterarbeiten genutzt und die sie schließlich zum Erfolg geführt haben, </p>
<p>zu Simons Jongliererfolgen und dem Einbinden von einem kleinen Trick in den Dreier, der ihm am Ende fraglos gelang, den er aber in dem Moment, wo er (wegen dem coronabedingten Auslassen der Abschlußpräsentation) gefilmt wurde, weder auf der Kugel stehend, noch auf dem Boden in seine Performance eingebaut hatte und die daran anschließende Frage dazu – warum ?
War es Mutlosigkeit ? Die Angst vor dem Misslingen ? Die Gewissheit in uns, daß er bei einer live-Präsentation ganz anders reagiert, den Trick gezeigt hätte -?  </p>
<p>Und die Frage nach der Andersartigkeit der Videoaufnahme im Gegensatz zum direkten Gegenüber Publikum läßt unser Gespräch (das von dem ungefilterten Dieselgeräusch des historischen Fahrzeugs mit dem wir uns über die nächtlicher werdende Autobahn schieben, zu einem &quot;Geruf&quot; mutiert) in eines der nächsten Arbeitfelder driften - </p>
<p>Die Absage zu dem großen, mehrere hunderttausend Euro schweren Projekt -
das zwischen Bewegungs- und Begegnungsangeboten vor Ort,
zwischen künstlerischem und sozialem Vermittlungsfeld,
zwischen analoger und digitaler Entwicklung und Präsentation und durch die Weiterbildung für Artistinnen und Fachkräften der sozialen Arbeit,
die WiederZusammenführung von in den letzten 15 Jahren auseinanderdividierten Sparten,
Tür und Tor für eine gelungene Quartiersarbeit öffnen und
den Coronaeinbußen bei unbewegten und unbegegneten Kindern und Jugendlichen Abhilfe schaffen sollte -
an dem wir erst ein halbes Jahr gearbeitet haben, um es zur Antragsreife zu entwickeln und dann noch einmal ein halbes Jahr, um der Verzögerung seitens des Ministeriums begegnen zu können,
ist halt erst drei Wochen her.  </p>
<p>Die Frage nach dem Warum der Ablehnung (nach den vielen positiven Rückmeldungen und Besprechungen) ist eben auch noch nicht geklärt.
Die Andersartigkeit des Projektes steht da im Raum und ob hier eine der Ursachen für die Verzögerung und hernach die Absage zu finden ist oder waren es anderweitige Vorbehalte gegen die Inhalte oder die Ausrichtung unseres Partnervereins aus der sozialen Arbeit oder der Schlunz oder die Unwissenheit in den Amtsstuben oder oder oder ?
Und egal warum: was kann denn nun, da dieser Vorgang längst nicht die erste, gleichlautende Erfahrung in diesem Bereich ist, jetzt getan werden - welche Öffentlichkeit kann sich dafür interessieren, welche Stelle in der Zivilgesellschaft könnte dafür zuständig sein, welche Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen, ähnlich merkwürdig versandeten Projekten und Prozessen gibt es überhaupt ?
Da uns außer Transparecy International erstmal nichts weiteres einfällt und wir auch hier nicht wüssten, wie wir die erfahrene Schieflage mit den vorhandenen, eher informellen Rückmeldungen und Kommunikationsbelegen überhaupt nachvollziehbar, geschweige denn rechtlich rein, erklären könnten, leiten wir unser Arbeitsgespräch weiter in eine andere Richtung
Die Neustarthilfe 2022, das take care/that/part/... Programm, die Flausen 22, die Neuauflage der Stipendumförderung in 22, interkulturell, quartiersgebunden, interaktiv – all die Förderprogramme, produktionsgebunden, rechercheorientiert, zielgruppenbedingt, als Coronahilfe aufgelegt oder in coronaüberwindender Absicht weitergeführt, stehen ja wieder auf dem Plan, nachdem das mit der festangestellten halben Stelle in unserem eigenen Projekt so jammerkläglich endete. Und da geht es eben nicht nur darum das richtige Programm zu finden und darin unterzukommen, es geht dann ja eben gerade darum die künstlerischen Inhalte zu finden, antragsgerecht zu beschreiben und die für die Umsetzung notwendigen MitstreiterInnen, Materialien, Orte, deren Bereitstellung und Finanzierung im Vorfeld abzusichern und dann darauf zu warten, ob dem Antrag denn auch stattgegeben wird. Da bleibt dann eigentlich nur die Frage nach dem inneren Motor und der Leidenschaftlichkeit (im wahrsten Sinne des ersten Teiles des Wortes) und welche Inhalte dazu angetan sind, welche Triggerpunkte für uns die Kraft geben, sich dem wieder und wieder (entgegen) zu stellen.  </p>
<p>Inzwischen haben wir den Rasthof Hösel erreicht und fahren emotional so langsam die Landeklappen aus, zumal wir unsere jüngste Kollegin noch pünktlich zum Bahnhof bringen müssen. Ihr steht noch eine weitere 2 Stündige Zugfahrt bevor, die sie diesmal zum Glück nicht aus eigener Tasche bezahlen muß. So beenden wir unsere Besprech- äh &quot;Berufung&quot; vorzeitig und geben uns für die letzten 20 Minuten dem Röhren des Motors und dem Blinken und Blitzen der uns überholenden und entgegenkommenden Lichterketten hin. Und morgen geht Klaus ins Krankenhaus.</p>
<p>Oder in etwas anderer Form   </p>
<p>Kurz davor in den Bergen</p>
<p>Den Blick ins Tal gerichtet, </p>
<p>den Berg im Rücken, </p>
<p>an Fels gelehnt, </p>
<p>die Sonne im Gesicht. </p>
<p>Der Schnee reflektiert das gleißende Hell
weiß brennt es auf der Haut,
die Gedanken strömen der Weite entgegen,
Gefühle tropfen hinab
und schmelzen Löcher in den Schnee.</p>
<p>Das Bild auf der Netzhaut verblasst </p>
<p>hinter den Bildern, </p>
<p>die aus der Tiefe hervordrängen. </p>
<p>Vergangenes mischt sich  </p>
<p>mit Zukünftigem </p>
<p>und wird von der Gegenwart überholt. </p>
<p>Das Sonnenlicht verdämmert </p>
<p>in der heraufziehenden Gewissheit.</p>
<p>Die Sonne hat Kraft,
noch vertreibt ihre Wärme
die klammkriechende Kälte,
die weiter von dem Augenblick
ignoriert werden will.
Der gelbe Stich
auf dem Weiß der Fläche wächst
nimmt die Farbe an,
die sich weiter auf der ins Tal
fließenden Weite verbreitet.</p>
<p>Der Sonnenschein vertieft das Blau  </p>
<p>an den Rändern, </p>
<p>das schneeleuchtende Gelb auf dem </p>
<p>Abhang beginnt zu glühen, </p>
<p>verdunkelt sich wie die Gedanken, </p>
<p>die weiter kreisen,  </p>
<p>um den Herd, </p>
<p>der alles andere mit sich reißen will.</p>
<p>Nein,
die kaltstarren Beine wollen nicht bleiben,
stemmen sich gegen die drückende Schwere.
Noch ehe das Licht den Tag verläßt
tragen die Beine ihn zurück in die Wärme.</p>
<p>Anmerkung: drei wochen nach der ersten geschichte
zwei tage nach dem sonnenuntergang
ist Klaus gestorben.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=while-we-are-working</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=while-we-are-working</guid>
<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[es ist Verrückt 2]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/kohlemond_auf_beton.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>es ist Verrückt 2</strong><br><br></p>
<p>es ist verfickt<br>
wie sehr verrückt<br>
sie uns die Wahrheit präsentieren<br>
das geht schon an die Nieren<br><br></p>
<p>es ist verrückt<br>
wie sehr verzückt<br>
so mancher folgt dem Glauben<br>
an dem die Bosse schrauben<br>
weil er erhöht deren Profit<br>
und alle machen mit.<br><br></p>
<p>es ist verrückt<br>
wie unbebrückt<br>
gerät die Kommunikation<br>
wie aus Gespräch wird blanker Hohn<br>
wenn sie mit kruden Worten<br>
sich immer gleich verorten<br>
und außschließlich ihre Sicht der Welt<br>
das ganze Ding zusammenhält.<br><br></p>
<p>es ist verrückt<br>
wie sehr´s uns glückt<br>
das was da kommt schnell zu verdrängen<br>
und hier im Heute rumzuhängen<br>
als gäbe es die Zukunft nicht<br>
es ist ein Schlag voll ins Gesicht<br>
der Empathie<br>
es ist verrückt<br>
wir lernen´s nie.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=es-ist-verrückt-2</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=es-ist-verrückt-2</guid>
<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 08:05:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[es ist Verrückt 1]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Halbschlaf.jpg" alt="" />
<br><br>
<strong>es ist Verrückt 1</strong><br><br></p>
<p>Es ist verrückt<br>
wie ungeschickt<br>
so manche/r lügen tut.<br><br></p>
<p>Und keine/r nimmt den Hut<br>
wenn er/sie dabei ertappt,<br>
es ist verrückt äh wie das klappt,<br>
sich da herauszureden:<br><br></p>
<p>War ich da nicht grad in Schweden<br>
ich kann mich nicht so recht erinnern<br>
nee, da war ich doch da bei den Kinnern<br>
und hab die Jüngste just gewickelt,<br>
ich hab doch keine Frau zerstückelt,<br>
ah, da saß ich doch in diesem Aufsichtsrat,<br>
vergaß auch glatt was ich da tat,<br>
hab vielleicht damit geprahlt,<br>
wie gut der Job mir wird bezahlt<br>
als ob zu meinen Wort ich stünde<br>
ich hab halt meine Gründe.<br><br></p>
<p>Es ist verrückt<br>
wie sehr´s mich drückt<br>
die Wahrheit zu verwalten<br>
und damit meine Pfründe zu erhalten.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=es-ist-verrückt-1</link>
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<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 05:59:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hoffnungsträger]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250411_0735.jpg" alt="" />
<strong>Hoffnungsträger</strong><br><br></p>
<p>Es war einmal ein äußerst schräger<br>
abgefuckter Hoffnungsträger.<br>
Der versprach, was immer er konnte<br>
und in diesem Abglanz er sich dann sonnte.<br>
Egal was es war, <br>
nahm man ihn nur wahr.<br>
Hauptsache publicityträchtig,<br>
denn er war seiner selbst nicht mächtig.<br>
Er konnte sein Wissen nicht belegen,<br>
konnte sich mittelprächtig nur bewegen,<br>
stakste brüchig durch die Welt,<br>
scheffelte allerdings großes Geld<br>
mit all seinem Insiderwissen<br>
und er liebte es, andere zu dissen.<br><br></p>
<p>Nun fragst du dich wer das wohl ist,<br>
an wem sich die Beschreibung misst.<br>
Jenun, das ist jetzt wirklich leicht,<br>
denn diese Zuschreibung erreicht<br>
Politiker und auch die -innen<br>
aus allen Ländern, überall<br>
findest du welche die so spinnen<br>
findest einen solchen Fall,<br>
ob da, ob hie<br>
ob Demokratur, ob Diktatie.<br><br>
Und schafft es mal eine die was anderes tut,<br>
einer mit Wissen und frischem Mut -<br>
dann dauerts nicht lang und es kommt ein schräger<br>
neuer abgefuckter Hoffnungsträger.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hoffnungsträger</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hoffnungsträger</guid>
<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 06:40:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[richtig wichtig 2]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250125_133742.jpg" alt="" /><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250125_133742_0.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Richtig wichtig 2<br>
oder<br>
Meinungsmachen
</strong><br><br></p>
<p>Ne Meinung haben alle<br>
und im schlimmsten Falle<br>
veredeln die dann diese<br>
mit einer Expertise<br>
lassen  ´ne Studie machen<br>
mit Statisik und so Sachen<br>
die ihre Meinung unterstreichen<br>
und sollte das nicht reichen<br>
gehn´se hin und schalten<br>
in Medien, neuen und alten<br>
Anzeigen, Talkshows, Clips und Kommentare,<br>
die diese Meinung, Gott bewahre,<br>
am besten gleich beweisen gar<br>
damit die Meinung gilt als wahr.<br><br></p>
<p>Das kostet zwar nicht wenig<br>
doch schert das die ja eh nich<br>
die diese Gaben<br>
leider, leider haben.<br><br></p>
<p>Hast du sie nicht, so musst du schautern,<br>
die Wahrheit selbst herbeiklabautern<br>
sie mit Halbwahrheiten spicken<br>
und so dann deine Wahrheit<br>
in aller nebligen Klarheit<br>
in die Köpfe der andern kicken.<br><br></p>
<p>So wird die Erscheinung<br>
deiner Meinung<br>
groß und wichtig wichtig,<br>
doch dadurch lange noch nicht richtig richtig<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=richtig-wichtig-2</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=richtig-wichtig-2</guid>
<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 06:35:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[richtig wichtig 1]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250423_141245.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Richtig wichtig 1<br>
oder<br>
wählen statt quälen </strong><br><br></p>
<p>Egal was du kannst,<br>
es gibt immer jemand,<br>
die kann es besser.<br>
Und wenn nicht,<br>
dann dauert es nicht lang<br>
und es gibt nen neuen, besseren<br> Gradmesser.<br><br></p>
<p>Ich kann nix,<br>
was du nicht auch kannst<br>
und wenn du´s nicht kannst,<br>
kannst du´s lern. <br>
Es gibt nix,<br>
was du nicht lernen kannst,<br>
im Guten wie im Schlechten,<br>
nicht nah, nicht fern.<br><br></p>
<p>Drum ist wichtig:<br>
entscheide dich richtig.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=richtig-wichtig-1</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=richtig-wichtig-1</guid>
<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 06:31:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Verbunden um zu lieben]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/s%C3%A4hmann.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Verbunden<br>
um zu lieben</strong><br></p>
<p>Die Verbindung meines Körpers zu mir<br>
ist ein großes Geheimnis, ich sag es dir,<br>
das mir an vielen Stellen erhellt<br>
mein Verhältnis zum Leben und zu der Welt.<br>
Alles was in mir passiert bin ich<br>
ohne daß ich alles davon mitkrich.<br>
Alles was mit mir passiert ist auch er,<br>
auch wenn ich denk, daß ich viel mehr<br>
Anteil an dem Ganzen hab,<br>
ohne ihn wär ich voll schlapp,<br>
quasi körper-, hüllenlos, ohne Gestalt,<br>
ohne ihn würd ich nicht alt.<br><br></p>
<p>Allein schon was da täglich<br>
durch mich durchgeht, so unsäglich,<br>
daß ich denke: unerhört<br>
was ist das für ´ne Kacke – die stört<br>
und trotzdem nutze<br>
ich, bzw. er,  die Energie daraus<br>
und putze<br>
oben und unten tagein, tagaus.<br><br></p>
<p>Und dann das Hirn, das in mir drin<br>
sucht ständig nach ´nem unverbrüchlich Sinn<br>
das ist er<br>
genausosehr <br>
wie ich<br>
so schwer zu denken ist das nich.<br><br></p>
<p>Und dann auch noch die Libido<br>
die macht uns froh<br>
mal so, mal so mal so, mal so.<br><br></p>
<p>Bin das noch ich der da agiert<br>
oder werde ich da von ihm regiert<br>
Und überhaupt - Impulse richtig <br> einzuspeisen<br>
auch das tut er<br>
das ist nicht von der Hand zu weisen.<br><br></p>
<p>Wenn ich ihn derart dringend brauche,<br>
ich an ihm hänge wie die Beer am Strauche,<br>
da muß ich ihn von Sieben Uhr früh, bis morgens um Sieben<br>
egal wie´s mir mit mir/ihm geht<br>
egal wies um uns beide steht<br>
bedungungslos und abgrundtief wohl lieben.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=verbunden-um-zu-lieben</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=verbunden-um-zu-lieben</guid>
<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 06:26:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Experten]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220508_130415_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Experten</strong><br><br></p>
<p>Experten sind wieder gefragt,<br>
weil uns das Unwissen plagt.<br><br></p>
<p>Allerorten<br>
mit hochgesteckten Worten<br>
überschüttet man uns mit Expertiesen<br>
damit wir glauben diesen.<br>
Expertenwissen wird rausposaunt<br>
dass wir sind darüber hocherstaunt<br>
woher die das alles wissen<br>
sie haben´s ja auch vorher noch prüfen müssen<br>
um es richtig zu bewerten<br>
zumindest Teile des Gehörten.<br>
So werden die Offerten<br>
der wissenden Experten<br>
zu Haltungen vermauert<br>
so fest, dass es sehr dauert<br>
dahinter zu blicken<br>
und zurechtzurücken<br>
was unser Experte mit seiner Erscheinung<br>
uns alles versperrte an eigener Meinung<br><br></p>
<p>Experten sind wieder gefragt,<br>
ein Experte hat´s mir gesagt.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=experten</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=experten</guid>
<pubDate>Tue, 20 Jan 2026 07:31:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dat Blatt]]></title>
<category>gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/wei%C3%9Fdasblatt_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Dat Blatt</strong><br><br>
Dat Blatt<br>
dat hat<br>
wie dat Watt<br> wat hat,<br>
dat Blatt<br>
dat hat <br>
wat.<br><br></p>
<p>Wie platt dat Blatt <br>
auch is<br>
dat Blatt<br>
is kein Beschiss.<br>
Et füttert dat<br>
betüttert dat<br>
Bäumken<br>
dat is´n Träumken.<br><br></p>
<p>Anstatt <br>
dat dat Blatt<br>
sich selbst macht satt<br>
gibbet dat<br>
wat dat Blatt<br>
so säuft<br>
weiter,<br>
dat läuft<br>
geradeaus<br>
aus ihm raus<br>
und dat Blatt<br>
wird nich matt.<br><br></p>
<p>Denn wenn dat Blatt<br>
wat gespeichert hat<br>
mit Osmose und so<br>
dat Blatt<br>
dann gibbet ab dat<br>
und macht so <br>
dat Bäumken froh<br>
da bisse platt.<br><br></p>
<p>Ich weiß gar nich wie´s dat<br>
find, <br>
da im Wind,<br>dat Blatt.<br><br></p>
<p>Und hats genug geflattert,<br>
jetzt bisse gleich verdattert,<br>
da fällt es ab<br>
dat Blatt<br>
halbet Jahr dran<br>
halbet Jahr ab -<br>
dat Blatt<br>
Patt</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-blatt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-blatt</guid>
<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 07:40:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was kommt das kommt]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240416_171033.jpg" alt="" /><br>
Bild Arend Schröder<br><br></p>
<p><strong>Was kommt, das kommt</strong><br><br></p>
<p>Hinkommen um wegzukommen ?<br>
Wegkommen um hinzukommen ?<br>
Egal - Hauptsache rumkommen.<br><br></p>
<p>Mit dem Einkommen auskommen ?<br>
Mit dem Auskommen hinkommen<br>
lässt einen dank Nebeneinkommen<br>
irgenwie durchkommen.<br><br></p>
<p>Ist das Abkommen überkommen<br>
kann einem Umkommen unterkommen.<br>
Wie soll man dem ohne Zwischenabkommen<br>
beikommen-<br><br></p>
<p>Ab und zu kommen <br>
ist noch nicht verkommen<br>
kann also vorkommen.<br><br></p>
<p>Willst du Mitkommen in Gute Zeit?<br>
Reinkommen in den Schlaf ?<br>
Rauskommen ausse Puschen ?<br>Ab und zu mal Runterkommen ?<br>
Wenn´s mal drückt drüberwegkommen ?<br>
Komm schon !<br><br></p>
<p>Jetzt ist das Gedicht fast vollkommen,<br>
doch nun gilt´s zum Schluß zu kommen.<br>
Hast es bestimmt schon mitbekommen:<br><br></p>
<p>Was kommt, das kommt<br><br>
aber
Können wir dem hinterherkommen,<br>
damit zurechtkommen, was da kommt ?<br>
Und erst unsere Nachkommen,<br>
werden die damit klar kommen ?<br>
werden sie durchkommen ?<br>
Gibt es für sie ein Heimkommen ?<br>
Werden die Zeiten zurückkommen,<br>
wiederkommen,<br>
da sie mit den Ressourcen hinkommen ?<br>
Naja  -<br>
<strong>  Was kommt das kommt</strong></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=was-kommt-das-kommt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=was-kommt-das-kommt</guid>
<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 06:29:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Endspurt]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/00012.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Endspurt (kurz)</strong><br><br>
Dahin rast die Zeit<br>
nicht wissend wie weit<br>
sie noch zieht.<br>
Ob sie wohl flieht,<br>
vor Schönheit und Grauen ?<br>
Was wird sie noch schauen ?<br>
Ist sie bereit,<br>
die Zeit,<br>
dafür<br>
was hier<br>
so alles,<br>
leeres und pralles,<br>
sanftes und hartes,<br>
lange verwahrtes,<br>
aufgehobenes,<br>
gerne verschrobenes,<br>
nutzlos inniges,<br>
leidlich sinniges<br>
an Geschwätz uns umgibt ?<br>
Ist es das, <br>
was<br>
die Zeit so anschiebt,<br>
was sie so rasend macht,<br>
daß sie so widerlich schnell<br>
gegen all diese Phrasen kracht<br>
die dunkel und hell<br>
uns umgaukeln,<br>
die wir uns durchs Leben schaukeln ?<br><br></p>
<p>Dahin rast die Zeit<br>
nicht wissend wie weit<br>
sie noch zieht.<br>
Was da geschieht<br>
kümmert sie kaum<br>
ist ihr nur Schaum.<br><br><br></p>
<p><strong>Endspurt               (voller Zuversicht)</strong><br><br>
Dahin rast die Zeit<br>
nicht wissend wie weit<br>
sie noch zieht.<br>
Doch es geschieht<br>
beizeiten<br>
daß sich weiten,<br>
die Zeitenflecken<br>
und anderes aushecken -<br>
z.B. einmal im Jahr innezuhalten<br>
Zeitstille zu gestalten -<br>
In ihrem Schein<br>
einfach nur sein<br>
offen und weit<br>
still, liebende Weihnachtszeit.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=endspurt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=endspurt</guid>
<pubDate>Tue, 30 Dec 2025 07:35:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Weihnachtswünsche]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231222_121454.jpg" alt="" /></p>
<p><strong> Weihnachtswünsche</strong><br><br></p>
<p>Oh Zeit, du weihnachtliche<br>
voll Zauber und Besinnlichkeit,<br>
ich komm dir diesmal auf die Schliche<br>
denn du, du machest uns bereit,<br><br></p>
<p>die Jahreswende anzunehmen,<br>
die bleckend, fletschend zeigt die Zähne<br>
mit all den unheilbringend Schemen<br>
und uns durchkreutzt zukünftig Pläne:<br><br></p>
<p>Sehnten wir doch nur Freud und Stille<br>
in dir und um dich rum<br>
steht da ein großer starker Wille<br>
wenn dieses Jahr ist endlich um.<br><br></p>
<p>Denn weiter treibt uns nächstes Jahr das Leben<br>
und fordert zwingend unsre Energien<br>
wieder müssen wir das Beste geben<br>
und in der Zeit dann weiterziehen.<br><br></p>
<p>Oh Zeit, du weihnachtliche<br>
voll Zauber und Besinnlichkeit<br>
man kann schon froh sein kommt man aus der Küche,<br>
all unser Müh´n Vergeblichkeit.<br><br></p>
<p>Doch halt,<br>
was wär´n wir ohne dich,<br>
das End des Jahr´s<br>
wär fürchterlich.<br>
Für das was kommt<br>
so wünsch ich euch<br>
und euren Lieben und allen die es frommt<br>
Glück, Licht, Liebe und so´n Zeuch.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=weihnachtswünsche</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=weihnachtswünsche</guid>
<pubDate>Tue, 23 Dec 2025 10:00:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vergeblichkeit I]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231214_232328.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Vergeblichkeit I</strong><br><br>
Das Schwein, das Schwein<br>
schwor Stein auf Bein<br>
mit Schwurhand an der Schwarte<br>
das schwerlich auf der Speisekarte<br>
die Schmeckerlecker könnten es verschmähen<br>
wenn sie es dort und seinesgleichen sähen.<br><br></p>
<p>Wenn es dort stünde<br>
neben Rind, Salat und Kuchen<br>
wär´s eine Sünde<br>
was andres auszusuchen.<br><br></p>
<p>So, mit stolzgeschwellter Brust<br>
schwand des Schweines Lebenslust<br>
und es schwärmte nach der Mode<br>
von der Freude nach dem Tode.<br><br></p>
<p>Und so kam´s wie´s kommen mußte<br>
unser Schwein, das selbstbewußte<br>
fraß<br>
ohne Maß<br>
und wurde fetter<br>
das Bild vom Tod ward immer netter<br>
und man gab zum guten Schluß<br>
ihm den Elektroschmerzlosgnadenschuß.<br><br></p>
<p>Die cuisine de haute volé<br>
in der man es bereiteté<br>
stand aber nicht auf Schweineschwarte.<br>
So landete das frühgeschlachtete<br>
das Schwein, das unbeachtete<br>
am letzten End der Speisekarte<br>
und, obwohl es so darauf versessen,<br>
wurd unser Schwein schmählich vergessen.<br><br>
So endet dieser Schweineschwank<br>
in irgendeiner Altfleischbank<br>
wo man den Rest von unserm Schwein<br>
arbeitete in Schweinefutter ein.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=vergeblichkeit-i</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=vergeblichkeit-i</guid>
<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 06:50:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Bett]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220219_135145.jpg" alt="" /><br>
<br>
<strong>Das Bett</strong><br><br></p>
<p>Das Bett, die Penne, Poofe, Kiste<br>
steht ganz weit oben auf der Wünscheliste.<br>
Es steht bei jedermann im Fett,<br>
bewirbt kokett<br>
die Müden<br>
und nicht allein die Prüden.<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
Des Abends steigt sein Wert in einer Tour,<br>
wird morgens gern auch als Parcous<br>
für Extrarunden hochgeschätzt;<br>
wer sich dort bettet,<br>
hat selten in die Nesseln sich gesetzt.<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
es rettet dem den nächsten Tag<br>
der lang genug heut in ihm lag.<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
ein Ort für gut ein Drittel unsres Lebens,<br>
wer es nicht kennt, dem ward vergebens<br>
von Sonnenseiten auf der Welt erzählt,<br>
denn wer die Ruhetruhe nutzt hat gut gewählt.<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
als Lagerstatt zur Rekonvaleszenz<br>
hat das Gestell zu jeder Zeit Potenz<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
von allen Kindern liebgehasst<br>
hat selten eine Chance verpasst<br>
sich wieder einzuschmeicheln,<br>
die Schläfer sanft zu streicheln.<br><br></p>
<p>Das Bett<br>
ist es gar vorgewärmt<br>
wird äußerst innig angeschwärmt.<br>
Kein Wunder, daß es Träume aller Art entfacht<br>
die meisten Menschen sind in ihm gemacht.<br><br></p>
<p>Das Bett<br> ist es grad anderswo – <br>zur Not und müd ?<br> Es geht auch so.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-bett</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-bett</guid>
<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 07:28:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Im Anfang war die Zeit]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/kreisel.jpg" alt="" /><br>
<br></p>
<p>Im Anfang war die Zeit<br>
und die Zeit verging.<br>
Doch das Vergehen der Zeit<br>
ist ein ganz besondres Ding.<br>
Mal Rast sie hin ohn Ruh und Rast<br>
und du rennst hinterher und hast<br>
keine Zeit irgendwas daneben<br>
zu erleben,<br>
von dem was alles möglich wär<br>
so macht die Zeit das Leben schwer.<br><br></p>
<p>Mal aber scheint sie still zu sth´n<br>
dann hat sich´s mit dem Zeitvergeh´n:<br>
du stehtst im Irgendwann und wartest<br>
es regnet lang und lang dann klart es<br>
auf und du stehst immer noch im Irgendwann<br>
und das was kommen soll ist immer noch nicht dran.<br><br></p>
<p>Auch hindert das Vergeh´n der Zeit<br>
uns am erleben der Unsterblichkeit<br>
was allerdings den Vorteil bietet<br>
das wir nicht irgendwo, wie festgenietet,<br>
gefangen verharrten im zeitlosen Raum<br>
denn Leben könnt man das nicht nennen, kaum.<br><br></p>
<p>Im Anfang also war die Zeit<br>
verfließt mal hier, verfließt mal dort<br>
und immer findet sie nen Ort<br>
an dem sie fliessen kann, ganz wie sie sollte,<br>
mal lang, mal schwer, mal leicht, mal kurz<br>
und eine menschliche Revolte<br>
gegen ihr Tun, die wär ihr völlig Schnurz.<br><br></p>
<p>So denn vergeht die Zeit allzeit<br>
und gibt dir die Gelegenheit<br>
dein Leben zu leben.</p>
<p>.....</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=im-anfang-war-die-zeit</link>
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<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 07:17:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Über Ordnung]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/akt.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Über Ordnung
oder
unordentlich gereimtes Gedicht</strong><br><br></p>
<p>Es nimmt Gewalt<br>
nicht nur Gestalt<br>
in Machtgebrauch an und im Krieg.<br>
Unflätig<br>
gewaltätig<br>
wird auch der Ordnung Sieg,<br>
wenn wir z.B. suchen von Herzen<br>
das &quot;Un&quot; vor der Ordnung auszumerzen.<br><br></p>
<p>Schon wenn ich ringe<br>
mit der Ordnung Dinge<br>
grenz´ich was nicht reinpasst aus,<br>
und für die, die außen<br>
bleiben draußen<br>
sieht´s nicht nur so aus.<br>
Das ist dann halt<br>
Gewalt.<br><br></p>
<p>Allein für die Aufrechterhaltung<br>
jeglicher Verwaltung<br>
benötige ich gewaltvolle Strukturen<br>
damit dann auch alle spuren<br>
und der Verwaltung Macht<br>
nicht zusammenkracht.<br>
Schließlich sind auch die staatlichen Gewalten<br>
dazu da, dass die Leute sich daran halten<br>
und in den Ordnungsdingen<br>
nicht alles durcheinanderbringen.<br></p>
<p>Ordnung ist das halbe Leben,<br>
das heißt, die Kreativität<br>
soll uns dazu erheben,<br>
dass die Ordnung ordentlich gerät:<br><br></p>
<p>Ein Regenschrim der Schatten spendet<br>
dass die Sonne nicht so knallt und blendet,<br>
ein Sonnenschirm der Regentropfen<br>
hilft nicht auf den Kopf zu klopfen,<br><br></p>
<p>das kann die Ordnung noch verkraften,<br>
weil daran keine Umstürze haften.<br>
Doch ist an Freiheit mal gerochen,<br>
ist die Ordnung schnell gebrochen.<br>
Also gilt es prä-olfaktorisch<br>
reinzuprügeln, höchst euphorisch,<br>
die Ordnung wieder herzustellen<br>
die Hunde beißen lassen statt zu bellen.<br>
Das klingt jetzt brutal<br>
ist aber banal:<br><br></p>
<p>Die Ordnung war schon immer Legitimation<br>
zur grausam strickten Gegenrevolution.<br>
Im Falle eines Aufstands
´ner Revolte, so legitim sie auch immer sei<br>
ist´s immer die Gewalt der Ordnungsmacht, die<strong> die</strong> Leute schlägt zu Brei,<br>
die sichtbar sich gegen das Unrecht stellen,<br>
da gibt es gar nichts aufzuhellen.<br>
Die Ordnungsschänder lässt man hängen,<br>
damit nicht alle in die Lücke drängen.<br><br></p>
<p>Die zweite Hälfte, das ist klar,<br>
sind die VERordnungen und auch da<br>
schlägt man nicht einfach über die Stränge<br>
sonst kommt auch hier die Ordnungsmacht schnellstens in die Gänge.<br>
Und wenn es sind auch Widerworte nur<br>
ratzfatz greift die Ordnung zu gewaltvoller Zensur<br>
und zwar eine die uns gar nicht gut,<br>
die schmerzt und richtig weh uns tut.<br>
Die Ordnung ist halt so,<br>
drum hier die Konklusio:<br><br></p>
<p>Die Ordnung und zwar jedwede<br>
liegt mit dem Leben arg in Fehde.<br><br></p>
<p>Das alles hier, das soll nicht heißen<br>
Ordnung ist schlecht, würd uns zerreißen.<br>
Sie hilft an vielen Stellen den´n<br>
die suchen die Welt zu versteh´n.<br>
Doch das &quot;Alles muß seine Ordnung haben&quot;<br>
gehört nicht zu den Gottesgaben<br>
die uns wirklich weiterbringen.<br>
Zu komplex, zu viele Schlingen<br>
hält die Welt für uns bereit sich darin zu verfangen<br>
und<strong> die</strong> Zeit ist noch nicht aufgegangen<br>
die uns das alles lässt gelingen<br>
mit den ganzen Ordnungsdingen.<br>
Immer ist die Frage brennend heiß,<br>
Ordnung ja – aber zu welchem Preis<br>
und mit welcher Konsequenz<br>
vielleicht hilft folgende Sentenz:<br><br>
Ordnung ist das halbe Leben - <br>
Die andere Hälfte frei zu lassen<br>
von Ordnung – eben - <br>
das könnt passen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-ordnung</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-ordnung</guid>
<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 06:53:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nick der Weihnachtsmann]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegXVIII.jpeg" alt="" /><br>
<strong>1 Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein ganz
kleiner Junge war<br><br></p>
<p>Diese Geschichte fängt an als der Weihnachtsmann noch ein ganz kleiner Junge war. <br>Damals war der Opa von dem ganz kleinen Jungen noch im Dienst, also war er der richtige Weihnachtsmann.<br>
Der ganz kleine Junge hatte gerade Laufen gelernt und konnte noch nicht richtig sprechen. <br>
Wenn er sagen wollte: „Ich habe Durst, ich möchte was trinken.“
dann sagte er einfach nur: „Surst“.<br>
Es gibt immer nur einen Weihnachtsmann.
Und Weihnachtsmänner werden sehr, sehr alt. Sie setzen sich erst mit 100 Jahren zur Ruhe, mindestens 100. Und so kommt es, dass ein Weihnachtsmann immer von seinem Enkel
abgelöst wird. <br>
Der Papa von unserem Weihnachtsmann war etwas anderes geworden. Er war in der
Werkstatt der Engel Vorarbeiter. Er zeigte den kleinen Engeln, wie man Geschenke bastelt und schön verpackt.<br>
Als unser Weihnachtsmann ein ganz kleiner Junge war, da wusste jeder Engel und jeder Murkel, dass er der nächste Weihnachtsmann werden sollte.<br>
„Ich Eimann,“ sagte der kleine Junge, als ihm sein Opa eines Abends davon erzählte.<br>
Da lachte der alte Weihnachtsmann und sein weißer Bart wippte dabei.
„Noch bin ich der Weihnachtsmann,“ sagte er dann, „und du musst noch eine Menge lernen bis du groß bist. Aber ich werde dir dabei helfen“. <br>
„Elfen“, sagte der kleine Weihnachtsmann. Dann griff er seinem Opa in den Bart und hielt sich die Barthaare vor den eigenen Mund. <br>
Da lachte der Weihnachtsmann noch lauter: „Du bist der richtige,“ sagte er.
„Ich freu mich schon, dir alles beibringen zu können.“<br>
Was der kleine Weihnachtsjunge alles noch lernen musste, das erfährst du in den nächsten Geschichten.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegVII.jpeg" alt="" /><br>
<strong>2. Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein kleiner Junge war<br><br></p>
<p>Eines Tages kam der Opa Weihnachtsmann in das Spielzimmer vom kleinen
Weihnachtsmann und er trug eine große Kiste unter dem Arm.<br> „Für dich,“ sagte der Opa.
„Für mich ganz allein ?“ fragte der kleine Junge. <br>
Der war jetzt schon fast 3 Jahre alt und konnte so gut wie alles.<br>
Dann packten sie zusammen die Kiste aus. Darin war eine rote Zipfelmütze mit weißem Bommel, ein braunes Schaukelpferd mit einem kleinen Anhänger und ein paar Stiefel.<br>
Die Stiefel waren dem kleinen Jungen viel zu groß. Er nahm sie in die Hand und stand auf.<br> „Ja“ sagte der Opa, „wenn die Stiefel dir passen, dann werden wir gemeinsam mit dem Schlitten fahren und dann darfst du ihn auch lenken.<br>
“ Booh,“ sagte da der kleine Junge und er nahm sich vor, so schnell wie möglich zu wachsen.<br><br></p>
<p>Der Opa Weihnachtsmann nahm das Schaukelpferd, hängte den Anhänger ein und setzt den kleinen jungen auf das Pferd. Dann setzte er ihm die Zipfelmütze auf und schob ihn auf dem Pferd durch das Zimmer.<br>
“Was würdest du tun, wenn du der richtige Weihnachtsmann wärst ? „fragte der Opa. <br>Der kleine Junge stieg vom Pferd, sammelte ein paar Bauklötze und Spielzeuge ein und legte sie auf den Anhänger. Dann setzte er sich wieder auf das Schaukelpferd, griff hinter sich und warf die Spielzeuge durch das Zimmer.<br>
„Was machst du da ?“ fragte der Opa erschrocken.<br>
„Ich bringe die Geschenke zu den Menschen“, sagte der kleine Junge.<br>
Da lachte der Opa wieder sein warmes Lachen
„Du bist der richtige,“ sagte er. „Ich freu mich schon, wenn ich dir all die andern Dinge beibringen kann.“<br>
Da  lachte auch der kleine Junge und nahm seinen Opa in den Arm. Er freute sich nämlich auch schon ganz doll darauf.<br><br></p>
<p><strong>3 Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein Junge war<br><br></p>
<p>Eines Tages kam der Opa Weihnachtsmann nach Hause.<br> „Opa, komm mal“ hörte er da den kleinen Nick aus dem Wohnzimmer rufen. „Ich komme Nikolaus“, rief er zurück. „Schnell“, kam es drängelnd. „Ja, Nicki.“ <br>
Er legte seinen Mantel ab und ging hin. Da sah er wie der Junge in der Stube herumstolzierte. Er hatte die großen Stiefel an. Die waren aber noch so groß, dass sie ihm bis über die Oberschenkel reichten. Und so stapfte er über den Teppich, strahlte den staunenden Weihnachtsmann an und plumps, stolperte er und landete auf dem Bauch. <br>
„ Uh, die sind noch ein bisschen zu groß“ sagte der Opa, hob den kleinen Nick vom Boden auf, setzte ihn auf seine Schultern und trug ihn aus dem Haus.<br>„Weißt du was,“ sagte der Weihnachtsmann“ „du kannst zwar noch nicht mit auf den Schlitten aber die Werkstätten und die Rentierställe, die kann ich dir jetzt schon zeigen“.
Und so gingen sie zuerst in die große Geschenkewerkstatt, wo der Papa von Nick arbeitete.<br>
Der war gerade dabei den Lehrlingsengeln zu zeigen, wie sie beim Tipp-Kick-Spiel den Torwart dazu bringen, nach rechts und links zu hechten.<br> „Hallo Sohn“, sagte der Opa. „Hallo Papa“, sagte der Papa von Nick. „Schau mal wie schnell der Torwart zur Seite springen kann.“ Und er drückte auf den linken Knopf und die Figur legte sich blitzschnell auf die Seite. Der kleine Nick sah, was da geschah, überlegte kurz und sagte. „Toll wär, wenn der Torwart auch nach vorne springen könnte.“ Sein Papa blickte ihn erstaunt an. „Nach vorne?“ „Na klar, dann wär er ein richtiger Spieler.“ „Na, dann mal an die Arbeit“, sagte der Opa seinem Sohn und lachte.
Dann sagten sie den Engeln und dem Papa „Tschüß“ und gingen zu den Rentieren an der anderen Seite des Hofes.<br>
Als sie den ersten Stall betraten war der Junge sehr froh, dass er auf den Schultern von seinem Opa saß. Denn das Rentier, vor dem sie standen war sehr groß und hatte ein mächtiges Geweih auf dem Kopf. Außerdem hatte es eine glühend rote Nase.br&gt; „Das ist Rudolph“, sagte der Weihnachtsmann. „das größte Rentier im Stall. Mit seiner roten Nase kann er auch im Nebel nicht verloren gehen. Willst du dich mal auf seinen Rücken setzen?“ <br>Nick zögerte, aber dann ließ er sich von seinem Opa direkt hinter den großen Kopf setzen. Es war warm dort oben und er konnte sich am Fell des Tieres festhalten.<br>
„Bald zeig ich dir, wie du die Tiere füttern, führen und striegeln kannst , aber jetzt müssen wir zurück, das Essen wartet.“ <br>Und er trug Nick durch die sternenklare Nacht zurück ins Haus.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegrita.jpeg" alt="" /><br>
<strong>4 Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein großer Junge war<br><br></p>
<p>Bald ging der Weihnachtsmann jeden Tag mit dem kleinen Nick in den Rentierstall. Und jeden Tag lernte der große Junge die Rentiere ein bisschen besser kennen. Es dauerte nicht lange, da kannte er alle Namen, nicht nur den von Rudolph. Sigrun, Rolfie, Sarah, Rick und Sanna hießen die anderen Rentiere und alle waren fast so groß wie Rudolph. Nur die glühende rote Nase, die hatte keines von ihnen. <br>Der Weihnachtsjunge Nick lernte sie zu füttern, an dem Halfter zu führen und mit ihnen zu sprechen. <br>Eines Tages war der Opa Weihnachtsmann schon aus dem Stall gegangen und Nick legte noch eine Mistgabel mit Heu vor jede Box. Als er bei Sanna vor dem Gatter stand rief sie ihn plötzlich an. „He Nick,&quot; sagte sie und flüsterte dann leise weiter. „Wenn du etwas ganz besonderes sehen willst, dann komm heute Nacht in den Stall, dann zeig ich es dir.“ <br>In der Nacht wurde der große Junge wach und musste auf´s Klo. Da erinnerte er sich, was Sanna ihm gesagt hatte, zog sich die Stiefel an (die passten schon fast aber nur fast). Er zündete eine Kerze an und ging zum Stall.<br> Alle Rentiere waren wach und standen an der Tür zur Box. „Nikolaus“, sagte Rudolph, „lass uns aus den Boxen raus. Wir wolle zu Sanna gehen und ihr helfen und bei ihr sein.“ Nick fragte sich, was das sollte und ging erst mal zu der Box von Sanna. Sie lag auf dem Boden und atmete schwer. Das sah so aus als ob sie Hilfe brauchen könnte. So öffnete er die Türen für Rolfie, Sigrun, Rick, Rudolph und Sarah. Er ging ihnen nach zu Sannas Box. <br>Alle drängten sich um Sanna. Sie halfen ihr aufzustehen und stützen sie mit den Köpfen damit sie stehen bleiben konnte. Aber was war mit ihr los ? Nick nahm allen seinen Mut zusammen und fragte: „Was hast du denn Sanna?“ „Keine Angst Nick ich werde etwas wunderschönes bekommen. Ist dir mein dicker Bauch nicht aufgefallen?“ „Doch, aber was heißt das ?“ „Das ich ein kleines Kalb bekomme, ein kleines Rentier und zwar heute Nacht.“ Da staunte der große Junge und war gespannt wie das wohl ging. <br>„Jetzt, gleich“, sagte da Sanna und sie drückte, als ob sie auf´s Klo musste. Keine zwei Minuten später hatte sie ein kleines Rentierkalb geboren. Es war auf den Boden gefallen und jetzt leckte Sanna es und sah sehr erschöpft aber auch sehr glücklich dabei aus. Alle Rentiere und auch Nick strahlten und begrüßten und streichelten das kleine Kalb. Und als Nick genau hinguckte, konnte er sehen, dass es eine rote, glühende Nase hatte.<br><br></p>
<p><strong>5 Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein ganz großer Junge war<br><br></p>
<p>Der kleine Weihnachtsmann zog fast jeden Tag seine Stiefel an, weil er endlich mit dem Schlitten fahren wollte. Auch übte er jeden Tag das Lenken indem er auf sein Skateboard stieg und kreuz und quer über den Hof sauste.<br>
Dabei vergaß er allerdings nicht, jeden Tag mindestens einmal bei den Rentieren vorbeizuschauen und vor allem mit der kleinen Rita einen Plausch zu halten.<br>
Ein paar Wochen vor Weihnachten war es. Der Opa hatte sehr viel zu tun. Er war fast immer weg. In den Werkstätten oder bei der Post, wo er die Briefe der Kinder lesen und sortieren musste. Auch spannte er jetzt täglich die Rentiere vor den Schlitten und machte eine kleine Runde in den Wald hinaus. Schließlich sollten die Rentiere in guter Verfassung sein, wenn es Heiligabend losging. <br>
Die Stiefel passten dem kleinen Nick noch immer nicht. Dennoch fragte er den Opa fast jeden Tag, ob er ihn nicht trotzdem, mitnehmen könnte. „Nur ein ganz kleines Stück .“ „Erst wenn die Stiefel passen,“ war die tägliche Antwort vom Opa Weihnachtsmann. <br>
Am Nikolausabend ist es dann passiert. Nick hatte noch einmal die Stiefel anprobiert, aber der Fuß wackelte immer noch vor und zurück und hin und her. Als er in den Stall kam, war Opa gerade von seinem Ausflug zurück, stieg vom Schlitten und verschwand in der Post nebenan. <br>Nick zögerte nicht lange, kletterte auf den Schlitten und nahm die Zügel in die Hand. Rudolph, der ganz vorn stand, drehte sich zu Nick um. „Willst du wirklich? „fragte er. Nick nickte, sagte „Ho“ und ließ die Zügel locker. Da setzte sich der Schlitten in Bewegung und zwar mit so einem Tempo, dass Nick hin und her geschleudert wurde. In der ersten Kurve stemmte er die Füße gegen das Stemmbrett aber er rutschte ab, weil der Fuß im Stiefel keinen Halt hatte. Beinahe wäre er aus dem Sitz herausgepurzelt.<br> Zum Glück hatte er auf dem Skateboard trainiert und konnte sein Gleichgewicht halten. Aber der Schlitten wurde noch schneller, immer schneller. Da sah Nick die nächste Kurve kommen und bekam einen riesen Schrecken. <br>Doch bevor der Schlitten die Kurve erreichte, hörte er neben sich Hufgetrappel. Sein Opa ritt auf Sanna neben dem Schlitten, griff nach den Zügeln, rief laut „Ho, Ho“, zog kräftig und brachte den Schlitten zum stehen. <br>„“Du bist mir ja einer,“ lachte Opa, „nur Geduld, bald werden die Stiefel passen,“ sagte er, stieg auf die Bank und fuhr den Schlitten sicher wieder nach Hause.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegXX.jpeg" alt="" /><br>
<strong>6 Dezember</strong><br>
Als der Weihnachtsmann ein Schulkind wurde<br><br></p>
<p>Auf dem Weihnachtshof gab es auch eine Schule und als der Weihnachtsjunge Nick alt genug war durfte er endlich auch in die Schule gehen. Hier lernte er viele nützliche Dinge mit den Engeln und Murkeln zusammen: <br>Lesen, Schreiben, Rechnen und Erdkunde, Sport und Musik.<br> Der erste Schultag war ein ganz besonderer Tag. Morgens hatte Nick sich die Stiefel wieder angezogen und siehe da, sie passten, sogar richtig gut. Das würde er sofort Opa zeigen wenn er aus der Schule kam.<br>
Als er den Schulhof betrat bekam er vor Freude rote Backen. Da standen nicht nur kleine Engel und Murkel, die mit ihm in die Klasse gehen würden, da stand auch Rita, das kleine Rentierkind mit der roten, glühenden Nase. Schnell lief Nick zu Rita hin und umarmte sie. <br>„Was machst du denn hier,“, fragte er, „gehen denn Rentiere auch zur Schule?“ „Normal nicht“, sagte Rita, „ich aber schon. Warum, das wirst du nach der Schule erfahren.<br><br>
Dann wurden sie in ihre Klasse geführt und die Lehrer stellten sich vor und erzählten von den Dingen, die sie in der Schule lernen würden. Das dauerte ganz schön lange, war aber auch ganz schön spannend. <br>Am Schluß, als alle wieder nach Hause geschickt wurden, bat die Klassenlehrerin, ein großer Engel ohne Flügel den kleinen Weihnachtsmann, noch einen Augenblick zu warten, denn er habe ja noch ganz besondere Fächer und darüber müsse sie noch mit ihm reden.<br> Also setzte sich Nick wieder auf seinen Platz. Die Engelfrau, nahm ein Buch heraus und las darin, sonst passierte nichts. Nach einer Weile wurde Nick ungeduldig und fragte: „Wann fangen wir denn an?“ Die Engelsfrau sah auf die Uhr: „Jetzt,“ sagte sie, „komm mit.“ <br>Sie gingen auf den Schulhof hinaus. Und da standen sie alle: Opa saß auf Rudolph dem Rentier, Papa, Mama und einige Engel aus der Nachbarwohnung, ein paar Murkel waren da und noch etwas. Ein kleiner Schlitten, vor den die kleine Rita gespannt war und alle schauten den Schuljungen Nick freudig an. <br>„Lieber Nick“, sagte der Opa, “da dir jetzt die Stiefel passen“, fuhr die Mama fort, „bekommst du heute“, war der Papa dran, „zum ersten Schultag, sagten die Engel im Chor, „zum Üben“, sagten die Murkel, „einen eigenen Schlitten mit Rentier“, sagten alle zusammen. <br>Nick bekam den Mund nicht zu so staunte er. Aber dann setzte er sich auf die Schlittenbank, sagte „Ho“ und Rita trabte mit ihm davon.<br><br></p>
<p><strong>7 Dezember</strong><br>
Was macht der Weihnachtsmann im Sommer?<br><br></p>
<p>Bis Weihnachten war es noch eine ziemlich lange Zeit,
4 Monate. <br>Da denkt man, hat der Weihnachtsmann nicht viel zu tun. Denkste. <br>Neben den normalen Vorbereitungen wie, die Werkstätten in Schuß bringen, die Rentiere trainieren, den Schlitten reparieren und die Poststation auf die vielen Briefe vorbereiten, musste der Opa Weihnachtsmann jetzt auch wieder in die Schule. Er wollte dem kleinen Nick doch all die Sachen beibringen, die er als Weihnachtsmann wissen und können mußte.<br>
Diese Weihnachtsmannunterrichtsfächer konnte nur der Weihnachtsmann unterrichten:<br>
Z.B.: Hohoho rufen, damit die Rentiere auch genau das machten, was gerade nötig war, <br>unsichtbar, unbemerkt bleiben, damit die Menschen ihn nicht entdeckten, <br>oder auch im Schneesturm den kürzesten Weg finden (wobei dabei Rudolph und auch Rita mit ihren roten, glühenden Nasen bestimmt gut helfen konnten) <br>oder die Post der Kinder richtig lesen. <br>Es waren ja auch Briefe von Kindern in der Weihnachtspost, die noch nicht richtig schreiben konnten. Wenn da z.B. stand „Liibr Wain8chsman, ic wüsch mir ein Eisnbaan“,
dann musste der Weihnachtsmann schon ganz genau hingucken, damit er wusste, was sich das Kind wünschte.<br>
Und so hatte Nick morgens den Unterricht mit den anderen und Nachmittags kam der Opa zu ihm in die Schule.<br> Die beiden machten aber auch jeden Tag einen Ausflug mit dem Schlitten und übten schnell aber sicher fahren und gingen in die Werkstätten und die Poststation. <br>Am liebsten hatte Nick aber das Zielwerfen. Wenn der Weihnachtsmann mit den Geschenken über die Häuser flog, konnte er nicht in jedes Haus einzeln gehen, dazu war keine Zeit, viele Häuser hatten auch gar keinen Schornstein mehr. Also musste der Weihnachtsmann das Geschenk von oben herab werfen und dabei sehr genau zielen. Er durfte ja auch nicht über das Ziel hinauswerfen.
Also übte Nick jeden Tag das Zielwerfen. Er flog mit Rita und dem Schlitten über den Hof und warf kleine und große Probepakete genau auf die Stellen, die ihm der Opa unten zeigte. Anfangs traf er den Opa ziemlich oft und die beiden lachten sich dann immer krumm und schief. Aber Nick war sehr geschickt und bald landete fast jedes Päckchen genau da wo es sollte. Wenn die Schule dann zu Ende war, brachten sie Rita in den Stall, gaben ihr zu Essen und dann gingen sie erschöpft nach Hause.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegmichel.jpeg" alt="" /><br>
<strong>8 Dezember</strong><br>
Unerwartete Hilfe<br><br></p>
<p>Eines Tages musste der Opa Weihnachtsmann zur Schokoladenfabrik nach Köln. An diesem Nachmittag ging Nick nach der Schule in Ritas Stall und schlug ihr vor einen längeren Ausflug zu machen. Rita war begeistert. <br>Also fuhren sie los, das heißt Rita trabte und Nick saß auf der Schlittenbank. Und wenn Rita trabte, dann war das schon ganz schön schnell. Sie flogen durch die Luft, schneller als ein Auto auf der Autobahn. Und so kam es, dass sie schon nach einer Stunde Fahrt über Schweden hinweg flogen, genauer gesagt über Smaland. <br>Hier hatte der Winter schon begonnen und überall lag eine dicke,  feste Schneeschicht über Bäumen und Feldern, Häusern und Strassen. Über einem Hügel bat Nick Rita mit einem liebevollen „Ho“ zu landen. Er wollte ein paar Äste aufsammeln, um ein wenig Zielwerfen zu üben.<br>
Sie landeten, Nick stieg ab und ging auf eine Baumgruppe zu. Da hörte er plötzlich ein tiefes Brummen hinter sich. Er drehte sich um und sah, wie ein Eisbär brüllend auf Rita zutrabte und wenn Eisbären traben, dann ist das auch schon ganz schön schnell. Da bekam es Nick mit der Angst. Rita würde nie ohne ihn weglaufen und wenn sie da stehen blieb, dann würde der Eisbär sie fressen. <br>Er nahm all seinen Mut zusammen und lief schreiend und mit den Armen wedelnd auf den Eisbären zu und er hatte Glück. Der Bär bekam es mit der Angst und trottete davon. <br>Aber Rita rührte sich nicht. Nick sprach sie an. Sie reagierte nicht. Wahrscheinlich hatte sie einen Schock.
Ratlos wartete Nick. Nach ein paar Minuten kam ein Junge auf einem Pferd angeritten. „Hallo“, rief Nick ihn an, „kannst du mir helfen ? Mein Rentier ist starr vor Schreck.“ Der blonde Junge hielt an, stieg vom Pferd, besah sich Rita von allen Seiten. Dann ging er zu ihrem Kopf und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Das dauerte ziemlich lange. <br>Dann drehte Rita auf einmal den Kopf zu dem Jungen, sagte „Danke“ und dann zu Nick,“ Können wir jetzt weiterfahren?“ Nick sah verwundert zu dem Jungen.“ Wie hast du das gemacht?“ fragte er.
„Ganz einfach“ sagte der Junge, „ich habe ihr erzählt, wie ich einmal meinen Freund Albert durch den Schneesturm zum Doktor gefahren habe und das ich ein ganz tolles Pferd habe. Aber mit einem Rentier wie sie es ist, wäre das sogar noch viel leichter gewesen, so tapfer wie sie ist.“<br>
Da dankte Nick dem Jungen, stieg auf den Schlitten und wollte gerade losfahren, da drehte er sich noch einmal zu ihm: „Wie heißt du?“ „Ich heiße Michel und komme aus Lönneberga.“ „Danke Michel“ sagte Nick, „bis bald.“ Und dann fuhr er mit Rita nach Haus.<br><br>
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<strong>9 Dezember</strong><br>
Eine Schulstunde<br><br>
In der Schule ging es manchmal richtig lustig zu. <br>Am Tag nach dem Ausflug hatten sie Reimen, genauer gesagt Quatschreimen. Die Lehrerin war die Engelfrau ohne Flügel. Nachdem sie „Guten Morgen ihr Engel, ihr Murkel und Nikolaus.“ gesagt hatte, nahm sie ein großes Buch heraus. <br>„Bevor ich euch ein Gedicht über den Nikolaus vorlese, stelle ich euch ein paar Aufgaben, die ihr möglichst lustig lösen sollt. Also was reimt sich z.B. auf schenken? <br> Lange blieb es still.
Die ganze Klasse überlegte hin und her, dann meldete sich eine Engelin mit Namen Kathrein und rief: „ Verrenken.“ Und gleich darauf sagte der Engel Gabriel: „Das Verrenken von Gelenken ist nicht so schön wie schenken, das soll mal keiner denken.“. Die ganze Klasse lachte. „Gut,“ sagte die Engelfrau, jetzt aber was schweres. Was reimt sich auf Eisbär ? “<br>
Kaum hatte die Lehrerin das gesagt, da hörte man ein Kichern in der Klasse, von ganz hinten. Das kleinste Murkelchen, Leopold hieß es, das krümmte sich über seinem Tisch und kicherte in sich hinein, oder besser aus sich heraus. Erst waren alle stumm und staunten, was Leopold für komische Bewegungen machte. Bald aber mussten sie mitkichern, ob sie wollten oder nicht, bis die ganze Klasse kicherte und die meisten wussten nicht einmal warum. Da rief die Engelfrau in das Kichern hinein: „Leopold, sag uns was dein Reim auf Eisbär ist und ihr anderen, psscht.“<br>
Leopold schluckte und versuchte sich zu beruhigen. Es dauerte eine Weile bis er es schaffte, aber schließlich horchte die ganze Klasse gespannt wie ein Flitzebogen. Leopold begann:<br>
„Wenn der Braunbär weiß wär, hieß er besser Eisbär.“ Kaum hatte er es gesagt, prusteten alle los und lachten sich kringelig. In das Lachen sagte Nick: „Das Schneehuhn sprach zum Eisbär, wo kommt denn nur der Scheiß her.“ Und da lagen sie alle auf dem Boden und konnten nicht mehr vor Lachen.<br>
Es dauerte lange bis sie sich beruhigten. Dann fragte die Lehrerin nach Reimen zu den Namen der Schüler. Kathrein reimte sich auf fein und Leopold auf Colt und Nick auf Glück und Rita auf Kita und auf ….? Es war eine sehr, sehr lustige Unterrichtsstunde und sie lachten viel.<br> Zum Schluß schlug die Engelfrau das große Buch wieder auf und sagte: „So jetzt lese ich euch ein Gedicht vor. Ein Gedicht ist meistens auch mit Reimen, Mal sehen, ob die hier euch auch gefallen.
Der Ururgroßvater von Nick hieß auch Nikolaus und als der Weihnachtsmann war, schrieben die Menschen dieses Gedicht, das zeigt ,wie die Menschen sich den Nikolaus vorstellen oder den Weihnachtsmann. <br>Und dann begann sie zu lesen:<br><br></p>
<p>Sankt Nikolaus Auszug<br><br></p>
<p>Sankt Nikolaus zieht den Schlafrock aus<br>
Klopft seine lange Pfeife aus<br>
Und sagt zur heiligen Kathrein<br>
„Öl mir die Wasserstiefel ein.<br>
Bitte, hol auch den Fuchspelzrock<br>
Vom Boden und den Knotenstock,<br>
den großen mit dem güldnen Knauf<br>
und schütt den Esel tüchtig auf.<br>
Leg auch das Sattelzeug bereit<br>
Wir reisen, es ist Weihnachtszeit.“<br>
Die heilge Käthe sanft und still<br>
Tu alles was Sankt Niklas will.<br>
Der klopft indes beim Herrgott an,<br>
Sankt Peter hat ihm aufgetan<br>
Und spricht: “Grüß Gott wie schaut´s denn aus?“<br>
Und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.<br>
Da sitzen die Englein an langen Tischen,<br>
ab und zu ein paar große dazwischen.<br>
Die zeigen den kleinen wie es zu machen<br>
Und sägen und werkeln die niedlichsten Sachen,<br>
und kleben und weben und schnitzen und schneidern<br>
und falten die Stoffe zu zierlichen Kleidern.<br>
Sie füllen die Bündel und schnüren sie zu<br>
Und haben so glühende Bäckchen wie du.<br>
Das Christkind sitzt an seinem Pult<br>
Und schreibt mit Liebe und Geduld<br>
Eine lange Liste<br>
Potzelement, wie viel artige Kinder das Christkind kennt.<br>
Die sollen die guten Gaben
Zu Weihnachten haben.<br>
Was fertig ist wird eingesackt und auf das Eselchen gepackt.<br>
Sankt Niklas zieht sich recht warm an<br>
Kinder, er ist ein alter Mann<br>
Und es fängt tüchtig an zu schneien,<br>
da muss er schon vorsichtig sein.<br>
So stapft er durch die Wälder im Schritt,<br>
manch Tannenbäumchen nimmt er mit<br>
und wo er wandert bleibt im Schnee<br>
manch Futterkörnchen für Hase und Reh.<br>
Aus Haus und Hütte strahlt es hell<br>
Da nimmt er dem Esel den Sack vom Fell,<br>
ruft laut, klopft vernehmlich an:<br>
„Ich bin es, ich der Weihnachtsmann.“<br>
Da fliegen alle Türen auf<br>
Jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf.<br>
„Sankt Niklas, Sankt Niklas, was hast du gebracht ?<br>
Was haben die Englein für uns gemacht ?“<br>
„Gut Ding, schön Ding aus dem himmlischen Haus.<br>
Greift in den Sack, holt euch was raus.“<br><br>
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<strong>10 Dezember</strong><br>
Ein ganz besonderes Treffen<br><br></p>
<p>Der Murkel Leopold, die Engelin Kathrein, der große Junge Nick und das Rentierjunge Rita wurden eine richtige Freundesgruppe. <br>Jeden Tag tobten sie in der Mittagspause auf der Wiese hinter der Schule herum. Es konnte regnen oder schneien, egal, die vier spielten solange, bis Nick zu seinem Opa in den Nachmittagsunterricht ging. <br>Eines Tages, die Wiese war zu einem spiegelglatten See gefroren, tollten die vier auf dem Eis herum als der Weihnachtsmann mit dem Schlitten über ihre Köpfe flog und zur Landung ansetzte.<br> Neben dem Opa, auf dem Schlitten, saß noch ein alter Mann. <br>„Ho ho, kommt mal her ihr vier“, rief der Opa, „heute haben wir Besuch, der uns etwas ganz besonderes beibringen wird.“ <br>Kaum hatte er das gesagt, da huschte etwas kleines grünes von dem Schlitten, nahm Anlauf und schlinderte auf dem Eis entlang. <br>„Guten Tag“, sagte der andere alte Mann, „ich heiße Petterson und das da hinten ist Findus, mein Kater.“<br> „Mein alter Freund hier, und Findus werden euch helfen eine Aufgabe zu lösen, die ich euch jetzt stellen werde“, sagte Opa. <br>Die vier guckten sich gespannt an. <br>„Stellt euch vor, ihr seid auf der Fahrt zu den Kindern, in einer Kurve vom Schlitten gefallen und alle Geschenke liegen verstreut in der Gegend herum, was würdet ihr tun ?“ <br>„Alles aufsammeln,“ schlug Leo vor. <br>„Erst den Schlitten suchen,“ sagte Nick, „dann können wir zu allen Geschenken fliegen.“<br> „Gut,“ sagte Findus,“ der gerade an ihnen vorbei rutschte. <br>Dann stoppte er: „Aber der Schlitten fliegt durch die Luft, wie kommt ihr dran ?“
„Öh ?“ die vier schauten ratlos um sich.<br>Dann überlegten sie. „Wir bauen eine Pyramide,“ sagte Kathi.<br> „Erst Rita, dann Leo, dann Nick und dann ich. Und wenn der Schlitten vorbeisaust halte ich mich fest und steige ein.“<br>
Da sahen sie den Schlitten über sich durch die Luft sausen. Sie bauten die Pyramide, aber der Schlitten flog immer knapp an ihnen vorbei.<br>
„Ihr seid zu langsam,“ sagte Findus, „es gibt eine andere Lösung.“ <br>Petterson nahm einen Stock vom Boden auf, holte ein Seil und bastelte einen Flitzebogen. <br>Da hatte Nick eine Idee. Er nahm auch einen Stock, schnitzte ihn gerade und band einen Bindfaden an des eine Ende, vorne dran kam ein Haken. Da hatten alle begriffen. Nick schoß den Pfeil mit dem Bogen zum Schlitten, der hakte sich ein und alle zogen an dem Faden, den Schlitten zum Boden zurück. <br>„Superklasse,“ riefen da Opa, Findus und Petterson.<br> „Und zur Belohnung gibt es jetzt heiße Schokolade.“ <br>Die 7 hatten noch einen ganz tollen Nachmittag zusammen.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegfelixIII_0.jpeg" alt="" /><br>
<strong>11. Dezember</strong><br>
Urlaub<br><br></p>
<p>Einmal im Jahr, meistens im Frühjahr, flog die ganze Schulklasse zusammen in Urlaub. Mit dem Flugzeug. Warum ?<br> Na der Schlitten war zwar schnell, aber die ganze Klasse passte nicht auf die Sitzbank und außerdem sollten auch die Rentiere Urlaub haben. <br>Und was glaubst du wohin sie in diesem Jahr flogen. Ans Meer? <br>Nicht schlecht, aber da waren sie im letzten Jahr gewesen. <br>Sie flogen zum Skifahren in die Berge. Ganz oben hatten sie eine Hütte gemietet und konnten direkt vom Haus losfahren und das taten sie vom ersten Tag an. <br>Schon nach ein paar Tagen kannten sie das Skigebiet in und auswendig und beschlossen heute auf der Piste Verstecken zu spielen. <br>Als erste sollte Rita suchen. Während sie bis 100 zählte fuhr Nick zuerst mit Leopold und Kathi, später allein so weit er konnte in das Skigebiet hinein, damit Rita ihn auch ja nicht als ersten fand. <br>Von einem Lift zum anderen und wieder den nächsten bis er Hunger bekam und auf einer Hütte eine Pause machte. <br>Da merkte er, dass er in diesem Teil des Skigebietes noch nie gewesen war. Und er wusste auch nicht wie er wieder zurück kommen sollte, nicht einmal eine Karte hatte er dabei.<br>
Rita hatte inzwischen alle anderen gefunden und 20 Murkel, 18 Engel, 5 Rentiere, der Opa, Leo und Kathi waren auf der Suche nach Nick. <br>Nachdem Nick etwas gegessen und getrunken hatte wollte er sich auf den Rückweg machen aber auch als er die Ski angeschnallt hatte wusste er immer noch nicht wo es zurück ging.<br>
„He, du siehst aus, als könntest du Hilfe gebrauchen,“ hörte er da eine Stimme neben sich. Er drehte sich um und sah einen kleinen Hasen ohne Skianzug auf dem Snowboard.<br> „Ja,“ sagte Nick, „ich weiß den Weg zurück nicht mehr?“<br> „Wege finden, das ist meine Spezialität“, sagte der Hase, „ich bin schon um die ganze Welt gereist, komm, fahr einfach hinter mir her.“ Sprachs und fuhr los. <br>Nick zögerte nicht lange und ließ sich von der Schwerkraft den Berg hinuntergleiten.<br> „Ich heiße übrigens,“ setzte der Hase an, aber ehe er fertig sprechen konnte sagte Nick:<br> „Felix, ich weiß. Ich hab mich zwar verfahren aber ich bin doch nicht dumm. Und danke dass du mir hilfst.“ <br>Felix der Hase wunderte sich nicht schlecht, dass er erkannt worden war und er dachte bei sich, bei dem Jungen werde ich ein Weilchen bleiben. <br>Was glaubst du, kamen die beiden zurück ? Hatten sie noch einen schönen Urlaub ? <br>Auf jeden Fall wurden die beiden dicke Freunde und Felix bleib eine ganze Weile bei Nick.<br><br></p>
<p><strong>12.Dezember</strong><br>
Das Wunschkonzert<br><br></p>
<p>Die Zeit in der Schule war schön für Nick, nur es dauerte alles so lange. Er wäre viel lieber viel schneller noch größer geworden. Aber es war noch lange bis zur großen Abschlussprüfung, dem Rentierschlittenführerschein mit ExtraAufgabe. <br>Jeden Morgen in der dritten Stunde hatten sie „Wünsche deuten“ und der Lehrer in diesem Fach war Nick´s Papa. <br>Jeden Tag war ein anderer Schüler dran. Man musste einen Wunsch mitbringen. Das heißt man musste etwas finden, das man sich ganz besonders doll wünscht, wie die Kinder es zu Weihnachten auch tun. <br>Dann in der Stunde bat der Lehrer die Schülerin ganz ganz doll an den Wunsch zu denken. Alle anderen sollten rausfinden, welcher Wunsch es war.<br> Anfangs sprudelten die Ideen einfach so aus den Schülern heraus, ohne überhaupt hinzusehen aber niemand kam so auf den richtigen Wunsch. Mit der Zeit lernten sie aber genau zu beobachten und zu deuten was sie da sahen. <br>Nick hatte noch keinen einzigen Wunsch richtig gedeutet aber er fand es sehr spannend. <br>Heute war Leopold dran. „Ihr kommt nie auf meinen Wunsch“, freute er sich als er nach vorne ging und anfing zu denken.<br> „Gut,“ sagte Nick´s Papa, „jetzt schaut mal genau auf die Mundwinkel und die Augen von Leo.“ <br>Nick konzentrierte sich auf die Augen und sah, wie sie hin und her wanderten. <br>„Hast du deinen Wunsch ganz klar vor Augen? Siehst du ein Bild?“ fragte der Papa. <br>„Jaa,“ sagte Leo, „ganz deutlich.“ <br>Da blieben die Augen in der Mitte stehen. Nick hatte das Gefühl als würde Leo geradeaus in die Augen von einem Gegenüber gucken. Die Augen von Leo wurden ganz weich, wahrscheinlich stand ihm da jemand gegenüber, den er gerne mochte. Und dann fiel ihm noch auf, dass das Gegenüber irgendwie kleiner als Leo sein musste, denn der Blick ging ganz leicht nach unten. Das musste ein jemand sein. <br>Nick hatte eine gute Spur, er schaute noch einmal genau auf die Mundwinkel und sah, das Leo sich freute. <br> „Leo,“ fragte Nick, „kannst du mal daran denken, wie dein Wunsch heißt?“<br> “Ah, Nick hat eine Idee,“ sagte der Lehrer. Leo machte kurz die Augen zu und dann wieder auf.<br> „Ja“, sagte er „ so heißt er.<br>“ Nick sah wie die Augen nach oben und unten gingen, als wenn sie Buchstaben lesen würden und er glaubte ein „F“ gesehen zu haben. <br>Ein jemand mit „F“, wer konnte das wohl sein? <br>Ein Fischer, eine Fliege, ein Fuß – quatsch, das war es nicht. <br>Er sah wieder genau auf die Augen und plötzlich zuckten die zur Seite, ganz kurz nur. <br>Nick sah in die Richtung. Da war das Fenster, ne, davor die Pflanze, das war ein Farn, neee, dann saß da der kleine Murkel Richard, neben dem seit dem Urlaub Felix saß, davor saßen Rita und Kathi... Moment mal ....<br>
Felix fängt mit „F“ an. <br>„Ich weiß es“, sagte Nick da ganz schnell, „du wünscht dir einen Freund.“ <br> „Joa,“ sagte Leo. <br>„Und zwar einen ganz besonderen.“ <br>„Joa“. <br>&quot;Du wünscht dir Felix zum Freund.“<br>&quot; Ja“. <br>Da freute sich Nick, zum ersten Mal hatte er einen Wunsch richtig gedeutet.<br> „Aber Leo“, sagte da Felix, „das brauchst du dir doch gar nicht wünschen, ich bin doch schon dein Freund.“ Und alle lachten froh.<br><br>
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<strong>13.Dezember</strong><br>
Punkte sammeln<br><br>
Eines Abends, nach einem langen Schultag in der Klasse und mit seinem Opa, ging Nick  aufgeregt zu seinem Papa. <br>„Na mein lieber Sohn, du guckst ja ganz bedröppelt.. Ist was ?“ fragte der Vater.<br> „Ja, mir ist ein ganz schlimmer Gedanke gekommen. Was wenn ich beim Geschenkeausteilen auf ein Kind treffe, dass gar keinen Brief an mich geschickt hat und ich so gar kein Geschenk für das Kind habe?“ <br>&quot;Heij, „sagte da der Papa. „das ist gar nicht schlimm. Du lernst doch in der Schule das Wünsche deuten und du wirst auf jeden fall ein paar Geschenke ohne feste Adresse dabei haben, für den Notfall, mach dir keine Sorgen.“ <br>„Aber Papa, wenn ich den Wunsch aber zufällig nicht dabei habe, was mach ich dann?“<br> „Ich glaube, das wird nicht passieren, aber wenn du sicher gehen willst, frag noch mal bei Mama nach.“ <br>Nick ging zu seiner Mama, aber die wusste auch nicht wirklich weiter und so ging Nick in den Garten und stellte sich unter das Sternenzelt. <br>„Ach wenn ich doch Montag eine Mohnblume gepflückt hätte,“ sagte er zu den Sternen hinauf,“  Dienstag wenigstens einen Telefondienst angerufen hätte, Mittwoch war ja Mitte der Woche und Donnerstag hat es ja gedonnert aber Freitag hatte ich nicht frei und so kann Samstag nicht das Sams zu mir kommen.“ <br>„Doch’“, hörte er da hinter sich eine quäkige Stimme sagen, „ich kann sogar zu dir kommen, obwohl heute gar nicht Samstag ist.“<br>
Und da stand tatsächlich das Sams vor dem Weihnachtsjungen. <br>„Hä, wie geht denn das ?“ wunderte sich Nick.<br> „Tja,“ kicherte das Sams, &quot;du bist immerhin Weihnachtsmannanwärter, es wäre schon ziemlich komisch, wenn bei dir nicht ein paar Dinge gehen würden, die bei normalen Kindern nicht gehen, oder ?“ <br>„Ja, ääh, stammelte Nick, ja äh, weißt du denn dann vielleicht auch wie ich die Wünsche der Kinder ohne Wunschbrief an den Weihnachtsmann erfüllen kann?“ <br>„Ja klar weiß ich das, aber um es etwas spannender zu machen, rate doch mal.“ <br>Nick überlegte. “Vielleicht lässt du mir eine Wunschmaschine da, wie die von Herrn Taschenbier.“<br> „Nä, sagte das Sams, „die ist zu groß und zu schwer für den Schlitten, da sind doch schon die Geschenke drauf.“ <br>&quot;Na dann vielleicht, zeigst du mir, wie ich die Punkte bei mir wachsen lassen kann.“<br> „Nä, außerdem nutzt das nix, da müsste ja ein anderer Wünschen.“<br> „Vielleicht... mir fällt nichts mehr ein.“ <br>&quot;Ganz einfach,“ das Sams nahm eine Streichholzschachtel aus der Tasche, „ich schenke dir ganz viele Punkte, die kannst du immer bei dir haben.“ <br>&quot;Super,“ sagte Nick, „aber sag mal, hat mein Opa auch so eine Schachtel von dir?“ <br>„Ja klar,“ sagte das Sams stolz, „ was glaubst du denn. <br>Denkst du der Weihnachtsmann käme ohne Hilfe aus ?“<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegfu%C3%9Fball.jpeg" alt="" /><br>
<strong>14.Dezember</strong><br>
Die Sache mit dem Fußball<br><br></p>
<p>Nick´s Opa, also der Weihnachtsmann hatte ein Hobby. Er spielte für sein Leben gerne Fußball. <br>Früher war er sogar oft, vor allem im Sommer zu den Menschen gefahren und hatte sich die schönsten Spiele angeguckt. Immer wenn z.B. Brasilien spielte war er dabei gewesen oder wenn Zinedine Zidane spielte, oder Thomas Rosizky und er trat auch selber gerne gegen den Ball.. <br>Nick allerdings war kein großer Ballspieler, er bastelte gerne, las ein Buch oder übte das Schlittenfahren.<br>
Nick konnte aber inzwischen so gut spielen, dass er auch ein bisschen Spaß dabei hatte. Wenn der Opa Nick zum Fußball  Spielen einlud, versuchte Nick allerdings irgendetwas wichtiges vor zu haben, damit es zumindest nicht all zu lange dauerte.<br>
Eines Tages, es war schon Herbst und die ersten bunten Blätter fielen von den Bäumen machte der Opa nach dem Opaspezialweihnachtsmannunterricht  wieder einmal den Vorschlag draußen auf dem Hof Fußball zu spielen. <br>„Aber Opa,“ sagte Nick, „ich kann nicht, ich muß doch noch für den Rentierschlittenführerschein üben.“ <br>„Schade,“ sagte da der Opa. <br>Und als Nick in den Stall ging, um sich mit Felix zu treffen um Rita und den Schlitten herauszuholen, holte der Opa den Lederball aus seinem Sack, stellte sich auf den Hof und übte Torwartabschläge aus der Hand, so hoch wie es ging. <br>Nick und Felix flogen mit dem Schlitten ein paar Kurven über den Hof. In einer großen Linkskurve sah Felix den Ball plötzlich weit über dem Hof fliegen. <br>„Da guck mal,“ sagte er zu Nick. Der steuerte den Schlitten zu der Stelle und schon kam der Ball wieder heraufgeflogen. Felix schnappte den Ball und warf ihn wieder herunter zum Opa. <br>Der fing ihn auf und schoß in mit aller Kraft in die entgegengesetzte Richtung. <br>„Rita,“ sagte Nick, „immer direkt zum Ball und so schnell du kannst.“ <br>„Wird gemacht,“ kicherte Rita zurück und schon war der Schlitten auf dem Weg. Nick legte den Schlitten quer, hielt sich mit der einen Hand am Sitz fest und kickte den Ball zurück zum Opa. Der nahm in Volley wieder in die andere Richtung. Felix sah wohin der Ball flog und gab Rita die Richtung an. Uh, da sauste der Schlitten los. <br>Diesmal musste Nick den Schlitten sogar auf den Kopf drehen und Nick schoß im Sitzen rückwärts wieder nach unten, ein Fallrückzieher sozusagen.<br> Und so ging das Spiel noch eine ganze Weile und Opa war zufrieden, weil er doch noch zum Fußballspielen gekommen war und Nick konnte trotzdem für seinen Führerschein üben.<br><br></p>
<p><strong>15. Dezember</strong><br>
Die ersten Wunschbriefe treffen ein<br><br></p>
<p>Das Jahr war weiter vorangeschritten, die Tage kürzer geworden und der erste Advent stand vor der Tür. <br>Da wurde es auf der Poststation vom Weihnachtshof geschäftig. Es kamen jetzt jeden Tag viele, viele Briefe von den Kindern. <br>Alle hatten Grüße an den Weihnachtsmann und Wünsche ohne Ende. <br>Zum Glück hatte Nick in der Schule schon richtig gut lesen und schreiben gelernt, denn jetzt saß er jeden Tag drei Schulstunden in der Post, las Wunschbriefe und trug die Adressen der Kinder in eine lange Liste ein. <br>Natürlich war er nicht allein. Alle aus der Klasse halfen bei der Arbeit.<br> Nick hatte allerdings noch eine besondere Aufgabe. Er guckte bei jeder Adresse auf die riesengroße Weltkarte, die auf einem Tisch in der Mitte der Post lag und machte ein Kreuz für jedes Kind dort, wo die Geschenke hingebracht werden mussten. <br>Bald war die Karte mit Kreuzen übersät. Kreuze in Europa und allen Ländern, Kreuze in Afrika, in Amerika, Asien und Australien, überall auf der Welt.<br> Die Karte war eine ganz besondere Karte, sie konnte nämlich rechnen. Und sobald Nick ein Kreuz auf der Karte gemacht hatte stand neben dem Kreuz eine kleine Zahl. <br>Die Zahlen zeigten die Reihenfolge an, in der die Geschenke abgeliefert werden sollten. Und immer wenn Nick ein neues Kreuz auf der Karte machte, veränderten sich alle anderen Zahlen zu einer neuen Reihenfolge. <br>Gut das Nick auch schon rechnen und zählen konnte. So konnte er auf der Karte ablesen, welchen Weg der Opa mit dem Schlitten fahren musste, um in möglichst kurzer Zeit, möglichst viele Kinderwünsche zu erfüllen. <br>
Dieses Jahr würde der Opa ein letztes Mal die große Weihnachtsabendtour machen. Nick würde die Fahrt auf der Karte verfolgen.<br> Jedes Geschenk, das der Weihnachtsmann ablieferte ließ das Kreuz auf der Karte wieder verschwinden. Bis alle Geschenke bei den Kindern waren und alle Kreuze wieder von der Karte verschwunden. <br>Aber das passierte ja erst am Weihnachtsabend. Jetzt wuchs die Zahl der Kreuze erst einmal. Jeden Tag kamen mindestens hundert dazu. Und  jeden Tag, wenn die Poststunden zu Ende waren staunte Nick über die vielen, vielen Kinder, die auf Geschenke vom Weihnachtsmann warteten. <br>
Und wenn er daran dachte, welchen riesengroßen Weg der Opa am Weihnachtsabend zurückzulegen hatte, wurde er selbst ein bisschen nervös.<br> Aber dieses Jahr war ja noch einmal der Opa dran, dachte Nick.<br>
Am Ende kam alles ganz anders. Davon aber später.<br><br></p>
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<strong>16 Dezember</strong><br>
Schule aus wir gehen nach Haus<br><br></p>
<p>Die Weihnachtsferien begannen. Die Schule machte Pause. <br>Das hieß aber eigentlich nur noch mehr Arbeit für Nick und alle anderen. <br>Leo, der kleine Murkel musste in den Werkstätten helfen die Geschenke zu packen, Kathi war in der Bastelabteilung eingeteilt, und Felix half Nick weiterhin in der Post. <br>Für Nick gab es aber auch noch mehr zu tun. Den Rentierschlittenführerschein musste er ja mit den großen Rentieren machen, ohne Rita, auch wenn die im nächsten Jahr zu den großen gehören würde. Jetzt musste Nick jeden Tag mit dem großen Schlitten fahren und die großen Rentiere führen lernen. Blitzen, Comet, Dondor und Dancer hießen die vier und natürlich Rudolph vorne weg. <br>Jeden Tag fuhren Nick und Felix Punkt 12 Uhr mittags los und kamen erst um 4 Uhr Nachmittags zurück. <br>In den letzten Tagen hatte Nick viel gelernt und konnte jetzt so scharfe Kurven fliegen, dass der Schlitten in Schlangenlinien ganz hoch, bis über die Wolken hinaus fahren konnte und sogar fast im Sturzflug wieder auf den Boden gelangte. Heute wollte Nick versuchen die Schrägkurve und das auf dem Rücken fliegen mit dem großen Schlitten hinzukriegen. Mit Rita und dem kleinen Schlitten hatte das ja so gut geklappt, dass er sogar mit dem Opa Luftfußball spielen konnte. Aber die großen Rentiere waren so was von super schnell, dass Nick drei Anläufe brauchte, um die schräge Kurve zu fliegen. <br>Kopfüber fliegen war die nächste Aufgabe. Er flog hoch bis an den Rand der Wolken, gab Felix ein Zeichen, der setzte sich seine Fliegerbrille auf. Dann nahm er mit einem kurzen Sturzflug Anlauf, ließ den Schlitten wieder gerade fliegen und drehte ihn auf den Kopf. Die Rentiere reagierten aber so schnell, dass der Schlitten sich weiter drehte. Wie ein Schraubenzieher, ach was schneller, wie eine Bohrmaschine drehte sich der Schlitten jetzt um sich selbst und sank dabei immer tiefer Richtung Boden. Nick war ganz schwindelig und Felix war schon ganz grün im Gesicht. Nur noch ein paar Meter, dann würden sie auf dem Boden aufprallen. Da schaffte es Nick, das Drehen mit einem „Ho“ anzuhalten. <br>Aber sie waren nur noch einen Meter über der Erde und da vorne Stand Rita im Schnee. Sie würden sie überfahren. Felix zog die Bremse und Nick hielt den Fuß in den Schnee. Aber Rudolph war derjenige, der den Schlitten zum Halten brachte. Kurz vor Rita grub er den Kopf in den Schnee, die anderen Rentiere und der Schlitten rasselt auf ihn drauf und Nick und Felix flogen in hohem Bogen über sie hinweg, landeten aber sicher im tiefen Schnee.<br><br>
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<strong>17.Dezember</strong><br>
I-A als Rentier<br><br></p>
<p>Rudolph hatte sich bei dem Bremsmanöver nicht nur die Schwanzspitze gebrochen. Er hatte Prellungen und blaue Flecken am ganzen Körper. <br>Der Weihnachtsmann untersuchte ihn  und sagte: „Also bis Weihnachten ist das nicht verheilt.“ <br>Rudolph protestierte: „Ich werde reiten, wie jedes Jahr.“<br> „Wirst du nicht,“ sagte der Opa. <br>„Ja aber, wer führt denn dann die Rentiere an ?“ fragte Nick seinen Opa.“ <br> „Hmm, so richtig weiß ich das auch noch nicht, aber lass uns mal was versuchen.“<br> Er stapfte durch den Schnee zur Poststation und Nick und Felix hinterher. Drinnen nahm er sich Papier und Bleistift und schrieb folgendes: <br><br>
Suche außerordentlichen Rentierersatz für meinen Schlitten, am besten mit leuchtender Nase. Dringend!!! <br>
Der Weihnachtsmann<br><br>
„Schick das bitte in alle Welt,“ sagte er zum Postmeister. <br>„Uh, das ist aber knapp, ob sich da noch jemand meldet,“ sagte der, tat aber sofort, worum er gebeten worden war. 10 Minuten später flogen mehrere hundert Tauben aus dem Dach der Poststation und verteilten sich in alle Himmelsrichtungen. <br>„Jetzt müssen wir nur noch warten“ sagte der Opa zu Nick, „und ein bisschen Glück haben.“ <br>Vier Tage vergingen, vier lange Tage an denen die Rentiere nicht trainierten, und Nick auch nicht für den Führerschein üben konnte. Stattdessen fuhr er wieder mit Rita und dem kleinen Schlitten los. <br>
Am Abend des vierten Tages, Nick kam gerade vom Ausflug zurück, sah er den Opa am Stall stehen und heftig mit den Armen gestikulieren.<br>
Neugierig ging er hin. Da saß vor dem Opa ein Esel, als Rentier verkleidet im Schnee und sagte gerade: <br>“ Ich dachte halt es wäre dringend und außergewöhnliche Notfälle verlangen außergewöhnliche Lösungen und als eine solche habe ich mich halt angeboten.“<br> „Aber du bist doch ein Esel,“ sagte der Opa. <br>„Und außerdem ist deine Nase nur rot angemalt,“ sagte Felix, der hinzugetreten war. <br>„Ja, macht euch nur lustig, über einen, der einfach nur helfen wollte. Ich habe es verdient.“ <br>„Nix hast du,“ hörten da alle eine Stimme von hinten und sie drehten sich um. „Das war eine super HilfsIdee,“ sagte Rita und ihre Nase leuchtete röter als rot. „Vielleicht hilft es dem Weihnachtsmann ja auf die Sprünge, die richtige Idee zu haben.“ <br>Der Opa sah Rita an, dann den Esel I-A und sagte:<br> „Danke I-A, jetzt weiß ich was zu tun ist.“<br>
Und auch Nick verstand. <br>Nur Felix machte: „Hä?“, setzte sich neben I-A und fragte :<br>“Hast du das verstanden ?“<br><br>
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<strong>18.Dezember</strong><br>
Gespräch mit dem Nikolaus<br><br></p>
<p>Eine Woche vor Weihnachten gab es noch einmal Besuch auf dem Weihnachtshof.<br> Der Nikolaus kam zum vierten Advent vorbei. Er war ja dieses Jahr schon bei vielen Kindern gewesen und berichtete dem Weihnachtsmann von all den Neuigkeiten, die er in der Welt erfahren hatte. Jetzt aber hörte er erst einmal die Neuigkeiten von hier: <br>dass Rudolph gestürzt war, das Rita seine Stelle als Leitrentier einnehmen würde und dass Nick morgen die Fahrprüfung für den Rentierschlitten hatte und sich freute, aber auch ein bisschen nervös war. <br>Nachdem sie Kuchen gegessen und etwas getrunken hatten fragte Nick den Nikolaus, ob er Lust hätte einen kleinen Spaziergang zu machen, er hätte da ein paar Fragen. Als sie über die verschneiten Felder gingen fragte Nick: <br>„Sag mal, ist es eigentlich schwer ein guter Weihnachtsmann zu sein?“<br> Da musste der Nikolaus lachen.<br> „Nein,“ sagte er, „es ist eher aufregend und es macht sehr viel Spaß.“ <br>„Aber wenn so ein Unfall, wie mit Rudolph auf der Fahrt zu den Kindern geschieht, dann komme ich doch nicht pünktlich und dann sind ganz viele Kinder ganz unglücklich.“ <br>&quot;Ach kleiner großer Nick,“ sagte der Nikolaus und beugte sich zu ihm herunter. „Wenn wirklich so etwas Schlimmes passiert, das der Weihnachtsmann nicht weiterfahren kann, gibt es bestimmt eine Lösung. So viele helfende Hände gibt es in der Weihnachtswelt, dass da nichts schief gehen kann.“ <br>„Und wenn man diese Hilfe braucht, ist man dann nicht ein schlechter Weihnachts-mann?“ fragte Nick ängstlich. <br>„Im Gegenteil,“ antwortete der Nikolaus, „wenn du es schaffst Hilfe anzunehmen und allen gemeinsam gelingt das Kunststück, dann werden dich die Kinder und auch die, die dir geholfen haben, vielleicht sogar gerade weil sie dir helfen konnten, ganz bestimmt ganz toll finden.“ <br>„Wieso ?“ staunte Nick.<br> „Weil die Leute, die es schaffen, sich helfen zu lassen viel beliebter sind als die, die alles alleine machen wollen.“ <br>Jetzt sagte Nick erst mal gar nichts und sie gingen weiter durch die dunkle Landschaft.<br>
Zu Hause angekommen, gingen alle zusammen in die gute Stube. Der Opa zündete alle vier Adventkerzen am Adventskranz an. Erst sangen sie ein paar Weihnachtslieder und dann saßen sie lange schweigend um die Kerzen. <br>„Morgen früh habe ich doch meine Rentierführerscheinprüfung,“ sagte da Nick in die Stille hinein. <br>„Könnt ihr mir dann die Daumen drücken ?“ <br>&quot;Aber gerne, „antwortete der Nikolaus und sah in die Runde und alle nickten mit den Köpfen und lächelten dabei.<br><br>
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<strong>19.Dezember</strong><br>
Der Rentierschlittenführerschein<br><br>
Lange vor dem Aufstehen wurde Nick wach. Heute war es soweit. Schon bevor der Wecker klingelte zog er sich an, ging mit Felix zum Stall und begrüßte die Rentiere, vor allem Rita, die heute auch zum ersten mal bei einer Führerscheinprüfung dabei war. <br>Rudolph stand neben ihr und strich ihr mit dem Kopf über den Rücken:<br> „Das wird bestimmt eine tolle Prüfung,“ sagte er. <br>Nach dem Frühstück fuhren die beiden Prüfer, der Opa und der Nikolaus sie mit dem Schlitten zum Flugplatz. Das erste Stück bis zum Nordpol flogen sie ja mit dem Flugzeug. Opa hatte sich einen Spaß gemacht und vorne auf das Flugzeug einen Weihnachtsmann gemalt, der gerade gegen den Bug prallte.<br> Kaum hatten sie den Nordpol erreicht stiegen alle in den Schlitten. Opa und der Nikolaus hinten, Nick und Felix vorne.<br>
Nick durfte Felix zwar mitnehmen aber Felix durfte ihm nicht helfen, kein Wort durfte er sagen. Und los ging es. <br>Die Ladeklappe des Flugzeuges öffnete sich und sie flogen mit dem Schlitten in die Kälte hinaus. Zuerst kamen die Kurven, rechts, links, schräg, steil und einmal einen Purzelbaum. <br>Das alles war kein Problem und Rita vorne weg bekam richtig Spaß. <br>Dann kamen die Sturzflüge. Der Nikolaus zeigte auf ein Ziel und schnell rasten sie runter, z.B. zu dem Baum da unten. <br>Der Schlitten musste ganz knapp über den Baum fliegen und Nick musste ein Geschenkpaket genau auf die Krone werfen. Auch das klappte hervorragend. <br>Dann flogen sie eine Folge: Kurve, Steilflug nach oben, Sturzflug nach unten, Abwurf, scharfe Kurve und wieder hoch. Da wurde es Nick ganz flau im Magen. Dann kam der Flug durch den Nebel und das Schneegestöber aber Ritas glühende Nase leuchtete so rot, dass Nick keine Probleme hatte, den Weg zu finden.<br> Zum Abschluß mussten sie so schnell wie möglich fliegen und das Tempo eine viertel Stunde lang halten. Der Opa stoppte mit der Stopuhr die Zeit und der Nikolaus zählte die Kilometer. Achtung, fertig, los- ready, steady, go und ab ging die Post. Wie ein Blitz zischte der Schlitten über das Land und nach einer viertel Stunde waren sie wieder da wo sie losgeflogen waren. <br>Sie waren einmal um die ganze Welt geflogen. Das hatte Nick noch nie gemacht und er staunte nicht schlecht, wie schnell sein Schlitten wirklich war.<br><br>
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<strong>20.Dezember</strong><br>
Alles wird anders<br><br></p>
<p>Jetzt hatte Nick nach langem Üben und Lernen den Rentierschlittenführerschein. Eigentlich sollte er seinem Opa jetzt nur noch helfen, die Geschenke zu ordnen und auf den Schlitten zu laden und dann hätte er eine Pause machen können. Aber alles kam anders. <br>Opa Weihnachtsmann hatte sich auf dem Flug über den Nordpol wohl eine Erkältung eingefangen und der Fahrtwind beim letzten Teil der Prüfung, als Nick ganz schnell fliegen musste war wohl ein bisschen zu kalt gewesen. Der Opa wurde krank und lag mit Schnupfen und Gliederschmerzen im Bett. Selbst die Engel hatten kein Mittel gegen eine solch heftige Grippe. <br>„Hoffentlich werde ich bis Weihnachten wieder gesund,“ sagte er am nächsten Morgen zu Nick, „ es sind doch nur noch ein paar Tage“ <br>Jetzt musste Nick die Geschenke ohne Opa ordnen und auf den Schlitten laden. Zum Glück durfte Felix mithelfen und auch der Papa war am Nachmittag ein paar Stunden dabei. <br>Aber als Nick vor dem Geschenkeberg stand, der sich zum Verladen vor der Werkstatt auftürmte, da wurde ihm ganz schlecht. „Wie soll ich das bloß schaffen,“ murmelte er in seinen noch nicht gewachsenen Bart. Er seufzte und machte sich an die Arbeit aber schon nach einer Stunde war er fix und fertig und der Berg war noch genauso groß wie vorher. <br>Er setzte sich auf den Boden. „Puh,“ sagte Felix, &quot;das schaffen wir nie.“ <br>„Jetzt könnte ich Hilfe gut gebrauchen,“ gab Nick zu. <br>„Psst.“ Kam es da von der Seite. <br>„Was denn Felix ?“ fragte Nick. <br>„Ich hab doch gar nichts gesagt,“ war die Antwort von Felix.<br> „Psst,“ machte es da wieder und unter dem Schlitten krochen Leo und Kathi hervor.<br> „Wir könnten helfen,“ sagte Leo, „und Kathi hat auch eine Idee.“<br> „Ja, wenn wir immer ungefähr zehn Pakete in ein Netz packen und ein Seil dran machen, dann könnte Rita an dem Seil ziehen und wir steuern alles einfach auf den Schlitten. Dort müssen wir die Geschenke nur noch stapeln.“<br>
„Super Idee, ihr holt ein Netz,“ sagte Nick und war schon verschwunden, um Rita zu holen. <br>Jetzt arbeiteten sie zu fünft und mit einer super guten Idee. <br>Als die Zeit zum Abendessen kam, war der Berg schon viel kleiner geworden. Wenn sie morgen so weiter machen würden, dann wären schon übermorgen alle Geschenke auf dem Schlitten verstaut. Dachten sie. Aber als sie am nächsten Morgen wieder an die Arbeit gingen, war der Berg wieder genauso hoch wie vorher. In der Nacht waren noch mehr Geschenke dazugekommen.<br>
Da lief Nick ganz aufgeregt zu seinem Papa in die Werkstatt und fragte: <br>„Sag mal Papa, wie viele Geschenke kommen denn noch dazu, der Schlitten kann doch gar nicht so viele Geschenke transportieren.“ <br>„Lass mal sehen, sagte der Papa und nahm ein lange Liste in die Hand. „Also das Holzspielzeug kommt noch dazu und die Babysachen, aber das sind nicht mehr so viele. Wenn ich das hier richtig sehe sind heute Abend alle Geschenke fertig und stehen vor der Tür.“<br> „Ja, dann schaffen wir es ja vielleicht doch noch.“ Und Nick ging ein wenig beruhigt zurück zum Schlitten. <br>Und tatsächlich. Schon am Nachmittag wurden die letzten Geschenke aus der Werkstatt heraus getragen und als der Tag zu Ende ging war der Berg sogar noch etwas kleiner geworden. <br>Nick bedankte sich bei seinen Helfern und ging mit Felix nach Haus, um Opa zu berichten, dass sie es bestimmt rechtzeitig schaffen würden alle Geschenke auf den Schlitten zu laden.
Als er vor dem Bett vom Opa stand, da sank sein Mut allerdings wieder. Der Weihnachtsmann hatte hohes Fieber – über 40 Grad und konnte kaum noch sprechen, so heiser war er. <br>Wer weiß, ob er bis über über übermorgen wieder gesund werden konnte. <br>Und wenn nicht, was dann ? <br><br></p>
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<strong>21.Dezember</strong><br>
Die Fahrt beginnt<br><br></p>
<p>An diesem Tag schafften sie es tatsächlich alle Geschenke auf dem Schlitten zu verstauen. <br>Nicks Papa und auch der Opa waren mächtig stolz auf Nick und seine Freunde. Sie trafen sich in Opas Krankenzimmer. <br>Nicks Papa hatte die Karte mit der Reiseroute dabei und wollte sie mit dem Opa durchgehen. Aber der war so schwach und hustete dauernd, dass es klar auf der Hand lag, dass er dieses Jahr die Weihnachtstour nicht machen konnte. <br>„Es sieht wirklich so aus, als ob ich dieses Jahr nicht fahren kann,“ krächzte der Opa. <br>„Ja aber was machen wir denn jetzt,“ fragte Nick und schaute in die Runde. <br>Als Nick spürte, dass ihn alle anschauten wurde ihm plötzlich ganz anders. <br>„Wie, was,“ stammelte er, „das kann ich doch gar nicht..“ <br> „Nick,“ sagte da der Opa mit schwacher Stimme, „wenn du vielleicht schon heute losfährst ..<br>“ Ja, fügte sein Papa hinzu, „mit viel Reiseproviant und vielleicht mit ein bisschen Hilfe..“ <br>„Ja, ich fahr mit,“ rief Felix.<br> „Und ich auch,“ fielen Kathi und Leo gleichzeitig ein. Nick sah die strahlenden Gesichter um sich an, dann nahm er die Hand von seinem Opa und sagte. <br>„Tja, es sieht so aus als könnten wir es schaffen, was meinst du?“<br> „Wenn einer das schaffen kann, dann du,“ sagte der Weihnachtsmann und seine Stimme klang sehr zuversichtlich dabei. <br>„Na gut,“ Nick redete mit kraftvoller Stimme weiter, „dann mal los. Papa, trag du bitte auf der Karte die Route ein. Leo und Kathi, ihr kümmert euch um die Butterbrote und vergesst nicht etwas Obst und Wasser einzupacken. Felix und ich spannen die Rentiere ein und machen einen Futtersack für jedes Tier bereit. Sonst noch was ?“ <br>„Äh,“ fügte Papa hinzu, „ich hol dann auch noch die Wettervorhersage aus der Post, wahrscheinlich wird es heftig schneien.“<br> „Oje, aber das kriegen wir schon hin, Rita ist ja dabei“ <br>Also wurde alles geschmiert und hervor gekramt und gepackt und verstaut und sie mussten bis spät in die Nacht hinein die Sachen auf den Schlitten laden. <br>Als Rita, Felix und Nick dann endlich losfuhren, waren alle schon ganz schön müde. <br>Felix und Nick suchten mit dem Kompass und der Karte den Weg. Es schneite nämlich tatsächlich, als wäre Frau Holle heute ganz besonders gut gelaunt und wollte die ganze Welt in eine dicke weiße Schneedecke packen. <br>Und weil Felix Kartenlesen konnte wie sonst kaum jemand (außer Opa und Papa natürlich) waren sie bald auf dem richtigen Kurs. <br>Wie sie so durch die Nacht zischten, dick eingemummelt in flauschige warme Decken, mit warmem Tee und dem Gebimmel der Glocken am Geschirr der Rentiere, war das total gemütlich. Nick und Felix kuschelten sich aneinander und... vor Nicks Augen geschahen auf einmal merkwürdige Dinge: <br>ein Geschenk nach dem anderen erhob sich in die Luft, kreiste einmal um den Schlitten und trudelte dann langsam aber stetig nach unten. Zuerst die kleinen, die obenauf lagen, dann die größeren, in goldenem, blauem, rotem Papier und es war ein schöner Anblick in der dunklen Schneenacht und Nick sah sich das Schauspiel begeistert an. Und der Schlitten wurde immer leichter und leichter und sie flogen immer höher und höher und es wurde dunkler und dunkler...<br>
Plötzlich schreckte Nick auf und merkte, das er geschlafen hatte. Die Rentiere, Rita vorne weg trabten in ruhigem Tritt durch die Luft, aber dann spürte Nick, dass der Schlitten nicht gerade in der Luft lag. Er hatte eine kräftige Neigung nach links und als er sich umsah, war auch die ganze Ladefläche schief und die Geschenke rutschten, eins nach dem andern über die Kante und fielen hinab auf den Boden. <br>Der Schlitten war nur noch halb voll. Immer mehr Geschenke fielen herunter. Schnell legte Nick den Schlitten wieder gerade in die Luft, steuerte ihn zurück und auf den Boden. <br>„Leuchte Rita,“ rief er nach vorn und Rita Nase begann zu glühen wie ein Osterfeuer. Da sah er die Bescherung.
„So ein Mist,“ sagte Felix, „das schaffen wir nie, das alles wieder einzuladen.“ „Abwarten,“ sagte Nick, „wer weiß.“ <br><br>
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<strong>22. Dezember</strong><br>
Mit ein bisschen Hilfe<br><br></p>
<p>Tja, nun war doch was passiert. <br>Die meisten Geschenke waren vom Schlitten gerutscht und lagen unten auf der Erde im Schnee. Nur gut das es so doll geschneit hatte, so sind die Geschenke wenigsten weich gelandet. Rita und Nick waren beide völlig zerknirscht; Nick war eingeschlafen und Rita hatte auch nicht richtig aufgepasst. Und wie beide da so mutlos vor sich hinstarrten fasste Felix sich ein Herz: <br>„Na, Kopf hoch Ihr beiden, das kann doch mal passieren. Außerdem haben wir jetzt keine Zeit für Trübsalblaserei. Die Geschenke müssen wieder auf den Schlitten, oder glaubt Ihr, die Kinder wollen dieses Jahr nichts zu Weihnachten?“ <br>Da ging ein Ruck durch Rita und Nick und sie sahen sich tatendurstig um. <br>„O.K., O.K. O.K., wo fangen wir an?“ rief Nick. <br>„Wir fliegen den Weg zurück und sammeln die Geschenke wieder ein“ ertönte es gedämpft vom hinteren Ende des Schlittens. <br>Nick, Rita und Felix wären beinahe aus allen Wolken gefallen, so überrascht waren sie. Da krabbelten auch schon der kleine Murkel Leo und das Engelchen  Kathi unter den restlichen Geschenken hervor und grinsten von einer Backe zur anderen. <br>Die beiden hatten sich hinten auf dem Schlittern versteckt weil sie endlich auch mal raus wollten aus den Himmelswerkstätten. <br>„Was macht ihr denn hier?“<br>„Weiß das der Nikolaus?  Weiß Opa das?“, <br>„Habt Ihr mich erschreckt“ riefen Nick, Felix und Rita durcheinander aber Kati ließ sich auf gar keine Diskussion ein. <br>„Los, los, wir haben viel zu tun“ rief sie, und da hatte sie vollkommen recht. Rita führte die Rentiere und den Schlitten  also zum Erdboden und da lagen auch schon die ersten Pakete. Schnell sprangen alle vom Schlitten und sammelten die glitzernden Päckchen ein. <br>Auf einmal kamen von rechts, ein Stück ihres Weges zurück Pakete angeflogen und landeten im Schnee neben dem Schlitten. Erst merkten unsere Freunde das gar nicht, weil sie so mit Aufladen beschäftigt waren, bis ein Ruf durch die Nacht schallte:<br>“ Kopf runter, ich habe mich verworfen.“ <br>Nick duckte sich schnell weg und da schepperte auch schon ein Paket in den Schnee, wo er gerade noch gestanden hatte. Verwirrt spähte Nick in den dunklen Winterwald und da schimmerte blau eine kleine Gestalt zwischen den Bäumen durch. <br>Nick rief Rita, damit die mal in die Richtung leuchten konnte und da konnten sie weitere blaue Wesen im Wald entdecken. Die standen in einer lagen Reihe und warfen Weihnachtspäckchen von einem zum anderen, immer in Richtung Schlitten. <br>„Na los, weiter aufpacken“, rief wieder die Stimme von gerade und so beschlossen unsere Freunde sich erst nach der Arbeit mit diesem neuen Weihnachtswunder zu beschäftigen. <br>Immer schneller flogen nun die Geschenke heran und die vier hatten Mühe mit dem Verstauen auf dem Schlitten nachzukommen. Selbst Rita musste mit der Schnauze einige Geschenke zurechtrücken, sonst wären sie wieder runtergefallen. <br>„Großartig,“ sagte Nick, „wenn das in dem Tempo weitergeht, dann haben wir alle verlorenen Geschenke in einer halben Stunde wieder auf dem Schlitten.“<br> „Ist doch normal, hörten sie eine Stimme von der Vorderseite des Schlittens. Felix reckte den Hals und dann konnte er sehen, dass es Dancer gewesen war, der gesprochen hatte. <br>„Wieso normal ?“ rief er nach vorne. <br>„Wir sind doch im Schlumpfland. Schlumpfhausen ist nur ein paar Kilometer von hier entfernt,“ sagte Blitzen. <br>Und irgendwie merkte man in der Art wie die alten Rentiere sprachen, dass sie diese Fahrt schon öfter gemacht hatten. <br>„Ja und ?“ fragte Nick und hob eines der letzten Geschenke auf den Schlitten. <br>„Nichts und,“ kam da eine Stimme aus dem Wald, „wir sind Schlümpfe und wir helfen wo wir können. Und jemandem wie dir, der allen Kindern was Gutes bringt erst recht. Und nun spute dich, bald ist Weihnachten – Gute Fahrt.“ <br>Dann war die Stimme verschwunden. Als die fünf Freunde davonflogen sahen sie auf einer Bergkuppe viele kleine blaue Wichtel stehen und winken.<br><br>
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<strong>23 Dezember</strong><br>
Felix hilft<br><br></p>
<p>Nun waren sie glücklich wieder in der Luft und auf dem Weg. Allerdings hatten sie noch kein einziges Geschenk abgeliefert und im Moment war daran auch nicht zu denken. Alle fünf waren aber so was von müde nach der vielen Geschenkeaufpackerei, dass nach nur wenigen Minuten alle eingeschlafen waren. <br>Selbst Rita hatte sich neben Nick auf der Schlittenbank eingekuschelt und schlief tief und fest. <br>Nur die vier großen Rentiere liefen und hielten den Schlitten in der Luft. Sie waren auf dem Weg nach Afrika denn von dort aus sollte die Reise über Südamerika und Australien, nach Asien und Europa und zum Schluß nach Nordamerika gehen fast zweimal um die ganze Erde. <br>Über dem Mittelmeer zwischen Frankreich und Marokko kamen sie in eine unglaublich dichte Nebelwolke und Blitzen feuerte die anderen Rentiere an, damit sie möglichst schnell durch dieses Dickicht, in dem niemand etwas sehen konnte hindurchkamen. <br>Doch nach einiger Zeit, es müssen ein paar Stunden gewesen sein, wunderte er sich, dass sie immer noch in dieser trüben Brühe herum fuhren. Ohne Ritas rote Nase kämen sie hier nie wieder raus.<br> Wenn man nämlich nicht sehen kann wohin man geht oder fährt, kommt es irgendwie dazu, dass man im Kreis fährt und so kommt man ja nicht voran, egal wie schnell man fliegt. <br>„Rita,“ rief Blitzen deshalb nach hinten, „du musst uns helfen, du musst leuchten.“ <br>Rita erwachte und kletterte über die Rentiere nach vorne zu ihrem Platz. Als sie sich in ihrem Geschirr angeschnallt hatte brachte sie ihre Nase zum Leuchten. Aber auch ihr roter Schein konnte den Nebel nicht durchdringen. <br>Hinten auf dem Schlitten war Felix wach geworden als Rita nach vorne geklettert war. Jetzt richtete er sich auf und sah nach vorne. Gerade mal einen dünnen roten Punkt konnte er erkennen, sonst nichts, so dicht war der Nebel.<br> „Findet ihr nicht aus dem Nebel heraus?“ rief er nach vorn. <br>„Nein, er ist zu dicht. Wahrscheinlich fahren wir im Kreis.“ gab Rita zurück. <br>„Ich hab eine Idee, wartet auf mich.“<br> Felix tastete um sich herum, bis er die Karte gefunden hatte. Dann kletterte er über die Rentiere, bis er auf Ritas Rücken saß.<br> „Wo sind wir? Fragte er. <br>„Wahrscheinlich über dem Mittelneer,“ antwortete Rita. <br>Felix hielt die Karte vor Rits Nase. In dem roten Schein konnte er sehen, was auf der Karte stand. Dann klappte er das Mittelmeer auf und suchte. <br>„Hier,“ sagte er nach ein paar Minuten, „hier, der kleine Punkt, das sind wir.“ <br>Da sah Rita auf der Karte einen kleinen schwarzen Punkt und tatsächlich, der fuhr einen Kreis auf der Karte. Zum Glück hatte Felix Nick dabei geholfen, die Adressen auf der Karte einzutragen und so wusste er, dass es eine besondere Karte war. Du erinnerst dich sicher, die Zahlen, die Reihenfolge trug sich automatisch um. Und auch den Schlitten, der sich einer Adresse näherte, konnte man auf der Karte als kleinen schwarzen Punkt sehen. <br>„Wir müssen nach Süden fliegen,“ sagte Felix, „Afrika liegt im Süden. Und immer wenn der Schlitten in eine andere Richtung fliegt, können wir das auf der Karte sehen. Rita, du musst nur auf die Karte sehen und dafür sorgen, dass der kleine schwarze Punkt nach unten läuft – auf einer Karte ist Süden immer unten.&quot;<br> Rita tat, was Felix gesagt hatte und immer wenn der kleine Punkt von der Richtung abwich, konnte sie dies auf der Karte sehen und sogleich korrigieren. So dauerte es nur eine viertel Stunde und die Nebelwolke lichtete sich. Kaum konnten sie wieder richtig weit gucken, da sahen sie wie die Sonne im Westen unterging. <br>Jetzt war der 23. Dezember schon zu Ende und sie hatten gar keinen Vorsprung mehr. <br>Jetzt mussten sie alle Geschenke in der gleichen Zeit bei den Kindern vorbeibringen, die der Opa auch zur Verfügung hatte. Ob sie das schaffen konnten ? <br>Schnell weckte Felix die anderen und erzählte ihnen was passiert war. Jetzt hieß es handeln und zwar schnell.<br><br>
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<strong>24 Dezember</strong><br>
Der Weltrekord<br><br></p>
<p>Es war der Abend des 24. Dezember auf dem Weihnachtshof. Es war gerade dunkel geworden. <br>Der Weihnachtsmann lag im Bett und der Nikolaus schmückte ihren kleinen Weihnachtsbaum. <br>„Wie lang habe ich Weihnachten nicht mehr am Heiligabend gefeiert?&quot; fragte er mehr zu sich selbst. <br>„Ist doch klar,“ sagte der Nikolaus. „seit du Weihnachtsmann geworden bist. Seitdem bist du doch am Heiligabend immer unterwegs gewesen.. Genauso wie Nick jetzt unterwegs ist.“ <br>Dann zündete er die erste Kerze an und sagte: <br>„Bestimmt ist Nick jetzt schon auf dem Weg nach Europa und wird es auch schaffen alle Geschenke bis zum Morgengrauen bei den Kindern vorbei zu bringen.“ <br>In dem Moment hörten sie ein Glockenbimmeln, wie sie es nur von den Rentieren vor dem Schlitten kannten und plötzlich sahen sie den Schlitten im Hof landen. <br>„Au backe,“ sagte der Opa, „was ist den da passiert?“<br> „Hoffentlich nichts schlimmes,“ sagte der Nikolaus und ging hinaus in den Hof. <br>Da kamen ihm schon Nick und Leo und Kathi und Rita entgegen und strahlten über alle Backen. <br>„Wir haben den Weltrekord geschafft,“ sagte Nick voller Stolz. <br>„Das musst du unbedingt deinem Opa erzählen,“ sagte der Nikolaus und ließ sie alle in das Haus. <br>Erst redeten alle wild durcheinander und niemand konnte irgendetwas verstehen.<br> „Halt, Ho Ho,“ rief da der Opa und fragte wer am besten erzählen könne. <br>Alle guckten auf Felix und der ließ sich nicht lange bitten und erzählte alles, was wir auch schon wissen. Als er zu dem Punkt kam, wo über dem Mittelmeer die Sonne unterging, da wurde der Opa ungeduldig: <br>„Ja was habt ihr denn dann gemacht und wie seid ihr so schnell fertig geworden?“ <br>&quot;Ja,“ sagte da Felix, „das muß eigentlich am besten Nick erzählen.“ <br>Und Nick begann: „Ich weiß auch nicht wie ich darauf gekommen bin aber als alles so ausichtslos schien hab ich mich an die Worte vom Nikolaus erinnert. Er hatte damals gesagt, richtig gut sei man nur, wenn man in der Lage ist Hilfe anzunehmen und da uns die Schlümpfe ja schon einmal geholfen hatten bin ich zu ihnen zurück gefahren. Ich habe sie gefragt, ob sie uns helfen und als sie begeistert ja sagten, haben wir alle Geschenke mit den Nummern für Europa vom Schlitten geladen und sie haben sie dann an die Kinder verteilt.   <br>Als wir kurz vor Ende der Reise wieder in Europa vorbeikamen waren sie schon fertig und sie waren richtig begeistert, dass sie uns helfen konnten.<br>“ Aber,“ begann der Opa“ was war mit Afrika, Australien, Asien und Amerika, das war doch immer noch eine riesige Menge an Geschenken ?“<br> „Ja,&quot; sagte Nick, &quot;ich habe hier die beste Geschenkeverteilermannschaft, die man sich überhaupt denken kann. Felix ist der allerbeste Zielwerfer. <br>Er braucht gar nicht richtig hinzugucken und kann jedes beliebige Ziel vom Schlitten aus ohne Probleme treffen. Leo ist ein hervorragender Geschenkeangeber. Er hat Felix die Geschenke immer auf die Hand gelegt, damit er nur noch werfen brauchte. Und Kathi kann Geschenkelisten lesen, wie keine zweite. Sie flog mit den Augen die Zahlen entlang, sagte Leo wo das Ziel sein musste uns schon war sie beim nächsten Geschenk. Ich brauchte nur noch den Schlitten lenken und auf der Karte gucken, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren. <br>Und so konnte ich, sobald wir Afrika unter uns sahen Rita und den Rentieren sagen, dass sie doppeltes Tempo fliegen konnten. Die Geschenke spritzten nur so vom Schlitten herunter und immer trafen sie ihr Ziel ganz genau. So waren wir kreuz und quer durch Afrika geflogen ehe die Sonne wieder aufging. <br>Auf dem Weg nach Australien konnte ich sogar einen Abstecher über Indien und China machen. Kathi sortierte die Zahlen für Indien und China einfach in der umgekehrten Reihenfolge und so hatten wir als wir in Australien ankamen schon halb Asien geschafft. <br>Da wurde Felix der Arm schwer vom vielen schnellen werfen. Aber Rita hatte eine glänzende Idee. Wir flogen erst über den Pazifik nach Amerika und konnten uns so, bis auf die Rentiere alle ein wenig ausruhen. Erst  als wir Amerika hinter uns hatten fuhren wir nach Asien und hatten alle Geschenke vom Schlitten als es gerade dunkel wurde. <br>So schnell es ging liefen die Rentiere zurück zum Weihnachtshof, weil wir jetzt ja alle gemeinsam unser eigenes Weihnachtsfest feiern können.“<br>
„Aber ich hab doch gar kein Geschenk für Euch,“ sagte da der Opa Weihnachtsmann.<br> „Das macht gar nichts,“ sagten alle wie aus einem Mund,“<br> „Hauptsache wir sind alle gesund und munter zusammen,“ vollendete Rudolph den Satz, der gerade durch die Zimmertür hereintrottete. <br>Und da mussten alle vor Freude lachen und Nick und sein Opa hatten sogar eine Träne im Auge.<br>
Weltrekord im Zielwerfen , die schnellste Weihnachtsabendtour aller Zeiten und dazu waren alle gemeinsam zum ersten Mal am Heiligabend zu Hause. Das war einfach wunderbar.<br> „Ich glaube,“ sagte der alte Weihnachtsmann, &quot; wir haben einen neuen Weihnachtsmann, ab heute bist du Nick, mein Nachfolger.“ <br>„Ne, ne“ sagte da Nick, &quot;so einfach geht das nicht. Wenn schon dann sind wir alle das neue Weihnachtsmannteam.“ <br>Da riefen alle Hurra und schleuderten die Arme in die Luft und es wurde ein wunderschöner Heiligabend.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpegXXVIII.jpeg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=nick-der-weihnachtsmann</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=nick-der-weihnachtsmann</guid>
<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 06:35:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zanken]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250620_093324.jpg" alt="" /><br><br>
Zanken<br><br></p>
<p>Die Nerven liegen blank<br>
auf kleinsten Zwist folgt Zank,<br>
ein falsches Wort zur rechten Zeit<br>
und schon bist du im schönsten Streit<br>
verstrickt.<br>
Bedrückt<br>
ob all der Fahrenheit<br>
macht sich eitel Trauer breit<br>
die dich zu Depressionen führt,<br>
was hast du da nur angerührt.<br>
Dein Wort zählt nur als Antriebsriemen<br>
den andern wieder anzustreamen,<br>
kein Schritt gewichen<br>
kein Zoll zurück<br>
nichts wird beglichen<br>
kein winzig Glück.<br>
Alles bleibt unerbittlich steh´n<br>
bis einer verzeiht<br>
doch was gesche´n ist ist gescheh´n<br>
zanken entzweit.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zanken</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zanken</guid>
<pubDate>Tue, 18 Nov 2025 11:06:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Bank]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/die_bank_2.jpg" alt="" />
<br><br></p>
<p>Die Sonne im Rücken <br>
beschattet ein Maulbeerbaum <br><br></p>
<p><strong>Die Bank</strong><br><br></p>
<p>Vor ihr fällt der Berg ab <br>
bis zum Meer<br>
einmal noch sieht man unterhalb<br>
eine sonnengegerbte Wiese<br>
darauf stehen 3 Esel<br>
sie fressen vom gelbtrockenen Gras,<br>
genießen den Blick<br>
dann sieht man noch <br>
ganz unten<br>
Felsen<br>
die sich brandungsumspült ins Meer ergießen<br>
danach die Bucht,<br>
die links<br>
in einem hellsandigen Strand mündet<br>
über dem erhaben die Berge wachen.<br><br></p>
<p>Die Landzunge gegenüber<br>
an deren Spitze ein Leuchtfeuerturm<br>
seit langer Zeit der Arbeit bar<br>
auf mehr als nur Touristen wartet<br>
dahinter Wasser im Dunst<br>
Horizont<br>
und über allem der Himmel.<br><br></p>
<p>Wenn die Sonne in ein paar Stunden<br>
das alles in Rot, Gelb und Lila taucht<br>
kommt keiner mehr her<br>
der achtlos an der Bank vorübergeht.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-bank</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-bank</guid>
<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 08:34:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sinngedicht]]></title>
<description><![CDATA[ <p><strong>Toleranzgrenze überschritten</strong><br><br></p>
<p>Das Sinngedicht, das Sinngedicht,<br>
hält heute nicht was es verspricht,<br>
drischt längst entleerte Phrasen,<br>
mit Reimen, die am Knochen aasen<br>
und ist so hohl<br>
wie Herbert Kohl.<br>
Es nutz gar diesen alten Witz zum Spaßen<br>
kein Wunder, daß wir es vergaßen.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sinngedicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sinngedicht</guid>
<pubDate>Tue, 04 Nov 2025 07:53:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Menschen die Theater spielen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/R2D1.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Menschen die Theater spielen</strong><br><br></p>
<p>brauchen Zugang zu<br>
rätseln oft auch an<br>
kennen aus sich mit <br>
arbeiten an und mit<br><br>
Gefühlen<br><br></p>
<p>Uuh und oh! Und äi und Hä?<br>
Boh und ui und nä nä nä<br><br></p>
<p>wissen wie man blöde spielt und Nette<br>
vielfältig groß ist die Palette<br><br></p>
<p>können ängstlich sein und forsch<br>
könn´sich vorstell´n wie so´n Dorsch<br>
Enttäuschung lebt, vor Liebe glimmt,<br>
Freude spürt, selbst wenn´s nicht stimmt<br><br>.</p>
<p>Kennen Skepsis zur eigenen Brut<br>
wissen wie gut Wut oft tut<br><br></p>
<p>können ander Fühl´n empfinden<br>
wissen wie sich fühlt Verschwinden<br><br></p>
<p>ham erlebt wie krass der Hass<br>
auch am eignen Selbstbild rüttelt<br>
wissen wie man Unmut, Brass<br>
irnswie aus dem Ärmel schüttelt<br><br></p>
<p>von der Bühne legitimiert<br>
wissen´s wie wer ist der giert<br><br></p>
<p>kennen Helden, kennen Krampen<br>
manche sind auch Rampenschlampen,<br>
Diven oder Rampensäue<br>
voller Witz und Bauernschläue<br><br></p>
<p>manche aber auch sind,<br>
einfach schade,<br>
irgendwie fade.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=menschen-die-theater-spielen</link>
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<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 07:43:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[na, rate]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/guckste_2.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Na, rate !</strong><br><br></p>
<p>Was ist das für ´ne Pflanze<br>
die da in grünem Glanze<br>
gen Himmel sprießt und treibt,<br>
an deren dicht Gezweige<br>
wo die Blättter gehn zur Neige<br>
so manche Knolle hängenbleibt ?<br><br></p>
<p>Was ist das für ´ne Pflanze<br>
an der sich keine Wanze<br>
und keine Schnecke labt<br>
und überhaut kein Tiere<br>
mit seiner Schleimspurschliere<br>
da am Ort durchs Leben trabt ?<br><br></p>
<p>Was ist das für ´ne Pflanze<br>
die da geht auf´s Ganze<br>
wo die Knollen saftig prall und grün<br>
sich in Reifesnöten<br>
langsam, langsam röten<br>
wenn oben noch die Blüten blüh´n ?<br><br></p>
<p>Was für ´ne Romanze<br>
mit der Pflanze<br>
ihrem Lebenslauf !<br>
So,  jetzt rate<br>
ich dagegen löse auf:<br><br></p>
<p>Tomate</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=na-rate</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=na-rate</guid>
<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 06:37:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lieber gott]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240503_235.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Neulich als ich gott mal traf    oder    Flehentliche Betrachtung</strong><br><br></p>
<p>Lieber gott         <br>
Ich reime das hier jetzt für dich<br>
damit´s nicht wird zu fürchterlich,<br>
denn wenn gereimt, wird´s ab und zu<br>
auch mal niedlich, hör gut zu.<br><br>
Lieber gott<br>
jetzt mal im Ernst,    mal ganz unter uns....<br><br><br />
Wann zeigst du uns was in dir steckt,<br>   bist du wirklich so unperfekt ?<br>
Das mit der Allmacht war ja wohl ein fake<br>
oder warst du nur nicht ganz awake -<br>
Was hast du dir dabei gedacht,<br>  als du die Welt mit Menschen gemacht ?<br>
das war doch klar, daß das nicht geht,<br> auch wenn es in der Bibel steht.<br>
Den Menschen nanntest du der Schöpfung Krone,<br>   bedachtest dabei nicht die Bohne,<br>   was du der Welt hast angetan<br> mit deinem Spruch, &quot;mach sie dir Untertan&quot;.    <br>Und Eva machtest du aus Adams Rippe,    <br>daß dieser bald riskiert ne dicke Lippe,    <br>und sich erhob über das andere Geschlecht   ,   <br>dafür wird heute noch allseits geblecht.<br><br />
Und statt sie dann auf den richtigen Weg zu führen,<br> ließest du sie deinen Zorn nur spüren.<br><br />
Denk mal daran, wie äußerst fies,<br>
du da geschlossen hast das Paradies<br>
und aufgegeben hast den funktionierden Garten.<br>
Warum nur konntest du damit nicht warten. ?<br>
Nur weil Adam ´nen Apfel aß<br>
und neben Eva ´ne Schlange saß,<br>
oder vielmehr sich neben Eva schlängelte,<br>
worauf der Herr dann gängelte<br>
sein auserwähltes Paar<br>
und aus dem Garten vertrieb,<br>
das ist doch wohl nicht wahr,<br>
nein, das war kein bißchen lieb.<br><br />
All das erinnert doch nach aller Logik<br>
an bitterschwarze Pädagogik.<br><br></p>
<p>Und schon ein paar Jahre später<br>
wurdest du wieder zum ÜbelTäter.<br>
Wolltest reparieren deine ERschöpfung,<br>
zieltest wohl auf eine bessere Knöpfung,<br>
hast ordentlich ins Horn getutet <br>
und die ganze Welt geflutet.<br>
Daß dabei ein ausgemachter Laie<br>
wählte aus der Überlebenden Reihe<br>
sei da nur nebenbei bemerkt,<br>
das hat die Menschen auch nicht grad gestärkt.<br>
Ne, ganz im Ernst, die Ausrottung der ganzen Menschlichkeit<br> war wirklich kein Akt der Bescheidenheit.<br>
Für was du damit zum Vorbild geworden,<br>
das bringt die Gedanken zum überborden<br> – reimt sich etwa deshalb Noah auf Shoah ?<br><br></p>
<p>Und weiter malträtiertest du mit sattesten Strafen,<br>
die allesamt den Punkt nicht trafen.<br>
In Babel kamen die Menschen zwar unblutig davon,<br>
doch der Preis dafür war polyglotton<br>
und verhinderte die weitere Verständigung,<br>
für den Krieg nicht wirklich eine Bändigung.<br>
In Sodom oder Gomorrah,<br>
als wärs ne Blaupause für die Camorra,<br>
wütetest du wieder statt in Gedanken zu verweilen<br>
und all die Unbill einfach zu heilen.<br>
Lot musste seine Töchter bespringen,<br>
um die Menschheit über die Runden zu bringen.<br>
Du bliebst also weiter bei deinem Rezept<br>
als gäbe es kein andres Konzept.<br>
Prächtig allmächtig.<br><br></p>
<p>Ja, ja, mit der Zeit wähltest du auch andere Mittel <br>
die Menschen zu zähmen, hier kommt das nächste Kapitel,<br>
die nächste Anekdote:<br>
als nächstes verordnetest du Gebote.<br>
Die Menschen machten mal wieder in deinen Augen <br>
viel Quatsch und schienen dir nichts zu taugen. <br>
Sie erkoren den Mammon, das goldene Kalb <br>
zu ihrem Allvater und so deshalb, <br>
mit wenig Gedanken und viel aus dem Bauch, <br>
machtest du von Regeln Gebrauch. <br>
Am Rande des heillosen Getoses<br>
erschrecktest du den armen Moses <br>
und drücktest ihm die Tafeln in die Hand<br>
verändertest damit das ganze Land.<br>
Endlich Ehrfurcht sollten sie dir zollen,<br>
den Regeln folgen und sonst nichts wollen.<br>
Und die Menschen fanden sich sogar<br>
darin ein und machten wahr, <br>
was du dir damit vorgestellt,<br>
sie regelten bald alles in der Welt. <br>
Vom Ehekontrakt <br>
übern Zeugunsakt <br>
vom Leben gestalten<br>
oder Rat abhalten.<br>
Für alles Gute, Schöne, Wahre, <br>
von der Wiege bis zur Bahre<br>
machten sie Auflagen, Gesetze, Statut um Statut<br>
und das Leben wurd´ schwerer aber nicht gut. <br><br></p>
<p>Das war dir dann auch nicht wirklich geheuer, <br>
doch guter Rat war dir zu teuer.<br>
Wieder ändertest du die Strategie,<br>
doch dachtest du wieder nicht zu Ende wie <br>
uns die Geschichte zeigt,<br>
auch das nächste Kapitel hast du vergeigt.
<br>
Säßest du mir jetzt gegenüber würdest du wahrscheinlich sagen: &quot;Moment,<br>
hast du Dummkopf die Geschichte vollkommen verpennt ?<br>
Alles was du hier aufgetischt<br>
ist schon leidlich arg vermischt<br>
und dazu aus dem alten Testament.<br>
Ist dir etwa verborgen geblieben,<br>
daß sich das Neue dreht ums Lieben.<br>
Ich hab ihn verlassen den Welten Thron,<br>
um euch zu schenken den eigenen Sohn.<br>
Denk nur an den Schmerz <br>
der damit verbunden<br>
seitdem ist mein Herz<br>
reichlich voll Schrunden.<br>
Du weißt schon die Lilien auf dem Felde, jedes Ding hat seine Zeit<br>
die Jünger, die Bergpredigt, all diese Menschlichkeit.<br>
Die Vergebung der Sünden hab ich euch vermacht....&quot;<br><br></p>
<p>Ja Ja,<br>
sag ich da<br>
aber hat uns das ein friedlicheres Leben gebracht ?<br>
Ich fall dir ins Wort, das mal bei dir war<br>
damals hieß es noch immerdar.<br>
Es tut mir leid aber ich muß das jetzt sagen,<br>
dir zu glauben liegt zu schwer im Magen.<br>
Du sandtest den Sohn und ließest ihn allein,<br>
kaum war er gezeugt, schon musst er bereun,<br>
daß er der deine war<br>
spürte es an Haut und Haar.<br>
Ärmlich verortet<br>
voll unsupported<br>
musste er zu sich und zu dir finden<br>
und lernte kaum mehr als sich zu schinden.<br>
Weißt du welch Leid du ihm als sein Vater<br>
aufhalsestest mit deinem Gemater, <br>
konntest es wohl einfach nicht lassen<br>
es macht eher den Eindruck als würdst du ihn hassen.<br>
Du versprachst ihm wie uns im Tod das ewige Leben<br>
als würd es das Leben auf Erden nicht geben.<br>
Schmerzen und Trauer sollen uns läutern<br>
sorry, da fang ich an zu meutern.<br>
Du hast die Sünde in die Welt erfunden,<br>
die Seelen der Menschen arg geschunden<br>
und bietest hernach Erlösung uns an<br>
mit Auflagen, Strafen, allem Drum Und Dran.<br>
Und irgendwie ist es ganz schon putzig<br>
die Hände machst du dir selbst nicht mehr schmutzig.<br>
Hast du diesen voll fiesen Effekt<br>
absichtlich selber ausgeheckt ?<br><br>
Dein war das Strafen und Vernichten jetzt nicht mehr<br>
du sandtest stattdessen ein ganzes Heer<br>
von Regeln und Richtern und Vollstreckern<br>
da brauchtest du selber nicht mehr zu meckern,<br>
überließest das deinen Stellvertretern<br>
den bedingungslos selbstgerechten Gottesanbetern.<br>
Das Strafen, das Foltern, ja gar das Morden<br>
was ist bloß aus deiner Herrlichkeit geworden.<br><br>
Lieber gott, mal ganz unter uns, jetzt mal im Ernst,<br><br />
wann kommt die Zeit, daß du es lernst<br>
und dich entscheidest für die richtige Seite<br>
dein täglich Brot verteilst an die richtigen Leute,<br>
rigoros, <br>
bedingungslos<br>
für das Leben im Hier und Jetzt<br>
vielleicht wird dann doch noch zu guter Letzt<br>
was gutes draus, <br>
Erlösung für alle<br>
komm, schlag ein<br>
gib mir die Kralle.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=lieber-gott</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=lieber-gott</guid>
<pubDate>Tue, 14 Oct 2025 06:37:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Abgesang ?]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Abgesang.jpg" alt="" />
<strong>Abgesang ?</strong><br><br>
Erst wenn die Frau<br>
die gleiche Liederlichkeit<br>
die gleiche Lächerlichkeit<br>
die gleiche Lasterhaftigkeit<br>
die gleiche Verlogenheit, <br>
die gleiche Verruchtheit,  <br>
die gleiche Verrohung, <br>
die gleiche Verderbtheit, <br>
die gleiche Untreue, <br>
die gleiche Gier, <br>
verkörpert,<br>
mit der die Herren sich schmücken<br>
als wären es Insignien der <br>Vollkommenheit<br>
erst wenn die Frau<br>
sich diesen Gockelsockel erobert hat<br>
erst wenn sie darauf so selbstverständlich thront<br>
wie die Herren es seit Jahrtausenden tun<br>
erst dann...<br>....ach was weiß ich</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=abgesang-</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=abgesang-</guid>
<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 06:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Liebe, immer wieder]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220623_185025%280%29.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Liebe, immer wieder</strong><br><br></p>
<p>Zack, da hats dich das Gefühl.<br>
Fern von Absicht, von Kalkül<br>
strebst du zueinander hin <br>
sinnst nach Nähe statt Gewinn.<br>
Wohlig wühlts in den Gedärmen<br>
schon das Antlitz der Geliebten<br> reizt zum Schwärmen.<br><br></p>
<p>Plötzlich tust du wirre Dinge<br>
als ob es dir ums Ganze ginge<br>
scheust nicht die schrägste Konsequenz<br>
wünschst inniglich intime Audienz.<br><br></p>
<p>Suchst nach deutlichen Fingerzeigen<br>
Langes Sprechen, langes Schweigen<br>
malst das Wolkenkuckuckshaus<br>
denkst dir Zauberworte aus<br><br></p>
<p>Körpernähe, Atemlüfte,<br>
Streichelstege über Klüfte<br>
warme, zarte, pricklend Reibung<br>
ohne jede Übertreibung<br>
Küsse, sanft, prall, satt und heftig<br>
sachte Leidenschaft, schonungslos deftig<br><br></p>
<p>Hörst dein Herze lautlos Pochen.<br>
all das trägt dich über Wochen<br>
hin und weg und weg und hin <br>
voll von, ohne Eigensinn.<br><br></p>
<p>Früher oder später, zirka ungefähr<br>
fühlst du das Gefühl nicht mehr<br>
so sehr<br>
vielmehr<br>
suchst du es zu halten<br>
es planvoll zu verwalten.<br>
Dennoch kommt es dir abhanden<br>
du löst die Schlingen die es banden<br>
baust vielleicht ein ander Haus<br>
machst was längerfristges draus. <br><br></p>
<p>hast du dich aber hastig abgekühlt<br>
bist du schon wieder aufgewühlt<br>
ob dem Weh das du entfacht<br>
nach der langen Liebesnacht.<br></p>
<p>Lass dir sagen niemand hasst dich, <br>
warst du ehrlich - fass dich.<br>
Nimm den nächsten LiebesBus<br>
genieße ihn, den nächsten Kuß.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=liebe-immer-wieder</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=liebe-immer-wieder</guid>
<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 09:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Trüffelschwein]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20190921_172419.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Trüffelschwein</strong><br><br></p>
<p>Es war einmal ein Trüffelschwein<br>
das fing sich einen Rüffel ein<br>
als eines Tag´s am Waldesrand<br>
es keine Trüffelpilze fand<br><br></p>
<p>Der Trüffelschweinbesitzer war pikiert<br>
und hat sein Schwein mit Schimpf traktiert<br>
konnt seine Griffel nicht bei sich halten<br>
und orhfeigte das Schwein ganz wie die Alten<br>
worauf das Trüffelschwein dann trotzte<br>
und auf den Trüffelschweinbesitzer kotzte.<br><br></p>
<p>Der Eigner war ob dieser Antwort<br>
noch mehr erbost und auch bald fort<br>
Man hörte, dass er statt mit Trüffelpilzen<br>
fortan handelte mit Büffelsülzen.<br>
Doch das nur nebenbei<br>
hier kommt die eigentliche Schweinerei.<br></p>
<p>Das Trüffelschwein bar jeder Pflichten<br>
begann sich anders einzurichten.<br></p>
<p>Es schnüffelte<br>
nach dem was müffelte<br>
und fand heraus, dass Trüffeldüfte<br>
in seiner Nase Sinnesklüfte<br>
nur ein ganz kleines Dufterleben<br>
beim Schnüffeln in der Luft ergeben.<br><br></p>
<p>Bei vielen anderen schönen Düften<br>
begann sich tieferer Sinn zu stiften,<br>
Z.B. die Rosen<br>
begannen zu tosen<br>
in seiner Nase Kluft<br>
und auch die Anemonen,<br>
gespickt mit Pheromonen,<br>
betörten es mit ihrem Duft.<br><br></p>
<p>Das Trüffelschwein ob dieser Flut<br>
von schönen Düften,<br>
macht einen Plan und fasst den Mut,<br>
es lässt sich komplett liften.<br><br></p>
<p>Schmal an den Hüften<br>
mit Flügeln auf dem Rücken<br>
tat es sich beglücken.<br>
Es hebt sich in die Lüften,<br>
geht stiften,<br>
beginnt arg abzudriften<br>
knabbert, nagt an Kniften<br>
verschmäht Lifte und Gifte<br>
spitzt Stifte<br>
ob wer dies schrieb wohl kiffte ?<br><br></p>
<p>Egal<br>
aus unserm abgedrehten Trüffelschwein <br>
ward ein veritables Schnüffelschwein,<br>
Berufswunsch Parfumeur<br>
da macht das Trüffelschwein was her.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-trüffelschwein</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-trüffelschwein</guid>
<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 08:18:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Becher]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20200810_174430.jpg" alt="" /><br><br>
Lieber Norbert<br><br></p>
<p>Ich will das schon lange und muß das jetzt<br> mal endlich sagen und auch etwas ausführlicher.<br>
Schließlich haben wir auch in dem InterviewGespräch in deinem Garten im vorletzten Sommer<br>
(man ist das lange her und ist dazwischen viel passiert)<br> darüber gesprochen, was
dein wie auch immer<br> künstlerisches, kreatives Tun bei den anderen und in der Welt für Wirkung zeigt.<br> Es ist nun einmal so:<br>
Jeden Tag, beinahe, denke ich an Dich.<br>
Und jedemal ist es anders, geht um etwas anderes von dem, was ich über dich weiß.<br>
Manchmal ist es kurz und unergiebig, <br>manchmal aber auch weiter und tiefgreifender.<br>
Aber jedesmal ist es auch<br> mit großer Freude, Mitgefühl und Sympathie verbunden.<br>
Wie das kommt ?<br>
Nun, ich habe ein Ritual, mit dem ich meine Tage beginne,<br> soweit das möglich ist jedenfalls.<br>
Ich nehme einen Becher Kaffe mit auf den Balkon,<br> den ich beim Rauchen mit Genuss austrinke.<br>
Dabei schaue ich mir das Drumherum an,<br><br></p>
<p>Der Tag erwacht<br><br></p>
<p>herbstfeuchte Luft duftet<br>
den Sommer im Rücken<br>
noch voll im Saft<br><br></p>
<p>Schleierwolken driften wetterwärts<br>
das kommende Licht der Sonne<br>
liegt schon auf den Baumspitzen<br>
und den Dächern der hohen Bauten<br><br></p>
<p>die Stadt rauscht kaum hörbar<br>
neben der Stille des frühen Tages<br> tirrilieren<br>
ein paar wenige Singvögel<br>
dem Leben entgegen<br><br> </p>
<p>das FlappFlapp der haltsuchenden <br>Tauben
dazwischen<br>
weiter oben scannt ein Sperber den Grund<br>
nach einem späten Frühstück<br><br></p>
<p>darüber ziehen Flugzeuge<br>
auf ihrer planvoll kontrollierten Route<br>
und zeichnen für kurze Zeit<br>
ihre Kondensstreifen an den Himmel<br><br></p>
<p>ein Spinnwebfaden tanzt<br>
daran ein Staubkorn<br>
in der lindbewegten Brise<br><br></p>
<p>das Grün von Gras<br>
und Busch und Bäumen<br>
bietet perfekten Grund<br>
für das Strahlen der letzten<br> Sonnenblumen<br><br></p>
<p>Jetzt steigt das Licht<br>
die miniermottengebräunten Blätter<br>
der kranken Kastanie,<br>
steigt die kahlen Giebel der Häuser herab<br><br></p>
<p>der rötliche Schimmer verblasst,<br>
wird glühbirnengelb<br>
diffuse Linien<br>
verdichten sich zu klaren Grenzen<br><br></p>
<p>Die Stille weicht mehr und mehr zurück,<br>
die Nachbarn gehen raus aus dem Haus,<br>
beginnen den Lauf der Dinge<br><br></p>
<p>der Tag erwacht<br><br><br></p>
<p>schreibe das ein oder andere auf,<br> vergewissere mich, was an dem Tag<br> passieren soll, gehe ins Netz und gucke<br> dort auch nach dem Wetter und und und.<br>
Das kann schon mal ne Zeit und auch nen zweiten Kaffee dauern.<br>
Aber auch über den Tag über habe ich<br> einen recht großen Verbrauch an Kaffee.<br>
Und immer trinke ich ihn aus dem Becher,<br> den du gedreht, gebrannt, glasiert und dann verschenkt hast.<br>
Allein die Art wie er beschaffen ist, na klar tönern,<br> in braunbeigeoranggegelbweißenTönen,<br> mit dunkleren Punkten gespickt, <br>mit kleinen Dellen in der sichtbar gewollten, schlichten Struktur<br> und ob derer mit keinem Siegel am Boden versehen – allein<br> sein Erscheinungsbild zeichnet eine unverwechselbare Einmaligkeit, <br>einen Ausdruck der ganzen Becherwerdung <br>vom Erdklumpen zum Behältnis zum Schmuckstück. <br>Durch Kunst – könnerhaftes, naturbezogenes Handwerk.<br>
Da erscheint mir dein Bild oft vor Augen.<br> Erinnerungen an Gespräche, WanderSpaziergänge, Doppelkopfrunden<br> und den Gedanken dahinter tauchen auf.<br> Deine/Eure Familie hier und im Wendland<br> – die Nöte, Freuden, Sorgen damit. <br>Deine Arbeit gestern und heute, <br>die Töpferei, das Drehen, das Anheizen, das Brennen, der Moment des Ofenöffnens, die Auseinandersetzung mit dem Material, den Farben, Zutaten, handwerklichen Notwendigkeiten.<br> Ansichten und Haltungen über die mannigfaltige Welt in der wir uns bewegen......<br>
Wie gesagt, manchmal sind es nur Momente,<br> Blitzlichter, die sich über den Becher im Kopf des Kaffeezechers breit machen.<br> Oft sind andere Themen schnell dabei, <br>den Kopf in andere Spähren zu entführen.<br> Aber da ist es jeden Tag - der Becher spricht.<br>
Wollte ich nur mal kurz sagen, <br>wie das ist mit dem Becher, <br>den du vielleicht schon komplett aus dem Bewustsein gestrichen hast, <br>weil so viel anderes an Werkstücken<br> und Zielen und Notwendigkeiten das überlagern.<br><br>
Ganz liebe Grüße<br>
auch an die Liebste<br>
den Garten<br>
und alles<br><br></p>
<p>Thos</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-becher</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-becher</guid>
<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 06:18:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hin zu dir]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220605_080443.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Hin hin zu dir</strong><br><br></p>
<p>Voll voll der Zug<br>
= Enge, kein Platz<br>
jedenfalls nicht genug<br>
fast schon ´ne Hatz.<br>
Habe ich tatsächlich einen Sitz<br>
sind die drauf ganz spitz<br>
die, die da da  vor mir steh´n,<br>
sich um sich und andre dreh´n<br>
und ich hab vor der stoffbedeckten Nase<br>
Jogginghosen, Gürtelschnallen, Körpergase.<br>
Ich wär ja auch nicht hier<br>
gäb´s einen andern Zug zu dir<br>
oder nicht nur diesen einen<br>
z.B., die, die auf den Fahrplänen erscheinen,<br>
die alle ausgefallen sind aus Mangel,<br>
darum ja gibt es dies Gerangel.<br>
So halten wir uns gegenseitig aus, die Zeit <br>
die uns die Bahn hier aufgereiht.<br>
Am Zielbahnof bin ich schon froh<br>
doch allerliebstens wär ich irgendwo<br>
vor allem hier raus<br>
am Besten zu Haus.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hin-zu-dir</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hin-zu-dir</guid>
<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 06:16:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Theater muß wie Fußball sein]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/rezitation.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Theater muß wie Fußball sein</strong><br><br></p>
<p>theater muß wie fußball sein<br>
so sprach der alte brecht<br>
wie kann das geh´n, und obendrein,<br>
wie werd ich dem gerecht ?<br><br></p>
<p>Ticki Tacki Fußball wäre dann Ticki Tacki Theater.<br>
Man spielte sich die Bälle auf der Bühne zu, passgenau zum nächsten Höhepunkt, zur nächsten Pointe, Steilvorlagen für den nächsten Text.<br>
Angriffe abwehren hieße dann Fragen klären, undurchsichtige Facetten der Figur, der Handlung transparent und sichtbar machen. <br>
Angriffe fahren ließe dem Publikum dann kaum einen anderen Weg lassen, als einzutauchen in das Geschehen, sich eine Figur auszusuchen, mit der gemeinsam erlebt werden will. <br>
Das Umschaltspiel würde Lachen und Weinen anhand brillianter Spielzüge vor das Publikum bringen. Die Zuschauer würden mitfiebern, die Spieler antreiben, teilhaben und mit ihrer Aufmerksamkeit das Ensemble anfeuern; sie würden die Taktik des Spiels durchschauen und sich über Pass- und Laufwege, Alleingänge, vollzogene und vollendete Kombinationen, über Außreißer, Tempowechsel, überraschende Wendungen, rasante Wortdribblings, über Bewegung im Spiel freuen und am nächsten Tag noch über Winkelzüge, Positionen, Abschlüsse, vertane Chancen und die Einstellung des Ensembles diskutieren – so wäre das.<br><br></p>
<p>Ein Versuch<br><br>
Guten Abend liebe Zuhörer zu unserer Direktübertragung aus dem Schillertheater. Die Ränge sind prall gefüllt, die Ultras haben schon vor Spielbeginn die mitgebrachten Feuerzeuge sangesgewaltig entleert. Parkett, Rang und auch der Olymp bersten vor Spannung und Vorfreude, überall halten die Dauerkartenbesitzer ihre Programme in die Höhe und auch die Claqueure haben durch gezieltes Raunen, Räuspern und Murmeln ihre Bereitschaftz zu einem großen Abend bereits verkündet.<br>
Das hochkarätige Ensemble ist bis in die Haarspitzen motiviert, grad noch hat mir der MeisterRegisseur versichert, das die bestmögliche Vorbereitung der Spieler und Spielerinnen mit dem Abstecher nach Weimar letzten Sonntag einen würdigen Abschluß genommen hat. Standing Ovations am Sonntagabend im Nationaltheater geben davon ein beredtes Zeugnis. <br>
Und überhaupt, seit Reginald Reihert die Intendanz übernommen hat und mit Peter Schwamm und Dounja Dünster zwei der renommiertesten Spielleiter der Republik wieder zurück nach Berlin geholt hat, ist das Haus, ebenso wie das Ensemble auf den Kopf gestellt. Bis in die kleinste Rolle hinein präsentieren sich die Mitglieder des Ensembles als zuverlässige Teamspieler, was sie hier und heute anhand der Neuinszenierung des Hamlet unter Beweis stellen wollen.<br> Allein schon die Aufstellung ist bahnbrechend. Hamlet ist mit nicht weniger als 15 Spielern und Spielerinnen besetzt und Ophelia wird durch den Männerchor der Opernsparte gegeben. Wir dürfen zurecht besonderes erwarten.<br>
Da, jetzt nimmt der Souffleur seinen Platz in der Kabine an der Bühnenkante ein, der hat sich ja schon in Weimar als taktisch blitzsaubere Einwechslung erwiesen und außerdem darf man gespannt sein wen Reihert heute alles als Joker auf der Bank hat. <br>In der Vorbereitung glänzte z.B. Adrian Wettach mit einer astreinen Minettikopie und ließ damit den unlängst zum Münchener Prinz Regent Theater gewechselten Christoph Waltz nahezu vergessen. Wie gesagt, wir dürfen besonderes erwarten,<br>
Jetzt ist Bewegung hinter dem Vorhang auszumachen, die SpielerInnen nehmen ihre Positionen ein und gleich stellt sich die erste Frage: wird sich der Vorhang heben, wird er sich öffnen, beidseitig, einseitig oder fällt er einfach zu Boden und bildet gleichsam den Untergrund für den Beginn des Spiels – das Licht dimmt sich herab, die Helligkeit verglimmt, die Augen versagen ihren Dienst in dem Bemühen, dem Restlicht noch Inhalt zu entreißen. Jetzt nimmt die Dunkelheit uns alle ein, die dahinterliegende Stille ist spürbar und absolut eindrucksvoll.<br> Noch ist nichts zu sehen, doch schon erklimmen die noch kaum hörbaren aber doch schon forschen Schritte Bernados und Franziskus  akustisch prägnant das Podest. Ist das nicht ein Leiser Lichtschimmer dort am Horizont ? Noch ist der Vorhang nicht gefallen – oder doch ?<br> Was ist das, lautlos hat sich das Bühnenrund geöffnet, gänzlich unbemerkt von unserer Wahrnehmung hat sich in dem Nichts der lautlosen Dunkelheit das Schloss zu Helsingör auf der Bühne Gestalt verschafft, dessen Konturen jetzt in der aufkommenden Dämmerung wie in Zeitlupe zu erahnen sind – ein raffinierter Spielzug, ein durchsichtiger zwar, aber jetzt sind wir bereit für das Erscheinen des Geistes, jetzt glauben wir jedweder erdachten Erscheinungsform, jetzt ist die Anfangsphase des Spiels gewonnen. <br>Nein, was ist das,  aber... aber das darf doch nicht wahr sein – <br>die Nebelmaschine röhrt ihr Zischen in die Dämmerung, ja ja und schon quellen die ersten weißen Schwaden hinter dem fein ziselierten Mauerwerk der Pappmaschee Zinnen hervor – <br>das ist eine Beleidigung der Theaterseele, ein derartiger Affront, daß dahinter nur eine gewollte Provokation zu vermuten ist, was sonst könnte der Grund für solchen Diletantismus sein – hörbarer Nebel, in einem solchen, nahezu großartigen Moment – <br>soll das etwa ein Wink an Haus, Stadt und Land sein, die massiven Etatkürzungen der letzen 2 Jahre zu geißeln –<br> nein,  auch das wäre eine derart unbotmäßige Platitüde, die unverzeilich jedwede noch nachfolgende Extrordinarität, jeden noch so genialen Kunstgriff, jede noch so überragene Spielleistung zu Staub zerfallen ließe. <br>Nein, nein und nochmals nein, hier ist unser Bleiben nicht länger nötig – das Spiel ist mehr als verloren, das Spiel ist aus, aus aus. Wir werden keine Sendesekunde mehr an diese verkorkste Inszenierung verschwenden – da gibt es selbst in der Provinz mehr und originelleres zu sehen. Ich verabschiede mich tief enttäuscht und ergebenst und gebe zurück ins Funkhaus.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=theater-muß-wie-fußball-sein</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=theater-muß-wie-fußball-sein</guid>
<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 06:09:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ach gäb es sie doch]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220405_080646.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Ach gäb es sie doch</strong><br>
(auch durch andere zu ersetzen)<br><br></p>
<p>Frau Putin, sprich mit deinem Mann<br>
sag ihm, daß er´s lassen kann<br>
das Feuer zu schüren, zu schmieden das Eisen<br>
er muß uns gar nichts mehr beweisen.<br>
Er weiß wie wir und wie bescheuert<br>
Geld, Macht und Gier den Krieg befeuert<br>
und wie das alles hier wird enden<br>
sind Geld und Gier und Macht in falschen Händen.<br><br></p>
<p>Sag ihm, daß er ein Guter ist<br>
er nur bei seinem Mut vergisst,<br>
daß Krieg nichts und niemand läßt genesen<br>
und keiner tun kann als wäre nichts gewesen<br>
zumal wenn wie mal allseits hört<br>
der Menschen Leib und Leben, der Menschen Liebe wird zerstört.<br><br></p>
<p>Frau Putin, spricht mit deinem Mann<br>
sei du ihm was kein andre sein kann<br>
kein andrer von den exzellenten Putin Kennern<br>
keiner von diesen weißen alten Männern.<br>
Der Gerd, der Tayyip, Viktor, Joe<br>
ob sie ihm kontra geben oder pro<br>
kurz all die anderen bekloppten Laffen<br>
werden es, wie du, nicht schaffen<br>
ihm zu sagen wie groß er wird<br>
wenn er sich weiter nicht verirrt.<br><br></p>
<p>Du bist ihm nah, weißt was ihm trist,<br>
und weißt sehr gut, wie schwer es ist<br>
das was wirklich wichtig ist auch zu besprechen<br>
Du weißt, wie wir, es wird sich rächen<br>
wenn niemand tut es<br>
draus wird nichts Gutes.<br><br></p>
<p>Du kennst ihn, weißt, er ist ein strahlend Held<br>
und wenn er hier und da die Hand aufhält,<br>
dann nur um tunlichst zu verhindern<br>
daß was passiert mit deinen Kindern.<br><br></p>
<p>Daß Reiche immer reicher werden<br>
wenn sie zertören unser Erden<br>
das weißt auch du, das weiß auch er<br>
bring uns das Leben, unsre Liebe wieder her.<br><br></p>
<p>Frau Putin, sprich mit deinem Mann<br>
weil´s vielleicht keine/r außer dir noch kann.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ach-gäb-es-sie-doch</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ach-gäb-es-sie-doch</guid>
<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 06:24:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Brücke]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/ohne_bespannung.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Die Brücke</strong><br><br></p>
<p>Die Brücke<br>
schließt die Lücke<br>
der Straße übers Tal<br>
und müsste man<br>
untenrum fahren<br>
wär´s zeitlich nicht egal<br><br></p>
<p>Die Brücke schließt die Lücke<br>
der Straße über´n Fluss<br>
und müste man durch den fahren<br>
wär´s feuchtnasser Verdruss<br>
und mit dem Fahren Schluss<br>
drüber ist ein Muss.<br><br></p>
<p>Die Brücke schließt die Lücke <br>
der Straße übern´n Bach<br>
könnt man da einfach so dadurch,<br>
dann wär er ganz schön flach.<br><br></p>
<p>Die Brücke schließt die Lücke<br>
des Wegs über die Straße<br>
hat die zu große Maße<br>
und zuviel Verkehr,<br>
da hilft die Brücke sehr.<br><br></p>
<p>Die Brücke<br>
schließt die Lücke<br>
der ungleichen Verbindung<br>
und hilft,<br>
wenn sie dann funktioniert<br>
auch zur Zusammenfindung.<br><br></p>
<p>Die Brücke<br>
ist ´ne Krücke<br>
die nicht behindert.<br>
Im Gegenteil, sie, <br>
ist sie heil,<br>
an vielen Stellen lindert.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-brücke</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-brücke</guid>
<pubDate>Tue, 19 Aug 2025 06:01:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Meine Liebe]]></title>
<category>Lied</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/herzeken_01.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Meine Liebe</strong><br><br></p>
<p>Wer ist die Frage nach ihm<br>
wie ist die Frage nach ihr<br>
Wo ist die Zeit für uns beide<br>
Wann ist der Platz für uns<br><br></p>
<p>Du warst mir immer ein Rätsel<br>
du warst mit unerreichbar nah<br>
doch seit ich dich kenne da liebe ich dich<br>
seit ich dich liebe bist du da<br>
so nah so nah so nah so nah <br><br></p>
<p>Du hast mir Liebe aufgetischt<br>
du hast mich voll erwischt<br><br></p>
<p>Was bringt das Leben ans Beben<br>
was geschieht mit uns zwein<br>
welche Fragen wirds geben<br>
egal, ich werd mich über jede freun<br><br></p>
<p>seit ich erfuhr, daß du da bist<br>
ist mir das Leben so wunderbar<br>
wahrscheinlich gabs da schon kein Halten mehr<br>
was immer du brauchst ich bin da<br>
so nah so nah so nah so nah<br><br></p>
<p>Ich kann es immer noch nicht fassen<br>
du hast mich dich lieben lassen<br><br></p>
<p>Wann wenn nicht jetzt denn für immer<br>
alles ist drin das Wunder kann sein<br>
wahrscheinlich wird immer noch schlimmer<br>
du und ich und nicht allein<br><br></p>
<p>ich bin für immer und alles<br>
ich will mit dir glücklich sein<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=meine-liebe</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=meine-liebe</guid>
<pubDate>Tue, 12 Aug 2025 07:29:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[DochDoch-NäNä-DochDoch]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250718_182527.jpg" alt="" /></p>
<p><strong><em>Doch-Nä-Doch</em></strong><br><br>
<em>Ich so</em>:<br>
Demokratie ist nicht<br>
die Diktatur der Wahlsieger. <br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Doch<br><br></p>
<p><em>Ich so:</em><br>
Die Mehrheit im Parlament zu haben,<br>
ist kein Freifahrtschein <br>
für den eigenen Willen.<br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Doch<br><br></p>
<p><em>Ich so:</em><br>
Die Aufgabe ist es,<br>
die Verantwortung zu übernehmen<br>
und sich dabei an die Regeln zu halten,<br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Nä<br><br></p>
<p><em>Ich so:</em><br>
das Recht zu respektieren und zu wahren,<br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Nä<br><br></p>
<p><em>Ich so:</em><br>
keine Selbstbereicherung zu betreiben<br>
oder <br>
die eigene
mit den Versuchen<br> der anderen zu rechtfertigen.<br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Doch<br><br></p>
<p><em>Ich so:</em><br>
Kein Politiker und kein politisches Amt<br>
steht über dem Gesetz.<br><br></p>
<p><em>Merz, Klöckner, Spahn, Dobrindt, Söder und co.:</em><br>
Doch</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=doch-nä-doch</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=doch-nä-doch</guid>
<pubDate>Tue, 05 Aug 2025 07:22:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Korsika]]></title>
<category>Lied</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20210729_202749.jpg" alt="" /><br><br>
Inspired by &quot;between the bars&quot; und der Insel<br>
<strong>Korsika</strong><br></p>
<p>Warst du schon mal da<br>
paradiesisch nah<br>
dran an dem Licht<br>
das die Seelen ganz schlicht<br>
zu Freudensprüngen reizt<br>
gute Laune heizt<br>
das Licht das dich leichthin verändert<br><br></p>
<p>du Insel da <br>
Korsika<br>
auf dir wird am liebsten geschlendert.<br><br></p>
<p>Warst du schon mal da<br>
paradiesisch nah<br>
dran an dem Wind<br>
der dich ganz geschwindt<br>
zum Durchatmen bringt<br>
der der mit dir schwingt<br>
der wind der dich leichthin verändert<br><br></p>
<p>du Insel da<br>
Korsika<br>
du bist so schroff weich gerändert.<br><br></p>
<p>Fahr da mal hin<br>
frag nicht nach dem Sinn<br>
da wo der Duft<br>
schon draußen die Luft<br>
nach Macchia riechen läßt<br>
da wo das Geäst<br>
der Wälder die Sinne verändert<br><br></p>
<p>du Insel da<br>
Korsika<br>
du bist nur noch nicht ganz gegendert.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=korsika</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=korsika</guid>
<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 07:48:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kaffee am Morgen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250327_084616.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Kaffee am Morgen</strong><br><br></p>
<p>Wenn dich die Wachheit morgens trifft verfrüht<br>
hilft oft ein guter Kaffee, frisch aufgebrüht,<br>
das Ganze schön gepflegt genießen,<br>
wozu in aller Früh verdrießen.<br><br></p>
<p>Doch da gibt´s so manchen Tag<br>
an dem ich mich betroffen frag<br>
warum nur ist das Leben so gemein<br>
kann´s nicht einfach mal einfach sein.<br><br></p>
<p>Das Wasser, das in den Kocher kommen soll<br>
kann heute da nicht rein, die Spüle ist voll<br>
mit Geschirr von gestrigen Abend<br>
Unrat und Schmutz an sich habend<br><br></p>
<p>Ah,<br>
nicht angenehm<br>
doch kein Problem<br><br></p>
<p>dann kommt das Zeug, wer weiß wem ich damit diene<br>
ganz einfach in die Spülmaschine<br>
dann ist es weg <br>
und all der Dreck<br>
ist nicht mehr zu sehen<br>
und es kann weiter gehen.<br><br></p>
<p>Also Klappe auf- doch beim Blick hinein, sich die Erkenntnis regt<br>
der Platz in der Maschine ist vollstens voll belegt,<br>
gespült zwar, doch das will nichts heißen<br>
die Hoffnung, die kann schnell zerreißen<br>
denn die Teller stehen dicht an dicht<br>
was offtmals eine Essens Resteschicht<br>
befördert, die dann an ihnen haftet<br>
was im Normalfall schnell verkraftet<br>
doch diesmal nicht bereinigt werden kann<br>
denn an das Wasser in der Spüle komm ich ja nicht ran<br><br></p>
<p>Ah,<br>
nicht angenehm<br>
doch kein Problem<br><br></p>
<p>so wird die Spüle ausgereäumt<br>
bis sich der Abwasch auf der Anrichte aufbäumt,<br>
dann wird das Kaffeewasser aufgesetzt<br>
der Kaffeedrückerboden mit Kaffeepulver leicht benetzt<br>
doch halt, die Kaffeepulverdose, die ist leer<br>
ham wir etwa keinen Kaffee mehr ?<br><br>
Puh, die Vorratshaltung ist geglückt<br>
schnell wird das Kaffeepäckchen aus dem Schrank gezückt<br>
geöffnet, umgeschüttet, abgemessen,<br>
die Hülle entsorgt,  - oh da ward vergessen, <br>
den Plastikmülleimer zu leeren<br>
der quillt schon  über und zeigt sein Begehren,<br>
sich in der Küche auszubreiten<br>
den Rubikon des Ekels zu überschreiten.<br><br></p>
<p>Ah,<br>
Nicht angenehm<br>
doch kein Problem<br><br></p>
<p>hier wird gehandelt und zwar sofort<br>
der Dreck kommt nach unten in den Plastikabort<br>
schnell noch die frische Mülltüte<bt>
wo ist die jetzt, du meine Güte<br>
wer ist es der hier die Ordnung hält........<br>
gibt ´s keine Gerechtigkeit mehr auf der Welt ?<br><br>
.......<br><br>
Als dann der Kaffe fertig ist – viertel nach zwölf,<br>
die Krankmeldung machte ich schon um elf<br>
ist die Küche tip top – frisch renoviert<br>
selbst das Besteck, das hab ich blank poliert,<br>
Allerdings muß ich die Welt  für heut bestrafen<br>
für all die Unbill,  all das Leid<br>
das dieser Morgen hielt für mich bereit<br>
ich geh ins Bett – erst einmal schlafen.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kaffee-am-morgen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kaffee-am-morgen</guid>
<pubDate>Tue, 22 Jul 2025 07:24:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kampfschnake]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Erwartungsangst.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Kampfschnake</strong><br><br></p>
<p>Schritt     Tritt<br>
dreh            steh<br>
Nick            Rück<br>
Knie hoch       bißchen noch<br>
gerader Kick    fester Blick<br><br></p>
<p>reck,           streck <br>
Denk            lenk<br>
Faust           saust<br>
beug Knie       wank nie<br>
Faust zu        Stoß im Nu<br>
fest der Po     Teak won Do     <br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kampfschnake</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kampfschnake</guid>
<pubDate>Tue, 15 Jul 2025 07:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bullshit 2]]></title>
<category>Lied</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250424_14440.jpg" alt="" /> <br><br>
<strong>Bullshit 2</strong><br></p>
<p>Als ich noch bald ein Mädchen war<br>
mit dunklem, langem, blodem Haar<br>
da war ich froh, da war ich ganz<br>
da strahlte aus mir raus der Glanz<br>
des Lebensglücks<br><br></p>
<p>Ich lebte langsam, lebte schnell<br>
und nach dem Dunkel wurd es hell<br>
das Lächeln traf mich überall<br>
und wenn ich fiel war das kein Fall<br>
doch hinterrücks<br><br></p>
<p>machten all die andern Leben um mich rum<br>
sich feist und fettig lustig über mich und sprachen dumm<br><br></p>
<p>Ref: Auch wenn sie alle bullshit quatschen<br>
brauch da nich hinterher zu latschen<br>
vernarbt, verletzt, verwundet zwar<br>
weiß ich doch wie es damals war.<br><br></p>
<p>Als ich noch bald ein Junge war<br>
war mir das Leben sonnenklar<br>
die lange Nase trug ich stolz<br>
ich war ein Kind des rock´n rolls<br>
das Leben floss<br><br></p>
<p>sie hing mir nie zu hoch die Latte<br>
ich brauchte mehr nicht als ich hatte<br>
ich war geborgen, fühlte mich<br>
ich konnte lieben inniglich<br>
doch plötzlich schoß<br><br></p>
<p>die Welt um mich herum<br>
auf mich und sprach nur dumm<br><br></p>
<p>Ref: Auch wenn sie alle bullshit quatschen<br>
brauch da nich hinterher zu latschen<br>
vernarbt, verletzt, verwundet zwar<br>
weiß ich doch wie es damals war.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bullshit-2</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bullshit-2</guid>
<pubDate>Tue, 08 Jul 2025 08:08:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dat ma mer nich mehr]]></title>
<category>Lied</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250121_13195.jpg" alt="" /> <br><br>
<strong> Dat ma mer nich mehr</strong><br><br>
Wat hammer geschrien, gekloppt, getobt<br>
wieder und wieder die Führer gelobt<br>
wat sind´wer gefolgt den hohlen Massen<br>
wat hammer uns verarschen lassen<br><br></p>
<p>Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Auf keinen Fall<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä Nä<br><br></p>
<p>Wat hammer uns kaputt malocht<bt>
Kohle gehaun und Stahl gekocht<br>
wat hammer uns da krumm gemacht<br>
wat hat die Republik uns dafür ausgelacht<br><br></p>
<p>Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Auf keinen Fall<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä Nä<br><br></p>
<p>Wat hammer unsre Kinder geschlagen<br>
mann dat liegt uns heut noch im Magen<br>
Wat hammer Gewalt in der Welt verbreitet<br>
bekloppt ist wer dat Pferd da heute noch reitet<br><br></p>
<p>Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Auf keinen Fall<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä Nä<br><br></p>
<p>Bridge?<br><br></p>
<p>Und wenn´se jetzt sagen rechts kommt vor links<br>
und machen dich glauben und sagen dat bringt´s<br>
dann kanze dir schon denken wer da oben thront<br>
dann sieß die Scheiße schon am Horizont<br><br></p>
<p>Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Auf keinen Fall<br>
Dat ma mer nich mehr<br>
Nä Nä Nä</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-ma-mer-nich-mehr</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-ma-mer-nich-mehr</guid>
<pubDate>Tue, 01 Jul 2025 06:54:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neues Denken, neues Fühlen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Zwei_Herzen3.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Neues Denken, neues Fühlen</strong><br><br></p>
<p>Bevor ich hier romantisiere<br>
Gar euer Liebesleben kritisiere<br>
Will ich von einer Sache schwärmen<br>
und euch für dies Sujet erwärmen.<br><br></p>
<p>Das Liebesleben, manchmal kompliziert,<br>
ist wen´ger schön noch, wenn man sich geniert<br>
ich sprech jetzt hier zwar vom  Mann als solchem<br>
und widme mich nicht ihm als Strolchen<br>
doch glaub ich schon, dass auch die Fraun<br>
sich könnten hieran leicht erbaun.<br><br></p>
<p>All jene, die in Beischlafdingen<br>
sich müde mit der Lust abringen<br>
sind also hiermit eingeladen<br>
zu folgen diesem roten Faden.<br><br></p>
<p>Versucht es mal so anzugeh´n<br>
Als hättet ihr nicht einen steh´n,<br>
nein, zwei, vier, sechse, sieben<br>
als wär der Samen drin geblieben.<br><br></p>
<p>Stell dir vor beim Höhepunkt<br>
Ist´s der Ellenbogen, der dazwischen funkt<br>
Das Ohr stellt sich davor<br>
Die Füße spüren Süße<br>
Das Kinn schmilzt dahin<br>
Der Po jubelt froh<br>
Der Nabel spielt Babel<br>
Das Brustbein fühlt Bewusstsein<br>
Die Knie falln in Agonie<br>
In den Fingern den Dingern fängt´s an zu schlingern<br>
Die Waden die baden in ungeahnten Gnaden<br>
Bizeps und Trizeps werden gewahr,<br> sie sind noch zu was andrem da,<br>
Hinterkopf, Pickel und Schrammen<br>
Lassen sich nicht länger verdammen<br>
Sie sonst so aktive Hand<br>
Springt einfach über den Rand<br>
Tränensack, Kopfhaut und Poren<br>
Sind auf einmal verloren<br>
Die Zunge, oh man, kriegt Junge<br>
Im Bart kribbelts apart<br>
Der Hals merkts ebenfalls,<br>
selbst das unbewegliche Becken tuts checken:<br>
es gibt noch mehr als die Gewähr vom Samenheer,<br>
dass dir einer abgeht,<br>
selbst wenn Ötte schlapp steht<br>
wenn der unnambare Schniedel,<br>
mit Pseudonym oft Friedel,<br>
der Oschi, der Dödel, der Schinderhannes,<br>
das Merkmal, das Geschlecht des Mannes,<br>
bekosenamt auch Stitzel<br>
auf dem Erregungsritzel<br>
das Zentrum deines Tuns verlässt<br>
auf einmal offenbart den Rest.<br><br></p>
<p>Solch Abenteuer<br>
Glücklich zu besteh´n<br>
Ist ungeheuer<br>
erogen.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=moralischer-erotik</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=moralischer-erotik</guid>
<pubDate>Tue, 24 Jun 2025 07:09:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Oh Liebeste]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/oh_Liebeste.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>O Liebeste</strong></p>
<p>O wie ich bibbere, dibbere
glibbere<br>
beim Blick nach dir, dich,<br>
dein Denken  an du,<br>
du Erste,<br> Erstesteste<br>
du …..<br><br></p>
<p>Nie war ich so<br>
verfühlt wie jetzt,<br>
da du da, …..<br>
nicht da<br>
du, <br>
die du da du<br>
Schöne,<br> Schönste, Verschönteste<br>
du......<br><br></p>
<p>So nah sprüh<br>
ich dir, <br>
daß nichts<br>
verflennen kann,<br>
so klar dein Aug´ im Bild<br>
daß ich, <br>
du, dir dich,<br>
deiner<br>
fast verrühren mag.<br>du, du...<br></p>
<p>Oh<br>
Ich zersehne mich<br>
in Verwartung an Dich<br>
du, die du, du– <br><br></p>
<p>So voll Brust<br>
im Gefühl, so <br>
inniglich verneint<br>
du die du da<br>
du da du die<br>
du du du du<br><br>
Allerste</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=oh-liebeste</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=oh-liebeste</guid>
<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 07:11:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Anekdötchen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20201020_172551.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Ein Anekdötchen</strong><br><br></p>
<p>Mit  Anstand auf dem Hochsitz saß<br>
Herr Meierling vergnügt und aß<br>
vom mitgebrachten Brötchen<br>
und wie er da so saß und aß<br>
erschien im klammen, feuchten Gras<br>
ein dickes fettes grünes Krötchen.<br>
Die Kröte rief:  „He Meierling,<br>
was hast du da für´n feistes Ding<br>
in deinen pockigen Pranken?“<br>
„Du Kröte wirst es mir noch danken“<br>
sprach Meierling ganz ungerührt,<br>
„daß ich das Brot zum Mund geführt<br>
und den Geschmack genossen,<br>
sonst hätt ich gleich geschossen.<br>
„Oh“, sprach da die Krot<br>
„dann wär ich ja schon tot.“<br>
und spürte im Hals ein Knötchen.<br>
Da hüpfte es den Hochsitz rauf, das Krötchen<br>
und gab dem Jäger Pfötchen.<br>
Später fuhren beide Bötchen<br>
so endet friedlich<br>
dies Anekdötchen.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=anekdötchen</link>
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<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 07:02:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Malocheles spricht]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/ufos.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Malocheles spricht:</strong><br><br></p>
<p>Was sie hier seh´n hat keine Zeit<br>
und keinen Ort<br>
und doch<br>
lebt in der Unendlichkeit<br>
des Raums, der Zeit<br>
das kleinste Teilchen immerfort<br>
<br></p>
<p>Es ist, als wär´s ein Abbild jener Welt,<br>
die tiefentzweit,<br>
grenzstreitensüchtig nach dem <br>Untergange strebt<br>
und mit dem Seitenblick aus´s liebe Geld<br>
die eignen Werte über alles hebt.<br><br></p>
<p>Die Örtlichkeit ist wohlbekannt<br>
schablonenhaft,<br>
klischeebestückt<br>
und jeder, der sie je<br>
in vollem Ernst genannt<br>
tat´s stimmlich immer leicht bedrückt<br><br></p>
<p>An Frohsinn, Freude, Lebensart<br>
nur eine Messerspitze breit vorbei<br>
bleibt hier das Menschenleben<br>
knüppelhart<br>
versinkt im <br>
Gestern – heute- einerlei......<br><br></p>
<p>Jeder ist anders, vollig normal<br>
jeder ist sich zu fein<br>
keiner kriegt alles, nichts ist egal<br>
niemand besticht allein<br><br></p>
<p>Auch wenn´s noch viel zu sagen gäbe<br>
laß ich sie ein in unsren Menschenzoo<br>
und öffne leicht die Gitterstäbe -<br>
schon strömen sie wie jederzeit<br>
als wär´s nicht hier, als wär es  irgendwo.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=malocheles-spricht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=malocheles-spricht</guid>
<pubDate>Tue, 03 Jun 2025 07:59:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ratschoral]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250415_090251.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Ratschoral</strong><br><br></p>
<p>Wir streichen das Geld,<br>
das ihr uns habt gegeben<br>
für ne bessere Welt<br>
in der wir selber leben<br><br></p>
<p>Wir scheffeln Moneten <br>
und wollen da nich knausern<br>
ihr habt uns drum gebeten,<br>
wir werden uns schon mausern<br><br></p>
<p>Gelder stoppen, Bürger foppen,<br>
die für Löhne Stunden kloppen<br>
hier was streichen, da was streichen, <br>
wir müssen halt das Soll erreichen<br>
Wir nehmen euer Geld<br>
und gebens nicht mehr her<br>
denn weniger – ist mehr<br><br></p>
<p>Wir geben das beste, <br>
wenn wir euch bescheißen<br>
wir lassen euch die Reste, <br>
da habt ihr was zu beißen<br><br></p>
<p>Uns tut das ja leid,<br>
nun ja so ist das eben<br>
beim nächsten Bescheid,<br>
müßt ihr halt noch mehr geben<br><br></p>
<p>Gelder stoppen, Bürger foppen,<br>
die für Löhne Stunden kloppen<br>
hier was streichen, da was streichen, <br>
wir müssen halt das Soll erreichen<br>
Wir nehmen euer Geld<br>
und gebens nicht mehr her<br>
denn weniger – ist mehr</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ratschoral</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ratschoral</guid>
<pubDate>Tue, 27 May 2025 07:58:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schimpfen]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/208_113.jpg" alt="" /><br><br>
Wat passiert, wenn de deine Ische mit ´nem aufmunternden Pfeifen hinterherpfeifen tuß ?<br>
Dat kannich dir sagen, die dreht sich um und legt los:<br><br></p>
<p>Pass mal auf du pfeifender Teekessel<br>
du lahmarschiger Furzepüppel, <br>
du hirnverschrumpelter Schwafelhannes, <br>
du Kleingärtnergroßonkel. <br>
Wenne glaubs du könns hier mit deine <br>Frettchenfresse Eindruck schinden <br>hasse dich nich nur knochentief geschnitten, <br>dann bisse aunoch´n Dämel vom Feinsten.<br><br>
Du plattfüßiger Pillepopanz, <br>
du feuchter Furzknöterich,<br>
du möchtegern Kaputtnik. <br>
Dä Pannemannfaktor in deine <br>Spackolamotten wird nur noch übertroffen <br>von deine kanalrattige Gesichtsbratze. <br><br>
Du abgetakelter Pisspottstratege, <br>
du Senfgurkenkrampenkopp, <br>
du aufgepupter Bollerwagen,<br>
Schwachmatiker, <br>
Du haß ja wohl´n Pin im Kopp, denks, <br>du brauchs nur die Schnapsrückstände in deine Birne anzupumpen, <br>´n paar rotzige Schnoddersprüche aufs Parkett zu kotzen<br> und schon wählt dich jeder hier zum Platzhirsch, <br>
du Quatschkopp bist ja tolal bekloppt. <br><br>
Schiffsschaukelbremser,<br>
du Laberkopp,<br>
Pflaumenaugust<br>
Wenne hier den Graf Koks vonne <br>Gasanstalt mimen wills und dich hier aufführß wie ´ne Kampfschnake, <br>dann sarrich dir eins <br>du
Blödmannsgehilfenanwärter:<br>
sammel die Reste in dein Furzknotenhirn, <br>mach Hupp, hupp, Hupp die Biege<br> und wir vergessen den Zwergenaufstand<br> – wennich, dann ist gleich Zappenduster , <br>du bis doch dem Doof sein Sohn.<br><br></p>
<p>Watt sachse ?<br>
Tschu...<br>
Wat?<br>
Schuldi....<br>
Wie bitte?<br>
Tschuldigung ?<br><br></p>
<p>Ach komma her du bestusste Flachpfeife,<br>
laß dich ma drücken<br>
dafür hasse dir´n dicken Knutscher verdient.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schimpfen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schimpfen</guid>
<pubDate>Tue, 20 May 2025 06:56:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[dat watt]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20191028_145159_%282%29.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>DAT WATT</strong><br>
Watt, ´ne Vorahnung<br><br></p>
<p>Noch siehst du´s nicht<br>
nur Geest und Moor und Heide<br>
noch riechst du´s nicht<br>
nur Erde Sand und Wind<br>
Der Himmel aber zeigt es an<br>
wie schnell die Wolken ziehn<br>
dann weißt du,<br> bald bist du der Welt am Arsch<br>
hier ist das Wattenvorland,<br> Marsch<br><br></p>
<p>Vor´m Watt<br><br></p>
<p>Dann nah dran,<br> nah dran am Watt, vor´m Watt<br>
am Wattensaum
siehst du es kaum<br>
kein Mensch, kein Tier<br>
nur hehre Leere liegt vor dir<br>
mal glänzt ´ne Wasserlache in der Sonne<br>
und draußen ragt ´ne Barke aufrecht aus dem Sand<br>
dies ist kein Wasser ist kein Land<br>
die Füße schon vom Schlick umspült<br>
denkst du, von Weite prall gefüllt<br>
Dat hat wat dat Watt<br><br></p>
<p>Im Watt<br><br></p>
<p>Schlick, Sand, Pril, viel Pril<br> und mehr noch Sand, Wasser<br> Meer als da weg,<br>
aller sauberster Dreck.<br>
Anfang ohne Ende,<br>
endloser Beginn,<br>
Vögel, Muscheln, Getier, Gewürm<br>
lauter Wind<br>
stilles Getöse<br>
emsige Langsamkeit
entrückt aus Raum und Zeit.<br>
Unbändige, ziehdrückende Kraft<br>
drängt dich hinaus<br>
und es denkt aus dir raus<br>
Wat dat Watt für Welten schafft  <br>          hat dat Watt wat ?<br>  Dat hat wat ! Watt.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-watt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dat-watt</guid>
<pubDate>Tue, 13 May 2025 06:53:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Du-bist-es]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/48404390_372131473361376_4855160644921458688_n.jpg" alt="" /><br>
Bild-Wibke Brandes<br><br></p>
<p><strong>Du – bist - es</strong><br>
(eine zutiefst atheistische Glaubenserkenntnis)<br><br></p>
<p>Du bist die pure Existenz,<br>
mit Phlegma, ohne, in dir brennts,<br>
das Licht, das Leben, Herz und Blut,<br>
das dich durchkocht, bei Ebbe und bei Flut.<br>
Da kannst du noch so lang rumhängen,<br>
die Sorgen können dich bedrängen,<br>
Leid und Schmerzen in dir fühlen, <br>
da kannst du dir dein Mütchen kühlen,<br>
mit Abstinenz, mit Übermaß,<br>
mit Herzenskälte, Herzensfraß,<br>
da kannst du Abenteuer suchen<br>
und die ganze Welt verfluchen,<br>
Mögliches machen<br>
Mögliches Tun,<br>
stetig wachen<br>
stetig ruhn,<br>
oder<br>
kannst herrschen, dienen, frei sein, knechten,<br>
häkeln, sticken, Flechten flechten<br>
lesen, reden, lernen wissen,<br>
vollends an der Welt verdießen.<br><br></p>
<p>ohne dich würd´s all das hier für dich nicht geben,<br>
solang du lebst wird diese Welt hier leben.<br>
Du bist´s die hier sein Leben lebt,<br>
die/der die Welt heilt oder aus den Angeln hebt.<br>
Egal wie viel, wie wenig von der Welt du kennst,<br>
du bist die pure Existenz.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=du-bist-es</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=du-bist-es</guid>
<pubDate>Tue, 06 May 2025 07:08:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hinterm Thresen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/scharfer_eierkopp.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Hinterm Thresen</strong><br><br></p>
<p>Mein Job hier ist für Dich da zu sein<br>
Ich hier, du da. <br>
Du Da wo ? Da.<br>
Ich Da wo ? Hier. <br>
Da wo ich hier bin, bist du nicht da. <br>
Ich bin da, also hier, für dich da. <br>
Und da du da bist, bleibe ich hier, <br>
um für dich da zu sein. <br>
Da ist also etwas zwischen uns,
was nötig ist,<br>
damit ich für dich hier da sein kann. <br>
Ich mache meinen Job hier und nicht da.<br>
Da bist du. Ich bin hier für dich da<br>
und ich bleibe hier damit ich für dich da sein kann.<br> <br>
Also lass mich meine Arbeit tun<br>
und sach mir nicht wo ich zu sein hab<br>
schließlich bin ich hier für dich da.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hinterm-thresen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hinterm-thresen</guid>
<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 07:41:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auf gutem Grund]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/fortuna_abgeschminkt.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Auf gutem Grund</strong><br><br></p>
<p>Solang ich Wege gehen kann,<br>
solang ich mich bewege<br>
komm ich nicht am Ende an,<br>
stehe überm Wasser auf dem Stege.<br><br></p>
<p>Bin ich angekommen geht es weiter,<br>
auch wenn was zu Ende geht.<br>
Ob ich erfolgreich bin, oder ich scheiter;<br>
ich bin es immer selbst, der zu mir steht.<br><br></p>
<p>Schlag ich nen Weg ein und ich merke<br>
bald, daß falsch er ist oder auch richtig,<br>
kann ich gestalten mein Gewerke,<br>
so wird er nie und nimmer nichtig.<br><br></p>
<p>Selbst wenn er steinig wird, unüber-schaubar,<br>
setz ich den Fuß auf festen Grund<br>
und nehme das dann recht genau wahr<br>
bleibt dieser Schritt immer profund.<br><br></p>
<p>Kein Um-, kein Holz-, kein Abweg mich<br>
zum Fehl geleiten wird<br>
solange ich bewege mich, mein Ich<br>
solange bleib ich unbeirrt.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=auf-gutem-grund</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=auf-gutem-grund</guid>
<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 07:35:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heimatgedicht]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240922_125428.jpg" alt="" /><br>
Bild-Jan Parlow<br><br></p>
<p><strong>Heimatgedicht
oder
von hier wech sein</strong><br><br></p>
<p>Wer von hier wech kam<br>
war früher mal froh<br>
wenn er von hier wech kam<br>
das war eben so.<br><br></p>
<p>Warst du von hier herkünftig<br>
war wech geh´n (für viele) ziemlich vernünftig.<br>
Der Dreck, die Zechen, Stahlstich, der Mief<br>
hierbleiben schien damals ein reichlich schief<br>
gebauter Lebensentwurf zu sein,<br>
da packte man lieber die sieben Sachen ein<br>
und machte sich wacker<br>
vom Acker.<br>
Kaum einer wußte was ihn hier hält<br>
wech von hier hieß es, raus in die Welt,<br>
Zumal man keine Arbeit mehr fand<br>
so war halt damals der Stand.<br><br></p>
<p>Die Jungens die zogen eiligst nach Berlin<br>
um hinter der Mauer dem Barras zu entflieh´n<br>
studierten, jobten, lernten manch Blech<br>
Hauptsache sie war´n von hier wech.<br>
Die Mädels drehten Auslandsrunden<br>
die Welt und die Männer zu erkunden.<br>
Kurzum, von hier wech<br>
war nicht die schlech-<br>
testste Option<br>
aber ich glaub, das sagte ich schon.<br><br></p>
<p>Wer heut von hier wech kommt<br>
der bleibt<br>
am liebsten hier<br>
weil nix mehr<br>
ihn wechtreibt.<br>
Die Zechen sind wech<br>
der Stahl hat Seltenheitswert<br>
die Luft ist fast sauber<br>
nix mehr verkehrt.<br>
Denn über allem im Ruhrgebiet steht<br>
seit 200 Jahren die Solidarität.<br>
Doch die kam uns wie die Arbeit<br>
und die Wechwanderanden<br>
irgendwie abhanden<br>
jetzt isse fast wech<br>
so´n Pech.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=heimatgedicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=heimatgedicht</guid>
<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 07:27:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Höre]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ku%C3%9F_mit_Engel.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Höre</strong></p>
<p>Höre, höre <br>
meine Worte,<br>
nimm die Orte<br>
wie sie sind,<br>
damit niemand niemand störe<br>
ohne Grenzen streift der Wind.<br><br></p>
<p>Trägt die Wiege in mir Früchte,<br>
die dem Fremden Nahrung wehren,<br>
bin ich weit entfernt vom Lichte,<br>
kann selbst nicht von Heimat zehren.<br><br></p>
<p>Fällt die satte Frucht vom Stamm,<br>
um im Herbstlaub zu verdorrn,<br>
schallt es trüb vom Hafendamm,<br>
stößt die Kriegslust in ihr Horn.<br><br></p>
<p>Sperrn wie fremder Früchte Wege,<br>
schließen wir das Tor zur Welt,<br>
gedenken wir der eignen Hege,<br>
bis die ganze Welt zerfällt.<br><br></p>
<p>Höre, höre <br>
meine Worte,<br>
nimm die Orte<br>
wie sie sind,<br>
damit niemand niemand störe<br>
ohne Grenzen streift der Wind.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=höre</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=höre</guid>
<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 07:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ebenmaß]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/14_0.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Das Ebenmaß</strong><br><br>
Das Ebenmaß<br>
bringt jenen Spaß<br>
den man sich leisten können muß.<br>
Allein die Zeit,<br>
die man bereit-<br>
zustellen hat, bringt oft Verdruß.<br><br></p>
<p>Es ist z.B. nicht egal<br>
bei welchem Material<br>
du es erreichen willst.<br>
Denn je härter<br>
der Ausgewogenheitsanwärter<br>
desto weniger du chillst.<br><br></p>
<p>Da mußt du knobeln,<br>
mußt du hobeln,<br>
mußt du stundenlang auch schleifen<br>
und vor den Dingen allen<br>
mußt du das formvollendete Gefallen<br>
auch begreifen.<br><br></p>
<p>Und bis die Anmut dann<br>
sich darin zeigen kann,<br>
mußt mit dem Herzen,<br>
vielleicht gar Schmerzen,<br>
du da dann auch noch dran.<br><br></p>
<p>Ist dir gegeben<br>
das zu erleben<br>
erreichest du die Wohlgestalt,<br>
bist du hinieden<br>
vielleicht zufrieden<br>
schon meldet sich ein Vorbehalt.<br><br></p>
<p>Ist da nicht da, ja da<br>
ist da nicht ein faux pas ?<br>
So kommst du unweigerlich zum Schluß:<br>
Das Ebenmaß<br>
bringt jenen Spaß<br>
den man sich leisten können muß.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ebenmaß</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ebenmaß</guid>
<pubDate>Tue, 01 Apr 2025 06:11:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Über die Seele]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/fratze_0.jpg" alt="" />
<strong>Über die Seele</strong><br><br></p>
<p>Eine Seele hat keiner<br>
für immer,<br> solange sie/er lebt.<br>
Die Seele kann in der Zeit<br>
ohne uns sein,<br>
wir daselbst ohne sie.<br><br></p>
<p>Wir spüren die Seele<br>
wenn wir uns spüren<br>
in der Welt,<br> im Staunen,<br>
in der Trauer,<br> der Freude.<br><br></p>
<p>Wir vermissen sie nicht<br>
wenn der Alltag bestimmt<br>
was zu tun<br>
Wir sehnen sie nicht <br>
wenn das Leben<br>
sich hinter den Mauern verbirgt.<br><br></p>
<p>Wenn wir geborgen unter Menschen sind<br>
dann ist sie da<br>
doch wir werden ihr dann<br>
nur selten gewahr.<br><br></p>
<p>Sie läßt uns allein<br>
wenn wir anwesend sind<br>
in unseren Plänen<br>
unseren Wünschen.<br><br></p>
<p>Sie ist da<br>
wenn wir abwesend sind davon<br>
und uns finden<br>
bei uns.<br>
Die Seele ist rein<br>
sie beurteilt uns nicht<br>
sie findet uns,<br> wenn wir sie nicht suchen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-die-seele</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-die-seele</guid>
<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 07:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kleiner Mann - Großer Mann - Hauptsache Mann]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/purzel.jpg" alt="" /><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/purzel_0.jpg" alt="" />
<strong>Kleiner Mann - Großer Mann – Hauptsache Mann</strong><br><br><br></p>
<p>Kleiner Mann<br><br></p>
<p>Was mach ich hier<br>
in dieser Welt ?<br>
Ist es mein Bier<br>
wenn sie nicht hält ?<br><br></p>
<p>Wenn oben dunkle Wolken ziehn,<br>
die ich von unten stumm betrachte,<br>
würden sie meiner Stimme fliehn,<br>
wenn ich ´nen Sonnentanz hier machte ?<br><br></p>
<p>Es ist ja wohl total egal<br>
was ich hier unten tue -<br>
die Welt, sie bleibt ja doch feudal,<br>
ach lasst mich doch in Ruhe.<br><br></p>
<p>Ja, wenn sie mich in Ruhe ließe<br>
mit ihren Hochnotwendigkeiten<br>
ich will nur, daß ich nicht verdrieße<br>
in diesen abgefuckten Zeiten.<br><br></p>
<p>Lasst mich einfach meiner Wege gehn<br>
Last meine Pflichten mich verrichten<br>
ich will nur leben, gut und schön<br>
und wenn´s auch ist im Schlichten.<br><br></p>
<p>Ich weiß, daß ich ein Teil bin dieser Welt<br>
doch bin ich nicht so wichtig<br>
verdiene grad so wenig Geld<br>
bin nicht mal steuerpflichtig.<br><br></p>
<p>Sie schicken die Raketen hoch <br>
ins All und bis zum Mars<br>
sie tun es weiter Woch um Woch<br>
und irgendwann da heißt´s, das war´s.<br><br></p>
<p>Die, die mir meine Ruh nicht gönnen<br>
könn mir gestohlen bleiben<br>
sie wissen ganz genau was sie mich können<br>
ich lass mich da nicht treiben.<br><br><br></p>
<p>Großer Mann<br><br></p>
<p>Was mach ich hier<br>
in dieser Welt ?<br>
Ist es mein Bier<br>
wenn sie nicht hält ?<br></p>
<p>Wenn oben dunkle Wolken ziehn,<br>
die ich von unten stumm betrachte,<br>
würden sie meiner Stimme fliehn<br>
wenn ich ´nen Sonnentanz hier machte ?<br><br></p>
<p>Es ist ja wohl fatal egal<br>
was ich hier unten tue -<br>
die Welt, sie bleibt ja doch feudal,<br>
ach lasst mich doch in Ruhe.<br><br></p>
<p>Ja, wenn sie mich doch in Ruh ließe<br>
mit ihren Hochnotwendigkeiten<br>
ich will nur, daß ich nicht verdrieße<br>
in diesen abgefuckten Zeiten.<br><br></p>
<p>Lasst mich einfach meiner Wege gehn<br>
Last meine Pflichten nicht verrichten<br>
ich will nur leben, gut und schön<br>
wenn auch grad nicht im Schlichten.<br><br></p>
<p>Ich weiß, daß ich ein Teil bin dieser Welt<br>
doch bin ich nicht sooo wichtig<br>
und deshalb ist mein ganzes Geld<br>
auch gar nicht steuerpflichtig.<br><br></p>
<p>Ich schicke´n paar Raketen hoch <br>
ins All und bis zum Mars<br>
und ein paar andre warten noch,<br>
mehr ist da nicht, das war´s.<br>.</p>
<p>Die, die mir das nicht gönnen<br>
soll´n sehen wo sie bleiben,<br>
sie wissen ganz genau was sie mich können,<br>
ich lass mich da nicht treiben.<br><br><br></p>
<p>Hauptsache Mann<br><br></p>
<p>Was ich hier mach,<br>
ihr<br>
wisst´s, auf dieser Welt<br>
ich sorge jeden Tach<br>
dafür,<br>
daß sie zusammenhält,<br>
daß alles bleibet<br>
wie es ist,<br>
egal wohin´s uns treibet,<br>
egal welch rabiater Mist<br>
in meinem Namen sonstwo tötet.<br><br>
Das kriegen wir mit Tück und List<br>
wieder zusammgelötet.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kleiner-mann-großer-mann-hauptsache-mann</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kleiner-mann-großer-mann-hauptsache-mann</guid>
<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 09:09:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sonst]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240504_180038.jpg" alt="" />
<strong>Sonst</strong><br><br></p>
<p>Zwar sind<br>
der Läuterungsberg  und <br>
das Inferno<br>
also<br>
die Hölle<br>       und <br>
das Purgatorium<br>
ebenso wie<br>
die Erbsünde<br>        und <br>
der Teufel<br>
Hinzuerfindungen<br>
der Menschen<br>
also<br>
nicht von Gott<br>
eher durch Gott<br><br></p>
<p>wie so viele<br>
andere<br>
Schöpfungsmythen<br>    und<br>
Weltvorstellungen<br>
die wir<br>
aus aller Welt kennen<br>       und<br>
die wir<br>
so schnell bereit sind<br>
mit Wissenschaftlichkeit<br>
als solche<br>
zu entlarven<br>
aber<br>
sie begleiten uns <br>
seit<br>
tausenden von Jahren<br>     und<br>
sind auch noch<br>
lange Zeit,<br>
so tief sind sie<br>
in uns vergraben<br>
in unserem Denken<br>    und<br>
in unserer Weltbetrachtung.<br><br></p>
<p>Und<br>
so wird die Fratze<br> des
Unzureichenden,<br>     der
Schuld,<br>     des
Verfehlens,<br>     der
Vergänglichkeit,<br>    des
Bösen<br>
weiterhin eine uns <br>
stetig begleitende<br>
Mahnung sein,<br>
das Glück <br>erst gar nicht<br> zu suchen<br>  sonst......</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sonst</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sonst</guid>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2025 06:59:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nach der Wahl ist vor der Wahl]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p>!<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250109_102017.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Nach der Wahl ist vor der Wahl</strong><br><br></p>
<p><br><br>Wer rechts wählt,<br>
wählt die Ungerechtigkeit<br>
und will damit,<br>
daß folgendes wird zerstört:<br><br></p>
<p>Das Recht auf Selbstbestimmung,<br>
Mitgefühl, Anstand und Würde,<br>
daß wer was sagt.<br>
wird auch gehört.<br><br></p>
<p>Vielleicht macht´s Sinn an dieser Stelle<br>
kurz zu klären wie der helle<br>
Schein der Empathie<br>
ist wesentlicher Teil der Demokratie.<br><br></p>
<p>Denn erst wer hört kann auch versteh´n,<br>
kann hinter seine eig´ne Meinung seh´n<br><br>.</p>
<p>Und nirgendwo in dieser Welt<br>
ist für so viele Raum bestellt<br>
darin in Recht und Frieden wohl zu leben<br>
die Hand einander sich zu geben.<br><br></p>
<p>Die Angst aus dem System zu fallen<br>
lässt viele dumme Sachen lallen,<br>
unbedacht, rechtlos unsolidarisch,<br>
ausgegrenzt, dreist und hier und da gar arisch<br><br></p>
<p>und hat sich so das Miteinander voll verscherzt,<br>
Recht und Gleichberechtigung bald ausgeMerzt ?<br><br></p>
<p>Diese Haltung wird von rechter Seit vertreten<br>
und es ist demokratisch sich hier zu verbeten<br>
daß solch Gedenken Oberhand gewinnt<br>
weil sie am schlechten Leben aller spinnt,<br>
die Freiheit lieben, für alle gleich,<br>
für Schlaue, Dumme, Arm und ja, auch Reich.<br><br></p>
<p>Wer rechts wählt,<br>
wählt die rüde Haltung,<br>
den Schimpf, die Schande<br>
und die rohe Spaltung.<br><br></p>
<p>Das Basta, statt dem Zuzuhören,<br>
fällst du irgendwie nur aus dem Raster<br>
wirst du diese Kreise stören<br>
und sind die Flaschen erst entkorkt,<br>
wirst du auch bald und rücksichtslos entsorgt.<br><br></p>
<p>Wer rechts wählt,<br>
wählt den Hass<br>
und nicht die Liebe.<br>
Du kannst dafür sorgen,<br>
daß der draußen bliebe.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rechts</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rechts</guid>
<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 06:04:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jetzt nicht]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20250218_011132.jpg" alt="" />
Gott hat ein Geschlecht,<br>
sein Credo ist Gewalt<br>
und Unterwürfigkeit.<br>
Da mußt du folgen<br>
so ist das halt.<br><br></p>
<p>Die Menschen mit Gewalt<br>
zur Friedlichkeit zu bringen,<br>
seinen Sohn ließ er dafür ans Kreuze zwingen.<br>
Das Wilde mit Regeln, Ge- und Verboten,<br>
das Chaos in Bann zu halten, all die Schoten;<br>
mit Gewalt halt,<br>
statt aufzuspüren, was uns zusammenbringt<br>
statt nach dem Glück für alle zu forschen,<br>
statt was uns nutzt, was zusammenklingt<br>
immer nur wieder die Versprechen, die morschen<br>
später, <br>
im Alter im Tod, das uns rät er<br>
als ob er das Hier, als ob er das Jetzt<br>
als ob er das Leben absichtlich verletzt.<br>
Des Ganzen Sinn ?<br>
Gewinn, Gewinn</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=jetzt-nicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=jetzt-nicht</guid>
<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 06:46:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein Leben 2 (Solidarität)]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/carmouflage.jpg" alt="" /></p>
<p>Ein Leben 2<br />
(we all are one, we all are beautiful – only ego, beliefs and fears seperate us – Nicola Tesla)</p>
<p>was sind wir nur so ichig
mit dieser Frage schlich ich
in meinem Hirn herum
und dacht mich blöd und dumm</p>
<p>was bist du nur so duig
und denkst dir, das da tu ich
einfach weil ich´s kann
ist da ein Sinn daran</p>
<p>desgleichen er, sie essig
glaubt bei Mc Donalds fress ich
mir nur die Plautze voll
wer´s glaubt wird seelig, LOL</p>
<p>wie wär´s da mal mit wirig,
das integriert das ihrig
zum groß geschriebnen Sie
als Antwort auf die Idiotie</p>
<p>ichig, duig, er sie essig
ihrig, sieig ,wir, ganz lässig
voller Halt und Wohltukraft
wirig halt – Genossenschaft</p>
<p>Die Genossenschaft
die hat die Kraft
die Wohl auch
der Genossin schafft.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-leben-2-solidarität</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-leben-2-solidarität</guid>
<pubDate>Wed, 19 Feb 2025 11:18:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein Leben 1 (Folgerichtig)]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240803_154249.jpg" alt="" /></p>
<p>Ein Leben 1</p>
<p>Die ersten 10 Jahre habe ich für meine Eltern und ihre Liebe gelebt.</p>
<p>Die zweiten 10 Jahre lebte ich, um rauzukriegen, wie ich mich davon lösen kann,
ohne ihre Liebe zu verlieren.</p>
<p>Die dritten 10 Jahre war ich auf der Suche nach meiner eigenen Liebe.</p>
<p>Die vierten 10 verbrachte ich damit, eine eigene Form dafür zu gestalten.</p>
<p>Die 50er versuchte ich herauszufinden, was davon Wert war, es weiterzugeben.</p>
<p>Jetzt im 6ten Jahrzehnt bin ich bestimmt von dem Wunsch, all das Gefundene zu verschenken.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-leben-1-folgerichtig</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-leben-1-folgerichtig</guid>
<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 07:14:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ich setzte auf die Liebe]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/trinity_0.jpg" alt="" /></p>
<p>ICH SETZE AUF DIE LIEBE  (H.D.Hüsch)<br><br>
Wen der Himmel retten will, dem schenkt er die Liebe<br>
Ich setze auf die Liebe<br>
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt<br> und Angst in meinen Schläfen buchstabiert<br>
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt,<br>ein junger Mensch den Kopf verliert<br>
Ein alter Mann den Abschied übt,<br>
daß ist doch das Thema<br>
Den Haß aus der Welt zu entfernen<br> und wir bereit sind, zu lernen<br>
Daß Macht, Gewalt, Rache und sogar Sieg<br>
Und sogar Sieg<br>
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg<br>
Auf Erden und dann auf den Sternen<br><br></p>
<p>Die einen sagen, es läge am Geld - <br>gut das ist sicher nicht ganz falsch<br>
Die anderen sagen, es wäre die Welt<br>
Sie läge in den falschen Händen -<br> da ist auch manches richtig dran<br>
Aber jeder weiß es immer besser, woran<br> es liegt, <br>nur, es hat noch niemand<br>
Noch niemand<br>
Den Haß besiegt,<br>
Ohne ihn selbst zu beenden.<br><br></p>
<p>Er kann mir sagen was er will<br>
Und kann mir singen wie er's meint<br>
Und mir erklären, was er muß<br>
Und auch begründen wie er's braucht<br><br></p>
<p>Ich setze auf die Liebe<br><br></p>
<p>Schluß</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ich-setzte-auf-die-liebe</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ich-setzte-auf-die-liebe</guid>
<pubDate>Tue, 11 Feb 2025 09:07:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sprachverstummt]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/img041.jpg" alt="" />
Gemälde - Uwe Dieter Bleil
<br></p>
<p><strong>Kurz danach</strong><br>
<strong>sprachverstummt</strong><br>
<br>
Fassungsleer. Sprachverstummt<br>
vor Fassungslosigkeit, erschüttert,<br>
aufgewühlt und angefasst.<br>
Sprachlos, kopflos, atemlos,<br>
ohnmächtig übermannt,<br>
bestürzt, entsetzt, verstört,<br>
geschockt, verblüfft und kraus,<br>
entgeistert, baff, multiperplex<br>
geplättet, verdattert, befremdet,<br>
durcheinander, betroffen, ratverwaist,<br>
ergriffen, entrüstet, konsterniert,<br>
<br>
mitgenommen, als wär ich da.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=danach</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=danach</guid>
<pubDate>Tue, 21 Jan 2025 08:19:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wasserlauf]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20180526_183434_%281%29.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>WasserLauf</strong><br><br>
Aus der Quelle rinnt das Wasser<br>
aus dem Rinnsal wird ein Bach<br>
dabei wird´s Wasser nicht mehr nasser<br>
doch es quillt noch so viel nach<br><br>
dass´s Bachbett sich vergrößern muß<br>
und daraus wird alsbald ein Fluß<br>
von rechts und links, da fließen Mum und Ohm<br>
hinzu, so wird daraus ein Strom<br><br>
wenn dann das Fließen fällt bald schwer<br>
dümpelt das Ganze in das Meer<br>
so mündet das Wasser der Welt da<br>
in nem riesigen, sumpfigen Delta.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wasserlauf</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wasserlauf</guid>
<pubDate>Tue, 14 Jan 2025 06:39:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[WeltHit]]></title>
<category>WeltHit</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Luft2_0.jpg" alt="" /><br>
<strong>Welthit</strong><br><br>
I do love you<br><br />
t`aime comme un fous <br><br />
de non mi viene mai con parolacce<br>
dudududu<br>
didididi<br>
die mir nicht sagt, ich hätt ein an der Klatsche<br>
da shi da nä ja tak oyo<br>
ha naam oo<br><br></p>
<p>I do love her<br>
de tout mon coeur<br>
de non mi viene mai con parolacce<br>
dudududu<br>
didididi<br>
die mir nicht sagt ich säße in der Patsche<br>
da shi da nä ja tak oyo<br>
ha naam oo<br><br></p>
<p>Ick hau van haar<br>
bihal idiota<br>
tratando de seguir intentando
dududu<br>
didididi<br>
die mir nicht sagt oh bitte, mach das so<br>
da shi da nä ja tak oyo<br> ha naam oo</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=welthit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=welthit</guid>
<pubDate>Tue, 07 Jan 2025 06:34:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[EndlosGedlicht]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240929_112855_1.jpg" alt="" />
<strong>EndlosGedicht</strong>   <br></p>
<p>Daß manche Männer überfordert sind<br>
das weiß und sieht ein jedes Kind .<br><br></p>
<p>Wie ihnen die Sicht auf die Welt gerät<br>
auf der Suche nach ihrer Identität,<br>
was alles sie dafür machen und brauchen,<br>
das kannst du getrost in der Pfeife rauchen.<br><br>
Was für ein Gewese die um ihr Ego machen<br>
sie nennen es Würde, Ehre und all so Sachen<br>
suchen sich stetig selbst zu erhö´n<br>
und machen dabei nur hohles Gedröhn,<br>
was niemanden außer ihnen entzückt<br>
und fühlen sich selbst viel zu schnell<br> unterdrückt.<br><br></p>
<p>Sie kriegen sich prinzipiell nur selten ein<br>
hauen den andern lieber eine rein<br>
verehren Gewalt und müssen siegen<br>   lösen Probleme sogar mit Kriegen.<br>
Sie stürzen sich in jede Schlucht,<br>
lieben Gefahr, es ist eine Sucht.<br><br></p>
<p>Sie haben die Verbindung zu ihren Gefühlen gekappt<br>
so gründlich, daß sie lieber eingeschnappt,<br>
statt nach Lösungen zu suchen<br>
wolln immer nur das größte Stück vom Kuchen,<br>
reden zum Zwecke der Dominanz,<br><br />
sagen immer und schnell: ich kann´s<br>
ohne wissen zu müssen, wie es geht<br>
und was auf der Liste ganz oben steht;<br>
dort setzen sie lieber sich selbst oben drauf<br>
wollen bestimmen der Welten Lauf.<br><br></p>
<p>Kommen sie mit den Folgen nicht klar<br>
bestimmen sie hernach wie es wirklich war,<br>
stellen sich vorn in die erste Reihe,<br>
halten sich selber nie die Treue,<br>
halten nicht viel von Verbindlichkeit<br>
sich aber schnell für das Honorar bereit,<br>
stecken die Schläge und die Kohle ein,<br>
kümmern sich nicht um - wie wird das wohl sein,<br>
lassen den Müll und die Scheiße fallen.<br><br></p>
<p>Und fällt ihnen nichts ein, so hörst du sie lallen<br>
salbadern und labern egal welchen Sinns<br>
Hauptsache groß und es sagt uns – ich bins<br>
der deine Welt beherrscht,<br>
befrauschen gehört ja auch weggekehrscht<br>
wär Blödsinn, daraus wird kein Schuh<br>
wär ja bescheuert, genau so wie du.<br><br></p>
<p>Und sie merken nicht mal, wie langeweilig<br>
dies Tun ist und verziehn sich eilig<br>
machen die Biege und fangen dann<br>
irgendwoanders von vorne an.<br>
Wegrenner <br>
sind sie<br>
diese Männer.<br>
Solche Männer sind eng und streng<br>
heißen auf französisch dann putin,<br>
geben ihre Schwäche weiter an ihre Kinder,<br>
machen sich selbst und sie nicht gesünder,<br>
sind gefeiht vor Einsicht und Fragen<br>
lassen sich nichts, aber auch gar nichts sagen.<br><br></p>
<p>Jetzt werden sie sagen, ich höre sie schon<br>
da könn wir nix für wegen Östrosteron.<br>
Apropos Frauen, die benutzen sie<br>
mit ihrer immerwährenden Misogynie,<br>
behandeln sie wie Abbruchhäuser<br>
machen im Kopf aus ihnen Duckmäuser,<br>
die ihnen die Pantoffeln bringen sollen<br>
nennen selbst die Liebsten ihre Ollen.<br><br></p>
<p>Und immer wieder merken sie zu spät<br>
wie ihre Welt aus den Fugen gerät.<br><br></p>
<p>Daß manche Männer überfordert sind<br>
das weiß und sieht ein jedes Kind .</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=männer-sind-penner</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=männer-sind-penner</guid>
<pubDate>Tue, 26 Nov 2024 06:17:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Liebe Nachbarn]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Nachbarn.jpg" alt="" />
<strong>Liebe Nachbarn,</strong><br><br></p>
<p>Kinder machen glücklich, wenn man sie läßt.<br>
Sie brauchen Vorbilder, Kontakt und  Sicherheit.<br>
Sie brauchen keine Ansagen, keine Regeln,<br> keine Strafen, keine Schreierei.<br>
Sie wollen kooperieren und können das sehr gut.<br>
Kinder brauchen keine Erziehung – sie brauchen Beziehung.<br><br>
Von Anfang an.<br><br>
Als erwachsener Mensch, intelligent und mit gesellschaftlichen Normen vertraut
ist es doch klar, daß im Umgang mit Kindern, das hinten rauskommt, was vorne reingepustet wird.<br>
Wenn ich mein Kind anschreie, dann verletze ich es und es wird in irgendeiner Form, zu irgendeinem Zeitpunkt zurückschreien oder weinen, oder plärren oder sich sperren oder frotzeln, gehässig werden.....<br>
Spätestens in der sogenannten Pubertät, wenn alle möglichen Synapsenverbindungen neu verschaltet werden, wenn der Wissensstand (zumindest in einigen Bereichen) weit über den der Eltern hinausgeht, wenn das eigene Körperempfinden sich völlig neu einrichtet, spätestens dann wird all die vorher eingeübte Aggression zurückgespiegelt und es werden Wege gesucht, das Vorbild zu relativieren, den Kontakt zu vermeiden und die Sicherheit bei sich selbst zu finden.<br><br></p>
<p>Abgesehen davon, daß es zeitweise<br> sehr laut geworden ist in unserem kleinen Hinterhof<br> und z.B. Schlafen bei offenem Fenster endet, wenn das Aufstehen bei euch ansteht,<br> hört es sich sehr oft sehr leidvoll, stressig,<br> verletzend, verletzt und von beiden Seiten hilflos an,<br> was da mit so viel Energie in destruktive Bezüglichkeit investiert wird.<br>
Und wenn es dann still wird,<br> bleibt nach dem gewesenen Spektakel,<br> die Vorstellung von dem,<br> was da jetzt ist, wie sich die angestaute Stimmung im ganzen Haus ausbreitet.<br>
Später gibt es wieder andere Töne zu hören,<br> fröhliches Gelächter, Pfeifen, sanfte Gespräche <br>(keine Sorge verstehen tut man nix),<br> so daß hoffnungsgebende Bilder entstehen und<br> alles, was vorher war, relativiert scheint.<br>
Doch dann wieder dies verzweifelte<br> Schreien, Weinen, Streiten,<br> daß es einem die Nackenhaare aufstellt<br> und der Impuls nach Nachfrage, Intervention, Hilfe<br> für die ein oder andere Seite <br>plötzlich wieder den Hinterhof beherrscht.<br><br>
Ich würde mir wünschen, daß ihr, <br>die ihr groß und stark seid, <br>dies den Kleinen zugute kommen lassen würdet<br> und den Streit oder Kampf gegen ihre Unzulänglichkeit<br> (die wenn ihr mal genau nachschaut gar keine ist),<br> zu ihren Gunsten auslegen würdet.<br>
Das ist viel weniger stressig als ihr denkt<br> und eure Kinder werden es euch danken.<br><br>
Mit besten Grüßen<br>
Eure Nachbarn</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=liebe-nachbarn</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=liebe-nachbarn</guid>
<pubDate>Tue, 19 Nov 2024 06:46:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Du]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/img_1_1717313815207.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Du</strong><br>
(ein zutiefst atheistisches Glaubensbekenntnis)<br><br></p>
<p>Du bist die pure Existenz,<br>
mit Phlegma, ohne, in dir brennt´s,<br>
das Licht, das Leben, Herz und Blut,<br>
das dich durchkocht, bei Ebbe und bei Flut<br>
da kannst du noch so lang rumhängen<br>
die Sorgen können dich bedrängen<br>
Leid, Schmerz du in dir fühlen<br>
da kannst du dir dein Mütchen kühlen<br>
mit Abstinenz, mit Übermaß<br>
mit Herzenskälte, Herzensfraß<br>
da kannst du Abenteuer suchen<br>
und die ganze Welt verfluchen<br>
Mögliches machen<br>
Mögliches Tun<br>
stetig wachen<br>
stetig ruhn<br>
oder<br>
kannst herrschen, dienen, frei sein, knechten<br>
häkeln, stricken, sticken, Flechten flechten<br>
lesen, reden, lernen wissen<br>
voll Hohn und Spott dich über die Welt bepissen<br>
ohne dich würd´s all das hier für dich nicht geben<br>
solang du lebst wird diese Welt hier leben <br>
du bist´s die hier sein Leben lebt<br>
die/der die Welt heilt oder aus den Angeln hebt<br>
ergal wie viel, wie wenig von der Welt du kennst<br>
du bist die pure Existenz.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=du</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=du</guid>
<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 06:51:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Trauerspiel]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Trauerspiel.jpg" alt="" /><br>
<strong>Trauerspiel</strong><br><br>
Trübe Suppe hängt am Himmel<br>
die Sonne scheint hell und klar<br>
überm Fenster siedelt Schimmel<br>
blitzblank, keimfrei, unsichtbar<br><br></p>
<p>Die Wahrheit sagt sich nur mit Lügen<br>
Armut gibt´s reich an Gestalt<br>
wer reich ist muß sich arg begnügen<br>
und friedlich bleibt allein Gewalt.<br><br></p>
<p>Ref<br><br></p>
<p>Regen trocknet jede Wäsche<br>
hässlich ist das neue Schön<br>
überschwemmt verdorrt die Eberesche<br>
die Eiszeit speist sich aus dem Föhn.<br><br></p>
<p>Schnell ist man nur am Stauende<nr>
baust du Mist, sagst du &quot;tadaa&quot;<br>
Dreck, der reinigt gut die Hände<br>
langsam bist du schneller da.<br><br></p>
<p>Ref<br><br></p>
<p>Nur die Schwerkraft lässt uns fliegen<br>
Städtereisen landen stets in Laos<br>
wer verliert wird schließlich siegen<br>
gemütlich ist es nur im Chaos<br><br></p>
<p>verarschen faken deudeldummen<br>
baut die Zukunft aus Beton<br>
gerade Wege sind die krummen<br>
Augen zu hat Hochsaison<br><br></p>
<p>Ref.:<br>
Es ist ein Trauerspiel – es ist ein Trauerspiel<br> es ist ein tra tra tri tra Trauerspiel<br>
gar nichts ist richtig<br>
gar nichts falsch<br>
das Wasser steht und bis zum Halsch<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=trauerspiel</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=trauerspiel</guid>
<pubDate>Tue, 05 Nov 2024 12:40:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zuhälterblau II]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/zuh%C3%A4lterblau.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>ZuhälterBlau II</strong><br><br></p>
<p>Dieses ZuhälterBlau<br>
in den HohlkopfGefäßen<br>
Dieses MalaisenWaten<br>
gespickt mit ErniedrigungsSpäßen<br>
Dieses LeuchttürmeBraun<br>
Dieser AngstEntfacher<br>
Diese FeinbildErfinder<br>
Diese UnglücklichMacher<br><br></p>
<p>Diese StinkstiefelMinen<br>
Diese ZynikerFratzen<br>
Diese BlockwarteWorte<br>
Diese RechthaberBratzen<br>
Diese Kotzbrockenhaltung<br>
zur Demokratie<br>
dringt ein in Verwaltung<br>
nichts geht mehr hie<br><br></p>
<p>Dieses Taubenschissblau<br>
Dieser klebrige Geifer<br>
Diese ranzhaften Sprüche<br>
Dieser UnterdrückEifer<br>
Die WahrhaftigkeitsLeugner<br>
mit ihrem LügenGequille<br>
Dieses AbschmackGekröse<br>
Dieser scheiß HerrschaftsWille.<br><br></p>
<p>Diese ZerstörPropheten<br>
Diese PlumpDaherQuatscher<br>
Diese WutErzeuger<br>
Diese  reudigen Tratscher<br>
Diese BedrohungsApostel<br>
StimmungsFlackAufsteller<br>
Diese bornierten Verschwörer<br>
nichts wird da heller<br><br></p>
<p>Dieses ZuhälterBlau<br>
Dieses Wegwerfgeschwätz<br>
Diese Hocharroganz<br>
Dieses Menschengeätz<br>
Diese Axthiebpolemik<br>
Dieses Spaltmaterial<br>
Die Würde der andren<br>
ist dabei völlig egal-</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zuhälterblau-ii</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zuhälterblau-ii</guid>
<pubDate>Tue, 29 Oct 2024 06:29:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wald- und Wiesenwanderung im Herbst]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Wald-_und_Wiesenwanderung_im_Herbst.jpg" alt="" /></p>
<p>Wald- und Wiesenwanderung<br>
im Herbst<br><br></p>
<p>Bemoostes Holz<br>
bepilzter Boden<br>
zergrastes Kraut<br>
verblätterter Pfad<br>
Blütentropfen dazwischen<br>
vollfarbig<br>
kraftbestückt<br>
laubumrankt<br>
Baumverschränkungen<br>
Astumarmungen<br>
feuchte Kühle in der Luft<br>
Tau und Nebel an den Tagesrändern<br>
Der Blick weit geöffnet<br>
für die unendliche Schönheit<br>
das Wachsen und Verwelken<br>
Werden im Vergehen<br>
bunt<br>
vielfältigste Natur<br>
und da, mittendrin<br>
spüre ich plötzlich<br>
wie wunderbar das ist<br>
davon ein Teil zu sein.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wald-und-wiesenwanderung-im-herbst</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wald-und-wiesenwanderung-im-herbst</guid>
<pubDate>Tue, 22 Oct 2024 06:26:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[DiaLog]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Dschungelriss.jpg" alt="" /><br>
<strong>DiaLog</strong><br><br>
Wir saßen schwitzend schwatzend<br>
an Oberflächen kratzend<br>
und formten blaß sentenzend<br>
Halbwahrheiten kredenzend<br>
kaum mehr als Platitüden<br>
bis wir begannen zu ermüden.<br>
So sprachen wir bered bis stumm<br>
um den heißen Brei herum.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dialog</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dialog</guid>
<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 06:41:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Pöbeleien]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/p%C3%B6bel.jpg" alt="" />)<br>
<strong>Pöbeleien</strong><br><br>
Was da draußen an Worten<br>
allerorten<br>
im Umgang mit Kindern<br>(schwer zu verhindern)<br> ist zu hören<br>
Krawallinski an die Gören,<br><br>
wo der Große an die Kleinen mit Schlägen gleich<br>
wortreich<br>
und laut<br>
um sich haut<br>
mal sanft gezügelt, mal regelrecht wild,<br>
erschafft ein verzerrt, hysterisch Menschenbild.<br><br></p>
<p>Was da an Übergriffen, je privater je mehr<br>
in uns ist und um uns her,<br>
was da an Emotionen an eingekochten<br>
selbst auf der Straße wird ausgefochten<br>
unseriös,<br>
quasi virös.<br>
Das kommt woanders her,<br>
schwerwiegend,<br>
Junge kriegend<br>
sich stetig erneuernd<br>
Wut befeuernd,<br>
pflanzt sich selber immerfort<br>
in grausamer Tat und grausamem Wort.<br><br></p>
<p>Was da draußen an Worten<br>
allerorten<br>
im Umgang mit Kindern<br>(schwer zu verhindern)<br> ist zu hören<br>
Krawallinski an die Gören.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=pöbeleien</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=pöbeleien</guid>
<pubDate>Tue, 08 Oct 2024 06:12:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Unverständiges Wachstum]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240325_150319.jpg" alt="" />
<strong>Unverständiges Wachstum</strong><br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Wachsen ist gut<br>
wachsen ist prima<br>
wachsen uns tut<br>
dienen als ultima<br>
ratio<br>
doch leider oh oh<br>
ist diese Legende<br>
schon länger am Ende.<br>
Schon seit 50 Jahren bewiesen ist:<br>
endlos wachsen ist großer Mist.<br><br></p>
<p>Ressourcen werden verschwinden<br>
Ödnis wird alles was wächst<br>
wenn wir nicht finden<br>
nen besseren Text<br>
für die Erzählung<br>
vom glücklichen Sein.<br>
Grad stehn wir auf Eis,<br>
bald brechen wir ein.<br><br></p>
<p>Wächst die Wirtschaft wächst das Wohl?<br>
Wie wir sehen wächst der Unrat und unser Wohl wird hohl.<br><br></p>
<p>Wenn Wachstum wütet<br>
wird Wohl zwangsläüfig Weh<br>
egal wie gut vergütet<br>
egal wie weiß der Schnee.<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Wo wären wir wohl würden wir weniger wachsen,<br>
wirtschaftlich ?<br>
Vielleicht könnten wir dann viel lockerer flachsen,<br>
geschwisterlich.<br>
Denn wenn uns der Wohlstand wächst<br>
gehts anderswo rasant bergab<br>
wenn du hier im glücklichen Dusel steckst<br>
macht woanders jemand schmerzvoll schlapp.<br>
Unser geliebter Reichtumsposten<br>
wächst nur auf weitentfernten Kosten.<br><br></p>
<p>Sollen wir also für ein Schrumpftum plädieren ?<br>
oder geht uns das zu sehr an die Nieren ?<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Vieles wächst bis an die Grenze der Ertäglichkeit<br>
ein Baum zum Beispiel wächst so hoch er kann<br>
doch dann<br>
dann wird er eher breit<br>
die Viren wachsen in mir drin<br>
doch kommse nicht mehr raus, <br>
dann sind se hin<br>
der Krebs der stirbt mit mir gemeinsam<br>
und bin ich weg, wird er erst einsam<br>
und dann verwest er, wie auch ich<br>
überleben tut er nich.<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Oh Wachstum, du gar schröckerlicher Götze<br>
pack deine täuschend Glückglücksklötze<br>
und mach dich wacker    vom Acker<br>
nur weil weiland wer weißsagte was Weh und was Wohl<br>
wirds wieder und wieder wahr, dabei bleibt´s immer hohl.<br><br></p>
<p>Oh Wahrheit, du wunderlich Wonne<br>
schmeiß den Dreck in die Tonne<br>
und mach, daß das Wirtschaftswachsen<br> unmissverständlich<br>        wird endlich <br>endlich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unverständiges-wachstum</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unverständiges-wachstum</guid>
<pubDate>Tue, 01 Oct 2024 06:10:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sinnkrise]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/taubenk.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Sinnkrise</strong><br><br>
Sinnkrise<br>
blöde diese<br></p>
<p>nützlich wie´n Kropf<br>
stellt alles auf den Kopf<br>
ist komplett ohne Sinn<br>
dreht sich in mir drin<br>
dreht sich im Kreis<br>
quillt über vor Scheiß<br>
schließt alle Schranken<br>
zu wirklichen Gedanken<br>
weiß nicht was sie will<br>
alles steht still<br><br></p>
<p>ich denke nur krude<br>
in der Denkbude<br>
will mir überall borgen<br>
neue Sorgen<br><br></p>
<p>kann überall lauern<br>
und schon mal dauern<br>
macht<br>
nicht mal Spass<br>
ach, <br>
lassen wir das<br><br></p>
<p>Sinnkrise<br>
blöde diese<br>
mach dich vom Hof<br>
bist mir zu doof.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sinnkrise</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sinnkrise</guid>
<pubDate>Tue, 24 Sep 2024 06:24:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herbstgedicht]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Herbstgedicht.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Herbstgedicht</strong><br><br></p>
<p>Im Herbst da geh´n die Lampen aus
die Blätter werden bunter
wer oben in den Wolken saß
kommt jetzt bald wieder runter</p>
<p>macht sich bereit für all das Tun
was bis zum Jahresende muss
getan werden; das ist immer viel
und vieles davon reiner Stuss.</p>
<p>Denk nur an all das Gartensäubern
damit der Rasen winterfest
dies Gartenlebensauberräubern
das kaum ein Lebensplätzchen übrig lässt.</p>
<p>Oder das Aufzieh´n all der neuen Reifen
das verhindern soll den Winterrutsch
das aber nur erhöht die Abriebstreifen,
Plastikmüll geht niemals futsch.</p>
<p>All das in die Läden – laufen
nie genug, nie genug
kaufen, kaufen, kaufen, kaufen
kaufen bis zum Selbstbetrug.</p>
<p>Heizen, Heizen, in der Wohnung auf den Pisten
all die Wärme, der wird nachgejagt
all die Herzensfreudenlisten
die bis zum Jahresende abgehakt.</p>
<p>Ja, im Herbst kommt die Besinnung
auf den Winter der uns dreut,
bei all der Herzensblutgerinnung
wird sich wieder erst
im Frühling echt gefreut.</p>
<p>Im Herbst da geh´n die Lampen aus
die Blätter werden bunter
wer oben in den Wolken saß
kommt jetzt bald wieder runter.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=herbstgedicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=herbstgedicht</guid>
<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 06:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dinner für Spinner]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/spinnerdinner.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Dinner für Spinner</strong><br><br></p>
<p>Da saßen wir und aßen<br>
Gang um Gang<br>
ellenlang<br>
beinah monströs<br>
sehr deliziös<br>
wurden satt un sätter<br>
plauderten immer netter<br>
sponnen schürfend Gedanken,<br>
die sich ums Leben ranken.<br><br></p>
<p>Als leergegessen die füllige Tafel<br>
erhob sich das gesellige Geschwafel<br>
zur Betrachtung von Alter und Schmerz<br>
mach eine öffnete sein Herz<br>
wir sprachen mit großer Geduld<br>
von Liebe Chancen und Schuld<br>
leuchteten in Gründe hinein<br>
und kamen in Vielem überein.<br><br></p>
<p>Als später das Feuer das Dunkel erhellte<br>
war uns, als ob Gewißheit sich wellte<br>
Lücken ließ, <br>
Türen aufstieß<br>
Fragen <br>
Antworten zu entsagen,<br>
doch in dem wir sie stellten<br>
betraten wir Welten<br>
sanft, forsch, genau,<br>
bestimmt, zaghaft, schlau<br><br></p>
<p>so endete unsere Weltenreise<br>
alle gingen beglückt und leise<br>
weils früh war, schnell ins Bett<br>
nur auf den Tellern stand noch das Fett.<br><br>
Besonders war´s und gar nicht egal
denn es war immer noch nicht legal
hier mit so vielen
Gemeinschaft zu spielen.
<br>
Alles Gewinner<br>
beim Dinner für Spinner</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dinner-für-spinner</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dinner-für-spinner</guid>
<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 07:25:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rat Schläge]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/fratze.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Rat-Schläge</strong><br><br></p>
<p>Gegen die träge<br>
Entwicklung der Kleinen<br>
fertigt man Schläge<br>
von denen wir meinen<br>
sie machen keinen Schmerz<br>
weil deren Sterz<br>
von außen geschont;<br>
doch sind sie betont<br>
schmerzend gestrickt;<br><br></p>
<p>Denn wenn es sich schickt<br>
die eigenen Kinder anzubrüllen,<br>
sie direktiv zu führen,<br>
mit Schuldgefühlen aufzufüllen<br>
bis sie sich nicht mehr rühren,<br>
dann ist Schlagen nicht mehr nötig,<br>
denn auch auf die Art töt´ich<br>
ihr EigenständigSein.<br>
Bah, wie gemein.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rat-schläge</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rat-schläge</guid>
<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 05:29:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Scheffelbrand]]></title>
<category>Sprüche, die die Welt...</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Feuer.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Wenn du dein Licht <br>unter den Scheffel stellst,<br>
wirds auf dem Scheffel <br>irgendwann brennen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=scheffelbrand</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=scheffelbrand</guid>
<pubDate>Tue, 27 Aug 2024 06:23:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gedankenschlecht]]></title>
<category>Sprüche, die die Welt...</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Nazischutz.jpg" alt="" /><br><br>
Warum <br>wird so manches Gedankengut <br>nicht <br>einfach schlecht ?</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gedankenschlecht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gedankenschlecht</guid>
<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 16:48:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ausnahmen]]></title>
<category>Sprüche, die die Welt...</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230812_183212_%282%293.jpg" alt="" /></p>
<p>Et gibt Ausnahmen <br>vonne Regel – <br>jau, <br>dann bisse schwanger.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ausnahmen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ausnahmen</guid>
<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 05:40:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Grün]]></title>
<category>Sprüche, die die Welt...</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230315_222402a_0.jpg" alt="" /></p>
<p>so oder so – die Erde wird grün</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=grün</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=grün</guid>
<pubDate>Tue, 06 Aug 2024 16:17:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Libido]]></title>
<category>Sprüche, die die Welt...</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Libido.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Die Libido, <br>die macht uns froh<br>
mal so, mal so,  <br>mal so</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=libido</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=libido</guid>
<pubDate>Tue, 30 Jul 2024 08:19:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kranken-geh-Schicht]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20210428_141716.jpg" alt="" />
<br>
<strong>Kranken-geh - Schicht</strong><br><br></p>
<p>Der alte Hüpfer bewecht sich gerade nich<br>
er macht halt eine Pause<br>
er fühlt ein wenig fade sich<br>
fühlt sich nich recht zu Hause<br><br></p>
<p>Der Altspund lässt das Bengeln sein<br>
für eine kleine Weile<br>
er reiht sich bald als Engel ein<br>
auf der Alterlassmalzeile<br><br></p>
<p>Dem 12 dreiviertel Käsehoch,<br>
vielleicht auch schon wieder runter,<br>
die Lust am Leiden bald verfloch<br>
schnell wurd er wieder munter.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kanken-geh-schicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kanken-geh-schicht</guid>
<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 09:56:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Reimnot]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/420514_227571987342186_2142694347_n.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Reimnot</strong><br><br></p>
<p>Im Laufe des Dichtens<br>
also<vr>
des Verse Verrichtens<vr>
begegnet ich Dingen<br>
die gar nicht gingen<br>
weil die Regeln verbieten<br>
das zusammenzunieten<br>
denn genaugenommen reimen Reime<br>
sich manchmal nur in kleinem Keime.<br><br></p>
<p>Z.B. auf Maske<br>
reimt sich nur Baske<br>
dann ist schon Schluß<br>
mit sinnhaftem Fluß.<br>
Grad reimt sich Puzzel<br>
auf Fussel und Dussel,<br>
die Ida<br>
so eben auf nie da<br>
(ok, da wär noch die Frieda<br>
die singt uns dann die Lied(a))<br><br>
doch z.B. bei Vöglen<br>
gibts nichts mehr was sich reimen tut<br>
ich sitz da und reime und nix wird gut<br>
Böglen, Sögeln, Rögeln, Dögeln<br>
einzig das Verb<br>
tut´s derb<br>
und auf´s Bumsen<br>
reimt sich immerhin Rumsen.<br><br></p>
<p>Doch halt ich hab´s, <br>
das ist der Knaller
da gab doch mal diesen Fußballer,<br>
der Kögl heißt , zumindest mal so hieß,<br>
wenn du dem sagst, schieß !<br>
dann tut er kögln.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=reimnot</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=reimnot</guid>
<pubDate>Tue, 16 Jul 2024 07:27:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die zweite Hälfte des Himmels]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/tabu.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Die 2te Hälfte des Himmels</strong><br><br></p>
<p>Wirst du dir klar,<br>
daß endlich du bist,<br>
berechne nicht die <br>
restliche Frist,<br>
die bleibt,<br>
spür was dich treibt,<br>
was deinem Dir/Dich<br>
ist hinderlich<br>
was deinem Mut<br>
tut gut,<br>
was Liebe und Freundschaft dir bringt,<br>
was alles um dich zum Himmel stinkt,<br>
was gut, sinnvoll und wahr<br>
war in dem was da da war,<br>
was dir Wohl verhieß,<br>
was wachsen dich ließ<br>
und hab ihn gern<br>
deinen Kern<br>
egal wie zerschunden<br>
du ihn gefunden.<br><br></p>
<p>Der Himmel ist zweifellos auf Erden<br>
nur hier kannst du sowas wie glücklich werden.<br>
Und ist die eine Hälfte erst gescheh´n<br>
kannst du alles auch klarer seh´n<br>
und ob sie lang ist oder kurz<br>
ob du von Rang scheinst oder ein Furz,<br>
entscheidend ob all des Lebensgewimmels<br>
für dich<br>
ist die zweite Hälfte des Himmels,<br>
mehr nich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-zweite-hälfte-des-himmels</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-zweite-hälfte-des-himmels</guid>
<pubDate>Tue, 09 Jul 2024 10:36:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wer von hier wechkommt]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/263380_581356875218051_1908172691_n.jpg" alt="" /> <br><br>
<strong>Wer von hier wechkommt</strong><br><br></p>
<p>Wer von hier wechkommt<br>
war früher mal froh,<br>
daß er von hier wechkam<br>
das war eben so,<br>
weil warst du wech von hier,<br>
in ´ner anderen Stadt<br>
winkten bessere Zeiten dir<br>
das Leben lief anders glatt.<br>
Die, die blieben<br>
ham sich meist aufgerieben<br>
im &quot;Warum geht dat schon wieder nicht&quot;,<br>
beschäftigten sich statt mit der Welt mehr mit sich.<br>
Die die kamen von hier wech<br>
hatten aber auch öfter mal Pech,<br>
denn sie kamen von hier<br>
und wollten zurück meist<br>
denn es schmeckte das Bier<br>
dort nur selten so feist.<br><br></p>
<p>Wer von hier wechkommt<br>
ist heut auch noch froh<br>
alles beim Alten – dat is eben so.<br><br>
Noch ein Wort zur aktuellen Lage:
Die afd hat z.B. alles bekommen was sie wollte.
Bundesweite Aufmerksamkeit, Nennung aller für sie wesentlichen Namen, Berichte über Randale an den eigenen Deligierten; die weit mehr als 70tausend, die ihrer maßlos Angst und ihrem Frust Gestalt gegeben haben, wurden unter &quot; ferner liefen/ demonstrierten&quot; nebenbei abgehandelt und sind schon fast wieder  vergessen.
Der Landesparteitag der Grünen ( einer Regierungspartei in NRW und Bund) keine 20km entfernt,wurde Sa/So in den Medien gar nicht erwähnt.
Da bleibt die Angst im Halse stecken.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wer-von-hier-wechkommt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wer-von-hier-wechkommt</guid>
<pubDate>Tue, 02 Jul 2024 07:07:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Unverständiges Wachstum]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/wachstum.jpg" alt="" /><br>
<strong>Unverständiges Wachstum</strong><br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Wachsen ist gut<br>
wachsen ist prima<br>
wachsen uns tut<br>
dienen als ultima<br>
ratio<br>
doch leider oh oh<br>
ist diese Legende<br>
schon länger am Ende.<br>
Schon seit vielen Jahren bewiesen ist:<br>
endlos wachsen ist großer Mist.<br><br></p>
<p>Ressourcen werden verschwinden<br>
Ödnis wird alles was wächst<br>
wenn wir nicht finden<br>
nen besseren Text<br>
für die Erzählung<br>
vom glücklichen Sein.<br>
Grad stehn wir auf Eis<br>
bald brechen wir ein.<br><br></p>
<p>Wächst die Wirtschaft wächst das Wohl?<br>
Wie wir sehen wächst der Unrat und unser Wohl wird hohl.<br><br></p>
<p>Wenn Wachstum wütet<br>
wird Wohl zwangsläüfig Weh<br>
egal wie gut vergütet<br>
egal wie weiß der Schnee.<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Wo wären wir wohl würden wir weniger wachsen,<br>
wirtschaftlich ?<br>
Vielleicht könnten wir viel lockerer flachsen<br>
geschwisterlich.<br>
Denn wenn uns der Wohlstand wächst<br>
geht´s anderswo rasant bergab<br>
wenn du hier im glücklichen Dusel steckst<br>
macht woanders jemand schmerzvoll schlapp.<br>
Unser geliebter Reichtumsposten<br>
wächst nur auf weitentfernten Kosten.<br><br></p>
<p>Sollen wir also für ein Schrumpftum plädieren<br>
oder geht uns das zu sehr an die Nieren<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Vieles wächst bis an die Grenze der Ertäglichkeit<br>
ein Baum zum Beispiel wächst so hoch er kann<br>
doch dann<br>
wird er eher breit<br>
die Viren wachsen in mir drin<br>
doch kommse nicht mehr raus,<br>
dann sind se hin<br>
der Krebs der stirbt mit mir gemeinsam<br>
und bin ich weg, wird er erst einsam<br>
und dann verwest er<br>
wie auch ich<br>
überleben tut er nich.<br><br></p>
<p>Nichts wächst hinein, in die Unendlichkeit<br>
nicht mal das Universum selber<br>
was für eine Vollvermessenheit<br>
und der Schnee wird immer gelber.<br><br></p>
<p>Oh Wachstum, du gar schröckerlicher Götze<br>
pack deine täuschend Glückglücksklötze<br>
und mach dich wacker    vom Acker<br>
nur weil weiland wer weißsagte was Weh und was Wohl<br>
wirds wieder und wieder wahr, dabei bleibt´s immer hohl.<br><br></p>
<p>Oh Wahrheit, du wunderlich Wonne<br>
schmeiß den Dreck in die Tonne<br>
und mach, daß das Wirtschaftswachsen<br> unmissverständlich<br>
wird endlich endlich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unverständiges-wachstum</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unverständiges-wachstum</guid>
<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 07:39:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vorwort]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Lesen.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Vorwort</strong><br><br></p>
<p>Ich bin ein Sohn<br>
das bin ich schon<br>
seit ich männlich bin<br>
und das bin ich<br>
von Anbeginn<br><br></p>
<p>Seit ich bin,<br>
bin ich immer<br>
wo gewesen,<br>
hier und da<br>
Tag um Jahr<br>
und mit fünf da konnt ich lesen,<br>
was mich dann<br>
an Orte zog<br>
wo ich niemals war<br>
doch klipp und klar<br>
war ich da<br>
lernte Dinge, Worte, Menschen kennen<br>
Gutes von Gutem<br>
und<br>
Schlechtes von Schlechtem trennen,<br>
Welten erschlossen sich mir<br>
mehr oder weniger verwegen<br>
jetzt brauchte ich mich<br>
nur noch zu bewegen,<br>
die Welt für mich zu erfassen.<br>
Das Lesen konnte ich seitdem<br>
nicht mehr lassen.<br><br></p>
<p>Ich besuchte Welten,<br>
die ich niemals gedacht,<br>
habe bitter geweint, lauthals gelacht,<br>
wurde krank und blieb doch gesund,<br>
mal war es seicht, mal profund<br>
was da <br>
in meinem Kopf geschah.<br><br></p>
<p>So las ich mich in all den Jahren<br>
in Leben hinein, die gar nicht meine waren,<br>
nahm Anteil an denen die sich opferten,<br>
an anderen, den Großkopferten,<br>
begleitete Helden und Heldinnen,<br>
dachte &quot;wie toll&quot;, dachte &quot;die spinnen&quot;,<br>
dachte manchmal was sie dachten,<br>
wunderte mich über <br>
freute mich an dem<br> was sie da machten.<br><br></p>
<p>Ich sah Formeln, Konzepte und Theorien<br>
duch mein Arbeitszimmer ziehn,<br>
erweiterte so meinen Horizont,<br>
sah hinaus über Tellerränder,<br>
schaffte Sachen, die ich gar nicht konnt<br>
fragte mich bald, wie ich veränder,<br>
mit dem was ich las, das eigne Verbleiben.<br>
So dann <br>
begann <br>
ich wann <br>
selber, <br>
selbst zu schreiben.<br><br></p>
<p>So könnt ihr<br>
hier<br>
darum lesen<br>
wie es war<br>
wie es war gewesen.<br><br></p>
<p>Seit<br>
ich bin, bin ich<br>
hier<br>
immer<br>
schon<br>
ein Fabeltier.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=weltwissen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=weltwissen</guid>
<pubDate>Tue, 11 Jun 2024 07:26:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[in der Sauna]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Nachgedacht.jpg" alt="" />
<br>
<strong>In der Sauna</strong><br><br></p>
<p>Da ist kein Tier<br>
drin hier<br>
und das ist gut.<br>
So kann die Glut<br>
der Hitze<br>
jede Ritze<br>
erfassen<br>
unsren Schweiß<br>
in stetem Fleiß<br>
einfach laufen lassen<br>
ohne daß z.B. Maden darin baden<br>
Viren darin schlieren<br>
Mikroben darin toben<br>
Bakteriehen ihre Kreise ziehen.<br>
Und bleibt es so heiß<br>
ist jeder froh die weiß<br>
keine Fauna in der Sauna.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=in-der-sauna</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=in-der-sauna</guid>
<pubDate>Tue, 28 May 2024 08:49:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Puper tät]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240223_104523.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Wenn der Puper pupen  tät<br>
wär nicht so schwer die Pubertät </strong><br></p>
<p>wersollichwerden<br>
wiekannichhandeln<br>
waswillichverändern<br>
mitwemanbandeln<br>
wie sollich<br>
redundant, gehoben, prollig<br>
schlank fett oder mollig<br>
charming, schüchtern, rollig<br>
washabich, waskriegich, waswerdichwielos<br>
sanftheftigmickrigschmerzfreirigoros<br>
werbinichwofangichwohörichbloßauf<br>
wiegehtdennjetztweitermeinLebenslauf<br><br></p>
<p>jaja das Pubertieren<br>
geht ganz schön an die Nieren<br>
<br><br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=puper-tät</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=puper-tät</guid>
<pubDate>Tue, 21 May 2024 06:44:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Trost Los]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230915_131636.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Trostlose Seele </strong> <br></p>
<p>Der eine flieht vor Krieg und Not<br>
dem andern flieht das Kinn<br>
dem einen sind die Liebsten tot<br>
der andre fliegt im Urlaub hin<br>
er flieht dem Alltag<br>
ins kleine Glück<br>
und weicht zuhaus kein Stück zurück<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=trost-los</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=trost-los</guid>
<pubDate>Tue, 14 May 2024 04:46:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zwangslaüfigkeit]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230520_175945_0.jpg" alt="" /><br></p>
<p><strong>Zwangsläufigkeit</strong><br>
Genauso wie Freude Freude, <br>
Liebe Liebe gebiert,<br>
so schafft auch Gewalt Gewalt.<br>
Auch andere Vermehren sich selbst,<br>
dadurch daß sie sich äußern.<br>
So Schafft Offenheit Offenheit,<br> Lachen Lachen,<br> Wissen Wissen.<br>
Nur Reichtum,<br> Reichtum schafft Armut<br>
Reichtum<br>schafft Armut.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zwangslaüfigkeit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zwangslaüfigkeit</guid>
<pubDate>Tue, 07 May 2024 07:17:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zerstrittert]]></title>
<category>Kurz und knapp</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20221028_125809.jpg" alt="" />
<br>
<strong>Wenn zwei zerstrittert sind</strong><br>
Wenn zwei zerstrittert sind<br>
sich jedejeder voll verbittert find<br>
dann ist dazu der Grund<br>
öfterstenmals profund<br>
doch meistens völlig nichtig<br>
und bleibt doch häufigst streitenpflichtig.<br>
Kommt dann dazu ein dritterster<br>
wirds leider noch zerknittertster<br>
denn keiner macht da friedvoll schlapp<br>
mitunter kriegt der Dritterste es ab.<br>
Manchmal gar wächst so ein Streitenfall<br>
zum großen All-knall-überall<br>
der nichts und niemanden verschont,<br>
und sich für keinen richtig lohnt.<br><br>
So ist des Streitens seltsam Lauf<br>
oft aber hört er wieder auf.<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zerstrittert</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zerstrittert</guid>
<pubDate>Tue, 30 Apr 2024 06:53:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Unser täglich Brot]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/22-7_carport_det_else4_red.jpg" alt="" /><br><br>
Täglich Brot der Journalistik<br><br></p>
<p>Sie Berichten <br>
in schlichten <br>
Worten <br>
von katastrophalen Orten <br>
sind UnglücksBoten <br>
voll von Toten, <br>
voll von ungezähten Kriegen <br>
wo alle verlier´n und keiner wird siegen. <br>
Vermelden <br>
KapitalMuskelGespiele <br>
von Rassisten, vielen, zu viele, <br>
von Millionen Menschen auf der Flucht <br>
Hunger, der immer neue Pfründe sucht. <br>
PostenParteiGeschiebe, <br>
ungezügelt männliche Triebe, <br>
Ungerechtigkeit, <br>
Regellosigkeit, <br>
Ohnmacht <br>
ohne Obacht, <br>
verantwortungsloses FakeGeblende <br>
geschredderte EnergienWende <br>
und dass uns die Normalität <br>
zur rückwärtsgewandten Farce gerät <br>
alle kümmerten sich, na prima <br>
um ein weiterverschlechtertes Klima. <br>
Das Geld fließt dahin wo´s soll <br>
macht volle Taschen übervoll <br>
belebt die Hobbies <br>
in den Lobbies, <br>
stützt weiter desaströse Industrie <br>
als wüssten wir´s nicht besser hie. <br>
Und sie befeuern das Geschiebe <br>
mit Wortgebilden, die wie Hiebe <br>
auf freie Meinungsbildung schlagen ein, <br>
&quot;bild dir meine Meinung ein&quot;. <br>
Warum ? naja zum Überleben <br>
muß es Kompromisse geben. <br>
Wer zahlt, der will Gehör erlangen, <br>
da ist man dann halt mitgefangen. <br>
Auch hier,<br>
Profit, Profit, Profit<br>
und alle machen mit.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unser-täglich-brot</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=unser-täglich-brot</guid>
<pubDate>Tue, 23 Apr 2024 06:27:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[wie geil]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240304_205534_%281%29.jpg" alt="" /><br><br>
&quot;wie geil&quot;<br><br />
Ironie für Uta<br><br></p>
<p>Die Sonne scheint<br />
kein Wölkchen am Himmel<br>
von Ferne höre ich<br />
Kirchengebimmel<br><br>          </p>
<p>denk an das Blut<br />
das unser Erlöser<br />
für unser Heil vergossen<br />
die rote Flut<br />
die bös´und böser<br />
uns ins Weh geschossen.<br><br>   </p>
<p>Und wie es sich lebt<br />
mit all den Taten<br />
die in seinem Namen geschehen<br>
wie lange müssen wir noch warten ?<br>
wie oft muß er noch auferstehen ? <br><br></p>
<p>und was davon nun gottgewollt<br>
und damit hochmoralisch richtig<br>
Unschuldige hat überroll<br>tja, das wär schon wichtig<br><br></p>
<p>es einmal schwarz auf weiß zu wissen<br>
dann könnt man einfach mal drauf pissen<br>
und rausschrei´n in die Welt voll Zorn und Wut<br>
wer´s mal getan, die weiß wie gut das tut.<br><br></p>
<p>Damit dann wird sich gar nichts ändern, ja<br>
doch damit würd den Leuten in den Ländern da<br>
wo Krieg und Tod heut weiter tobt<br>
zumindest eine Lücke ausgelobt<br>
die Menschenrecht von Unrecht trennt<br>
den Aberglauben auch benennt-<br><br></p>
<p>Die Sonne scheint<br><br />
kein Wölkchen am Himmel
verstummt ist inzwischen<br />
das Kirchengebimmel<br />
jetzt hat begonnen<br />
der Dienst am Seelenheil<br />
dabei hat längst gewonnen<br><br />
das Töten und Tötenlassen,<br>
wie geil.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wie-geil</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wie-geil</guid>
<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 07:45:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Als das Gegut zum Geschlecht sich wandelte]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240201_183435.jpg" alt="" /><br><br>
Fußnotengedicht <br></p>
<p>Als das Gegut (1) zum Geschlecht sich wandelte<br><br></p>
<p>Was rauskommt wird gefüttert<br>
so hieß der Vorkommen (2) Losung<br>
und keiner war erschüttert,<br>
bis dann das erste Mal, pro Dung (3)<br>
gewertet wurde,<br>
ob der Geschlechteridentifikation (4)
<br>und zack war gut bis schlecht, die neue Weltperson.<br>
Und wenn und ja und dann<br>
wem zum Teufel nutzt das was<br>
und vor allem denket man,<br>
was geht uns das an (5) ?<br>
kein Spass !<br><br><br></p>
<p>(1)<br>
Wenn es ein Geschlecht gibt, das gut ist (im Gegensatz zu möglichen schlechteren Varianten),
so wird es vordem einmal auch ein Gegut gegeben haben.<br><br></p>
<p>(2)<br>
Gegenstück zu den Nachkommen, also die die vor den Nachkommen kamen, <br>
die der Nachkommen Dasein also zu Vorantworten haben.<br><br></p>
<p>(3)<br>
längst vergessene Bezeichung für den beschissenen Scheißvorgang,<br> der in dem verzweifelten Versuch ihn positiv zu besetzen,<br> kein wirkliches Wiedererkennen mehr möglich machte,<br> sich also selbst aus dem Sprachgebrauch herauskatapultierte –<br> heißt soviel wie &quot;tja, da machste nix&quot;<br><br></p>
<p>(4)<br>
Welch Kapriolen die Natur hervorbringt wird selbst die erfahrene Hebamme (wie auch der erfahrene Hebammer (6 )nur unzureichend befinden können. Für den hier vorliegenden Gedankengang ist allerdings nicht die Vielzahl der Varianten wesentlich, sondern ihre Bewertung.<br>
<br>(6)<br>
da Geburtshelfer immer noch sehr selten sind, benötigen sie zwar Erwähnung aber keinen eigenen Namen, (aber wenn, hier ein Vorschlag – Entrance Guide)
<br><br>
(5)<br>
Mal ehrlich, wer wen liebt und warum das für irgendwen ein Problem darstellen sollte ist und bleibt unerklärlich und es macht noch nicht mal nen schlanken Fuß, wenn das Outing den Heteros die gleichen Probleme mächte. Wer auch immer gleichgeschlechtliche Liebe nicht mag, sollte sich vielleicht einfach nicht mit Menschen gleichen Geguts (s.o.) verheiraten, und gut is.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=als-das-gegut-zum-geschlecht-sich-wandelte</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=als-das-gegut-zum-geschlecht-sich-wandelte</guid>
<pubDate>Tue, 09 Apr 2024 07:55:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Über die Seele]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231210_145213_%281%29.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Über die Seele</strong><br></p>
<p>Eine Seele hat keiner<br>
für immer, <br>
solange sie lebt.<br>
Die Seele kann in der Zeit<br>
ohne uns sein,<br>
wir daselbst ohne sie.<br><br></p>
<p>Wir vermissen sie nicht<br>
wenn der Alltag bestimmt <br>
was zu tun<br>
Wir sehnen sie nicht <br>
wenn das Leben<br>
sich hinter den Mauern verbirgt.<br><br></p>
<p>Wir spüren die Seele<br>
wenn wir uns spüren<br>
in der Welt, im Staunen,<br>
in der Trauer, der Freude.<br><br></p>
<p>Wenn wir geborgen unter Menschen sind<br>
dann ist sie da<br>
doch wir werden ihr dann<br>
nur selten gewahr.<br><br></p>
<p>Sie läßt uns allein<br>
wenn wir anwesend sind<br>
in unseren Plänen<br>
unseren Wünschen.<br><br></p>
<p>Sie ist da<br>
wenn wir abwesend sind davon<br>
und uns finden<br>
bei uns.<br>
Die Seele ist rein<br>
sie beurteilt uns nicht<br>
sie findet uns, wenn wir sie nicht suchen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-die-seele</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Über-die-seele</guid>
<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 07:30:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[sonst]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231205_142304.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Sonst</strong><br><br></p>
<p>Zwar sind<br>
der Läuterungsberg<br>
und <br>
das Inferno<br>
also<br>
die Hölle<br>
und <br>
das Purgatorium,<br>
ebenso wie<br>
die Erbsünde<br>
und <br>
der Teufel,<br>
Hinzuerfindungen<br>
der Menschen<br>
also<br>
nicht von Gott<br>
eher durch Gott,<br><br></p>
<p>wie so viele<br>
andere<br>
Schöpfungsmythen<br>
und<br>
Weltvorstellungen,<br>
die wir<br>
aus aller Welt<br>
kennen<br>
und<br>
die wir<br>
so schnell bereit sind<br>
mit Wissenschaftlichkeit<br>
als solche<br>
zu entlarven.<br></p>
<p>Aber sie begleiten uns<br>
seit<br>
tausenden von Jahren<br>
und<br>
sind auch noch<br>
lange Zeit,<br>
so tief sind sie<br>
in uns vergraben,<br>
in unserem Denken<br>
und<br>
in unserer Weltbetrachtung.<br></p>
<p>Und<br>
so wird die Fratze<br>
des Unzureichenden,<br>
der Schuld,<br>
des Verfehlens,<br>
der Vergänglichkeit,<br>
des Bösen<br>
weiterhin eine uns<br>
stetig begleitende<br>
Mahnung sein,<br>
das Glück nicht zu suchen<br>
........sonst......</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sonst</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sonst</guid>
<pubDate>Tue, 26 Mar 2024 07:46:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[IrreParabel]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_0396.JPG" alt="" /><br><br>
<strong>Irre Parabel</strong><br><br>
Einst starben die Menschen im Sterbebett.<br>
Für eine lange Zeit.<br>
Ein Menschenalter lang starben sie
hier bei uns<br>
nicht im Kampf gegeneinander.<br>
Sie starben im Kampf mit sich selbst.<br>
Ein Menschenalter lang war Frieden.<br><br>
Nach dem großen Krieg <br>
hungerten unsere Bezwinger gar,<br>
um uns zu ernähren.<br>
Kalt war der Frieden danach und nicht<br> ohne Waffen.<br>
Doch wurde deren Munition<br>
in weiterer Ferne verschossen.<br>
Hier blieb der Tod kriegloser Tod.<br><br>
Doch lang schon rückte das Grauen näher.<br>
Vergessen wurde unser heilloses Tun.<br>
Stück für Stück rückt er seitdem<br>
weiter in das Leben der Menschen hinein.<br>
Frieden wird old school<br>
Konflikt ohne Tod retro<br>
Verständigung chrinch<br>
Sterben an anderen wieder woke.<br>
Flohen wir einst vor den gräusligen Schatten<br>
schicken wir Fliehende heute ins Dunkel.<br><br></p>
<p>Lehrt uns das was ?<br>
bleibt da was stecken ?<br>
Gibt´s da was noch andres zu entdecken ?<br>
Oder ist diese Wegegabel<br>
jetzt schon irreparabel?</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=irreparabel</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=irreparabel</guid>
<pubDate>Tue, 19 Mar 2024 06:32:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein Schwach-sinniges Gedicht]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/041.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Ein schwach – sinniges Gedicht</strong><br>
Der Mond,<br>
er eiert <br>
epilyptisch<br>
um die Erde.<br>
Er tut es<br>
ohne Unterlass<br>
und ohne groß<br>
Beschwerde:<br>
mal näher dran<br>
mal weiter weg<br>
immer seiner Fessel gewahr<br>
nähert sich entfernt sich<br>
kreist endlos, immerdar<br>
will er Reißaus,<br>
will Abstand nehmen<br>
will er Nähe finden ?<br>
nichts kann ihn lösen<br>
nichts weiter ihn binden.<br>
Der Mond<br>
er eiert<br>
epilyptisch<br>
um die Erde<br><br><br></p>
<p><strong>Ein Stark – sinniges Gedicht</strong><br></p>
<p>Das Mondlicht<br>
liegt auf den Dächern<br>
wie Schnee,<br>
es wärmt<br>
nicht die Glieder,<br>
doch das Herz<br>
wird von<br>
seinem Glanz<br>
derart befeuert,<br>
dass es dem,<br>
um es herumschlotternden<br>
Körper<br>
ein wenig mehr<br>
Zeit verschafft,<br>
sich an dem Anblick<br>
zu erfeuen.<br><br><br></p>
<p><strong>Fehlt noch Das halbstark – sinnige Gedicht</strong><br>
Mond <br>
ein Stern bist du nicht !</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-schwach-sinniges-gedicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ein-schwach-sinniges-gedicht</guid>
<pubDate>Tue, 12 Mar 2024 06:36:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Erkenntnis und Wahrheit]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG-20181018-WA0000_%281%29.jpg" alt="" /></p>
<p>Erkenntnis und Wahrheit finden selten<br>
so zueinander, daß die Welten<br>
die sie betrachten sich vereinen,<br>
mal scheint das Eine das Andre zu verneinen:<br><br></p>
<p>Nimm die Erkenntnis, daß ein Mann<br>
gefesselt, ohne Feuerzeug, ohne Brandbeschleuniger,<br>
voll abgefüllt, wohlmöglich zu Tode verletzt,<br>
sich selbst gar nicht verbrennen kann<br>
und dazu die gerichtlich verbriefte Wahrheit,<br>
daß niemand dies getan hat -<br>
dann glaubst du doch glatt,<br>
daß dieser Mann noch lebt<br>
und nicht im All-die-andern-Fälle-Himmel schwebt.<br><br></p>
<p>Nimm die Erkenntnis, daß der Frau,<br>
verachtet,vergewaltigt, bekämpft, verstümmelt<br>
nie dem misogynen Sklaventum entronnen<br>
tagtäglich droht der SupgerGAU<br>
dazu die Wahrheit, gesetzlich geronnen,<br>
daß Gleichheit findet allzeit statt -<br>
dann glaubst du doch glatt,<br>
daß Friedlich - sein Gewalt entfacht,<br>
Machtlos - sein sei voller Macht.<br><br></p>
<p>Nimm die Vermutung, daß der Verkehr<br>
zum Überleben nötig wär,<br>
daraus die Erkenntnis allgemein<br>
daß Autos wirklich wichtig sein,<br>
dazu dann die Wahrheit, daß Autos töten<br>
an achter Stelle von allen Nöten<br>
dann glaubst du doch glatt -<br>
daß Menschen-Töten Nutzen hat,<br>
glaubst vielleicht gar es sei genial,<br>
versuchst es darum selbst einmal.<br><br></p>
<p>Nimm die Erkenntnis, daß die Welt<br>
ausgebeutet, giftgetränkt, kriegsgeschreddert,<br>
Co2verpestet, zugepflastert, rott<br>
heillos bald in sich zusammenfällt,<br>
dazu die durchregierte Wahrheit,<br>
daß sie in tausend Jahren noch nicht platt,<br>
dann glaubst du glatt -<br>
daß du winz´ge arme Frau,<br>
daß du winz´ger armer Mann,<br>
daß du, ja du genau,<br>
nichts daran,<br> gar nichts ändern kann.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=erkenntnis-und-wahrheit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=erkenntnis-und-wahrheit</guid>
<pubDate>Tue, 05 Mar 2024 06:45:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Leben]]></title>
<category>Zeit</category>
<description><![CDATA[ <p>Text:<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/leben.jpg" alt="" /><br>
Bild:<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/14.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-leben</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-leben</guid>
<pubDate>Tue, 27 Feb 2024 06:16:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Taboo]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230111_153320_0.jpg" alt="" /><br><br>
Klagegedicht über das Unaussprechliche<br>
oder<br>
Jetzt oder nie - Empathie<br><br></p>
<p>Liebes Tabu<br>
please hör mir zu<br>
du bist mir ein Dingeling<br>
ein richtig fieser Fieseling.<br><br></p>
<p>Du bist ein schwarzes Loch,<br>
wenn ich was falsches sage, welch ein Joch,<br>
wird´s in dich reingesogen<br>
als hätte ich gelogen<br>
oder auch gar nix gesacht -<br>
hat also also auch gar nix gebracht.<br><br></p>
<p>Ja, ja ich weiß,<br>
du bist der letzte Scheiß<br>
du willst nur schützen<br>
uns in unsrer Nichtichkeit nur stützen<br>
daß wir, was heilig ist auch ehren<br>
indem wir es uns selbst verwehren<br>
willst uns voll fürsorglich dran hindern<br>
daß wir unbedacht ins Unglück schlindern<br><br></p>
<p>doch<br><br></p>
<p>Selbst wenn ich dich kenn<br>
darf ich dich nicht nenn<br>
darf dich nicht berühren,<br>
dich nicht mal spüren.<br>
Du bist das zu Meidende,<br>
das ich, der Leidende<br>
auch dann nicht fassen kann<br>
wenn ich würd genesen dran.<br><br></p>
<p>Denn wenn ich es tu<br>
bin ich selbst tabu<br>
und ausgestoßen<br>
aus dem Ganzen und Großen,<br>
werde selber ausgesprochen unrein<br>
und bleibe was ich bin,<br>
klitzeklein.<br><br></p>
<p>Häh ?<br><br></p>
<p>Warum also sollte ich dich achten ?<br>
Wie n Demutant da vor dir schmachten ? <br>
wie kann ich ernsthaft danken<br>
deinen Scheubarkeitsschranken ?<br>
wenn ich eh bleibe, was ich bin<br>
welch abstruser Hinter Sinn: <br><br></p>
<p>Ich bin klein, mein Herz ist rein
soll niemand drin wohnen als du allein ?<br><br></p>
<p>Ha !<br><br></p>
<p>Was also hält mich davon ab zu stapfen<br>
von Fettnapfen zu Fettnapfen<br>
wer sagt da zu mir &quot;Bah&quot;,<br>
mach ich nen Faux pas ?<br><br></p>
<p>Dein Menetekel<br>
ist der gesellschaftliche Ekel<br>
darüber lässt sich gar nicht streiten<br>
z.B.der Austausch von Körperflüssigkeiten<br>
oder auch der Ausschied derselben<br>
der braunfestschleimig gelben<br>
die mir jeden Tag begegnen<br>
mir gar das Leben segnen<br><br></p>
<p>Doch du Tabu<br>
du lässt nicht zu<br>
daß ich mich selber finde<br>
du bist der Fleck der blinde<br>
der mir die Welt verschließt<br>
Tabu - du bist ein Biest<br><br>
Ja!<br><br>
Keiner traut sich die Wahrheit zu sagen<br>
wenn dir was quer liegt im Magen<br>
du machst alle Türen zu<br>
Tabu<br><br></p>
<p>Da gibts so vieles was verboten ist<br>
was &quot;man&quot; nicht tut, was uns geboten ist<br>
über das man nicht mal diskutiert<br>
dass, wer es anspricht, sich geniert:<br><br></p>
<p>Du mein Tabu bist das Unaussprechliche<br>
und der sprachbegabt Gebrechliche<br>
der hält sich auch daran<br>
sagt erst gar nicht, was er nicht anders sagen kann.<br><br></p>
<p>Die einen versuchens zu umschiffen<br>
arbeiten mit abstrusesten Begriffen<br>
machen Gute – Laune – Gesetze<br>
andere erwidern mit Hetze<br>
und aus den Kehlen klingt es schrill:<br>
Ich darf gar nicht mehr sagen was ich sagen will.<br><br></p>
<p>Tabu Tabu<br>
was für ein Schmuh<br><br></p>
<p>Und überhaupt, wo find ich dich<br>
wenn du so clever windiglich<br>
im Unsagbaren dich versteckst<br>
wer weiß was du da so ausheckst<br>
und neue Napfen in der Welt verteilst<br>
voll Fett, voll Schleim und dich ereilst<br>
die gerade da herein zu locken<br>
die grad so eben das Leben rocken.<br><br></p>
<p>Und wenn dann eine mal sagt wie es ist,<br>
daß du wie alles menschlich bist<br>
nicht weiß, nicht schwarz, nicht rot, gelb, braun<br>
nur Mensch, zerbrechlich, voll Vertraun<br>
in das Leben,<br>
das uns gegeben<br>
nichts weiter, nur das<br>
kein mehr als, kein besser als, ganz ohne Hass<br>
dann ist dir das läppisch und zu banal,<br>Gutmensch tönt dann das Fanal<br><br></p>
<p>dabei ist dies der heilige Gral<br>
und die Lösung dieser Tage<br>
die mitleidsvolle Frage:<br>
Woran leidest du ?<br><br>
Tabu</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=taboo</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=taboo</guid>
<pubDate>Tue, 20 Feb 2024 06:04:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Damals, noch gar nicht lange her]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/98616102_10216947998036789_1804536191656132608_n_0.jpg" alt="" />
<br></p>
<p>Zum Jahrestag<br></p>
<p>Ich weiß, da will niemand was von hören, aber......<br>
Das ist so ein Satzbeginn, <br>da kommt man ins Grübeln über die selbst gefühlte Aufrichtigkeit der Person, <br>die diesen Versatz ins Spiel bringt, um....<br>
Ja Warum ?
Um die  Wichtigkeit und Richtigkeit der nun folgenden Aussage zu unterstreichen ?<br>
Ich bin kein Linguist und auch kein Pychologe, aber....<br>
Da ist er schon wieder !<br>
Und womit hängt das zusammen, also warum mache ich das ?<br>
Sage nicht einfach, was ich sagen will?<br>
Höre nicht das, was ich da gehört habe <br>und reagiere darauf in der gleichen direkten Weise ?<br>
Und wo wir grad dabei sind:<br>
Warum werden die Leute, die genau das tun,<br>
(direkt sagen was sie meinen, was ihnen zu den geäußerten Themen einfällt),<br>
immer wieder gedisst, gemobt und weggeatmet ?<br><br></p>
<p>Vielleicht muß ich da doch ein wenig weiter ausholen, <br>um mir darüber klar zu werden.<br>
Ich bin inzwischen in einem Alter, wo das Gefühl, <br>die Zeit liefe mir davon, nach vorne drängt<br> und mir den Kampf ums Hiersein zu einer stetig wachsenden Aufgabe macht.<br>
Also gehen wir den Umweg über die aktuelle Situation, <br>der wir nicht entkommen.<br><br></p>
<p>15.3.21<br>
1 Jahr vollzogener Lockdown.<br>
1 Jahr Strukturschwäche in allen Lebensbereichen.<br>
1 Jahr länger Schlafen macht auch nichts anders.<br>
1 Jahr Diversitätsstopp.<br>
1 Jahr Headlinegebot für das eine Thema.<br>
1 Jahr Klarsichtverzicht, weil wir fahren ja auf Sicht, da weiß man nie, was kommt.<br>
1 Jahr Konfliktvermeidung durch Zuspitzung auf Nebenschauplätzen.<br>
1 Jahr Liegenlassen von möglichen und nötigen Erkenntnissen.<br>
1 Jahr Selbstbeschau, wie gut, wie schlecht ich, wir im Vergleich zu euch, denen im Geschehen abschneiden.<br>
1 Jahr der Versuch Veränderung als notwendig zu titulieren, ohne sie wirklich zuzulassen, also alles beim Alten zu erhalten und dabei das notwendig Neue, möglichst ohne Wirkung darin, anzupassen.<br>
1 Jahr voller Versuche, die Pandemie und die Reaktionen darauf für alles mögliche zu instrumentalisieren – Solidarität gegen Gewinn und Wachstum auszuspielen, Gemeinwohl gegen individuelle Freiheiten aufzurechnen, Hilfe gegen Stillhalten zu argumentieren, althergebrachte Konzepte an der neuen Situation anzudocken, ......<br><br></p>
<p>Dabei ist das überhaupt nicht neu.<br>
Die Korruption der politischen Klasse hat unsere Demokratie schon begleitet, <br>als es sie noch gar nicht gab und ist ungebrochen in stetig veränderten Mäntelchen <br>heute genauso schwer und leicht zu entdecken wie vor 20, 40, 60, 80, 100 Jahren.<br>
Wahrheit war schon immer ein flüchtiges Gut, <br>wurde in der Durchsetzung gewollter und meist gegen die Gemeinschaft gerichteter und von ihr bezahlter &quot;Maßnahmen&quot; gebeutelt und gebogen,<br> relativiert und demoliert, zerstückelt und zerhackt, desavouiert und mit Wahrheiten bombadiert, <br>die von Werbeagenturen zum besseren Verständnis ausgedacht sein könnten – <br>wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.<br>
Frustabfuhr geschah schon immer auf Kosten derer, die dafür auserkoren wurden, <br>weil die Möglichkeit, sie zu Sündenböcken, zu Sklaven, zu Handlangern, zu Opfern zu machen, <br>in der Geschichte und der Tradition verankert, keine großen Mühen und Konsequenzen nach sich zieht.<br><br>
Und auf der anderen Seite
ein Licht um mich, <br>das mich zurückbringt in seit 50 Jahren vergessene Bilder,<br>
Stille an Orten, wo das 11 te Gebot von Robert Gernhardt seit Jahrzehnten mißachtet wurde,<br>
eine Luft, die jetzt in der Märzkälte an frischeste Bergluft gemahnt,<br>
die Angebote in der Nachbarschaft, zur Hilfe, zum Einkaufen, zum Reden,<br>
das Nachdenken über Veränderungen, die auch nach der Krise helfen können,<br>
die Suche nach Glaubwürdigkeit, die grad immer wieder aufblitzt,<br>
das Bewustsein über die Liebe zueinander,<br>
all die Fragen, die, wenn auch verschähmt manchmal, im öffentlichen Diskurs auftauchen, <br>Fragen nach solidarischen Strukturen, digitalen Inovationen, Innenstadtgestaltung, Armutsbekämpfung, Gemeinwohl, sozialer Sicherung, und und und<br><br></p>
<p>Und jetzt zu mir.<br>
Wenn ich morgens auf der Schlafstatt beginne <br>mich aus meinen Träumen zu schälen, <br>weil die geschwächte Prostata den Harndrang schmerzhaft werden lässt <br>und ich gleichzeitig abzuwägen versuche, ob die Schlafhaube, in der ich noch verkuschelt bin,<br> nicht vielleicht doch noch tragfähig genug ist, wieder abzutauchen in erholsame, endlose Weiten,<br>
wenn ich meine schlafverklebten Gedanken auf ihre Wirklichkeitsfähigkeiten abklopfe, <br>die daraus folgenden Bilder, Stränge und Erkenntnisse luzide betrachte, <br>mich ihrer Wahrhaftigkeit zu vergewissern suche <br>und irgendwann dann doch den Weg zur Erleichterung gehe,<br>
wenn ich dann realisiere, wie früh es noch ist <br>und in dem leicht veränderten Bewustseinszustand, <br>vom angeregten Kreislauf beflügelt, entscheide, <br>daß ich den Rest des Nachtschlafes in den Nachmittag verlegen werde,<br>
wenn ich dann also, <br>frischer Gedanken fähig am Küchentisch sitze und beginne, <br>meine Situation zu überdenken -<br>
was da alles noch kommt, <br>
wie ich demgegenüber aufgestellt bin, <br>
wie ich als Teil des Ganzen wozu beitrage,<br>
wann es wozu Zeit sein wird,<br>
dann bleibt eigentlich nur die Erkenntniss,<br>
daß ich, genau wie alle anderen auch,<br>
daß wir, egal wie klein, groß, glücklich,<br> schuldig, bekloppt, arm, reich, gestylt, gerupft -<br><br></p>
<p>Wir werden diese Welt hinterlassen !<br><br></p>
<p>Die Frage ist nur, wie die dann aussieht, wenn wir es tun.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=damals-noch-gar-nicht-lange-her</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=damals-noch-gar-nicht-lange-her</guid>
<pubDate>Mon, 12 Feb 2024 07:56:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Klopapier]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>Überlebenstip:
Wenn´s mal wieder eng werden sollte !</p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20240129_092942.jpg" alt="" />
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Klopier.mp3" alt="" />
Zum Hören, einfach auf rot klicken:
<a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Klopier.mp3">Klopapier</a></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=klopapier</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=klopapier</guid>
<pubDate>Tue, 06 Feb 2024 08:04:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ratschoral]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>Rot klicken
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231003_141953.jpg" alt="" />
<a href="https:///www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ratschoral.mp3">Ratschoral</a></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ratschoral.mp3" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ratschoral</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ratschoral</guid>
<pubDate>Tue, 30 Jan 2024 05:00:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Reisen bildet]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>Rot klicken
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230205_145000.jpg" alt="" />
hm - die neue SUV Sperre ?<br><br>
Es war einmal ein<a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Pinguin.mp3"> Pinguin</a>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Pinguin.mp3" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=es-war-einmal-ein-pinguin</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=es-war-einmal-ein-pinguin</guid>
<pubDate>Tue, 23 Jan 2024 14:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Anekdötchen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Vorhanggesicht.jpg" alt="" />
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ein_Anekd%C3%B6tchen.mp3" alt="" /></p>
<p>Ein <a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ein_Anekd%C3%B6tchen.mp3">Anekdötchen</a></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=anekdötchen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=anekdötchen</guid>
<pubDate>Sun, 14 Jan 2024 14:47:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Hammer ]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Hammer.jpg" alt="" />
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Der-Hammer.mp3" alt="" />
<a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Der-Hammer.mp3">Der Hammer</a>
(einfach das Rote anklicken)</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-hammer-</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-hammer-</guid>
<pubDate>Tue, 09 Jan 2024 09:52:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neujahrsmorgen]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20210110_132234.jpg" alt="" />
<br>
<strong>Neujahrsmorgen</strong><br><br></p>
<p>Die Ampel sprang auf grün, als sein Gähnen noch am Unterkiefer zerrte.<br>
Er brauchte ein paar Augenblicke bis er das grüne Licht realisierte,
war dann aber schnell genug mit dem Fuß auf dem Gaspedal,
um der &quot;ErstmalHupenMeute&quot; hinter sich, noch vor der zwangsläufigen und lästigen Lebensäußerung davonzufahren.<br>
Die Werbepause im Radio wurde gerade von den 9.00 Uhr Verkehrsmeldungen abgelöst, als er auf den Bahnhofsvorplatz einbog.<br> Noch bevor er sich in die Warteschlange auf der Extraspur einreihen konnte rannte eine Frau in braunem Kostüm auf sein Taxi zu.
Sie riß die Beifahrertür auf, nahm Platz und wuchtete eine große, schwere Handtasche auf ihren Schoß.<br>
Seine Überraschung hielt sich in Grenzen;
die Schicht in der Silvesternacht hatte für ihn erst um 5.00 morgens geendet und nach 3 Stunden Schlaf war er einfach noch nicht in der Lage etwas anderes als Müdigkeit zu empfinden.<br>
Doch als er die Dame mit seinem Standardspruch nach dem Fahrtziel fragen wollte, griff sie so unvermitelt ans Armaturenbrett und drehte das Radio lauter, daß ihm dann doch ein erstauntes:<br>&quot;Was zum....&quot; entfuhr.<br>
Statt einer Antwort legte die Frau blitzschnell den Finger an die Lippen und zischte ein strenges &quot;Psst&quot; in seine Richtung.<br>
In die Stille rauschte die übliche Meldung von der A40 Bo Rtg.E:<br>
8 km Stau, nach einem Unfall am Dreieck Essen Ost, 45 Minuten Zeitverlust.
Die Frau lehnte sich mit einem Ruck zurück in die Lehne und sagte in dem schneidenden Ton einer Gouvernante:<br>
&quot;Genau da bringen sie mich hin! &quot;<br>
Für einen Moment war er hellwach.
&quot;Sie wollen in den Stau.&quot;<br>
&quot;Ganz recht&quot;<br>
&quot;Aber..&quot;<br>
&quot;Kein aber,&quot; sagte sie mit einer Bestimmheit, die keinen Widerspruch duldete, &quot;sie bingen mich genau da hin und zwar
ans Stauende&quot;.<br>
Er zögerte mit einer Reaktion, wie eben an der Ampel, war aber diesmal nicht schnell genug, um ihren Zusatz,  &quot; und vergessen sie nicht ihre Uhr da anzustellen.&quot; zu verhindern.<br>
Mit seinen müden, aber verblüfften Augen nahm er sie in Augenschein, suchte nach Anzeichen von Verwirrung, Demenz oder irgendwelchen Rauschmittelhinweisen.
&quot;Na los doch&quot;, war ihre brüske Antwort auf seine andauernde Langsamkeit.<br>
Resigniert zuckte er mit den Schultern, stellte den Taxometer ein, gab vorsichtig Gas, rollte an den z.T. zeternden Kollegen vorbei und nahm den Weg zur Autobahn. <br>
Als er sich dort in den noch fließenden Verkehr einfädelte fand er endlich den Mut, die Stille zu vertreiben und seiner Neugier Raum zu geben:<br>
&quot;Auch auf die Gefahr hin, ihnen zu nahe zu treten, aber warum.... warum wollen sie ausgerechnet in den längsten Stau des Tages ?&quot;<br>
Ein Blick traf ihn, den er nicht einordnen konnte – eine Mischung aus Verächtlichkeit, Ungeduld und schüchterner Frage, wie als ob sie sich nicht sicher war, ob sie ihm trauen konnte, oder besser, ob dieser abgewrackte Kerl da neben ihr, zu mehr zu gebrauchen war, als einen einfachen Transfer zu ihrem Ziel zu bewerkstelligen.<br>
Er beschloß die möglichen Einwände zu ignorieren:
&quot;Ich meine, es gibt doch kaum eine bessere Möglichkeit sein Geld in einem Taxi zu verplempern als sehenden Auges dahin zu fahren, wo man garantiert nicht weiter kommt, oder ?&quot;<br>
Wieder traf ihn dieser seltsame Seitenblick. Dann wandte sie ihr Gesicht wieder nach vorn, stieß einen kleinen Seufzer aus und fragte nicht mehr ganz so forsch:<br>
&quot;Wollen sie das wirklich wissen ?&quot; <br>
Es klang aus ihrem Mund dennoch ein wenig provokant, fast unheilvoll, als wolle sie ihm schonend eine Möglichkeit geben, sich noch zurückzuziehen, die Sache aufzugeben und einen ganz normalen Tag zu verbringen.<br>
Und tatsächlich ließ er sich Zeit mit einer Antwort.
Er schmeckte der Frage hinter seiner Strin nach, roch an ihr, wägte ein potentielles Risiko ab.<br>
Doch ihm fiel nichts ein, was ihn daran hindern sollte, was ihm in dieser Situation zum Nachteil gereichen würde, wenn er ihr zuhörte.<br><br> </p>
<p>Er fuhr, sie zahlte, naja gleich stand er aber sie zahlte ja immer noch.<br>
&quot;Wie es aussieht, werden wir genug Zeit dafür haben&quot;, sagte er mit einem Fingerzeig auf die aufblinkenden Bremslichter vor ihnen.<br>
300 Meter voraus wurde das Stauende mit rhythmisch aufleuchtenden Warnblinkern markiert.<br>
&quot;Hier also,&quot; seufzte die Dame ohne den Blick von der Fahrbahn zu nehmen.<br>
&quot;Also, ich wäre bereit, ihre Antwort zu hören, &quot;sagte er nachdem er auf die mittlere Spur gewechselt, in den zweiten Gang zurückgeschaltet hatte und nun das Auto langsam hinter dem Vordermann zum Stehen brachte.<br>
&quot;Gut, &quot; sagte sie und zog die Handtasche fester vor ihren Bauch.<br>
&quot;Da muß ich ein wenig ausholen, damit sie verstehen können.&quot;<br>
Sie machte eine Pause, als erwarte sie einen Einwand.
17 Jahre Fahrpraxis mit mehr oder minder mitteilsamen Fahrgästen hatten ihn gelehrt, daß er nur zu warten brauchte –
wenn sie sprechen wollten, dann taten sie es,  irgendwann.<br>
Ob er seine Bereitschaft zum Hören kund getan hatte oder nicht spielte dabei überhaupt keine Rolle. Er brauchte nur zu warten, dann entschied es sich von selbst oder besser, sie entschieden.<br>
Die Dame hatte sich entschieden, nachdem sie ihn nocheinmal prüfend angesehen hatte.<br> &quot;Ich heiße Judith,&quot; begann sie und streckte ihm die Rechte hin, die er zunächst verdattert zur Kenntnis nahm, dann aber seine Rechte in ihre legte, sanft zudrückte und &quot;Johannes&quot; sagte.<br>
Er konzentrierte sich wieder auf die Bahn, denn gerade ging es ein paar Meter voran.<br>
&quot;Silvester,&quot; begann Judith und etwas veränderte sich.<br>
Ihre forschen, aufrechten Bewegungen wurden weicher, ihr Atem nahm mehr Raum. Johannes hätte nicht sagen können, ob der Beginn ihrer Erklärung oder das Erreichen ihres Zieles der Ausgangspunkt für diese Entspannung war.<br>
&quot;Silvester, oder besser der Jahreswechsel, also die Silvesternacht...., Mitternacht, ja genau Mitternacht, diese Zäsur in der Zeit.
Da lasse ich etwas hinter mir, da ist etwas vergangen, ich lasse es zurück, schon weil ich es ja gar nicht festhalten kann. Ich habe es verloren und doch kann ich es, gerade weil ich mir das bewusst mache, behalten, kann ich es zu meiner Erfahrung hinzufügen.<br>
Silvester feiern wir das Vergehen der Zeit, das wir jede Sekunde in unserem Leben erfahren.<br>
Wissen sie, in Japan z.B. feiern sie vor Mitternacht eine &quot;Jahres-vergess-Feier&quot;, wo sich alle treffen, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen.<br>
Dann wird das eigene Haus gereinigt, um böse Geister und Erinnerungen daraus zu verscheuchen. Und die Glockenschläge zur Mitternacht zerstören, jeder einzelne, eine Sünde aus dem letzten Jahr.<br>
In China werden zur Mitternacht die Fenster geöffnet, um das neue Jahr hereinzulassen und das Haus wird mit Bambuszweigen ausgefegt, also die alten Geister werden hinausgejagt.&quot;<br>
Sie machte eine Pause. Johannes legte versonnen den ersten Gang ein und rollte vorsichtig in eine Lücke auf der rechten Spur, die ein wenig schneller vorankam.<br>
&quot;So wird ein Neuanfang möglich, ich lasse das durchlebte, alte Jahr hinter mir; freudig, weil es endlich vorbei ist, wehmütig, weil so viel schönes dabei war – egal, ich mache mir bewusst, daß es vorbei ist und mache mich so für Neues bereit, entfache meine Neugier darauf, stärke meine Lebensgeister für das Kommende, für das Unbekannte.&quot;<br>
In die folgende Stille hinein konnte Johannes sich nicht mehr lassen:
&quot;So hab ich das noch gar nicht gesehen, aber wenn sie das jetzt so sagen...... da hab ich ja letzte Nacht eine Menge verpasst.&quot;<br>
Ausdruckslos, weil selber tief in Gedanken, sah sie ihn an und hörte zu.
&quot;Wissen sie, ich bin kreuz und quer durch die Nacht gefahren, habe vor allem betrunkene Leute aufgesammelt und in die entlegensten Winkel der Stadt gebracht, da hatte ich keinen Kopf für einen Neuanfang.&quot;<br>
Jetzt wurde ihr Blick wieder prüfend, wie vorhin und ihre Forschheit kehrte zurück.<br>
&quot;Tun sie mir einen Gefallen ?&quot; fragte sie mit ihrer Gouvernantenstimme.<br>
&quot;Wenn ich kann ?&quot;<br>
&quot;Machen Sie die Warnblinkanlage an und fahren Sie auf den Seitenstreifen.&quot;<br>
&quot;Aber...&quot;<br>
&quot;Kein aber, fahren sie ein Stück weiter an den Autos vorbei, tun Sie so, als hätten Sie Probleme mit der Zündung oder so und dann halten sie an einer Stelle an, wo der Krankenwagen noch vorbeikommt, na los.&quot;<br>
Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und er meinte sowas wie Vorfreude auszumachen.<br>
Er tat wie ihm geheißen und ließ den Fuß mit dem Gaspedal immer wieder locker, so daß das Auto unrhythmisch ruckelte.
Wenn sie ein Auto in der Warteschlange langsam überholten, fuchtelte er verzweifelnd mit den Armen und entschuldigte sich gestenreich bei den verdutzten Insassen der zurückbleibenden Fahrzeuge. Und er hatte Erfolg. Kein Nachahmer machte sich auf den Weg, die verbotene Überholspur mit ihnen zu teilen und nach  hundert Metern fand er eine kleine Ausbuchtung im Asphalt, die ein gefahrloses Anhalten möglich machte.<br>
&quot;Genau hier, &quot;sagte sie.<br>
Entschlossen nahm sie die Handtasche, öffnete die Beifahrertür und stieg aus.<br> &quot;He, &quot;, setzte er an. Sie beugte sich zurück in die Kabine und unterbrach seine Vorbehalte. &quot;Nun kommen Sie schon.&quot; <br>
Er fügte sich, stieg mit einem Seufzer aus, ging zum Kofferraum, holte zwei Warnwesten heraus, schlüpfte in die eine und hielt ihr die andere hin.<br> &quot;Das ist ja sogar noch besser&quot;, nahm sie die Weste freudig entgegen, &quot;das ist ja quasi ein Festtagskleid&quot;  und zog sie ebenfalls über.<br>
&quot;Na dann mal los&quot;, sagte sie, öffnete die Handatsche und zog ein Piccolofläschchen Sekt, ein Glas und einen Kanonenschlag aus dem Futteral heraus und gab ihm alles in die überraschten Hände.
Dann kippte sie die Handtasche auf den Kopf und leerte sie aus:<br>
Diverse Zettel, Bonbonpapier, Lippenstift, Puderdöschen, Schminkpinsel, Kulis, Bleistifte, ein kleiner Schreibblock, ein Tampon, ein Feuerzeug, Kekse und Krümel, eine Rolle mit Frühstücksbeuteln, alles fiel holterdipolter hinunter auf das gefrorene Gras.<br> Dann hob sie den Schminkpinsel auf und fegte damit das Innere der Tasche sauber.<br>
&quot;Schenken Sie schon mal ein, Johannes&quot;, sagte sie unterdessen und schmunzelte ihn unverholen an.<br>
&quot;Wir feiern jetzt, die Vorfreude auf das neue Jahr. Sie haben es doch auch noch nicht getan.&quot; Er sah sich um, sah die sich stockend fortbewegende Staugemeinde:<br> &quot;Hier ?&quot; <br>
&quot;Wo, wenn nicht hier,&quot;<br>
sie nahm ihm den Piccolo aus der Hand und goß den Inhalt in das Glas. &quot;Genau hier, wo all die Menschen in ihren Blechkisten Zeit liegen lassen, massenhaft Zeit. 45 Minuten pro Mensch. Wenn Sie alle Dreiviertelstunden, die hier verloren gehen zusammenzählen kommen Sie mit Leichtigkeit auf ein ganzes Jahr.&quot;<br>
Er erwischte sich dabei, wie er anfing zu überschlagen, wieviele Menschen hier wohl ihre Zeit zu Grabe trugen und er mußte lächeln bei dem Gedanken.<br>
&quot;Ich habe gestern die Mitternacht verpasst. Ich hab den Jahresabschluß für meinen Chef gemacht und bin über den Kassenberichten eingeschlafen. Als ich das beim Aufwachen bemerkte, bin ich gleich zum nächsten Taxistand gelaufen..., den Rest kennen Sie ja.&quot;<br>
Damit nahm sie ihm das Glas aus der Hand, nippte daran und gab es ihm mit auffordernder Geste zurück.<br>
&quot;Und hier, in diesem Meer der Zeit,... &quot;
sagte sie und hob das Feuerzeug vom Boden,
&quot;ist der beste Ort, um das nachzuholen,....&quot;
sie nahm ihm den Kanonenschlag aus der Linken und prostete ihm damit zu. Er nippte am Glas,
&quot;was wir in der letzten Nacht versäumt haben.
Das alte Jahr auszutreiben,..&quot;
sie zündete die Zündschnur an,
&quot;und das neue mit einem lieben Menschen,...&quot;
jetzt schleuderte sie den Böller in die Böschung,
&quot; zu begrüßen.&quot;<br>
Damit gab sie ihm einen Kuss auf die Wange.<br>
Bumm.<br>
Seit diesem Neujahrsmorgen fährt Johannes, öfter mal in den Stau, um seine Ruhe zu finden,... natürlich nur in der Freizeit.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20210717_164910_0.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=neujahrsmorgen</link>
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<pubDate>Mon, 01 Jan 2024 06:56:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auch eine Weihnachtsgeschichte]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/09.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>The Listener (by John Berry)<br>
First published in New World Writing #16 (1960)<br>
Übersetzung Thos Renneberg 2021<br><br>
Der Leuchtturmwärter<br>
Es war einmal ein bescheidener, kleiner tschechischer Konzertgeiger namens Rudolf, der lebte in Schweden. <br>
Einige seiner Freunde dachten, er sei nicht der beste Musiker, weil er unruhig war; andere hielten ihn für unruhig, weil er nicht der beste Musiker war. <br>
Wie dem auch sei, er fand eine Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne groß in den Wettbewerb gehen zu müssen. <br>
Er segelte mit seinem kleinen Boot ganz allein durch Skandinavien und gab Konzerte in kleinen Hafenstädten. Wenn er Begleiter fand, gut und schön; wenn nicht, spielte er Werke für unbegleitete Violine. Es geschah sogar ein paarmal, dass er ein Klavier so sehr herbeisehnte, daß er sich eines einbildete; dann spielte er ganze Sonaten für Violine und Klavier, ohne dass ein Klavier in Sicht war.<br>
Eines Jahres segelte Rudolf bis nach Island hinaus und begann sich an der felsigen Küste von einer Stadt zur anderen vorzuarbeiten.<br> Es war ein hartes, widerspenstiges Land; aber die Menschen an diesen beschwerlichen Orten vergessen das Gesetz der Gastfreundschaft gegenüber dem Fremden nicht – denn ihr Gott kann jederzeit beschließen, dass auch sie auf der Erde Fremde werden. <br>
Die Zuhörerschaft war klein, und selbst wenn Rudolf wirklich erstklassig gewesen wäre, wären die Reaktionen auch nicht sehr überschwenglich gewesen. Von alters- her floss ihre Energie zuallererst in ernsthafte Arbeit. <br>
Manchmal wurden sie vom örtlichen Schullehrer gesammelt, der sie an ihre Pflicht erinnerte, die Namen Beethoven und Bach und Mozart zu erinnern und vielleicht noch ein - zwei andere, deren Musik in diesen Teilen der Welt nicht viel zu hören war. Zu oft aber saßen die Leute stur da und beobachteten den lärmenden kleinen Geiger und gingen mit einem ernsten Erbauungsgefühl nach Hause.<br> Aber sie hatten bezahlt.<br>
Als Rudolf eines Abends in der Adventszeit an einem spärlich besiedelten Ufer von einer Stadt zur nächsten segelte, wurde der Nordosten schwarz und bedrohlich.<br> Ein Sturm zog über Island hernieder. Rudolf umrundete eine trostlose, gefährliche Landzunge, und seine Karte sagte ihm, dass der nächste Hafen eine halbe Tagesreise entfernt war. Er begann sich Sorgen zu machen, als er weniger als eine Meile vor der Küste einen Leuchtturm auf einer winzigen Felseninsel sah. Am Fuße des Leuchtturms befand sich eine tiefe, enge Bucht, die von Klippen geschützt war.<br> Mit einiger Mühe fuhr er in der brodelnden See zwischen den Felsen ein und machte an einem Eisenring fest, der von der Klippe hing. Eine in den Fels gehauene Treppe führte zum Leuchtturm hinauf. Oben auf der Klippe stand ein Mann, der sich gegen die aufwirbelnden Wolken abzeichnete.<br>
&quot;Willkommen!&quot; dröhnte die Stimme über das Rauschen der Wellen, die sich bereits über die Insel zu brechen begannen.<br>
Es wurde schnell dunkel. Der Leuchtturmwärter führte seinen Gast die Wendeltreppe hinauf ins Wohnzimmer im dritten Stock und bereitete sich dann auf den Sturm vor. <br>Vor allem musste er sich um die große Lampe im Turm kümmern, die mit ihrem Leuchten die ganze Region beherrschte.
Es war ein kontinuierliches Licht, das von Reflektoren verstärkt und in regelmäßigen Abständen von Rollläden verdunkelt wurde. Die Phase des Leuchtens war der der Dunkelheit gleich.<br>
Der Leuchtturmwärter war ein hochgewachsener alter Mann mit einem ergrauten Bart, der ihm bis über die Brust reichte. Langsam, bedächtig, bärenhaft bewegte er sich ohne verschwendete Bewegung in der begrenzten Welt, deren Meister er war. Er sprach wenig, als hätten Worte im Vergleich zu den anderen Kräften, die sein Leben ausmachten, keine große Bedeutung. <br><br></p>
<p>Nach dem Abendessen mit Schwarzbrot und Salzkartoffeln, Hering, Käse und heißem Tee, das sie in der Küche über dem Wohnzimmer einnahmen, saßen die beiden Männer zusammen und betrachteten einander. <br>
Über ihnen war der Wartungsraum, und darüber sprach die große Lampe majestätische, stumme Lichtbotschaften an die Schiffe auf hoher See. <br>
Der Sturm hämmerte wie ein Rammbock gegen die Wände des Leuchtturms. Rudolf bot Tabak an und fühlte sich dabei plötzlich unbeholfen. <br>
Der alte Mann lächelte ein wenig, als er das Angebot durch eine leichte Kopfbewegung ablehnte; es war, als ob er die Verwendung des Tabaks und die Notwendigkeit, ihn anzubieten, gut kannte und all das bejahte, aber – und auch er war hier ein wenig ungelenk - in sich ruhend schien er nichts zu brauchen, als das was ihn tagtäglich umgab. Und er saß da, sanft und nachdenklich, seine großen Arbeiterhände ruhten auf den ausgebreiteten Schenkeln.<br><br></p>
<p>Rudolf schien es, als wisse der Leuchtturmwärter alle Geräusche des Sturms und seine heftige Einwirkung auf den Leuchtturm zu deuten, er kannte sie so gut, dass er nicht daran denken musste; sie waren wie die unwillkürlichen Bewegungen seines eigenen Herzens und Blutes. <br>
Ebenso war er unter der einfachen Höflichkeit, die ihn dazu brachte, seinem Gast auf bestimmte Weise zuzuhören und zu ihm zu sprechen, ruhig und geheimnisvoll und gleichsam so sicher, wie das Festland mit der kleinen Insel verbunden war und alle Inseln miteinander, unter dem Ozean.<br><br></p>
<p>Allmählich zog Rudolf die spärlichen Lebensdaten des alten Mannes aus dem Gespräch heraus: Er war vor dreiundachtzig Jahren in diesem Leuchtturm geboren worden, als sein Vater Leuchtturmwärter war. Seine Mutter – die einzige Frau, die er je gekannt hatte – hatte ihm das Bibellesen beigebracht, und er las sie täglich. Er hatte keine anderen Bücher.<br><br></p>
<p>Auch Rudolf hatte als Musiker nicht viel Zeit gehabt, viel zu lesen – allerdings hatte er in Städten gelebt. Er griff nach unten und nahm seine geliebte Geige aus dem Koffer.<br>
&quot;Was machen Sie damit, Sir?&quot; fragte der alte Mann.<br>
Eine Sekunde lang dachte Rudolf, sein Gastgeber mache vielleicht Witze; aber die Gelassenheit in den Zügen des anderen beruhigte ihn. Es war nicht einmal Neugier auf das Instrument: das ganze Interesse lag auf ihm, der Person, die seine &quot;Arbeit&quot; mit einschloss. In den meisten Fällen hätte Rudolf kaum glauben können, dass es jemanden geben könnte, der nicht wusste, was eine Geige ist; doch jetzt hatte er keine Lust zu lachen. Er fühlte sich klein und unzulänglich. „Ich mache – Musik damit“, stammelte er leise.<br>
„Musik“, sagte der alte Mann schwerfällig. &quot;Ich habe davon gehört. Aber ich habe noch nie Musik gesehen.&quot;<br>
&quot;Man sieht keine Musik. Man hört sie.&quot;<br>
„Ah ja“, stimmte der Leuchtturmwärter gleichsam demütig zu. Auch dies lag in der Natur der Dinge, wobei alle Werke Wunder waren und alle Dinge ewig bekannt und in ihrer Vergänglichkeit ergreifend. Seine großen grauen Augen ruhten auf dem kleinen Geiger und verliehen ihm all die Bedeutung, zu der jeder Einzelne fähig ist.<br><br></p>
<p>Etwas in dem Sturm und an dem Leuchtturm und in dem Alten erbaute Rudolf, erfüllte ihn mit Mitleid und Liebe und einer Weite, die unendlich über ihn hinausging. Er wollte für den alten Mann ein Feuerwerk abbrennen und Sterne anzünden. Und mit dem Sturm als Begleiter stand er auf und begann zu spielen – die Kreutzer-Sonate von Beethoven.<br>
Die Augenblicke vergingen, Augenblicke, die Tage bei der Erschaffung dieser Welt aus Feuer und Gestein waren; Abgründe und Höhen leidenschaftlichen Kampfes, die Idee der Ordnung und deren Auflösung in der Größe der menschlichen Macht. Nie zuvor hatte Rudolf so meisterhaft gespielt – oder mit einem solchen Begleiter. Wellen und Wind schlugen mit riesigen Händen auf den Turm. Stetig loderte das Leuchtfeuer in seinen sicheren Zyklen von Dunkelheit und Licht über ihnen. <br>
Der letzte Ton verstummte und Rudolf senkte schwer atmend den Kopf auf die Brust. Das Meer brodelte mit einem Gebrüll wie von tausend Stimmen über der Insel.<br>
Der alte Mann hatte während des Werkes regungslos dagesessen, die breiten, knorrigen Hände auf den Oberschenkeln ruhend, den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und die Ohren gespitzt. <br>Er saß noch einige Zeit schweigend da. Dann blickte er auf, hob ruhig und besonnen die Hände und nickte.<br>
„Ja“, sagte er. &quot;Das ist wahr.&quot;</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=auch-eine-weihnachtsgeschichte</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=auch-eine-weihnachtsgeschichte</guid>
<pubDate>Wed, 27 Dec 2023 16:17:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Misanthrop mit Leidenschaft]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/f%C3%BCsWiese.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>*Ich treffe J.V.W. an einem recht paradiesischen, auf jeden Fall aber lauschigen Ort auf dem Land. Eine als Ackerland ausgewiesene, mit alten Obstbäumen und einigen Tannen bestandene, mit vielen Winkeln und Ecken bestückte, gepflegt wilde, fußballplatzgroße Wiese. Sie ist Wohnort eines ihm inzwischen zum Freund Gewordenen, der seit 30 Jahren selber hier lebt.
J. steht hier seit gut einem Jahr mit seinem üppig ausgebauten HolzWohnwagen, der innen, auch wenn man sich gerade mal zu zweit im Gang kontaktlos begegnen kann, die Anmutung einer Halle wiedergibt, licht eingerichtet und alles da, was er braucht. Zwei Dinge lerne ich im Laufe des Tages über das Wohnen im Wagen: -das Wohnen im Wagen entscheidet sich im Winter und – das größte Problem ist der Standort.
Auf dem Gelände, wo wir jetzt im Schatten eines Apfelbaumes sitzen, grasen Gänse, picken Hühner, Laufenten staksen flink von Busch zu Busch und ein kleiner Hund schläft weiter hinten. Der Hahn kräht ab und zu, die Landstrasse rauscht kaum hörbar im Rücken. Überall stehen weitere Wohn und Bauwagen, Zelte, Schuppen mit unterschiedlichsten Funktionen und geben mir, gemeinsam mit vielen eingesammelten Steinen, Schildern, Blumen- und Klangampeln den Eidruck eines Skulpturenparks (kennt jemand Thieles Garten in Bremerhaven ?).
Ich kenne J. seit mehr als 30 Jahren, er ist seitdem als Schauspieler, Regisseur, Autor und vor allem, wie ihn eine Kollegin mal bezeichnete, als &quot;Wegelaberer&quot; in den unterschiedlichsten, meist von Feierlichkeiten durchzogenen Veranstaltungszusammenhängen unterwegs.<br><br></p>
<p><em>Erste Runde –<br>
Warm up<br><br><br />
Kann man Kreativität messen</em> ?<br>
Äh, nein, geht nicht, nein, das ist ein dynamischer Prozess. Etwas was so passiert und das man in keine, ne, das geht in keine Schublade, in keine Maßeinheit.<br><br></p>
<p><em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em>   <br><br />
Die sind gerade glücklich, weil sie was geschaft haben, wo sie wissen, das hätten sie nicht geschafft, wenn ihr eigener Geist, ihre eigene Schaffenskraft nicht dabei gewesen wäre.<br> Da ist etwas aus sich heraus, gerade so konnte das passieren, weil ich hier bin und es so mitgestaltet habe.<br> Und auch wenn sie das so nicht formulieren würden, ist es doch das, was zu diesem Zufriedenheitsgefühl, Möglichkeitsgefühl führt.<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br>
Langeweile.<br>
Als meine Kinder klein waren und sagten - mir ist langweilig, sagte ich, boh hast du ein Glück. Für mich entsteht aus der Langeweile irgendwas, wo ich mich außerhalb der Gewohnheiten beschäftigen muß/darf/kann.<br> Man kommt in so eine gewisse geistige Leere, die wieder Raum bietet für etwas, was einfach entstehen kann –<br> - kriegt man manchmal gar nicht mit, aber ich glaube in meiner Langeweile sammel ich immer unheimlich viel Kraft für meine kreativen Prozesse.<br>
Das erste was mir einfiel war übrigens Müßiggang, aber dann dachte ich, ne, ich nehm Langeweile.<br><br></p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Da hab ich keine Regel, noch nicht mal für mich. <br> Also ich brauch letzendlich dafür, daß da was auf dem Papier landet oder was ich, äh kreativ nach außen gebe, ich brauch immer den Druck am Ende.<br> Jetzt muss ich tun - und dann kann ich.<br> Aber das ist alles vorher in irgendeiner Art und Weise gesammelt, als Notizen, im Kopf – <br> - ich fühl mich da manchmal wie der junge Mozart aus dem Milos Forman Film, der sich da hinsetzt und sagt: <br>das hab ich alles im Kopf, muß ich nur noch hinschreiben.<br><br></p>
<p>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?
Ne, dazu ist Kreativität zu, da gibt es wie gesagt keine Maßeinheit zu, da ist sie zu umfassend. Woran soll man die Unterschiedlichkeit in der Kreativität festmachen ?
Ob man ne Flöte spielt oder was sagt, das ist natürlich was anderes. Als ich anfing tauchte oft die Frage für mich auf, warum ist das so einfach mit den Schauspielern zusammenzukommen, zu spielen und warum so schwierig mit den Musikern, bis mit einfiel, tja, die können sich über ihre Musik einfach besser kommunizieren als über Sprache, das ist schon so.</p>
<p>Braucht Kreativität Intelligenz ?<br />
Eindeutiges &quot;Jain&quot;. Es gibt einfach eine Form von Lebensklugheit, die nicht unter diesem intellektuellen Dach funktioniert. Die Intelligenz ist ja auch so ein uneindeutiges...
wobei man dazu sagen muß daß die Kreativität an sich sie nicht braucht, aber das Ergebnis, also was das für andere rauskommt, da steckt auch die Intelligenz dahinter.</p>
<p>Hast du ev. andere Worte dafür ?
Es gibt da son Wort, da bin ich im Laufe der Jahre immer mehr hingekommen – ich nenn das die Intuition, wo für mich die ganzen scheinbaren Widersprüche von Kopf und Bauch und Herz und bamm und Intelligenz, wo ich glaube jeder Mensch hat diese Intuition für sich zu entscheiden, das ist jetzt richtig für mich und ich glaube, diese Intuition ist auch der größte Stützpfeiler der Kreativität.Oder so -jede Kreativität ist intuitiv.
Und die Frage ist dabei auch, wieviel Raum gebe ich dieser Intuition. Bei mir ist z.B. Natur eine enorme Energiequelle dafür, in der Stadt, in einem Kämmerchen hockend, könnte ich das was ich tue, nicht tun, ich würde den energetischen Raum dafür nicht kriegen.</p>
<p>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?
Also, aus der Nummer kommen wir ja nicht raus, das wir sobald wir uns hier auf dieser Welt bewegen, ökonomische Wesen sein müssen – was zu essen, die vier Wände und um da ranzukommen muss man ökonomisch denken. Das ist wieder so relativ – das ökonomische Wesen und das kreative Wesen können eigentlich nicht Hand in Hand arbeiten, sondern nur auf verschiedenen Ebenen. Aber es gibt da Schnittpunkte, wo das ökonomische das kreative befördert, z.B. wenn man sagt, wenn ich da wirklich mein Geld mit verdienen möchte, muss ich mich auch hinsetzen und was aufschreiben oder dahingehen und was tun, oder den Pinsel schwingen. Das ist aber nur das Drehrad, damit man was Produktives schafft, was mich am Leben hält.
Beides ist immer da, nebeneinander her</p>
<p>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?
Nein, negative Gefühle ja, wofür man seinen kreativen Geist dann benutzt, wie man wem was für Todesfälle am Besten antun könnte, aber, auch wenn das ein kreativer Prozess ist, der da abläuft, so ist nicht die Kreativität negativ, sie bleibt Kreativität.</p>
<p>Gehört K. In die Politik ?
Ja, auf jeden Fall. Weil wenn du dich mit deiner Kreativität beschäftigst, lernst du auch die Dinge distanziert zu betrachten und das ist ein absolutes Muss in der Politik.
Welche Entscheidung führt zu was, da musst du eine Idee von haben, und sich solche Dinge vorzustellen, das ist ein kreativer Prozess, um dann zu der einen oder anderen Entscheidung zu gelangen.</p>
<p>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?
Wie ne Sternschnuppe  -  und es macht so: &quot;pling - phhhh&quot;</p>
<p>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?<br />
Ich bin leidenschaftlicher Doppelkopfspieler, für mich ist das hochkreativ.</p>
<p>Warmup beendet
ah, jetzt gehts ans Eingemachte</p>
<p>zweite Runde
persönliche Fragen
Würdest du dich selbst als Künstler bezeichnen ?
Ja. Ich schaffe eine Kunst, ich verdiene damit mein Geld und ich hab auf der Bühne was zu suchen.(lange Pause)
Warum ?
Weil man da ab und zu findet.</p>
<p>Worin besteht deine Kunst ?
Ich mag ja dieses Wort, &quot;Wegelaberer&quot;, das hat mir eine Kollegin mal zugedacht und ich fragte sie, ob ich das nehmen darf und seitdem...
Ich kann Dinge sprachlich, theatertechnisch (theatrös) in etwas umwandeln, was den Leuten ne Bereicherung und in den meisten Fällen auch ne Freude bringt.
Bei mir ist da auch viel Intuition und Improvisation mit drin.</p>
<p>Was macht für dich das Künstler sein aus ?
Wenn ich zu Arbeit fahr, fahr ich wohin wo gefeiert wird in irgendeiner Art und Weise, find ich wunderbar. Es gibt immer wieder Leute, die mir sagen, ich könnte das nicht, was du machst und dann sage ich oft – ja zum Glück, wenn wir das alle könnten, dann wär es verdammt schwer für mich damit mein Geld zu verdienen.
Aber für mich ist dieses Wohinfahren und da meine Kunst zu präsentieren und da passiert dann wieder irgendwas, also nicht nur das was man vorher im Kopf hatte, da passiert für mich auch immer etwas persönliches, also ich komme von jedem Gig in irgendeiner Weise erweitert zurück, machmal auch um die Erkenntnis, dieser Abend war fürn Arsch, diese Phasen gibt es ja auch, wo alles stockt) – aber das ganze Lebenskonzept um das KünstlerSein herum erfüllt mich mit einer grundsätzlichen Freude und Dankbarkeit, ich guck so oft in Richtung Himmel und sage &quot;Danke&quot; genau dafür, das ich das sein darf und machen darf.</p>
<p>Das hat ja alles auch viel mit Sich Einlassen zu tun, ist das für dich dann auch so etwas wie eine Beziehungstat ?
Ja das ist alles....Ich fang mal andersrum an. Ich behaupte ja von mir, daß ich ein Misanthrop bin. Wenn ich mir die Menschen als Ganzes und auch einzeln angucke, finde ich das eher enttäuschend. Ich glaube dadurch habe ich relativ früh in meinem Leben damit angefangen, mir eher das Gute anzugucken, damit ich nicht dauernd so enttäuscht und traurig bin, weil das ist ja genauso mannigfaltig vorhanden.
Und ich glaube, das ist auch eine große Kraft die mich auf die Bühne gebracht hat, weil ich diese Kommunikation in diesem Moment, wenn es zündet - es ist schön Menschen zum Lachen zu bringen, dieser Moment der Freude, des sich Wohlfühlens, sich an dem Moment erfreuen, das ist immer so voller positiver Ernergie. Ich sag immer, wenn ich vor 10 Leuten stehe geb ich ja immer nur eine, nämlich meine Energie ein, aber ich bekomme 10 zurück, ich hab am Ende gewonnen, aber ich bin der Zünder in dem Moment. Insofern ist das immer eine Beziehungstat. Das ist ne ganz eigene Kommunikation, also wenn ich mich frage, warum machst du das eigentlich, komme ich immer wieder dahin, diese Kommunikation zu beschreiben  – es geht mir darum, den Austausch.</p>
<p>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?Für Dich ?  Für andere ?
Ökonomisch – ich will damit alt werden
Aber ich muß auch immer das Gefühl haben, hier geht jetzt gerade was Gutes von mir aus. Taugen meine moralischen Ansichten. Auch wenn ich sage Hallo, das Kasperle ist wieder da, will ich trotzdem am Ende erzählt haben was dahinter steckt, also sieh gut mit deinem Herzen, sei offen in Geist und Herz für das Schöne was da ist, vermehre das. Und weil man alles was man sich anguckt vermehrt, das Negative wie das Gute und deshalb eben lieber so – da steckt ja auch so ein buddhistischer Gedanke drin.
Und ich hab ja in dem Moment die gestalterische Macht und darin liegt auch die Verantwortung, die nicht zu mißbrauchen.
Und auch Gedankenaustausch – ich mag das immer so gerne:
so in meinem Kopf wälzen sich große Fragen, so von rechts nach links und bomm bomm bomm und ich selbst dazwischen und alles und höm höm höm und  irgendwann nach drei Wochen setz ich mich hin und schreib nen Zweizeiler und in diesen zwei Zeilen ist alles drin was in diesem ganzen Wälzer der letzten drei Wochen drinsteckt und das sind dann so Moment wo ich mich total freue und denke: Ah, alles klar.</p>
<p>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstler Sein ?
Das ist der Kern.
Ich habe da so ein Grundvertrauen in meine Kreativität. So wenn ich da stehe und wenn im Puplikum irgenwie reagiert wir oder es wird etwas gesagt, daß ich dann in dem Moment, ne schöne, passende, witzige, schlagfertige Antwort dazu habe und da baue ich drauf, daß ich das so kann, daß es dafür tauglich ist, daß auch 80 Leute denken – och für dieses Rittermahl hab ich gerne so viel Geld bezahlt, das war ja lustig.</p>
<p>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?
Ah, da kommen wir jetzt zum Thema meiner Faulheit. Da gibt es z.B. dieses Buch, für das ich ja schon sowas wie einen Vorschuss bekommen habe. Da hab ich grad mal zwei Seiten geschrieben, da ist alles andere, wie bei Mozart im Kopf. Und ich weiß, daß es eine ganze Menge bringen würde, wenn ich mich auch nur eine Stunde am Tag für zwei Wochen hinsetzen würde, da würde eine Menge entstehen, aber gerade ist es zuviel, ich bin ein bißchen zu faul, jetzt ist grad Saison.
(aber das ist ja auch gar nicht die Frage nach der Kreativität, eher nach der Arbeitsdisziplin, oder der Frage, nach dem richtigen Zeitpunkt für die Arbeit. Anm.T.)</p>
<p>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?
Diese Gefühl, ach schön, da ist wieder was im Fluss. Da ist auf jeden Fall großer Stolz dabei, wo ich immer sehr achtsam bin, daß ich diesen Stolz und meine Eitelkeit fein säuberlich voneinander trenne. Da zitiere ich auch noch mal diesen schönen Satz: &quot;Einer guten Idee ist es völlig egal wer sie gehabt hat&quot; aber das gibt mir auch immer wieder das Gefühl, ja, ich darf mich Künstler nennen, darf Künstler sein.
Es ist auf jeden Fall eine Form von Freude, spürbarer Freude, ganz schlicht, ich freu mich dann.</p>
<p>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?
Ganz oft. Ganz viel. Es gibt da auch diese ganz großen Highlights, gerade auf der Bühne, die dann wenn man an sein 30, 40 Jahre auf der Bühne stehen, die bleiben einfach hängen, ewig. Einer dieser Momente war z.B. Guildo Horn, also Pannas hat Guildo hat dich lieb beim Tavernenspiel gesungen, wir haben das ganze Tavernenspiel als song contest gemacht und ich stand dann da und hab gesagt, ich sei finnischer Opernsänger und fing dann an zu trällern. Das war nicht gut, aber das muss sehr sehr witzig gewesen sein. Da war Ute und lachte ihr herzliches Lachen und alle kriegten sich nicht mehr.... das war einer der Momente wo ich dachte – ah </p>
<p>War das schon immer so, hat sich das verändert ?
Ja klar. Ich sach mal so – die Eitelkeit war und ist für diese ganze Geschichte ein intensiver Motor, aber der Umgang damit ist inzwischen ein ganz anderer. Es gibt eine Form der Selbstbestätigung, die ich da früher rausgezogen hab, die brauch ich nicht mehr. Und dieses Gefühl wenn man von der Bühne oder aus seinem Kostüm steigt – boh das war richtig schön, charmig, da schwingt die Eitelkeit natürlich mit, aber ich brauch dieses Gefühl eigentlich nur für diesen Moment wo ich sage, ja ich habe diese Arbeit gerne gemacht und kann da auch gerne für Geld nehmen, das war gut und deshalb darf ich diese Arbeit machen.</p>
<p>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?
Mich auf´n Stuhl setzen, in die Natur gucken und langeweilen. Müßiggang.
Und gucken, daß ich in einen schönen, freudvollen Gedankenflow komme.
Sich aus diesem ganzen andern Kram rausbegiebt.
Und ich schöpfe aus schönen menschlichen Begegnungen, ob in der Gruppe oder bilateral, da ist oft so viel Kraft, soviel Lachen drin.</p>
<p>Was geschieht bei der Präsentation ?
Das ist immer mit der Hoffnung verbunden, das die Wirkung so ist, wie man sich das vorgestellt hat. Und wenn das ins Leere geht, dann ist die Enttäuschung groß.
Aber das ist auch eine Sache an die ich mich gewöhnt habe. Als der B.D. damals im L.Theater seine erste Inszenierung machte, da fragte er mich, ob ich mir die Generalprobe angucken konnte, aber mit der Bedingung, danach zu verschwinden, damit er mit den Schauspielern reden könne und wir treffen uns später im Jorgos.
Dann kam er, setzte sich und fragt: eij sag mal, ist eigentlich jede Inszenierung ein großes Scheitern und ich guckte ihn an uns sagte: Ja.
Weil das geht mir immer so, wenn ich mir eine Prmiere von mir angucke, dann seh ich nur was fehlt, ich sehe nichts von dem was ich geschaffen habe, nur wo ich zu blöd war, nicht gut genug war zu vermitteln für das was ich erst selbst jetzt verstehe,
ich übertreibe jetzt, aber das ist mir immer so gegangen, auch bei meinen aktuellen Sachen aber ich kann mich da inzwischen auch emotional so von distanzieren, das ich klar komme – du weißt halt, das ist so und so und da passiert das und das und du sagst dir ok, beim nächsten Mal hast du den Kick eben früher.
Aber das ist ja auf vielen Seiten auch sehr flüchtig. Bei den spontane, improvisativen Sachen, wo du probierst, sollte das was raus will auch rauskommen, da gibt es dann auch die Sachen die bleiben, in der erinnerung oder die Pointe wird für immer in das Stück übernommen. Und auch bei den Aufführungen, hier jetzt gerade, vor zwei Wochen, Caldron de la Barca, die fünfte Vorstellung. Ein ganz stilles Publikum, keine Reaktionen, ich fands richtig qualvoll, fragte mich, macht das überhaupt Sinn, ist das nicht alles sterbenslangweilig und am Ende gab es standing ovations, nur begisterte Menschen da und dann dachte ich, ok, also doch, oh wie schön. </p>
<p>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?
Heilend ? Als du gerade anfingst mit dem Wort, dachte ich heilig, da hätte ich sofort ja gesagt. Aber heilend und heilig schließt sich ja auch hier überhaupt nicht aus. Aber wirklich, ich find es liegt was Heiliges in diesen Momenten, was Leuchtendes, das passiert da. Das spür ich bei der Rezeption, also beim Angucken ebenso wie beim Machen, beim Gestalten.</p>
<p>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt    -meine geschundene Seele ?
Ja.</p>
<p>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?
Ja
Eindeutig Ja.
(Ich hatte auch schon die Antwort, ich habe keine geschundene Seele.)
An dem Punkt bin ich dann nicht nur Misanthrop, da bin ich auch Fatalist, also wie soll ich denn keine geschundene Seele haben, diese Seele wird durch uns hier Existieren müssen an sich schon geschunden.</p>
<p>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?
Natur, nochmal.
Aber auch das was mir täglich begegnet. Menschentheater ist eine der größten Inspirationsquellen. Im Zug, eine übergewichtige Dame am Rollator mit ihrem schmal- und kleingewachsenen Mann, die unverwandt aufs gröbste schimpfte:
&quot;Weißt du, wo du deinen Ehering heute abend finden kannst – im Klo, im Klo&quot; usw., die ganze Fahrt. Und ich dachte bei mir nur, wenn es solche Leute nicht gäbe, wüßte Kollege Uli gar nicht, was er spielen sollte.
Die Verrückten und die Bekloppten sind immer die größeren Dramatiker, die erzählen eben mehr.</p>
<p>Dritte Runde
Allein/Zusammen/Politische Fragen/Was fällt dir dazu ein</p>
<p>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?
Also, ich halte es  für absolut wichtig z.B.in der Erziehung, Schulbildung etc. das kreative Element, was jeder in sich trägt zu fördern, dem Raum zu geben, egal wo sie später damit landen, aber das Gefühl dafür, das Bewustsein darum, diesen überaus wertvollen Quell ihres Sein zu erleben.</p>
<p>Gruppenarbeit in der Schule ? Ensemblearbeit ? Teamarbeit ?
Wie müsste die gestaltet sein ?
Es müsste auf jeden Fall kommunikativ gefördert oder auch gefordert werden. Überall, z.B. der Chef der sagt pass auf, wir haben folgende Situation hier und wir machen ersteinmal ein brainstorming und dabei kann jede/r sagen was er/sie will und daß da ein Arbeitsklima ist, ohne daß da gesagt wird, ja da hat ja damals der dazu gesagt und wenn wir das.... dann wäre ja. Jedes gesellschaftliche Zusammensein,da bin ich mir sicher, wird reicher und produktiver durch Kreativität. Und das ist ja auch in der Autowerkstatt, wenn da ein junger Kerl steht und sagt, das Regal, wenn wir das dahin und das so, ersparen wir uns die Hälfte unserer Laufwege und das die Leute dann nicht sagen, das war doch schon immer so, das ist dann auch ein kreativer Angang.</p>
<p>Der Flow-Effekt (Montessori) ?
Flow - Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder Funktionslust.   ?
Mein Sohn war auf der Montessorischule, das war atmosphärisch eine tolle Schule und das Konzept ist gut und war genau richtig für ihn. Im Mittelpunkt das Kind, seine Fähigkeiten, seine Kreativität, da kann ich was mit anfangen.
Da fällt mir noch ne Geschichte ein. In Bad B. da sind dann bei der Walpurgisnacht auch immer diese Elfen und Feen und werden gefeiert und gespielt und überall dieses Zauberhafte. Und letztes Jahr war da plötzlich ein relativ kleines Kind am Nachmittag vermisst und das ging so weit, daß da dann schon von der Feuerwehr im nahegelgenen Fluss mit Stöcken gesucht wurde und sowas. Nachts um 11., halb 12. kam dann jemand auf der Zeltlagerwiese an so nem kleinen Lagerfeuer vorbei wo ein kleines Mädchen, ganz versunken und ganz verträumt in dieses Lagerfeuer guckte, sich daran wärmte und er sagte dann, heißt du zufällig soundso und sie sagte: Ja. Die ist an dem Tag in dieser Feenwelt völlig abgetaucht, die war völlig glücklich, glücksseelig, hat ihre Eltern gar nicht vermisst. Und all das vorher und drumherum will niemend, vor allem nicht die Eltern je wieder erleben, aber diese Auflösung war geradezu bezaubernd.</p>
<p>Soziale Plastik, Wärmecharakter  (Beuys) ?
Jede/r kann ein/e Künstler*in sein (Novalis) ?
Klar, jeder Mensch ist kreativ, also kann jeder Mensch ein Künstler sein
und wann er dann zum Künstler wird, tja. Ich kann auch ein Bild malen,
vielleicht hat das ja auch einen Künstlerischen Wert aber wann ist das Kunst ?</p>
<p>Wir beenden das Gespräch aus Rücksicht auf unser schwindendes konzentratives Vermögen und J. zeigt mir noch das komplette Gelände, wir besuchen F., der zwischen Blumen und u.a. unter dem Schild &quot;Es gibt immer was zu tun&quot; vor seinem Wagen sitzt und schauen in die Weite über dem Feld hinter dem Grundstück.
Dann trinken wir noch einen Kaffee bevor die folgenden Aufgaben des Tages angegangen werden.</p>
<p>....</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=misanthrop-mit-leidenschaft</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=misanthrop-mit-leidenschaft</guid>
<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 08:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Letzte Tage]]></title>
<category>Zeit</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG-20181018-WA0004_%281%29.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Lebe jeden Tag, als wäre er der letzte</strong><br>
oder<br>
wer bin ich, mich einem solchen Märtyrium auszusetzen<br><br></p>
<p>Letzte Tage habe ich gesehen<br>
da wird dir grauselig zu Mut.
Da wurd gedämmert, schwerzunschön<br>
und nichts von dem was war, war gut.<br><br></p>
<p>Nicht das leise Abschiednehmen,<br>
wortlos, mit ein bißchen Hautkontakt.<br>
Nicht das Dauern, nicht das Grämen.<br>
still die Schreie weggepackt.<br><br></p>
<p>Auch nicht der Gedanke an<br>
all das was einmal gewesen,<br>
den nur ich noch denken kann,<br>
alles hier wird sich bald lösen.<br><br></p>
<p>Nicht das Hoffen auf ein gutes Ende,<br>
das die ganze Zeit im Raume steht,<br>
bis sie einstürzen, die Wände<br>
wenn schließlich die Verbindung geht.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/SKULL_SHAPED_FLOWER.jpg" alt="" /><br>
Nein, so möchte ich nicht leben,<br>
jeden Tag, den ganzen Rest.<br>
Ich würd mich dabei überheben,<br>
dann lieber jeden Tag ein Fest.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=letzte-tage</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=letzte-tage</guid>
<pubDate>Tue, 12 Dec 2023 07:44:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Schlüssel zum Glück]]></title>
<category>Zeit</category>
<description><![CDATA[ <p>ZumHören-Egänzung:
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20231112_13063.jpg" alt="" />
Klicke auf den roten Titel
dann öffnet sich das DenkKapitel</p>
<p><a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schmerzbestreut.mp3">Schmerzbestreut</a></p>
<p>Text zum inwendigen Anhören:</p>
<p>Liebesvoll
fern von Groll
unbeschwert
kommst du zur Welt
bist das einzige was zählt</p>
<p>schmerzbestreut
wortverbleut
kleingemacht
seltenst verheilt
kaum einer der das peilt:</p>
<p>schimpf nicht
schlag nicht
stell das frotzeln ein
rümpf nicht
plag dich
nicht mit Streiterein
hinterlasse keine Narben
mach sie nicht ein
sie sind nicht klein</p>
<p>Kinder haben alle Stärke
stör sie nicht durch deine Werke
(Kinder sind das Salz der Erde
ohne sie stirbt jede Herde)</p>
<p>Schau doch mal selber zurück
Du warst dein Schlüssel zum Glück</p>
<p>heil sein
ganz sein
Teil sein
Dasein voll da sein</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dasein-da-sein</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dasein-da-sein</guid>
<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 10:21:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Raum und Zeit ]]></title>
<category>Zeit</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/08_0.jpg" alt="" /></p>
<p>Im Anfang war die ZEIT<br>
Im Anfang war der RAUM<br>
ZEIT und RAUM<br>
RAUM und ZEIT<br>
war´n im Anfang EINS<br>
Und weil da nichts andres war<br>
war´n RAUM und ZEIT<br>
war´n ZEIT und RAUM.<br><br>
.
Und die ZEIT schuf den RAUM<br>
auch wenn sie still stand<br>
Und der RAUM schuf die ZEIT<br>
auch wenn er leer war.<br>
Und als der Raum sich dehnte,<br>
sich nach Entfaltung sehnte<br>
da begann die ZEIT zu vergeh´n.<br>
Die ZEIT floß dahin, daher<br>
der RAUM wurde mehr.<br><br></p>
<p>Doch das alles ist schon lange lange her<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-vergehen-der-zeit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-vergehen-der-zeit</guid>
<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 08:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Blaue Zeit]]></title>
<category>Zeit</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Thealozzi-Fest%C2%B417_-_aerial_front_03.jpg" alt="" /><br><br>
War da was ?<br>
Da war doch was ?<br>
Da ist doch was...<br>
gehuscht, da im Blau.<br>
In diesem Licht<br>
so nicht in Sicht ?<br>
So nichtsichtbar,<br>
ungesehen.<br>
War das, was da war,<br>
war das was da war wahr ?<br><br>
und war das oben ?<br>
Hinten ?<br>
Wo ?<br>
Und was ?<br><br>
Schleicht da was ?<br>
Schleicht sich da was ein ?<br>
In mich rein ?<br>
In uns rein ?<br>
Kriecht da was aus dem Augenwinkel<br>
rein in den Kopf ?<br>
Kriecht da was rein ?<br>
Raus aus dem Nichts<br>
übers Ohr in die Gedanken ?<br>
Durch das Horchen in den Kopf.<br>
Furcht sich das durch,<br>
das da, was da in mich reinkriecht?<br><br>
Nimmt es Platz?<br>
in den Sinnen<br>
sich einzunisten ?<br>
sich auszubreiten ?<br>
erst in den Gedanken<br>
dann im Sein ?<br>
Rein in die Ahnung,<br>
raus aus dem Dunkel des Nichts,<br>
rein ins Sichtfeld ?<br>
Rein in das Denken<br>
von etwas anderem,<br>
nimmt es Platz ?<br>
Macht es sich breit ?<br>
Macht es sich zu mir?<br>
Macht es mich zu sich ?<br><br></p>
<p>War da was ?<br>
Da war doch was ?<br>
Da ist doch was...<br>
gehuscht, da im Blau.<br>
In diesem Licht<br>
so nicht in Sicht ?<br>
So unsichtbar nichtsichtbar<br>
ungesehen.<br>
blau<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Plakat.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=blaue-zeit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=blaue-zeit</guid>
<pubDate>Tue, 21 Nov 2023 06:16:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Als hätten wir nichts Besseres zu tun]]></title>
<category>Aktuell</category>
<description><![CDATA[ <p>Weil es gestern in unsere Welt geschmissen wurde, muss das sein:<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220508_130415.jpg" alt="" /><br></p>
<p>Er sagt,<br> wir müssen Krieg führen können, um nicht Krieg führen zu müssen.<br>
Er sagt,<br> wir müssen &quot;Kriegstüchtig&quot; werden.<br>
Weiß er, was er da sagt ? Will er das ?<br>
Es sieht ganz so aus, daß er es weiß, wenn er das sagt.<br>
Er sagt es mit Etat, Sondervermögen, Zusatzanträgen,<br>
also mit beinahe unerschöpflicher Kohle,<br>
aus seinem Ministerium heraus,mit dem Parlament, den Medien,<br>
also mit legitimiertem Recht,<br>
den unsäglichen Beispielen gerade der letzen Jahre,<br>
also mit Krieg und Terror im Rücken<br>
und spritzt es so mit eklatanter Machtfülle versehen, in die Herzen der Menschen.<br>
Ein Gift, das schon seit langer langer Zeit,<br> in allen Teilen der Welt
Un-Heil in die gesamte Lebenswelt schwemmt.<br>
Un-Heil, das immer wieder als Heil - bringend definiert wird,<br>
weiteres und weitaus größeres Un-Heil verhindern soll,<br>
immer aber Un-Heil bleibt, egal wie heil man darin davonkommt.<br><br></p>
<p>Tüchtig ist, wer was schafft, wer was taugt, sich für etwas eignet, gut eignet.<br>
Aber nicht nur das -<br>
tüchtig heißt auch fleißig, beflissen, betriebsam, geschäftig, rastlos, rege, rührig, schaffensfreudig, tätig, unermüdlich, umtriebig, .....<br>
also ist tüchtig, wer bereit ist,
es gut und über das geforderte Maß hinaus zu tun.<br>
Er also will uns bereit sehen, genau das zu tun, was er da sagt -<br>
wie in Äthiopien, Afghanistan, Aserbaidschan,  Armenien, Bosnien und Herzegowina, Iran, Israel,  Palästina, Jemen, Kenia, Kolumbien, Kongo, Myanmar, Nigeria, Nordirland, Philippinen, Ruanda, Sri Lanka, Sudan, Syrien, Ukraine, Venezuela<br> die Verteidigung der Interessen des jeweilig von außen oder innen angegriffenen Landes dem Militär in die Hand geben.<br>
Nicht anderes heißt es, wenn hochgerüstete, effiziente, todbringende, tötende Streitkräfte und ihr Bedrohungspotential in die Abwägungen zur positiven Veränderung bestehender Konflikte einfließen.<br> Mal abgesehen davon, daß dies durchaus als Bedrohung im Vorfeld eines Konfliktes gesehen und argumentiert werden kann.<br>
Ihm muß klar sein, daß hier und so der Konflikt, der Streit<br> befeuert wird,<br> er heizt ihn an,<br> bringt ihn ev. zum Kochen,<br> erhitzt die Gemüter,<br> facht an,<br> heizt auf,<br> entflammt,<br> zündelt an der Kälte untereinander,<br> erwärmt die fragilen Konstellationen<br> – entkältet die Kälte des Konfliktes.<br><br></p>
<p>Nie wieder darf von Deutschland einer ausgehen, hieß es nach dem Letzten –<br>
doch jetzt machen wir uns dafür bereit – tüchtig, tüchtig.<br><br>
Wie beflissentlich bescheuert, wie vergammelt old school, wir prallvoll hirnlos, wie klein, wie unendlich einfallslos, wie arm, wie seelenlos dumm wenn nichts besseres auf der Agenda steht,<br>
wenn Lösungen nicht gedacht werden, wenn anderen Wünsche und Ziele nicht ins Auge gefasst werden<br> – klare Kante zum Wohl aller sieht anders aus.<br>
Kriegs – tüchtig = Friedens – flüchtig<br><br></p>
<p>Nachabsatz:<br>
Vielleicht sollten wir das Wort, das beschreibt, was da auf der strukturellen Ebene geschieht: <br>
(wiki) Die große Bandbreite der Bedeutungen spiegeln das altfriesische halskrīga mit der Bedeutung „Halssteifheit“ <em>(Halsstarrigkeit??</em>) sowie die vermutlich in Verbindung stehenden Begriffe altirisch bríg, mit der Bedeutung „Kraft, Macht“ und lettisch grînums für „Härte, Strenge“ wider (<em>einspruchslos gewaltbereit),</em><br>
vielleicht sollten wir das Wort anders, emotionaler nehmen und schreiben –<br> (ein altes Wort dafür heißt Oorlog) <br>ab heute heißt es : <strong>Kriiiig</strong></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=als-hätten-wir-nichts-besseres-zu-tun</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=als-hätten-wir-nichts-besseres-zu-tun</guid>
<pubDate>Sat, 11 Nov 2023 13:29:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Altern 99+]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p>99<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/alt.jpg" alt="" /><br><br>
Was kann man sagen, angesichts einer solchen Lebensfülle – <br><br></p>
<p>Ja, kann man, <br>
da &quot;alt&quot; zu jeder Lebenszeit passt.<br>
&quot;Alt&quot; ist schon die Drei – Tage – Alte.<br>
&quot;Alt&quot; ist nicht definiert, z.B. als ein gelebter Zeitraum, jenseits von etwas Bestimmten.<br>
Alt ist, wer alt sich fühlt. <br>
Alt ist, wenn die Altersflecken übertünchen dir den Altersschrecken.<br> Altersweise Altersgreise.<br>
All das sind Versuche, etwas zu beschreiben und zu systematisieren,<br> was man genauso leben muß, wie alles andere um es zu verstehen –<br> denn immer kann es auch ganz anders sein.<br>
Klaus Hoffmann sagt:<br>
&quot;Ich habe keine Ehrfurcht vor dem Alter; auch mit 80 kann man bescheuert sein.&quot;<br>&quot;Ich habe keine Ehrfurcht vor dem Alter; auch mit 80 kann man bescheuert sein.&quot;<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/alter-mann-hat-spass_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Alt sein und sich alt fühlen sind sowieso zwei verschieden Dinge.<br>
George Harrison sagte kurz vor seinem Tod, innen drin, da fühle er sich wie 16 – da habe sich seitdem nichts verändert.<br>
Die Verbindung von ganz alt und ganz jung wird auch immer betont:</p>
<p>&quot;Es trägt wohl mancher Alte
deß Herz längst nicht mehr flammt
im Antlitz eine Falte
die aus der Kindheit stammt.&quot;
So beschreibt Julius Flamm 1854 diese Empfindung.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Lupe.jpg" alt="" /><br><br>
Aber reicht das ? <br>Wo fängt dieses betagte Jenseits an, wo es außerdem noch im Diesseits anzusiedeln ist ?<br> Jenseits welcher Zahl wird die Hochbegabung zur Hochbetagung ?<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Hochklappd.jpg" alt="" />
Ab wann wird aus Altersweisheit Steinaltertum ?<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/altjunghand.jpg" alt="" /><br>
Wo beginnt das methusalemsche Alter<br>
oder<br>
ist dieser Begriff vielleicht schon irgendwie überaltert ?<br>
(schließlich wurde Methusalem nach einigen Berechnungen gerade mal 78 Jahre (also 969 Mondzyklen) alt)<br>
Gibt es da ein einzugrenzendes Datum ?<br>
Wo verläuft diese Grenze von der Karl Kraus sagt:<br></p>
<p>&quot;Keine Grenze verlockt so sehr zum Schmuggeln wie die ........&quot;<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Altersgrenze.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Und überhaupt -  wer bestimmt darüber ?<br><br>
Goethe lieber nicht:<br></p>
<p>&quot;Das Alter ist ein kaltes Fieber<br>
Im Frost von grillenhafter Not.<br>
Hat einer dreißig Jahr vorüber,<br>
So ist er schon so gut wie tot. &quot;<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Antiidi.jpg" alt="" /><br><br>
Einige sagen, man wird alt, wenn sich das Wollen vom Können entfernt,<br>
doch damit kommen wir dem Phänomen auch nicht weiter auf die Spur,<br>
denn wer bestimmt wiederum wann das beginnt und ab wann daraus dann das Alter folgt.<br></p>
<p>Wahrscheinlich ist das Alter doch eher ein zu beschreibender Zustand. <br>
Wenn die Knochen morsch werden,<br> werden auch die Beschwerden mächtiger,<br> zahlreicher, umfassender, dann wird der Kreislauf zum Greislauf,<br> das Tun zum Ruhn und das Befinden zum Verschwinden.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Prinzessalt.png" alt="" /><br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Prinzessjubg.jpg" alt="" /><br><br>
Und das wiederum ist spezielle und individuelle Wahrnehmung.<br>
Beim Bücken sagt so mancher:<br>     &quot;Was könnte ich denn noch erledigen,                           wo ich gerade mal hier unten bin ?&quot;<br><br></p>
<p>Die biologischen Abläufe, die zum Alter führen, können uns dabei ziemlich egal sein, denn die Alternativen, die zur Alterslosigkeit führen, sind eher suboptimal:<br></p>
<p>Zwar gibt es eine Quallenart, die nach Eintritt in die Geschlechtsreife in der Lage ist, sich selbst durch Transdingsbums in der Zellstruktur wieder in das Stadium der Kindheit zurückzuversetzen und das wohl auch beliebig oft –
aber wer will schon eine Qualle sein ?<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Ftagez_0.jpg" alt="" /><br><br>
oder <br>
bei -196 Grad Celsius dahindösen, wo es keine weiteren biologischen Aktivitäten mehr gibt<br>
und das Überleben quasi endlos garantiert werden kann<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Eisgesicht_1.jpg" alt="" /><br><br>
oder<br>
sich derart mit Prothesen runderneuern lassen, daß am Ende nichts mehr von mir übrig ist<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Metropo.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>oder<br>
sich die bewustseinsrelevanten Teile des Gehirns digitalisieren lassen, um dann als Computerprogramm weiter Sudokus zu lösen oder Puzzel zu legen ?<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/aaaPuzzle.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Also bitte !<br>
Da wäre früh dem Alter eine Absage <br>erteilen fast schon angenehmer. <br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/rip-tekstura-fon.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Irgendwelche Statistiker haben nach diversen Befragungen vieler vieler Menschen errechnet,<br> daß in den Jahren von 58 – 77 die Menschen am Glücklichsten sind.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/aaaRettungsschirm.jpg" alt="" /><br><br>
Also beginnt das Alter für einen Menschen, wenn sie da durch ist
oder wenn er anfängt, sich nicht mehr glücklich zu fühlen.<br>
Es stimmt – Menschen, die glücklich sind, sollen angeblich länger leben, also mehr Alter erleben,<br>
(was nicht heißt, daß die, die früh sterben nicht glücklich gewesen sein konnten)<br>
Aber ob man glücklich ist, wenn man alt wird, auch das entscheidet am Ende wohl jede/r selbst auf Grundlage der eigenen Erfahrungen.<br><br></p>
<p>Mannomann, ist das kompliziert und nicht zu fassen – naja – ist ja auch genauso wenig zu fassen, warum wir das Glück haben zu Leben und uns über all das Gedanken zu machen.<br><br></p>
<p>Oder solche Fragen zu beantworten -<br>
Warum wird so manches Gedankengut nicht einfach schlecht ?<br>
Wer anderen eine Grube gräbt, sollte der nicht erstmal sichergehen, daß der Preis stimmt?<br>
Immer wenn du denkst es geht nicht mehr spürst du dich dann um so mehr?<br>
Was du heute kannst besorgen, setzt dich auch heute unter Druck ?<br></p>
<p>was ist ein bankraub<br>
gegen die gründung einer bank<br>
was ist die gründung<br>
gegen die Rettung einer bank<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/mit_blatt-ukulele.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Stund um Stunden<br>
unumwunden<br>
ist das Jahr hinweggefegt<br><br></p>
<p>Tag um Tag<br>
Schlag auf Schlag<br>
hat es sich in mir geregt<br><br></p>
<p>Woch um Woche<br>
Herzgepoche<br>
aufrecht bin ich ihm begegnet<br><br></p>
<p>Mond um Mond wurd ich belohnt<br>
mit guter Zeit für mich gesegnet<br><br></p>
<p>doch das allergrößte Glück,<br> ist und bleibt der Augenblick<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Rosen.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=altern</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=altern</guid>
<pubDate>Fri, 10 Nov 2023 13:04:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie geht (ging) das mit dem Einschlafen]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/SSA51491.JPG" alt="" /><br><br>
<strong>Wie kriege ich mein Kind in den Schlaf</strong><br>
oder<br>
<strong>Anleitung zum glücklichen Abendeinklang</strong><br><br></p>
<p>Es ist schon ein wenig abstrus. Ich sitze mitten in der Nacht vorm Computer und versuche zu beschreiben wie Max am Besten in den Schlaf kommt. Neben mir die Funkgeräusche aus dem Babyphon, die den Übertragungssignalen der Apollomission zum Mond von 1968 das Wasser reichen können.<br> Immer wieder stoßen allerdings Maxs Hustengeräusche durch diesen interstellaren Äther und die Frequenz dieser Anfälle nimmt zu. Mein Verweilen hier wird also nicht mehr von all zu langer Dauer sein. Spätestens wenn Paul in den Hustenkanon einstimmt kann ich mich auf den Weg machen. Vielleicht bin ich ja schneller oben als die beiden sich wachgeschaukelt haben; Zähne putzen  und die restliche, eh schon spärliche Körperpflege und angemessenes Umziehen kann ich dann aber wieder vergessen.<br>
Statt selber schlafen zu gehen also dies.<br><br></p>
<p>Aber ich werde es versuchen, schon allein ob der immensen Erstaunis genüge zu tun, die dich erfüllt, wenn ich ihn ins Bett gebracht habe.<br>
(ja dieses Wort scheint mir angemessen, denn so sieht dein Gesicht, meine Liebe, aus – Erstaunis steht drauf geschrieben, wenn ich mal wieder ein paar Minuten nach dem „Gute Nacht Sagen“ nach unten komme und du fragst mich „schläft er ?“ – da schlägt mir die pure Erstaunis entgegen.)<br>
Also ich versuche es, denn auch wenn es ein hochkomplexes, fein-sensibles Vorgehen ist, das Behutsamkeit, Entschossenheit und Geduld verlangt, so ist es doch auch ein fulminantes Vergnügen.<br> Es gibt ein paar Vorbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit das Einschlafen unseres Jüngsten von Erfolg gekrönt sein kann.<br>
Der Erfolg beinhaltet die Möglichkeit, den Schlafenden zu verlassen, um noch das ein oder andere notwendige oder auch sinnlose Tun zu verrichten, z.B. die Gewinnermittlung vom vorigen Jahr zu erstellen, damit das Finanzamt oder schlimmer noch das Jugendamt in seinen Forderungen befriedigt werden kann.<br><br>
Wenn er einen ausgefüllten Tag hatte, zu Mittag nicht länger als 1 ½ Stunden schlief, genügend frische Luft abbekommen und gut gegessen hat stehen die Chancen zumindest nicht schlecht, ihn nach ½ 8 Uhr ins Bett und in den Schlaf zu begleiten.
Wenn man dann selbst nicht nach Muttermilch riecht, genügend eigene Erschöpfung in sich trägt (also kaum noch aus den Augen gucken und auf den Beinen stehen kann) dann ist der Erfolg fast schon gesichert, wenn folgende Verhaltensmassregeln nicht gänzlich außer Acht gelassen werden.<br>
(Außerdem darf Max nicht krank sein, nicht zu heftig Husten und sollte eine relativ freie, d.h. fließende Nase haben – dann kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen, es sei denn er zahnt gerade oder steht kurz vor oder nach einem Bewusstseinssprung, sprich er hat im Laufe des Tages wieder irgendetwas dazugelernt.)<br><br></p>
<p>Hier also die Anwendungstipps vom 25.11.07 24.00 Uhr (gespickt mit Nachträgen aus späteren Tagen), die sich allerdings mit wachsendem Bewusstsein, ergo wachsendem Kind stetig, mitunter täglich verändern können (vor drei Wochen noch war die Vorgehensweise wesentlich einfacher und klarer. Die damals angewandten Verhaltensweisen finden sich aber auch hier wieder, mussten allerdings inzwischen stark modifiziert werden.)<br><br></p>
<p>Das Ritual
beginnt mit dem „Gute Nacht Sagen“ der engsten Angehörigen. Wenn es geschehen sollte, das diese, weil anderweitig beschäftigt nur ein kurzes, beiläufiges  „Gutnach“ in den Raum raunen, sollte dies keinesfalls thematisiert und einfach und ruhig fortgefahren werden. Das gleiche gilt, wenn Max in schierer Verzweiflung über das Verlassen seiner Lieben zu Weinen beginnt.<br>
(Inzwischen allerdings geht er winkend und „Ssühüß“ tirilierend auf dem Arm aus der unteren Wohnung)
Dann wird der Umgegend, dem Draußen und allen auf dem Weg nach oben Aufmerksamkeit erregenden Dingen „Gute Nacht“ gesagt.<br> Auf dem Weg nach oben sollte er sich derweil beruhigt haben und Bereitschaft zeigen, sprich sich an die Schulter lehnen und seine ganze Schwere auf den ihn tragenden Körper fallen lassen. Tut er das noch nicht, tut man gut daran, irgendwelche sinnhaften oder auch sinnlosen Tätigkeiten zu vollziehen, wie z. B. die Heizung im Kinderzimmer anzudrehen und Pauls Schlafanzug draufzulegen, seine Wärmflasche zu füllen, die Betten vorzubereiten oder sonstiges. Dabei hilft - stetiges Erklären, was man da gerade tut, singen eintöniger Lieder oder einfach schweres Atmen - Max dabei in die entsprechende Stimmung zu gelangen.<br><br></p>
<p>Variante I : Max sagt „Gute Nacht“ vor dem Wickeln und in den Schlafanzug steigen, dann wird nach der Verrichtung das Wickelwasser ins Bad gebracht, die Vorhänge zugezogen, das Licht auf Nacht eingestellt und das Bett gerichtet.<br>
(Diese handwerklichen Verrichtungen bringen einerseits Eintönigkeit in den Wahrnehmungsbereich des Kleinen und lassen ihn an andere Dinge als an Protest denken, denn da werden ja „gewichtige“ Dinge getan ( ich habe schon mal Max damit in den Schlaf gearbeitet, dass ich den Herd, bzw. seine Ceranfeldplatten mit Inbrunst und meditativer Realitätsabstinenz mit Stahlbürste und Scheuermilch reinigte, aber damals lag er noch im Tuch und beide Hände waren frei)).<br> Andererseits sind das Aufdecken der Bettdecke und der Lichteinfall im Zimmer für Hinlegen und Aus-dem-Zimmer-schleichen von großer Wichtigkeit – wenn ich beim Hinlegen wühlen muss ist der richtige Zeitpunkt meisten verpasst, wenn nicht genügend Licht im Zimmer ist, ich seine Augen nicht sehen kann, wird es mir schwer fallen zu entscheiden, wann ich mich verabschieden kann).<br><br></p>
<p>Variante II
Du hast ihn ins Bett gebracht und er hat die Wachheit seines Bewusstseins nach oben gekehrt und dich mit seinen Entdeckungen im Dämmerlicht des Schlafzimmers unterhalten.<br> Dann nehme ich ihn wieder mit nach oben, zeige ihm auf dem Weg wie schwer mir dieser Weg selber fällt und freue mich geradezu auf die Minuten die ich bei ihm liegen und mich ausruhen kann. Dabei murmele, summe oder salbadere beruhigend und wie gesagt voll Vorfreude.<br></p>
<p>Dann wird direkt gesungen und gewiegt.<br>
Zeigt er Einschlafwillen (so rum interpretiere ich dann einfach sein Bemühen die Augen offen zu halten) kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an ihn hinzulegen.
Halt, da fehlt noch was, genaugenommen zweierlei.<br></p>
<p>Halten:<br>     Der rechte Arm geht unter Kopf und Schulter, der linke Arm unter die Hüfte oder besser noch, die Oberschenkel.<br>
Er liegt so auf seiner linken Seite, meiner Brust zugewandt und ich kann ihm immer mal wieder einen Kuss auf die Stirn geben.
Während des Liedes sollte der Kopf immer mal wieder nach unten fallen dürfen, bzw. die Beine nach oben gezogen werden – dann stellt sich die Schwere der Augen schneller ein. Der nach unten weisende, wiegende Rhythmus mit nicht zu kleiner Amplitude, sollte aber nicht zu lange unterbrochen werden.<br>
(Sonderfall: sollte er zu diesem Zeitpunkt immer noch weinen oder protestieren, hilft es den ganzen Max beim nach unten Wiegen etwas nach vorne fallen zu lassen und wieder aufzufangen, wobei der Kopf nicht  hin und her schaukeln sollte.)<br><br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230923_005633.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Singen:<br>     Mein Lied hat drei Strophen, die ich mit gesummten Wiederholungen spicke. Vor und nach der letzten Strophe singe ich die zweite Stimme der Spieluhr, das gibt ihm den Rest, das macht ihn fertig, da kann er dann nicht mehr wiederstehen.
Der Text ist: br&gt;<br>
Maxilein<br>
Schlaf schön ein<br>
Morgen ist ein neuer Tag<br>
Morgen dann<br>
Sag ich dir<br>
Wieder wie doll ich dich mag<br><br></p>
<p>Maxilein<br>
Oh wie fein<br>
Ist das Leben mit dir<br>
Erst durch dich<br>
Können wir<br>
Sagen wir sind vier<br><br></p>
<p>Max wie nett<br>
Ist´s im Bett<br>
Mach die Augen zu<br>
Wenn du schläfst<br>
Kommen auch<br>
All die anderen zur Ruh<br><br></p>
<p>Je nach eigener Stimmungslage wird auch mal eine neue Strophe eingeflochten, vielleicht weil etwas besonderes am Tag passiert ist oder mir gerade ein Reim auf Cora einfällt. Im Kern kehre ich aber immer wieder zu den aufgeführten drei Strophen. Ich denke nicht das der Text irgendeine relevante Rolle für Max spielt. Er sei hier nur aus purer Eitelkeit und Spiellaune und um die Anleitung zu verlängern aufgeführt.<br><br></p>
<p>Dann lege ich Max hin. Wie gesagt, der Zeitpunkt ist wichtig, ist er zu wach, meldet er sich umgehend nach Spüren der Bettwäsche und das ganze Spiel sollte schnell wieder von vorn beginnen. <br>
Ist er schon zu tief im Schlaf wird er nach 30 – 60 Sekunden wach, merkt was mit ihm geschah und kontert mit „Arm, Arm“ gefolgt von heftigem Weinen.<br>
Passe ich dagegen die richtige Zeit ab, öffnet er kurz die Augen (da kann es dann hilfreich sein, die Hand unter das Kissen zu schieben und den Kopf sanft hin und her oder auch auf und nieder zu schaukeln, so er denn noch einen Tacken zu wach ist. Eine zweite Möglichkeit ist, ihn als Ganzes zurechtzurücken und zärtlich zu schuckeln) und vergewissert sich, dass er nicht allein ist, schließt sie wieder und rapt sich dann selbst immer tiefer in den Schlaf.<br>
Hier beginnt die letzte sensible Phase des Schlafengehens:<br>
Je nach Stimmung und Wachheit, Bedürfnis nach Nähe und Wärme kann diese Zeit die Schlimmste des Einschlafrituals oder aber auch die bequemste desselben sein.<br>
Bequem wird es wenn er in ruhiges Atmen verfällt und ich den um ihn gelegten Arm direkt lösen kann. Dann strecke ich mich selber aus, vermeide direkten Körperkontakt, genieße die Minute Stillstand und mache mich dann auf den möglichst leise vorgetragenen Rückweg.<br>
Unbequem wird es wenn seine Wachsamkeit durch irgendwelche Vorkommnisse des Tages, in der Vorbereitung oder durch eindringende Geräusche von draußen geschärft wurde. Dann werden die Lidstriche seiner geschlossenen Augen immer größer und er nimmt jede Bewegung, jede Veränderung der Helligkeit und jedes Geräusch wahr – öffnet die Augen ganz und reagiert entsprechend nach Stimmung.<br>
Das kann sanft und ruhig sein und ihn kaum aus dem Konzept bringen. Dann warte ich ein bisschen, genieße halt etwas länger und bald wird er schlafen.<br>
Das kann aber auch zu weitergehenden Forderungen nach Nähe und Bezogenheit führen, die eine Wiederholung ab dem getragenen Vorsingen nötig machen können.<br>
Dies zu verhindern gibt es diverse Handhabungen wie, über den Nasenrücken streichen, seinen Kopf auf die geöffnete Hand zu legen, mit der eigenen Nase sein Gesicht streicheln, die bewährteste und erfolgversprechendste Methode ist allerdings, sich selbst in den Schlaf fallen zu lassen wobei gilt: je tiefer ich mich fallen lasse, je eher der Erfolg.<br>
(In den letzten Tagen ist Max wieder gesund und munter. Und er schläft auf seiner eigenen Matratze ein. Seitdem kann ich mehr und mehr von dem eigenen Liegen Abstand nehmen –)<br><br></p>
<p>II Sonderfälle<br><br></p>
<p>(Vor drei Wochen war hier Schluß jetzt kommen die Sonderfälle)<br></p>
<ol>
<li>die Ausnahmen<br>
a. Das Wegschleichen gelingt nicht<br>
b. Max ist selbst nicht sicher<br>
c. Vollmond<br>
d. Rekonvaleszenz<br><br></li>
</ol>
<p>Die Wirklichkeit sieht sowieso ganz anders aus. Das „Ins Bett bringen“ ist der leichtere Teil der Übung. Das „Im Bett Halten“ die eigentliche Aufgabe.<br> Nach 2-4 Std. nämlich wird die Schlafphase von Hustenanfällen, nächtlichen Gesichten und unbequemen Lagen quasi abgeschlossen und so die Partyzeit der Nacht eingeläutet.<br>
Nach 11 Uhr sitze ich, schreibe ein bis zwei Sätze und haste dann wieder nach oben, wende mein erworbenes Wissen mit großer Akribie und Hingabe an, lasse Max schlafend und voller Hoffnung zurück, nur um wieder nach zwei Sätzen nach oben zu eilen.<br> Fakt ist, er will nicht allein sein, schon gar nicht wenn er Mama nicht haben kann.<br>
Im Moment z.B liegt er auf meinem Schoß, ich halte ihn mit der einen und ich tippe mit der anderen Hand... aber jetzt wird er wach ich glaube ich muss ganz schnellllll....
<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schlaf.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wie-geht-das-bei-uns-mit-dem-einschlafen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wie-geht-das-bei-uns-mit-dem-einschlafen</guid>
<pubDate>Mon, 06 Nov 2023 18:46:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zuhälterblau]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/F2.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>ZuhälterBlau</strong><br></p>
<p>Dieses ZuhälterBlau<br>
auf den Plakaten<br>
erzählt mir genau<br>
da muß ich nicht raten<br>
was uns da dreut<br><br></p>
<p>Diese BlockwarteWorte<br>
in den Gazetten<br>
zeigen mir Orte<br>
die sie gern hätten<br>
was mich nicht freut<br><br></p>
<p>Diese StinkstiefelMinen<br>
in den Gesichtern<br>
zeigen ein Grienen<br>
das soll uns einschüchtern<br>
ich kenne den Weg <br><br></p>
<p>Diese ZynikerFratzen<br>
die sich verstecken<br>
in drolligen Videokatzen<br>
soll uns verschrecken<br>
schmal wird der Steg<br><br></p>
<p>Diese KotzbrockenHaltung<br>
zur Demokratie<br>
dringt ein in Verwaltung<br>
nichts geht mehr hie<br>
sie mutiert uns zum Loch<br><br></p>
<p>Dieses SchabrackenBraun<br>
in der Gesinnung<br>
lehrt uns auf Scheißhaufen kaun<br>
gesponsert von der Gastwirtschaftsinnung<br>
ach hätten wir doch<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zuhälterblau</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zuhälterblau</guid>
<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 10:35:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[2023 Jahr des Aufbruchs]]></title>
<description><![CDATA[ <p><strong>Der erste Schritt bringt dich nicht dahin wo du willst.<br>
Er bringt dich aber fort von dort, wo du bist.</strong><br>
(alte facebookweisheit)
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230520_175541_0.jpg" alt="" /><br><br>
2023<br>
Jahr des Aufbruchs<br>
Doch<br>
Konturen verschwimmen<br>
Der Krieg der Worte tobt<br>
Die Illusionen auf Besserung verlieren stetig<br>
Die rollback-Kräfte rüsten weiter auf;<br>
intrigieren, diffamieren,<br>
verdehen die Wirklichkeit<br>
unter dem Postulat der autoritären Weltbilder.<br><br></p>
<p>Die Verarschten<br>
schließen sich den Erzählungen an,<br>
die sie hierhin gebracht haben<br>
und die sie weiter verarschen werden.<br><br></p>
<p>An sich scheint das nicht schlimm,<br>
nur wird sich nichts,<br>
gar nichts dadurch bessern.<br><br></p>
<p>Im Gegenteil:<br>
Es ist zu vermuten,<br>
daß es zu antisolidarischem<br>
Mord und Totschlag kommt,<br>
daß sich die Welt,<br><br></p>
<p>gespeist durch die fortwährende<br>
neoliberale Gesinnung,<br>
sowie durch frühe Autoritätserfahrung<br>
in den Familien und Institutionen<br>
Bahn brechen wird<br>
und alles Diverse,<br><br></p>
<p>in möglicherweise<br>
nie dagewesenem Konntrollwahn<br>
der Idee unterwirft,<br>
irgendetwas würde dadurch besser.<br><br></p>
<p>War Kapitalismuskritik<br>
zu Coronalockdownzeiten<br>
beinahe dikussionswürdig,<br>
weil das Gefühl<br>
der Ohnmacht des Systems,<br>
reale, sichbare Formen annahm,<br>
greifbar fast,<br><br></p>
<p>wird jetzt schon wieder<br>
jeder kleinste<br>
Korrekturversuch<br>
ätzend geächtet<br>
und mit<br>
größtmöglichem,<br>
weit hergholtem,<br>
populistischem,<br>
unreflektiertem,<br>
Hauptsache Schaden anrichtendem<br>
Schmutz beworfen,<br><br></p>
<p>schlimmer als in den 90ern,<br>
faschistoid :<br><br></p>
<p>&quot;Die machen uns kaputt&quot;,<br>
dabei machen genau die kaputt,<br>
die dies sagen<br>
und so,<br>
statt zu spüren,<br>
was da auf uns zukommt<br>
und den nötigen Zusammenschluß<br>
der Kräfte voranzutreiben,<br>
&quot;weiter so&quot; (wie wir es wollen)<br>
und<br>
&quot;ab in die Katastrophe&quot;<br>
(mit unseren Vorgaben,<br>
damit wenigstens wir überleben)<br>
vorbereiten.<br><br></p>
<p>2023<br>
Jahr des Aufbruchs.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=2023-jahr-des-aufbruchs</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=2023-jahr-des-aufbruchs</guid>
<pubDate>Sat, 21 Oct 2023 14:56:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Krieg]]></title>
<category>Musik</category>
<description><![CDATA[ <p>Aus gegebenem Anlass: <br>bitte uinter dem Bild anklicken
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Krieg.jpg" alt="" />
Krieg
<a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/23_Titelnummer_23.mp3">https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/23_Titelnummer_23.mp3</a> <img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/23_Titelnummer_23.mp3" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=krieg</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=krieg</guid>
<pubDate>Mon, 16 Oct 2023 10:57:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Tod holt alle]]></title>
<category>Musik</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/clematis_0.jpg" alt="" />
Keine Chance das Hörspiel über die Pennschnecke Jonathan hier hochzuladen.<br>
So viele bites lässt das Portal nicht zu.<br>
Schade<br>
Da muß ich mal schauen, ob ich das über spotyfi o.ä. hinkriege.<br>
Hier aber zum Beleg, daß es gelungen ist hier Audios zu platzieren,<br> eine kleine Hausmusik über den Tod:<br>
(einfach anklicken)
<a href="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/19Der%2BTod%2B.mp3">musette</a></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20170727_150220.jpg" alt="" />
Im Tod findet sich so viel Würde,<br>
im Sterben so viel Aufrichtigkeit,<br>
wie sonst selten im Leben.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=musette</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=musette</guid>
<pubDate>Tue, 10 Oct 2023 06:16:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Ganze Pennschnecke]]></title>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schnecktitel_2.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Die Pennschnecke Jonathan</strong><br><br></p>
<p>Es war einmal ein Wesen, das war so ganz anders als all die anderen.<br>
Dieses Wesen war eine Schnecke und hieß Jonathan.<br>
Was an Jonathan besonderes war?<br>
Jonathan war eine richtige Pennschnecke.<br><br>
Ja, das ist gar nicht so leicht zu erklären, aber ich versuche es einmal:<br>
Wie wir alle wissen sind Schnecken sehr langsame Tiere.<br>
Kaum ein Tier ist so langsam wie eine Schnecke.<br>
Es gibt viele Tiere, die bewegungslos in der Gegend herumliegen, auf etwas warten, horchen, oder sich einfach von der Sonne bescheinen lassen.<br> Aber wenn sie wollen oder wenn sie müssen, dann können die meisten von ihnen blitzschnell um die nächste Ecke verschwunden sein.
Schnecken brauchen dafür mindestens die doppelte Zeit,<br>
wenn nicht sogar noch mehr.<br>
Und Jonathan die Pennschnecke erst recht, denn Jonathan ist die langsamste Schnecke der Welt.<br>
Das glaubten jedenfalls alle, die Jonathan zu der Zeit kannten, als diese Geschichte spielt.<br>
Jonathan bewegte sich damals nämlich fast gar nicht vom Fleck.<br> Er lag den ganzen Tag da und schlief, schlief in einer Tour.<br>
Selbst wenn er Hunger hatte, wachte er deshalb noch lange nicht auf.<br>
Er streckte einfach seine klebrige Zunge aus dem Mund...<br>
wartete, bis sich irgendein Pflanzensamen darauf niederließ...<br>
wartete weiter, bis aus dem Samen etwas gewachsen war,...<br> z.B. Blumenkohl und dann zog er die Zunge wieder zurück in den Mund und hatte erst mal wieder etwas zum Verdauen.<br>
Wer weiß, wie lang so ein Stück Samen braucht, um zu einem richtigen Blumenkohl heranzuwachsen, der kann sich denken, was für eine ungeheure Pennschnecke Jonathan war.<br><br></p>
<p>Wenn man ihn da so liegen sah, richtig putzig sah das aus.<br> Er war eingerollt wie eine Mohnschnecke vom Bäcker. In der Mitte ragte das kleine Schwanzende in die Luft, die Augen waren zu, die Fühler lagen schlapp bei Nachbar Löwenzahn auf dem grünen Blatt wie auf einem Kopfkissen und er atmete leicht.<br>
Wenn man ganz genau hinhörte,
und das Ohr ganz dicht an Jonathan heranbrachte, konnte man ihn leise schnarchen hören:<br>
<em>Man hört ein kleines Schnarchen.</em><br><br></p>
<p>Hatte er aber gerade etwas gegessen, dann hörte er sich so an:<br>
<em>Man hört Schmatzen/schlucken rülpsen.</em><br><br>
Wenn man ihn da so liegen sah, wie er ohne Unterlass weich und leicht atmete, konnte man selber ganz schön müde werden:<br>
<em>Man hört ein leises Gähnen.</em><br><br>
Ab er all das, was wir bis jetzt über diese außergewöhnliche Pennschnecke erzählt haben ist nur die halbe Wahrheit.<br>
Nur die eine Hälfte.<br>
Ja, er schlief die ganze Zeit, alles ging unglaublich langsam vor sich, er schnarchte und aß langsamer als ein Blumenkohl wächst, aber das war nur das, was man von außen sehen konnte.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/DI8212~1.jpg" alt="" /><br><br>
Was Jonathan selbst, während er da so schlief alles dachte und träumte, das konnte man von außen nicht sehen;<br>
kein Stück.<br>
Selbst Jonathan konnte sich nicht alles merken, was da in seinem Kopf vorging. Was er hörte, was er spürte, war er roch, während er schlief;<br>
kein Stück.<br>
Wie kleine Blitze schossen ihm die Gedanken durch den Kopf und er hörte jede Menge Geräusche von draußen, von dem Bauerhof, auf dem er wohnte.<br>
Da waren vor allem die Tiere.<br></p>
<p>Einige waren dabei, die Jonathan ganz besonders gut leiden konnte.<br> Immer wenn er sie hörte, machte er sich aus den Stimmen und Geräuschen kleine Geschichten, so wie diese:<br><br></p>
<p><strong>Die Kuh grüßt den Maulwurf</strong></p>
<p><em>Kuh:</em><br>                      Muh – Guten Morgen Maulwurf.<br>
<em>Maulwurf (stolpert übern spitzen Stein):</em><br>  Wer – äh wer sprist da ?<br>
<em>Kuh</em>:<br>                      Muh – die Kuh natürlich.<br>
<em>Maulwurf:</em><br>                 Welße Kuh ?<br>
<em>Hund:</em> <br>                    Wau – Jaul – welche Kuh – jaul – blöde Frage.<br>
<em>Ziege (spricht meckernd):</em><br> Neee, gute Frage.<br>
<em>Huhn:</em> <br>                    Toooktoktok – der Maulwurf ist dumm, took<br>
<em>Ziege:</em><br>        Neee, iihr seeid dumm, der Maulwurf ist blind und er kann doch nicht sehen, ob er die braune oder die Schwarzweißkuh vor sich hat.<br> Farben kann man nicht hören und auch nicht riechen.<br>
<em>Kuh:</em><br>      Muh – ach so – na dann, Guten Morgen Maulwurf.<br>
<em>Maulwurf:</em> <br>Wer – äh – wer sprist da ?<br>
<em>Kuh:</em><br>  Ich bins, die braune Kuh.<br>
<em>Maulwurf:</em><br> Morgen braune Kuh – <br>und tßüß, iß muss gleiß wieder ßurück in meinen Tunnel, graben, graben,..<br>
<em>Kuh:</em><br>  Tschüß Maulwurf – muh.<br><br></p>
<p>Jonathan hörte auch noch ganz andere Sachen.<br> Z. B. die Vögel, die auf
dem Hof wohnten Und von denen sich einige kleinere neben seinem
Schlafplatz in einer alten blauen Kutsche eingenistet hatten.<br>
Aber die Vögel mochte Jonathan nicht so besonders, denn die großen
unter ihnen fraßen auch schon mal gerne eine Schnecke wie ihn.<br> Er lag
allerdings so regungslos da, dass ihn die meisten von ihnen für ein Stück
Wurzelholz hielten und achtlos über ihn hinwegflogen.<br>
Einmal,- <br> Jonathan hatte gerade einen dicken Husten und zuckte dabei
immer ein wenig zusammen,<br> - einmal war ein Storch aus großer Höhe auf
der kleinen Wiese gelandet, wo Jonathan schlief und wollte sich ein wenig
Reiseproviant einfangen.<br> Er stakste mit seinen langen Beinen durch das
hohe Gras und klapperte mit seinem Schnabel.<br> Wer weiß, was passiert
wäre, wenn nicht Zicki die Ziege vorbeigekommen wäre.<br>
Sie hatte gerade den Zaun vom Gemüsegarten nach einer Lücke abgesucht.<br>
Die Bäuerin würde sie zwar verjagen, wenn sie sie hier fände aber die
Gurken, Tomaten, Bohnen und all die anderen Gemüse waren die Gefahr
wert. Sie schmeckten allemal besser als jeden Tag nur grünes Gras.<br>
Na ja, egal. , Zicki war auf der Wiese am Gemüsegarten und sah wie der
Storch landete:<br><br>
<strong>Der Storch macht Ärger</strong><br><br></p>
<p><em>Zicki:</em><br>        Määä was suchst du den hier ?<br>
<em>Storch:</em><br>   dddda ggggeht ddddich gggar nnnichhts aan.<br>
<em>Zicki:</em><br>    heeeij, niicht soo uunfreundlich !<br>
<em>Storch:</em>   <br>bbblödde Zzziege.<br>
<em>Zicki:</em><br>    Du suchst wohl Streit, was ?<br>
<em>Storch:</em><br>   Tttroll dddich.<br>
<em>Zicki:</em><br>    Heee, Streit kannst du haben...<br></p>
<p>sagte die Ziege, beugte den Kopf und rannte, mit den Hörnern nach vorn  auf den Storch zu, der schnell die Flügel ausbreitete und sich in die Luft  schwang.<br> Und das war gut so, denn als Zicki auf den Boden zurückschaute, sah sie die Pennschnecke Jonathan vor sich im Gras     liegen.<br> Jonathan hatte gerade einen kräftigen Hustenanfall. So wie  Jonathan da husteste und zusammenzuckte hätte ihn der Storch bestimmt auch bald entdeckt und wahrscheinlich einfach, schwups, aufgefressen.<br>
Zicki die Ziege war sehr überrascht <br>– ein solches Tier hatte sie noch nicht     gesehen.<br> Eine Schnecke – gut – davon gab es viele.<br>
Ohne Schneckenhaus – auch gut, das kommt vor.<br>
Aber eingerollt wie eine Katze, schlafend und sogar mit Husten – <br>
das war neu für Zicki.<br><br></p>
<p>Seitdem war Zicki öfter mal vorbeigekommen, um nach der merkwürdigen Pennschnecke zu sehen.<br>
Zu gerne hätte sie sie einmal wach angetroffen und ein wenig mit ihr geredet. Aber das geschah erst viel später.<br>
Trotzdem mochte Zicki die kleine, niedliche Pennschnecke und so kam sie ein – zweimal in der Woche vorbei.<br>
Einmal legte Zicki Jonathan sogar ein Stück Apfel auf die ausgestreckte Zunge und schaute einen ganzen Nachmittag lang zu, wie er die Zunge wieder zurück in den Mund zog.<br>
So war Zicki die einzige auf dem gesamten Hof, die von der Pennschnecke Jonathan auf der Wiese mit der alten blauen Kutsche hinter dem Gemüsegarten der Bäuerin wusste.<br> Sie behielt ihr Geheimnis für sich, weil sie sich denken konnte, dass so eine Pennschnecke keine großen Gesellschaften gebrauchen konnte.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/CD-Booklet_innen.jpg" alt="" /><br><br>
Aber auch Zicki wusste nicht, was da alles in Jonathans kleinem Schneckenkopf vor sich ging, dass er genau hörte, wie der Wind über Gräser strich ...<br>
<em>Man hört den Wind</em><br><br></p>
<p>Wie die Bäuerin nach ihrer Tochter rief...<br>
<em>Bäuerin:</em><br>                      Maria, komm Essen und bring Milch und Eier mit.<br><br></p>
<p>Wie die Schweine quiekten, wenn es Futter gab...<br>
<em>Man hört das Schwein quieken</em><br><br>
Und außer den Tieren gab es auch noch die ganzen Maschinen auf dem Hof.<br> Die Säge, die Pumpe, die Häckselmaschine und den Trecker.<br>
Ja der Trecker, das war Jonathans großer Traum, vielleicht war es sogar sein größter Traum.<br>
Aber das kommt später.<br>
Zuerst erzählen wir mal eine von den vielen Geschichten, die Jonathan aus den Tierstimmen und Geräuschen erfand und träumte...<br>
und die ihm selbst auch besonders viel Spaß machten.<br><br></p>
<p>Vielleicht war Jonathan  sogar irgendwann einmal über das Zuhören des Windes in den Johannisbeerbüschen eingeschlafen,
hatte daraus eine spannende Geschichte geträumt und war nicht wieder aufgewacht, weil er noch viel mehr Geschichten erleben wollte, wer weiß.<br><br></p>
<p>Oder vielleicht wollte er ja aufwachen und konnte nicht, weil er gerade wieder an einer besonders spannenden Geschichte träumte und über das    ganze Erfinden einfach vergaß, dass er ja eigentlich vorgehabt hatte    wieder aufzuwachen, wer weiß.<br>
Auf jeden Fall hatte sein Schlafen irgendetwas mit den Geschichten zu tun und deshalb erzählen wir mal eine:<br><br></p>
<p><strong>Der Kampf auf dem Misthaufen<br>
oder<br>
Willibald Wurm fliegt</strong><br><br></p>
<p>Eines schönen Morgens trafen sich Frau Scharrer, das dickste Huhn auf dem Hof, und ihre ganz private Freundfeindin Frau Gacker am matschigen Fuß des stinkenden Misthaufens.<br><br></p>
<p><em>Frau Gacker:</em><br>              goack, schoade, koine Wüama in Sicht.<br>
<em>Frau Scharrer:</em><br>                Woo sind sie bloß, ja wo denn bloß?<br>
<em>F.S.:</em> <br>                Oaho, guten Morgen beste Freundin.<br>
<em>F.G.:</em> <br>                    Oaho, guten Morgen meine Liebe, schon gefrühstückt?<br>
<em>F.S.:</em> <br>                    Oh, danke, ich hatte einen ganz fetten, leckeren Wurm heute morgen, und selbst?<br>
<em>F.G.:</em> <br>            Joa, ich hatte auch ein dickes Vieh und hervorragend gewürzt.<br><br></p>
<p>Wie die beiden Hühner sich da so gegenseitig, ohne mit der Wimper zu zucken anlogen, kam oben auf dem Misthaufen der Regenwurm Willibald ans Tageslicht.<br> Er wollte nachschauen wie das Wetter so war.<br><br></p>
<p><em>Willibald:</em>    <br>                Fau an, wie fön ef regnet. Fwar nur ein bifchen. Aber waf follf, daf reift beftimmt für ein kleinef Bad. Alfo rauf auf der Erde und rein inf Naff.<br><br></p>
<p>Und so zwängte sich Wurm Willibald aus dem Dreck heraus.<br> Sein Kopf war gerade zwei Zentimeter in der freien Luft, das Hinterteil hatte sich auch schon frei gearbeitet, da entdeckte ihn unten die Frau Gacker.<br><br></p>
<p><em>F.G.:</em> <br>                    Ja schaun sie nur, mein neues Federkleid,<br>
frisch geputzt und eingefettet, da kommt kein Regen durch, da bleibt selbst der kälteste Wind draußen vor der Tür und das Beste: es ist bis zum Hals geschlossen.<br><br>
Dabei reckte sie den Kopf nach oben, damit die andere auch ja alles     bewundern konnte und sah Willibald direkt ins Auge.<br><br></p>
<p><em>F.G.:</em>                     Oh – ähem, tja gute Frau Scharrer, genug geschwätzt, ich muss weiter, bis dann. Schönen Tach noch.<br><br></p>
<p>Sprach sie, drehte sich auf der Kralle um, und ging schnurstracks auf den Hühnerstall zu, aber nur um die gute Frau Scharrer zu täuschen.<br>
Die war auch wirklich ganz schön überrascht.<br> Aber sie dachte sich gleich, dass an dem plötzlichen Abschied der Frau Gacker irgendetwas faul sein musste;<br> sie war ja nicht umsonst das dickste Huhn auf dem Hof. <br><br></p>
<p><em>F.S.:</em> <br>                    Joaa, was hat sie bloß, so plötzlich.... <br><br>
Und weil sie sehr mißtrauisch war, schaute sie sich überall um.<br><br>
<em>F.S.:</em> <br>                Das muss doch einen Grund haben, wo denn bloß, wo bloß...<br><br>
Und natürlich, nicht lang und auch sie entdeckte Wurm Willibald, wie er da dick und fett versuchte, oben auf dem Misthaufen ans Tageslicht zu   kommen.<br>
Frau Gacker war gerade hinter der ersten Misthaufenecke verschwunden, da nahm die dicke Frau Scharrer ihre Krallen in die Hand und watschelte so schnell sie konnte den steilen Misthaufen hinauf. <br>Dabei war sie sehr vorsichtig, damit sie nicht ihr frischgeputztes Federkleid in dem Dreck   beschmutzte, aber doch so schnell, daß sie bald außer Atem kam.<br>
Oben angekommen nahm sie sich nicht einmal die Zeit richtig Lutf zu holen. Sie stürzte sich gleich auf das erstbeste Stück, das wie Wurm    aussah, hackte mit dem Schnabel hinein und zog aus Leibeskräften    daran.<br><br></p>
<p>Willibald wußte zuerst gar nicht wie ihm geschah.<br> Ein heftiger Schmerz  biss ihn zuerst in seinem Schwanzende. Dann zwackte es ihm in den Nacken und sofort wurde in beide Richtungen gezogen,<br>
daß er sehr überrascht war.<br>
Die Lösung war ganz einfach:<br> Die beiden hungrigen Hühner Frau Scharrer und Frau Gacker hatten Wurm Willibald vorne und hinten gepackt und zogen ihn nun äußerst unsanft und ganz und gar aus der Erde heraus.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/misthaufen.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><em>F.G.:</em> <br>                Hmmm, guter Wurm, fetter Wurm.<br>
<em>F.S.:</em> <br>                    Hmmm, gutes Frühstück.<br>
<em>F.G.:</em><br>                     Was ist denn da ?<br>
<em>F.S.:</em> <br>                Warum denn bloß ?<br><br></p>
<p>Sie zogen beide so sehr sie eben konnten. <br>Sie stemmten sich mit den Füßen gegen den Misthaufenboden und legten sich ganz weit zurück.<br> Und doch gelang es keiner von ihnen auch nur ein wenig mehr als den allerersten Biss ins Maul zu kriegen.<br> Kein Wunder – wenn  die eine den    Schnabel geöffnet hätte, um weiter zuzubeissen, hätte die andere ihr ja sofort den ganzen Wurm weggezogen –<br> und das ging ja nicht.<br>
Mit vollem Schnabel begannen sie nun, die jeweils andere wüst zu beschimpfen.<br><br></p>
<p><em>F.G.:</em> <br>                Lass los, ich hab ihn zuerst gesehen.<br>
<em>F.S.:</em> <br>                Lass du los, ich hab zuerst gebissen.<br>
<em>F.G.:</em><br>                     Das ist mein Wurm, fieser Piepmatz<br>
<em>F.S.:</em><br>                     Ich hab ihn zuerst gehabt, blöde Schnepfe.<br>
<em>F.G.:</em><br>                 Hupfdohle<br>
<em>F.S.:</em><br>                 Schleiereule<br>
<em>F.G.:</em> <br>                    Legehenne<br>
<em>F.S.:</em> <br>                    Masthuhn<br>
<em>F.G.:</em><br>                     Hahnentritt<br><br></p>
<p>Willibald versuchte die gefährliche Situation möglichst leicht zu nehmen.<br> Er entspannte sich. Die Streckmassage tat seinem Rücken am Anfang sogar richtig gut.<br>
Dann aber zerrten die Zankhühner so heftig, dass er all seine Kraft zusammennehmen musste, um nicht mitten durch gerissen zu werden.<br> So sehr er sich aber auch bemühte, es dauerte nicht lange und die Frauen Gacker und Scharrer hatten ihn doppelt so lang gezogen, wie er eigentlich war.<br> Seine zarte Haut drohte jeden Augenblick aufzuspringen<br> – doch da geschah etwas unerwartetes <br>– Frau Scharrer musste niesen: <br><br></p>
<p><em>F.G.:</em><br>                     Ha, ha, ha, hahahaha haatschi<br><br></p>
<p>und ließ Willibalds Hinterteil aus dem Schnabel fahren.<br> Wurm Willibald  war aber gespannt wie ein Flitzebogen und so schnappte er blitzschnell der Frau Gacker ins Gesicht.<br>
<em>Man hört ein Klatschen</em>
<em>WW:</em>   <br>                    Aua.<br>
<em>F.G.:</em> <br>                    Ooohh<br><br></p>
<p>Wie die Frau Scharrer verlor die Frau Gacker ebenfalls das Gleichgewicht.<br> Beide ruderten wild mit den Flügeln in der Luft herum, konnten aber nicht verhindern, dass sie rückwärts den Misthaufen hinabfielen.<br> Dabei flutschte der Frau Gacker der Wurm Willibald aus dem Schnabel und flog in hohem Bogen quer über den gesamten Hof.<br>
Im Flug konnte er noch sehen, wie die beiden gierigen Hühner rückwärts den matschigen, dreckigen, stinkenden Misthaufen herunterpurzelten.<br> Die eine rechts, die andere links herunter, und wie sie sich mit den Kuhflatschen, der Eselskacke, dem Ziegenmist, dem Schweinedreck und den Pferdeäpfeln ihr wunderbar sauberes Federkleid völlig beschmierten und unten angekommen, aus vollem Hals begannen, zu schimpfen.<br>
<em>Man hört das Schimpfgegacker und Abgang der Hühner.</em><br><br></p>
<p>Willibald flog unterdessen weiter über den Hof.<br> Vom Misthaufen ging es über das Plumpsklo hinüber, am Pferdestall vorbei, über den Hut des Bauern, der gerade vom Trecker stieg und sich über den fliegenden Wurm nicht wenig wunderte.<br>
Jonathan die Pennschnecke, die das alles hier ja nur träumte verweilte ein wenig länger bei dem Trecker als es die Naturgesetze zulassen würden.<br> Wurm Willibald drehte in seinem Traum eine Ehrenrunde um die verehrte Maschine und noch eine und noch eine.<br>
Und flog dann wieder abwärts über die Gemüsebeete, gerade noch über den Zaun und landete schließlich auf der Wiese, wo die blaue Kutsche stand.<br> Sein Schwung wurde zuerst von einem großen, starken Grashalm gebremst, der sich langsam zur Erde beugte und Willibald sanft auf dem weichen, warmen Rücken der eingerollten Pennschnecke Jonathan legte.<br>
Jonathan merkte sehr wohl, dass da etwas auf ihm landete, aber deshalb wachte er noch lange nicht auf<br>
– im Gegenteil - der völlig erschöpfte Willibald sah die Pennschnecke, und wurde plötzlich selber fürchterlich müde und so schliefen die beiden den Rest des Tages zusammen.<br>
Von solchen Geschichten träumte Jonathan am Tag bestimmt 10 Stück und wenn er genug geträumt hatte, dann erfand er sich noch mal so viele hinterher.<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/beide_2.jpg" alt="" /><br>
Wenn wir alle Geschichten erzählen wollten, dann würden wir darüber sicher steinalt werden.
Aber eine oder zwei kriegen wir noch hin oder ?<br><br>
Die nächste Geschichte, die ich erzählen möchte, die hat Zicki Jonathan erzählt.<br> Er hat sie also gar nicht richtig geträumt.<br> Aber wie bei allen Geschichten, die man liest oder hört, kann man nicht sicher sein, ob Jonathan nicht doch etwas hinzugeträumt hat.<br> Als Zicki begann, die Geschichte zu erzählen, drehte er sich auf jeden Fall ganz ganz langsam um sich selbst. Längs.<br> Es dauerte fast den ganzen Vormittag bis er schließlich auf dem Rücken lag.<br> Dabei öffneten sich seine kleinen Schneckenäuglein einen Spalt breit, so daß Zicki glaubte, er sei tatsächlich wach geworden.<br> Aber auch wenn sie einen Spalt breit auf waren, war das längst nicht so, dass Jonathan dabei wach wurde, z.B. wie ihr, wenn ihr morgens die Augen aufmacht und merkt, dass der Traum der da eben noch an euch vorbeihuschte jetzt zu Ende ist. Und ihr bemerkt, wo ihr seid und bald auch wisst welch ein Tag heute ist.<br>
Nein, Jonathan hörte zwar was auf dem Hof geschah. Aber selbst mit den spaltbreit offenen Augen träumte er weiter.<br> Nur diesmal sah er den blauen Himmel über sich und mittendrin, riesengroß, größer noch als eine Wolke, oder war es eine Wolke, nein riesengroß, leuchtend bunt krähte der Hahn da oben am Himmel und gleich noch einmal, riesengroß.<br><br>
Und dann gab es plötzlich einen Tumult im Schweinestall – wahrscheinlich kam der Bauer gerade herein und füllte die Futtertröge mit aufgekochten Kartoffelschalen, Kleie und den üblichen Essensresten und die Schweine drängelten sich an den Gattern.<br>
Jonathan hörte dabei nicht nur die Worte mit denen Zicki die Geschichte erzählte, er sah sie vor sich – wie im Kino auf der Leinwand auf der größten Kinoleinwand die man sich überhaupt denken kann, oben am Himmel.<br><br></p>
<p>Soll ich sie erzählen, die Geschichte von Roderich dem Warzenschwein ?<br>
Ok :<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/roderich.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Roderich das rasende Warzenschwein.</strong><br><br></p>
<p><em>R.:</em><br>   quiieeek. QuiiieeeeK<br>                <em>(Tumult mit Schweinen)</em><br>
&quot;Wer war das, wer hat mir das angetan, wer wer wer quiiiek&quot;,<br>
kreischte es eines Morgens aus dem Schweinestall.<br> Der ganze Hof wurde mit einem Schlag wach von dem Geschrei. Im Schweinestall war der Teufel los oder besser Roderich war los – er tobte <br>
<em>R:</em><br>    &quot;Wie kommt die Warze da auf meine Nase ?<br> Was hat das Ding da zu suchen ?<br>  Verdammt und zugenäht, verflixt und Klettverschluss&quot;,<br>
fluchte er, raste kreuz und quer durch den Stall und benahm sich dabei wie ein angestochenes Wildschwein, so aufgebracht war er.<br><br>
Na ja, ganz ohne Grund tat er das natürlich nicht -  erst vorgestern hatte der stolze, propere Eber Roderich der schönen Sau Hanna aus dem Nachbarpferch ein wunderschönes Ständchen gequiekt.
Hanna hatte dem Liebeslied mit großem Wohlwollen zugehört und hatte Roderich danach ganz genau unter die Lupe genommen.<br>
H: <br>&quot;Dreh dich&quot;,
hatte sie gesagt,
H:<br>&quot;ich will wissen, ob du dich selbst in Schuß halten kannst.&quot;<br>
Jonathan sah wie  Roderich Hanna den Schweinehintern zuwandte, wie Hanna alle Körperteile peinlichst genau beäugte und beschnüffelte.<br>
H:<br>  &quot;Zeig deine Hufe – die Unterseite bitte – äh zwischen den beiden Zehen, da musst du ein wenig aufpassen, da sitzt Dreck dazwischen, aber sonst nicht übel für ein Schwein, vor allem für einen Eber.<br> Jetzt das wichtigste, das Gesicht.&quot;<br>
Und Roderich hatte ihr den Kopf zugedreht und ihr die empor
gestreckte Schweinsnase gezeigt.<br> Hanna war mit dem eigenen Rüssel
über sein ganzes Gesicht gefahren und hatte alles haarklein berochen
und abgetastet.<br> Dann war ein Moment gekommen, wo die beiden sich
Nase an Nase, Rüssel an Rüssel ganz still in die kleinen Schweinsäuglein
geguckt hatten und Hanna war dann mit dem Kopf durch die
Pferchplanken geschlüpft und hatte ihm einen dicken Schmatzer auf die
Nase gesetzt.<br><br>
Der Eber Roderich war zwei Tage lang, Liebeslieder trällernd durch den Stall stolziert und war nicht zu bremsen gewesen – er war das schönste Schwein im Stall.<br>
Und jetzt das –<br><br></p>
<p>Eine Warze auf der Nase.<br>Jetzt konnte ihn Hanna bestimmt nicht mehr leiden und alles war vorbei.<br>
R:<br>  &quot;Ich will das Ding nicht auf meiner Nase haben, quiiieeek!!!&quot;<br>
Roderich rieb sich an der Stallwand die Nase wund aber die Warze blieb drauf, mitten drauf auf der Nase.<br>
R:<br>  &quot;Ich kann so nicht weiterleben&quot;,
schrie er,
R:<br>  sie wird mich fertigmachen.quiieek. Warzenschwein wird sie mich nennen. Sie wird mich auslachen und nie wieder, nie wieder wird sie mir einen Kuß auf die Nase geben, quiie, quiieek.&quot;<br><br>
Der ganze Hof war in Aufruhr bei soviel Lärm und Geschrei und alle Tiere waren auf dem Weg zum Schweinstall.<br> Einige waren schon dort angekommen.
Jonathan sah wie Frau Gacker, Frau Scharrer, der Hahn, das Pferd, die SchwarzweißKuh und die braune Kuh sich vor dem Stall versammelten.<br>
Von unten hob sich ein Haufen Erde vor der Stallwand und der Maulwurf kam hervor.<br> Selbst ein paar Kaninchen waren herbeigehoppelt um zu sehen was da los war.<br>
Drinnen versuchten die anderen Eber den rasenden Roderich zu besänftigen. <br>Ortlef, der älteste hätte es beinahe auch geschafft, wenn nicht der freche Reginald von nebenan den Kopf durch die Gitterstäbe geschoben und gerufen hätte:<br>
Reg:<br>    &quot;Hanna, Hanna komm schnell her, da nebenan ist ein Neuer eingezogen, ein dickes fettes Warzenschwein.&quot;<br>
Das war zuviel für Rodreich. <br>Er bekam einen puterroten Kopf, was bei einem rosafarbenen Schwein gar nicht so einfach ist – schrie,<br>
R:<br>  &quot;das geht nicht so weiter – ich werde dem ein Ende bereiten.&quot;<vr>
nahm Anlauf und rannte mit einem irre lauten
<strong>&quot;quiiiiiek&quot;</strong>
es war sogar noch lauter – auf die Stallwand zu und brach mit dem Kopf durch die Bretter der Wand – so viel Schwung hatte er.<br><br>
Aber das war´s dann auch. Der Kopf war durchgebrochen und alle versammelten Tiere wichen drei Schritte zurück.<br> Aber der Rest von Roderich, der Rest vom Schwein blieb in der Bretterwand stecken.<br>
Roderich kam nicht vor und nicht zurück.<br>
F.S.:<br>   &quot;Der ist mit dem Kopf durch die Wand, toook.&quot;<br>
sagte Frau Scharrer.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/zad9.jpg" alt="" /><br>
F.G.:<br>   &quot;Aber wo ist der Rest ?&quot;<br>
fragte Frau Gacker.<br>
SWKuh: <br>&quot;Noch im Stall, wo er hingehört&quot;,<br>
frotzelte die SchwarzweißKuh und die Kaninchen stupsten sich gegenseitig mit der Nase an und hielten sich den Bauch vor Lachen:<br>
Kann:<br> &quot;Wie eine Dampfwalze, haha, wie ein Vorschlaghammer, hihi, wie ein Rammbock hoho...&quot;<br>
witzelten sie durcheinander.<br><br></p>
<p>Roderich hatte inzwischen aufgehört zu versuchen, seinen Kopf wieder zurückzuschieben und nun saß er hier fest.<br> Er hörte all die Frotzeleien und sah  wie sich die Kaninchen vor Lachen kugelten und das Pferd und die Kuh über beide Backen grinsten.<br>
R.:<br> &quot;Das ist nicht fair, das ist nicht fair, nur weil ich eine Warze auf der Nase habe braucht ihr mich nicht auszulachen, das ist nicht fair.&quot;<br>
Und vor lauter Verzweifelung kullerten zwei Schweinstränen aus seinen blauen Äuglein.<br>
Die Tiere sahen sich fragend an.<br>
Pf:<br> Warze, was für eine Warze&quot;,<br>
fragte das Pferd.<br>
R.:<br> &quot;Na hier auf meiner Nase. Reginald hat mich schon ein Warzenschwein genannt und Hanna, meine Liebste wird mich nie, nie, nie wieder auf die Nase küssen.<br>
Kbraun:<br> &quot;Na wenn das alles ist, was soll ich denn da bei meinen Zecken im Fell sagen&quot;,<br>
sagte die braune Kuh.
Pf.:<br>    Oder ich mit den Schwielen an meinen Schultern&quot;,<br>
sagte das Pferd.<br>
FG:<br> &quot;Oder ich mit meinen Hühneraugen&quot;,<br>
sagte Frau Gacker.<br>
MW:<br> &quot;Und ich hab ein blaues Auge, weil ich gestern vor die Stalltüre gelaufen bin&quot;,<br>
sagte der Maulwurf.
und meine Frau mag mich trotzdem.<br>
Roderich konnte das nicht beruhigen.<br>
R: <br> &quot;Du bist ja eh blind, die Frau Gacker hat ihre Hühneraugen bitter nötig und ein Pferd mit Schwielen an der Schulter ist keine Schande aber ein Schwein, das eine Warze mitten auf der Nase sitzen hat ist ein  <strong>Warzenschwein</strong>.&quot;<br></p>
<p>Z:<br>  &quot;Na und ?&quot;<br>
sagte da eine Stimme, die verdammt nach Zicki klang aber obwohl  Jonathan mit seinen halb offenen Augen den ganzen Himmel absuchte, was ziemlich lange dauerte, konnte er die Ziege nirgendwo entdecken.<br>
R.:<br> &quot;Wie na und ?&quot;<br>
sagte da auch der Kopf von Roderich, der immer noch in der Bretterwand des Stalls steckte.<br>
Z.:<br> &quot;Einfach so. Na und ?&quot;
sagte die Stimme.<br>
R.:<br> Wer bist du und wo bist du ?&quot;<br>
fragte Roderich und auch die anderen Tiere schauten sich suchend um.<br>
Z:<br>  &quot;Hier, neben dem Schweinestall.<br>Der Bauer hat mich hier festgebunden, damit ich nicht in den Gemüsegarten kommen kann.<br>
Pf.:<br>    &quot;Zicki&quot;<br>
sagte das Pferd und schaute um die Ecke des Schweinestalls herum.<br>
PF.:<br>    &quot;Zicki die Ziege - Warum na und ?&quot;<br>
Z.:<br> &quot;Macht mich los, dann sag ich ´s euch.&quot;<br>
Schnell hoppelten die Kaninchen zu der Ziege und nagten an dem Seil, das Zicki festhielt.<br>
Als Zicki vor Roderich stand sagte sie, und Jonathans Herz machte als er Zicki da oben am Himmel sah einen kleinen Freudensprung,<br>
Z.:<br> Ein Warzenschwein&quot;,<br>
sagte Zicki,<br>
&quot;ist ein ganz besonderes Schwein.&quot;<br>
R.:<br> &quot;Wieso ?&quot;<br>
wollte Roderich sofort wissen und vor lauter Neugier hörte er auf zu weinen.<br>
Z.:<br> &quot;Weil, &quot;<br>
und Zicki machte eine lange Pause,<br>
&quot;weil es bei uns hier nur ganz ganz wenige davon gibt und wenn dann nur im Zoo.<br>
MW:<br> &quot;Was ist ein Zoo?&quot;<br>
wollte der Maulwurf wissen,<br>
FS.:<br>    &quot;So eine Art Tier-Theater für die Menschen&quot;,<br>
sagte Frau Scharrer.<br>
MW.:<br>    &quot;Und was ist ein Theater ?&quot;<br>
fragte der Maulwurf nach.&quot;<br>
FG.:<br>    &quot;Ein Ort für ganz berühmte Leute.&quot;<br>
sagte Frau Gacker.<br><br></p>
<p>R.:<br> &quot;Ihr meint.....&quot;<br>
stotterte Roderich,<br>
&quot;ein Warzenschwein ist etwas ganz besonderes ?&quot;<br>
SWK:<br> &quot;Na ja, auf jeden Fall sehr selten&quot;,<br>
sagte die SchwarzweißKuh.
R.:<br>&quot;Wirklich ?&quot;<br>
Roderich schaute die Tiere ganz erwartungsvoll an. Die sahen nach links, sahen nach rechts, sahen Roderich an und nickten, dreimal,<br>
R.:<br> &quot;Das muß ich sofort...&quot;<br>
Noch ehe er den Satz beendet hatte war Roderichs Kopf aus der Stallwand verschunden und die Tiere, und Jonathan natürlich auch, sahen nur noch ein Schweinskopfgroßes Loch in der Wand.<br>
Sie kamen heran, drängelten sich um das Loch und linsten hindurch.<br>
Dort sahen sie Roderich mit stolzgeschwellter Brust, wie er von Hanna aus dem Nachbarpferch einen Kuss auf die Warze auf seiner Nase gesetzt bekam.<br>
Das Bild von Hanna und Roderich, sowie das schwarze Loch wurden für Jonathan am Himmel immer kleiner, bis es ein winziger schwarzer Punkt geworden war. Aber da lag Jonathan schon wieder auf dem Bauch und er schlief wie immer noch eine Weile.<br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/rodwolke.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Oja, da gab es noch so viele Geschichten, die Jonathan träumte.<br> Da war z.B. Erwin der Igel, der seinen Winterschlaf mit Jonathan teilte oder Sarah die wunderschöne Libelle, Wiglaf der Sperling, Dörte der Wattwurm auf Weltreise oder Jonathan die Rennschnecke,<br> aber wie gesagt, wenn wir alle Geschichten erzählen wollten, dann würden wir darüber  steinalt werden.<br> Warum aber eigentlich nicht. Steinalt werden ist doch nichts schlimmes. Im Gegenteil vielleicht ist es ja sogar etwas ganz tolles.<br> Egal, eine Geschichte muß auf jeden Fall noch erzählt werden.<br> Das ist die Geschichte mit dem Trecker. <br>Denn die Geschichte mit dem Trecker, die ist wirklich passiert.<br> Also los.<br><br></p>
<p>Das ist die Geschichte mit dem Trecker.<br>
Das war eigentlich gar keine richtige Geschichte, denn die hat Jonathan sich nicht ausgedacht und er hat sie auch nicht geträumt, nicht richtig jedenfalls.<br>
Die Geschichte mit dem Trecker, die ist nämlich wirklich passiert.<br><br></p>
<p><strong>Jonathan die Pennschnecke
und sein Ritt auf dem Trecker
</strong><br><br></p>
<p>Alles begann damit, dass Zicki die Ziege an jenem Tag, irgendwann am späten Vormittag aufstand, aus dem Stall trottete und vor dem Misthaufen ihren Frühsport machen wollte.<br>
Dazu kam sie aber nicht mehr, denn vor Schreck und Staunen vergaß sie ihre Turnübungen.<br> Der Misthaufen war nämlich weg – futschikato.<br>
Stattdessen stand ein großes Segelschiff an seiner Stelle.<br> Mit großen Augen sah Zicki sich um.<br><br></p>
<p>Zicki:                          Määäh.. was ist denn hier passiert?<br><br></p>
<p>Und richtig, nicht nur der Misthaufen hatte sich verändert.<br> Der ganze Hof war herausgeputzt als ginge es darum einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.<br>
Überall blinkte es, jede Ecke glänzte pikobello und was nicht blitzsauber war, war mit Girlanden, Luftschlangen, Laternen, Blumensträußen und Früchten geschmückt. Und auf die Spitze des Misthaufens war eine dicke Stange gesteckt, die mit buntem Papier eingewickelt war. Das sah wirklich beinahe aus wie der Schiffsmast eines Segelschiffes.<br><br>
Zicki:                          Määä – was soll das bloß werden ?<br><br></p>
<p>Aber da der Misthaufen nicht antwortete, und sie auch von selbst nicht drauf kam, ging sie die Tiere fragen.<br><br>
Zicki:                          Hee – SchwarzweißKuh, weißt du was hier los ist ?<br>
Kuh:                            Muh – lass mich in Ruh.<br>
Zicki:                          Hee – warum so schlechte Laune ?<br>
Kuh:                            Muh – der Bauer hat die Kuh, er hat die braune Kuh geholt. Das heißt nichts gutes, muhh.<br>
Zicki:                          Du meinst, es gibt ein Festmahl und die braune Kuh soll der Braten sein?<br>
Kuh:                            Was denn sonst? Muh<br>
Zicki:                          Neee, das gibt es nicht. Wenn heute Festtag ist, dann hätten sie die Kuh schon vor drei Tagen holen müssen – nee, neee, so schnell wird keine Kuh zum Braten.<br><br></p>
<p>Jetzt hatte Zicki die Schwarzweißkuh ein wenig beruhigt. Aber sie wusste immer noch nicht, warum der Hof in Feierstimmung war.<br>
So ging sie herum und fragte die Hühner. Die Klatschtanten müssten doch Bescheid wissen.<br><br>
F. G.:                          Tooook, weiß ich doch nicht, die feiern ja eh ohne uns.<br>
F.S.:                           Tooktok, ich weiß auch nicht, aber heute hat die Bäuerin sogar mein frisch bezogenes Heubett nach Eiern durchsucht. Das muss schon eine ganz besondere Feier sein.<br>
Zicki:                          Und du Hahn, weißt du etwas.<br>
Hahn:                           Kakakeinnne Aaaaahnuuung.<br><br></p>
<p>Sie fragte das Pferd.<br>
Pferd:                          Weihfs nichhht, abherrh fschauh mahhl, ichh bhin fhrischh
ghestriehghelth, sheith dhreih
Wochhhen dafs erfsthe Malhl.
Soghar der Schwhanz, schauh mahl,
dieh fschöhne Fschleifhe.<br><br></p>
<p>Wieder nichts, sie fragte die Gänse.<br><br>
Gänse:                      Intressiert uns nicht, kümmer dich um deinen eigenen Kram.<br><br></p>
<p>Sie fragte im Kaninchenstall.<br><br>
Kaninchen:                      Pffrach uns nift, pfirr fissen niffts.<br><br></p>
<p>Und sie fragte im Schweinestall.<br><br>
Schwein:                        Grunz, grunz, uns sagt keiner was, von uns erfährt auch keiner was.<br><br></p>
<p>Aber niemand wusste, was eigentlich los war.<br><br></p>
<p>Zicki beschloss, am Bauernhaus selbst nachzuschauen. Das war nicht ungefährlich, denn immer wenn der Bauer die Ziege in der Nähe des Bauernhauses sah, schlug er ihr mit dem Stock so feste auf den Rücken, dass es reichlich zwickte.<br> Er glaubte nämlich, sie wolle die Blumen im Vorgarten fressen, was ganz und gar nicht immer stimmte.<vr>
Na ja egal, Zicki wollte endlich Bescheid wissen und ging hin.<br>
Vorsichtig, damit der Bauer sie nicht entdeckte lugte sie um die Hausecke und sperrte die Ohren auf.<br>
Da stand die braune Kuh und der Bauer hing ihr gerade an der Kehle, aber was tat er da?<br><br>
Bauer:                      So, jetzt habens wir es gleich
– ruhig Julante.<br>
Kuh:                            Muh<br>
Bauer:                      Ruhig<br>
Bäuerin:                        Ich glaube, das war keine gute Idee mit der Kuh. Glaubst du sie verträgt sich mit dem Pferd ?<br>
Bauer:                      Dafür werde ich schon sorgen. Wenn wir langsam genug fahren, dann wird es schon gehen.<br><br></p>
<p>Fahren ? Kuh und Pferd zusammen? Und beide so feierlich geschmückt?<br>
Zicki konnte sich keinen Reim auf all das machen.<br><br></p>
<p>Bauer:                      So, die hängt auch. Julante, sag mal nein, schüttele mal den Kopf.<br>
Kuh:                            Muh (Glocke bimmelt)<br>
Bäuerin:                        Laß den Unfug, hol lieber die Kutsche und spann die beiden an, langsam wird es Zeit für die Kirche –<br> Maria, bist du fertig?<br>
Maria:                      Moment Mama, die Schleppe hängt noch nicht am Kleid.<br><br></p>
<p>Jetzt war Zicki ganz verwirrt.<br> Kutsche? Schleppe am Kleid? Zeit für die Kirche? <br>Das gab doch alles keinen Sinn. Oder doch – ja klar .<br>
Die Bauerstochter Maria sollte heute heiraten. <br>Dafür zog sie ein Brautkleid mit Schleppe an, fuhr mit der Kutsche zur Kirche und dann wurde die ganze Hochzeitsgesellschaft auf den Hof geladen. <br>Deshalb war alles so geschmückt. <br>Und das Pferd und die braune Kuh waren deshalb so fein gemacht, weil sie die alte blaue Kutsche zur Kirche ziehen sollten<br> – jetzt war alles klar- so war das.<br><br>
Bauer:                      Fertig Frau, ich hol die Kutsche und das Pferd.<br><br></p>
<p>Jetzt ging der Bauer da um die Ecke, wo Zicki stand und lauschte.<br> Sie presste sich ganz dicht an die Hauswand, damit er sie nicht entdeckte – und – hatte Glück.<br> Der Bauer war so in Eile, dass er vorüber ging, ohne sie zu bemerken.<br><br>
Zicki :                     Vielleicht weiß die braune Kuh ja wer der Bräutigam ist ?<br><br>
Gerade wollte sie los, da hörte sie, wie der Bauer im Schuppen den Trecker anließ. <br>(Trecker wird angelassen)<br>
Erst dachte sie sich nichts besonderes dabei, aber dann fiel es ihr plötzlich ein.<br><br>
Zicki:                          Au weia, wenn der Bauer jetzt mit dem Trecker auf die Wiese hinter dem Gemüsegarten fährt. Vor der blauen Kutsche schläft doch die Pennschnecke.<br><br></p>
<p>Sie wagte gar nicht weiterzudenken. Die große Räder des Treckers würden vielleicht über Jonathan drüber fahren und dann...<br>
Jonathan war in Gefahr, da musste etwas geschehen. Zicki drehte um und lief meckernd zum Gemüsegarten.<br><br></p>
<p>Jonathan die Pennschnecke schlief, wie immer. Aber seit einer Minute schlief die Penschnecke richtig aufgeregt.<br>
Und zwar vor Freude.<br>
Seit der Trecker im Schuppen tockerte, träumte Jonathan ungestüm und wild. <br>Wovon?<br>
Na das war doch klar: er träumte von seiner Fahrt auf dem Trecker und kam gerade von ganz weit hinten am Horizont über das frischgemähte Stoppelfeld.<br><br>
Als Zicki bei Jonathan ankam, war sie ganz außer Atem, aber es musste sein. So laut sie konnte meckerte sie ihn an.<br><br></p>
<p>Zicki:                      Heeeee, Jonathan, alte
Pennschnecke. Wach auf, es wird höchste Zeit auf deinem Schneckenschleim davonzuglitschen.<br><br></p>
<p>Und tatsächlich, das unglaubliche geschah. Jonathan wurde ein ganz klein wenig wach, öffnete ein Auge und blinzelte Zicki an:<br><br><br />
Jonathan:                       „Hää?<br>
Zicki:                          Aufgewacht, du musst ganz schnell von hier fort. Es dauert keine Minute mehr, dann kommt der Bauer mit dem Trecker.<br><br></p>
<p>Als Jonathan das Wort „Trecker“ hörte, hörte er sofort auf, der Ziege zuzuhören <br>
– er schloss die Augen wieder, kuschelte sich wieder ein und träumte sofort weiter an seiner Treckerfahrtgeschichte.<br> Dabei bekam er einen seligen Ausdruck um die Mundwinkel.<br>
Zicki konnte meckern wie sie wollte,
sie stupste ihn sogar mit dem Horn an.<br>
Jonathan schlief fest und träumte.
In seinem Traum malte er sich den Trecker in den schönsten Farben aus –
Riesig große Räder - einen supergepolsterten Sitz, ein hohes Dach darüber -
und an den Seiten und hinten bunte Scheiben, <br>
durch die alles blau<br>
und grün<br>
und rot zu sehen war.<br>
So groß und bunt war der Trecker, der da über das Feld näher kam.<br><br></p>
<p>Der Bauer setzte derweil rückwärts um die Ecke des Gemüsegartens und sah die Ziege Zicki vor der blauen Kutsche stehen.<br> Ah die würde schon verschwinden, wenn er näher kam.<br> Aber Zicki blieb stehen – komisch-<br><br>
Bauer:                      He, hau ab da Zicki, mach Platz.<br>
Zicki                           Neee, neee.<br>
Bauer:                      Zur Seite da.<br>
Na gut, dann fahr ich eben über dich drüber. (Treckergeräusch)<br>
Ja gibt’s denn das, das Vieh bleibt stehen.<br> Ja muss ich denn erst selber kommen.<br><br>
Er stieg vom Trecker herunter, nahm einen kleinen Stock vom Boden auf und ging drohend auf Zicki zu.<br><br>
Zicki:                          Neee, neee.<br><br></p>
<p>Zicki machte kehrt und zog sich hinter die Kutsche zurück.<br><br>
Bauer:                      Na also, tse, so was.<br><br></p>
<p>Sobald der Bauer aber wieder auf den Trecker stieg, kam Zicki wieder hervor und lief auf ihren alten Platz, direkt über Jonathan.<br><br>
Bauer:                      Ja ist denn das die Möglichkeit, hat man so was schon gesehen, hau ab du Ziege.<br>
Zicki:                          Nee,nee.<br>
Bauer:                      Na warte, dir werd ich’s zeigen.<br><br></p>
<p>Er sprang mit einem Schrei von dem Trecker herunter und lief wie ein aufgeregtes Walross auf Zicki zu.<br> Die nahm sofort Reißaus.<br>
Diesmal aber jagte der Bauer die Ziege nicht nur um die Kutschenecke, sondern quer über den gesamten Hof.<br><br>
Bauer:                      Zicki, wirst du wohl stehen bleiben.<br>
Zicki:                          Neee,neee.<br><br></p>
<p>In dem Traum, den Jonathan die Pennschnecke gerade träumte, waren all die Geräusche, die draußen in Wirklichkeit auch passierten.<br> Aber in dem Traum passierte natürlich etwas ganz anderes.<br>
Hier kam der Treckerfahrer Jonathan gerade auf den Hof gefahren und alle schrieen und jubelten ihm zu. Und Jonathan hielt den Trecker erst einmal an, damit auch er den Leuten zuwinken konnte.<br><br>
Völlig erschöpft kam der Bauer zurück und lehnte sich auf das Schutzblech des großen Treckerhinterrades.<br><br>
Bauer:                          So ein Mist. Wir werden noch zu spät zur Kirche kommen.<br><br></p>
<p>Und er stieg wieder auf den Trecker, legte den Rückwärtsgang ein und wollte gerade die Kupplung lösen, da stand Zicki wieder an ihrem alten Platz.<br><br></p>
<p>Bauer:                          Verflixt und zugenäht. Was
machst du Biest denn schon wieder da.<br>
Zicki:                              Nee,nee.<br>
Bauer:                          Jetzt ist aber Schluss. Jetzt
fahre ich zur Kutsche. Und er gab Gas.<br>
Zicki wusste sofort, dass jetzt nichts mehr half.<br>
Es musste etwas geschehen oder Jonathan bekam ernsthafte Schwierigkeiten.<br> Sie dachte gar nicht erst nach und tat etwas, dass nicht nur Jonathans Leben rettete, viel besser noch, sie machte seinen größten Traum wahr.<br>
Sie bohrte eines ihrer kleinen Hörner in den Boden unter der eingerollten Pennschnecke und warf den Kopf blitzschnell in den Nacken.<br>
So wurde Jonathan in die Luft gehoben, flog in die Höhe und landete auf dem Schutzblech des großen Hinterrades.<br>
Schnell sprang Zicki zur Seite und ließ den Trecker, und mit ihm den Bauern und Jonathan vorbei zur blauen Kutsche.<br><br></p>
<p>Jonathan träumte seinen Flug ganz anders.-<br>
Er war mit dem Trecker auf den Hof gefahren und von allen bestaunt hatte er nicht auf den Weg geachtet. So fuhr der Trecker nur geradeaus und war über einen Holzbalken gefahren, der im Weg lag. Alle Räder hoben sich, ganz kurz nur, von der Erde ab und rumms, landete der Trecker wieder auf dem Boden.<br><br></p>
<p>Durch diesen Stoß, den ja in Wirklichkeit Zicki mit ihrem Horn verursacht hatte wurde die Pennschnecke Jonathan wach.
Er lag, jetzt nicht mehr zusammengerollt, auf dem breiten Schutzblech und rieb sich die Augen.<br>
Während der Bauer die Kutsche an der Treckerkupplung festmachte, sah sich Jonathan um.<br> Er lag auf dem Trecker, wie in seinem Traum und doch war alles ganz anders. <br>
Die Farben leuchteten, die Sonne schien, er konnte die Auspuffgase riechen, der ganze Trecker ruckelte und zuckelte und schüttelte Jonathan so, dass er jetzt richtig wach wurde.<br>
Als der Bauer wieder auf den Trecker stieg und losfuhr, war Jonathan gar keine Pennschnecke mehr.<br> Er war vollkommen wach, hellwach, wie eine ganz normale Schnecke.<br>
Nur was hier geschah, war für eine Schnecke überhaupt nicht normal.<br> Jonathan bewegte sich, und zwar so schnell, wie keine Schnecke der Welt sich selbst jemals bewegen könnte.<br> Es war wie im Traum, aber es war Wirklichkeit.<br>
Er sah, wie sich der Zaun vom Gemüsegarten bewegte – aber nein, er bewegte sich ja, - er fuhr Trecker.<br>
Vor lauter Freude vergaß er alles Träumen und hörte und guckte und roch und spürte was da alles mit ihm und um ihn herum geschah.<br>
Er fuhr um das Gemüsebeet herum, an der Scheune vorbei, auf die Ställe zu und alle standen sie da und schauten dem mutigen Jonathan zu, wie er Trecker fuhr.<br>Die Hühner, der Hahn, das Pferd, die Schwarzweißkuh, die Schweine, die Gänse, die Kaninchen und oben auf dem Misthaufen auch der Wurm Willibald.<br><br></p>
<p>Sie staunten zwar nicht nur wegen Jonathan, sondern vor allem wegen der blauen Kutsche, die sonst nie über den Hof fuhr. Aber das war aber so was von egal, dass wir es erst gar nicht richtig stellen wollen. <br>Und außerdem war da auch eine, die nur wegen Jonathan staunte und sich nur über ihn freute und das war Zicki, die Ziege.<br> Alle Tiere jubelten und das war das tollste für Jonathan.<br>
Stundelang hätte er so weiterfahren können, aber er merkte doch wie sehr ihn das alles anstrengte. Schließlich war er ja bis vor kurzem noch eine richtige Pennschnecke gewesen und so lange Treckerfahrten nicht gewohnt.<br> Darum war er auch froh, als der Bauer den Trecker anhielt, um die braune Kuh und das Pferd vor die Kutsche zu spannen.<br>
Plötzlich stand Zicki unten vor dem Trecker.<br><br>
Zicki:                  Na, du Pennschnecke, da hast
du  aber noch mal glück gehabt.<br>
Jonathan:                       Ja.?<br>
Zicki:                          Gut, spring runter auf meinen
Rücken. Ich bringe dich zurück zum Gemüsegarten.<br>
Jonathan:                       Ich will nicht mehr schlafen.<br>
Zicki:                          Warte ab. Bis wir da sind wirst du  noch viel erleben.<br><br></p>
<p>Und so machte Jonathan an diesem Tag noch etwas, was noch keine Schnecke vor ihm getan hatte.<br> Er sprang.<br> Aus eigener Kraft ließ er sich vom Trecker gleiten und sprang der Ziege auf den Rücken.<br>
Zicki trabte los. Als sie an der Wiese hinter dem Gemüsegarten ankamen war Jonathan schon fast wieder eingeschlafen. Aber wirklich nur fast. Denn der Ritt auf dem Ziegenrücken war für ihn fast genauso spannend gewesen wie die Fahrt mit dem Trecker.<br>
Zicki legte ihn sanft ins Gras und wollte ihm schon ein Schlaflied singen...
da merkte sie, dass Jonathan schon wieder eingeschlafen war.<br><br>
Zicki:                          Ist halt doch ´ne richtige
Pennschnecke.<br><br>
Zicki ging zurück zu ihrem Stall und Jonathan träumte vom richtigen
Treckerfahren
und vom richtigen Ziegenrückenreiten
und freute sich schon auf morgen<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schneck_0.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-ganze-pennschnecke</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=die-ganze-pennschnecke</guid>
<pubDate>Tue, 03 Oct 2023 08:41:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[VorBild]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>noch ein Anschluss zur Weltformel:</p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/brill5.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Paradigmen zur Vorbildwerdung</strong><br><br>
.                                  7+7<br></p>
<p><strong>minus</strong><br>
zu meidende<br><br></p>
<p>Die Gier ist keine Zier<br>
das sag ich dir<br><br>
Hass gibt nur Brass<br>
ich weisssag das<br><br>
Wut hat mit Mut<br>
nichts am Hut<br><br>
Sucht ist ´ne Flucht<br>
voller Wucht<br><br>
Mit Gewalt wird halt<br>
niemand alt<br><br>
Eifer voller Geifer<br>
wird zum Kneifer<br><br>
Die Lüge ist die Wiege<br>
aller Kriege<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/brill4.jpg" alt="" />
<br><br>
<strong>plus</strong><br>
anzustrebende<br><br></p>
<p>Ohne Gnade lebt´s sich fade<br>
schade<br><br>
Reue ist ´ne neue<br>
unverbrauchte Schläue<br><br>
Lächeln ist der Seele<br>
Wind zufächeln<br><br>
Wer strullt auf Geduld<br>
ist selber Schuld<br><br>
Das Wissen zu müssen<br>
läßt Weihsheit vermissen<br><br>
Offen betroffen<br>
läßt hoffen<br><br>
Ohne Liebe setzt es Hiebe<br>
für die Triebe<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/brill3.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Rat-Schläge</strong><br><br>
Gegen die träge<br>
Entwicklung der Kleinen<br>
fertigt man Schläge<br>
von denen wir meinen<br>
sie machen kein´Schmerz,<br>
weil deren Sterz<br>
von außen verschont,<br>
doch sind sie betont<br>
schmerzend gestrickt.<br>
Denn wenns sich schickt<br>
die eigenen Kinder anzubrüllen<br>
mit Schuldgefühlen aufzufüllen<br>
bis die Oberlippe platzt<br>
dann isset verratzt.<br><br></p>
<p>Wo es sie hintreibt nach solchen verbalen,<br>
oft infernalen<br>
nervschonend Taten<br>
läßt sich ganz einfach raten.<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/abrill.jpg" alt="" /><br><br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=vorbild</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=vorbild</guid>
<pubDate>Tue, 29 Aug 2023 09:05:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dasein voll da sein]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><em>Ein Lied (hier ohne Töne) aus uralten Zeiten zum Anschluß an die Weltformel von letzter Woche:</em>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20170814_143942.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Liebesvoll schmerzbestreut</strong><br><br>
Liebesvoll<br>
fern von Groll<br>
unbeschwert<br>
kommst du zur Welt<br>
bist das einzige was zählt<br><br></p>
<p>schmerzbestreut<br>
wortverbleut<br>
kleingemacht<br>
wirst du zum Kind<br>
weil Kinder so gesehen sind<br><br></p>
<p>wundenbestückt<br>
kaum beglückt<br>
rigoros<br>
aughöhenlos<br>
seltenst verheilt<br>
kaum einer der das peilt:<br><br></p>
<p>und darum:<br></p>
<p>schimpf nicht<br>
schlag nicht<br>
stell das Frotzeln ein<br>
rümpf nicht<br>
plag dich<br>
nicht mit Streiterein<br>
hinterlasse keine Narben<br>
mach sie nicht ein <br>
sie sind nicht klein<br><br></p>
<p>Kinder haben alle Stärke<br>
brich sie nicht durch deine Werke<br>
Kinder sind das Salz der Erde<br>
ohne sie stirbt jede Herde<br><br></p>
<p>Schau doch mal selber zurück<br>
Du warst dein Schlüssel zum Glück<br></p>
<p>heil sein<br>
ganz sein<br>
Teil sein<br>
Dasein voll da sein<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dasein-voll-da-sein</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dasein-voll-da-sein</guid>
<pubDate>Tue, 22 Aug 2023 07:35:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ubuntu]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220502_172655_%281%29.jpg" alt="" /><br>
<em>Es ist an der Zei</em>t<br>
<strong>Respektiert endlich eure Kinder</strong><br>
<em>oder</em><br>
<strong>Der lange Weg ist der Kürzeste</strong><br>
<em>oder</em><br>
<strong>Das Leben ist kurz, aber (unendlich) breit</strong><br>
<em>oder</em><br>
<strong>Wir werden die Welt hinterlassen</strong><br>
<em>oder</em><br>
<strong>Ich nehme Teil, also bin ich</strong><br>
<em>oder</em> <br>
<strong>ich bin, weil du bist (ubuntu)</strong><br><br>
&quot;Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, so erschiene dem Menschen alles, wie es ist: unendlich.&quot; (William Blake)<br> -  oder wie ein Kind nach der Pause eines Workshops fragte:<br>                   <strong>&quot;Müssen wir jetzt wieder dahin wo wir wollen ?&quot;</strong><br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/01.jpg" alt="" /><br></p>
<h1>Herleitung 1<br></h1>
<p>Ich kann meine Fertigkeiten,<br>
egal worin,<br>
wenn ich mich ausschließlich darauf focussiere,<br>
derart vervollkommnen, daß alle Welt darüber staunt,<br>
ich kann damit zu Erfolg und Wohlstand gelangen<br>
und erreiche trotzdem nicht was ich will,<br>
wenn ich nicht weiß, was ich damit erzähle, damit aus- und anrichte.<br><br></p>
<p>Ich kann lieben,<br>
wohlmeinen und alles tun,<br>
damit meine Absichten Früchte tragen,<br>
aber wenn ich mir nicht gewiss bin,<br>
dass das,<br>
was ich beim anderen damit auslöse nach vorne bringt,<br>
verschleudere ich meine Energie, mein Wissen, meine Intention und werde mich selbst darin verschwenden.<br><br></p>
<p>Und ganz zweifelsfrei fängt das da an, wo alles anfängt,<br>
beim Hineingeworfensein in diese Welt.<br><br></p>
<p>Wer ist frei davon zu sagen,<br>
in meiner Kindheit liegen eine Menge von den Ursachen für mein jetziges Sein,<br>
für die Dinge, mit denen ich mich heute rumschlage,<br>
die mich zu diesem und zu jenem Handeln und Denken führen, <br>
die mir auf der Seele brennen,<br> die ich vielleicht gar nicht richtig fassen kann,<br>
die mich aber zu immer wieder den gleichen Fragen bringen,<br>
so ich sie denn zulasse<br>
und nicht von vornherein verleugne,<br>
um mich vermeintlich zu schützen.<br><br></p>
<p>Diese Zwangsläufigkeit zu Verändern sind wir angetreten,<br>
ohne um unsere Wirkung zu wissen,<br>
ohne die Gewissheit, daß Veränderung eintreten wird.<br><br>
Transformationsprozesse dauern:<br>
Der Widerstand der BestandsverwalterInnen,<br> Vergessen, z.B. durch das Wegsterben impulsgebender, erfahrungsvermögender ProtagonistInnen,<br>
Weltveränderung,<br>
all das und noch viel mehr kratzen an deren Verwirklichung,<br>
zwei Schritte vor,<br> einer zurück,<br> einer vor,<br> zwei zurück.<br><br> </p>
<p>Deshalb brauchen wir eine Strategie für die gesamte Population des Planeten, die von all ihren Teilen verstanden und geteilt wird (und die braucht dann Zeit).<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/10.jpg" alt="" /><br></p>
<h1>Herleitung 2<br></h1>
<p>Mal angenommen,<br>
die Menschheit überlebte,<br>
als Spezies,<br>
ihren desaströsen Umgang<br> mit ihren Lebensgrundlagen und sich selbst.<br><br></p>
<p>Mal angenommen,<br>
sie beträte,<br> in der kurzen Zeit die ihr bleibt,<br>
Wege,<br> als Ganzes, miteinander,<br>
die eine denkbare Zukunft hinterlassen würden.<br><br></p>
<p>Mal angenommen,<br>
die Menscheit kommt zu dem Schluß,<br>
daß es keine Alternative gibt und handelt danach.<br><br></p>
<p>Alle Jetztsofortlösungen werden neue Widerstände hervorrufen,<br>
die den gesamten Prozess immer wieder stoppen werden<br> - eher 2 Schritte zurückwerfen als sie ihn vorwärtsbringen würden.<br>
Und das gerade wenn es um Transformationen<br> zu nicht autoritären Strukturen geht,<br>
die alle betreffen.<br>
Die autoritären, autokratischen Kräfte<br> werden sich immer wieder abspalten,<br>
immer wieder zuschlagen<br>
und erneut mit neuen Konzepten, Ideen und Praktiken<br> durch Überzeugung und durch Realitätswerdung versuchen zu punkten.<br><br> </p>
<p>Deshalb brauchen wir eine Strategie für die gesamte Population des Planeten, die von all ihren Teilen verstanden und geteilt wird (und die braucht dann Zeit).
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/08.jpg" alt="" /><br></p>
<h1>Herleitung 3, die Lösung und ihre Erläuterung</h1>
<p>Gib mal in eine x-beliebige Suchmaschine die Worte<br> Kinder und Respekt ein.<br>
Was glaubst du kommt auf den ersten 23 Seiten ? <br>
Genau,<br>
Ratgeber und Anleitungen,<br>
wie man Kinder dazu bringt,<br> Respekt zu haben,<br> zu zeigen,<br>
respektvoll zu handeln,<br> zu sein,<br> zu werden.<br><br></p>
<p>Du findest also den Mangel:<br>
Kinder müssen Respekt lernen,<br>
man muß ihnen Respekt beibringen,<br>
man muß sich ihnen gegenüber Respekt verschaffen.<br>
Sie sind also erstmal ohne Respekt, respektlos.<br><br> </p>
<p>Ok, wie geht das ?<br>
Wo haben sie dieses Loch her ?<br>
Wer hat ihnen das weggemacht ?<br>
Wie haben sie ihn nicht kennenlernen können ?<br><br></p>
<p>Wie kann man nur glauben,<br> mit Maßregeln und Verboten,<br> Lehrgängen, Ratgebern, Schulungen,<br> Regelsystemen und Erziehung zu erreichen,<br> was so offen auf der Hand liegt, daß wir nur die Augen öffnen müssen, es zu sehen, nur die Hand schließen brauchen, es zu (be)greifen ?<br><br></p>
<p>Jede/r sehnt sich nach Frieden,<br>
nach Gewissheit,<br>
nach Nähe,<br>
Aufmerksamkeit,<br>
Liebe und<br>
Selbstwirksam- und Selbstsicherheit.<br><br></p>
<p>All die Projektionen nach Größe,<br> Anerkennung, Reichtum,<br> Wichtigwichtigkeit, Gehör,<br>
all die Angst in uns und um uns herum,<br>
all dies ist uns dazu da,<br> zu verschleiern, was wir sein könnten.<br><br></p>
<p>Und nur mit ihnen und durch sie wird erreicht,<br>
was den Laden hier so am Laufen hält,<br>
weil wir diese Projektionen und Ängste<br>
immer wieder neu reproduzieren,<br>
weil wir sie weitergeben,<br>
für sie eintreten,<br>
unsere Energien für sie einsetzen<br>
und und und,<br>
damit es so weiterläuft - genau so wie immer.<br><br></p>
<p>Und jetzt die entscheidende Frage:<br>
Wie kommen wir da dran, das zu verändern ?<br><br></p>
<p>Hast du aufgepasst liebe/r LeserIn ?<br>
Wenn ja, brauchst du gar nicht weiterzulesen,<br> du weißt es ja schon.<br><br>
Wenn nein, nun gut-<br></p>
<p><strong>Zwei Dinge sind zu tun. </strong><br><br></p>
<ol>
<li>
<p>Respektiert endlich eure Kinder,<br> statt von ihnen den Respekt zu fordern, den ihr von euren Eltern nicht bekommen habt.<br><br></p>
</li>
<li>
<p>Redet mit euren Kindern<br> und zwar auf Augenhöhe,<br> von Anfang an.<br> Macht sie nicht zu Objekten eurer eigenen Projektionen, wie ihr es für eure Eltern ward.<br><br></p>
</li>
</ol>
<p>Das ist schon alles.<br>
Wenn das aufhört,<br>
das Geringschätzen, das Bevormunden,<br> das Taubsein, das Nichtbeachten, das Erziehen,<br>
wenn das keinen Platz mehr hat<br> im Größerwerden der Kleinen und Kleinsten,<br>
dann sind wir alle,<br>
auch im Großen,<br>
auf einem guten Weg.<br></p>
<p>Dann dauert es<br> ein, zwei, drei Generationen<br> und wir können beginnen,<br> das Vernunftbegabtsein, das in uns schlummert,<br> für unser Leben einzusetzen. *<br><br></p>
<ul>
<li>Erziehen - allein schon das Wort macht klar, was hier falsch läuft.<br>
Verbinde es noch mit den Orten, wo sie institutionell stattfindet, die Erziehung,<br><br />
der Kirche,<br>
der Schule,<br>
dem Kindergarten<br> – den Erziehungs<strong>Anstalten</strong>,<br>
dann potenziert sich die Gewissheit der Verunstaltung der Persönlichkeiten.<br><br></li>
</ul>
<p>Mach Beziehung draus,<br>
sei Beziehungsberechtigte/r,<br>
sei Vorbild  ohne Gewalt,<br>
verbessere deine Besserwisserlichkeit zur Mitwisserschaft,<br>
erhöhe dich nicht durch ihre Erniedrigung,<br>
sei du ihnen, was du von ihnen willst,<br>
sei du, wie du willst, daß man dir ist.<br>
So wird ein Schuh draus und ein schlanker Fuß.<br>
Und es macht so vieles leichter.<br>
Ihr werdet sehen.<br>
oder wie ein Freund die Tage schrieb:<br><br>
Nimm dir die Zeit, die du brauchst, mein Vertrauen hast du.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ubuntu</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ubuntu</guid>
<pubDate>Tue, 15 Aug 2023 08:54:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Thos hat Termine]]></title>
<category>Aktuell</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/dr_august.jpg" alt="" /></p>
<p>der thos hat termine<br>
mit lieben Grüßen<br><br></p>
<p>bevor es zu spät ist - es geht´s weiter - <br>das Jahr hat den Zenit bereits überschritten und die neue Spielsaison steht vor der Tür.<br> Eifrig wird nach- und vorbereitet, geprobt, gebaut und geplant – also los.<br><br></p>
<p><strong>Zweite Hälfte 2023</strong>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/der-jupp-muss-wech-plakat-web-540x.jpg" alt="" />
25.8.19.00h<br> <strong>&quot;Der Jupp muß wech&quot;</strong> von Herbert Knorr – <br>Uraufführung/Premiere <br>
27.8. 18.00h<br>
u. 28.10<br>
Ein Verwirrspiel um falsche und richtige Identitäten in Zeiten rasanter Transformationen – mit viel     Nonsense, Musik und vielleicht sogar tieferer           Bedeutung?<br> Die Inszenierung von Wolfram Lenssen mit neun (in Zahlen 9)          SpielerInnen liefert jedenfalls einen   atemberaubenden, commediahaften Jux um  Liebe, Mord und Totschlag. <br>
<a href="http://travados.net/">http://travados.net/</a><br>
weitere Aufführungen in 2024<br>
Ich spiele den Heiopei, den dummen Dr. August vom kommunalen Gesundheitsdienst. <br><br></p>
<p>8./9.10.9. je 19-30h<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Logo_3_Szene10.png" alt="" />![]<br>
Premiere <strong>&quot;Die Physiker&quot;</strong> von Friedrich Dürenmatt in der dann neuen Szene 10 in einer armes-Theater-Version mit 4 tollen MitspielerInnen und der Suche nach der Weltformel<br>
<a href="https://szene10.de/spielplan">https://szene10.de/spielplan</a><br>
Girardetstr. 10 Essen<br>
Ich spiele den Inspektor (oder mehr?) <br><br></p>
<p>15.9. 19.00h<br><br />
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/DieWende_%26_DerRenneberg.jpg" alt="" /><br>DieWende&amp;DerRenneberg auf dem <strong>Fringe-Festival</strong> Duisburg/Ruhrort<br>
<a href="https://duisburgfringe.de/fringe-2023/">https://duisburgfringe.de/fringe-2023/</a><br><br>
17.9. Spielzeiteröffnung im Theater Freudenhaus - nennt sich <strong>&quot;start up&quot; </strong>- Infos hier<br>
<a href="https://grend.de/theater-freudenhaus-spielplan/">https://grend.de/theater-freudenhaus-spielplan/</a><br><br></p>
<p>26.9.   <br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Hamlet.jpg" alt="" />
Verleihung des Theaterpreises der Initiative Freie Szene Essen im Katakomben Theater im Giradrdet.<br>
Ich bin an zwei Stellen nominiert  (<strong>&quot;Hamlet&quot;</strong> und <strong>&quot;Fortuna&quot;</strong>),<br>die Mitbewerber sind allerdings durchweg sehr stark. <br> Mal sehen was die Jury sich so gedacht hat.<br>
Uhrzeit und weiteres höchstwahrscheinlich hier:<br>
<a href="https://www.initiative-freie-szene-essen.de/index.php/theaterpreis/">https://www.initiative-freie-szene-essen.de/index.php/theaterpreis/</a><br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Banner_Fortuna_FF_5.jpg" alt="" /><br></p>
<p>30.9. 20h<br>       <strong>Fortuna</strong><br>-oder die Suche nach dem Glück<br>   Theater Freudenhaus Essen<br>
zum ersten Mal nach der Sommerpause, also frisch wie nie.<br>
Weitere Termine:
13.10. 20.00h – 10.11. 20.00h – 1.12. 20.00h – 10.12. 17.00h<br>
<a href="https://grend.de/theater-freudenhaus-spielplan/">https://grend.de/theater-freudenhaus-spielplan/</a><br><br></p>
<p>1.10. 11h<br>
<strong>LaLa&amp;Labsal</strong> in Essen<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images_%281%29.jpg" alt="" /><br>
Die T.T.sisters und DieWende&amp;derRenneberg spielen was, dazu gibs Belegte Brötchen und am Schluß wird Rudelgesungen mit alle.<br>
<a href="https://szene10.de/spielplan/lala-labsal/">https://szene10.de/spielplan/lala-labsal/</a><br><br></p>
<p>14.10. 20h<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/ruhrgebiet.jpg" alt="" /><br>
<strong>Stillstand</strong><br> im Theater Freudenhaus<br>
15.10. 17h  <strong>Stillstand</strong> im Theater Freudenhaus       und am 19.11. 17.00h<br>
<a href="https://grend.de/theater-freudenhaus-stillstand/">https://grend.de/theater-freudenhaus-stillstand/</a><br><br></p>
<p>4.5.11. <br>    Workshop <strong>physical theatre</strong> im TPZ-Ruhr
10-17.00h<br>   <a href="https://www.tpz-ruhr.de/kurse-workshops.html">https://www.tpz-ruhr.de/kurse-workshops.html</a><br><br></p>
<p>ab dem 1.12<br>
in neuem Gewand mit neuem Ensemble und in der Szene 10 in Essen:<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Xmas_Carol_DINA2_3_.jpg" alt="" /><br>
alle weiteren Informationen:
<a href="https://szene10.de/spielplan/a-christmas-carol/">https://szene10.de/spielplan/a-christmas-carol/</a></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-thos-hat-termine</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-thos-hat-termine</guid>
<pubDate>Tue, 08 Aug 2023 06:44:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Circus Mücke Lied 1989]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/M%C3%BCckenparade3.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><em>(zum Mitmachen und Mittanzen)</em><br><br>
<strong>Das Circus Mücke Lied</strong><br><br></p>
<p>Ref:<br>
Ein Circus wollte wandern geh´n<br>
von einem Ort zum andern<br>
da blieben alle Leute steh´n<br>
und schauten sich das an<br><br></p>
<p>Der Direktor sagt sonst guten Tag<br>
verbeugt sich dann ganz tief<br>
da fällt er auf die Nase<br>
und die ist dann ganz schief.<br><br></p>
<p>Ref<br><br></p>
<p>Ein Jongleur wirft einen Ball ganz hoch<br>
bis in den Himmel rein......(und nu? Wo isser?)<br>
Da rauf er sich die Haare <br>
und stellt sich auf ein Bein<br><br></p>
<p>Ref.<br><br></p>
<p>Der Löwe brüllt ganz schrecklich laut<br>
das Publikum erschreckt  (des Reimes wegen)<br><br>
Dabei hat sich der Löwe nur<br>
ganz doll ausgestreckt<br><br>
Ref.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/16865004_1405026722876152_6520542208790427010_n_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><em>(selten gesungene Strophen)</em><br>
Die Tiere flitzen schnell vorbei<br>
ein Hund spielt mit dem Ball<br>
der Tiger kommt hinzu und beißt<br>
da gibts nen großen Knall<br></p>
<p>Ref<br></p>
<p>Der Zauberer greift in die Luft<br>
und holt ein Tuch herbei<br>
dann öffnet er die Hand dazu<br>
und hat darin ein Ei<br></p>
<p>Ref<br></p>
<p>Artisten turnen kreuz und quer<br>
die eine hat nen Zopf<br>
sie klettern übernander her,<br>
das Publikum steht Kopf<br></p>
<p>Ref<br></p>
<p>Der Clown sieht heut sehr fröhlich aus<br>
er trägt zu große Schuh<br>
drum humpelt er auf einem Bein<br>
und stoplert noch dazu<br></p>
<p>Ref<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/in_4_Tagen.JPG" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bazillus-sarasini</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bazillus-sarasini</guid>
<pubDate>Tue, 01 Aug 2023 08:14:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Corönchen 2020]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/ohne_bespannung.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Song 1<br></p>
<p>Circus Mücke Circus Mücke<br>
seit 30 Jahren reißt er sich die Ärsche auf<br>
Circus Mücke reißt eine Lücke<br>
die Welt die nimmt gerade ohne ihn so ihren Lauf<br><br></p>
<p>Wenn du ihn erleben willst<br>
dann mußt du dieses Jahr ganz schön weit fahrn<br>
Wenn du ihn erleben willst<br>
dat kannste dir dann dieses Jahr auch sparn<br><br></p>
<p>Circus Mücke hat keine Grippe<br>
und trotzdem fällt das Jubiläum diesmal aus<br>
Die Circusspäne<br>
sind in Quarantäne<br>
die Krise macht der Feier orntlich den Garaus<br><br></p>
<p>dat nicht ist was ist<br>
ist überhaupt nicht egal<br>
dat nicht ist was ist<br>
doch wat ist denn bei uns schon normal<br><br></p>
<p>dat nich is was is<br>
ist überhaupt nicht gut<br>
Corönchen Corönchen<br>
nimm doch endlich deinen Hut<br><br></p>
<p>Song2<br></p>
<p>30 Jahre Circus sind nicht ohne<br>
Glücksgefühl<br>
die Mücke schert sich heut noch nicht die Bohne<br>
ums Kalkül<br><br></p>
<p>gebraucht wird was gebraucht wird<br>
egal wie voll der Hänger<br>
dann braucht das Laden eben´n bißchen länger<br><br></p>
<p>30 Jahre Circus sind nicht ohne<br>
Inspiration<br>
die Mücke schert sich heut noch nicht die Bohne<br>
um Konventionen<br><br></p>
<p>gemacht wird was gemacht wird<br>
die Kinder sind Bestimmer<br>
so wirds ein bißchen anders und zwar immer<br><br></p>
<p>30 Jahre Circus sind nicht ohne<br>
Erneuerung<br>
Die Mücke schert sich heut noch nicht die Bohne<br>
um Anstrengung<br><br></p>
<p>was muß das muß, das darf auch sein<br>
egal wo die Recourcen stehn<br>
was muß das muß doch irgendwie auch gehn<br><br></p>
<p>30 Jahre Circus sind nicht ohne<br>
Zusammensein<br>
Die Mücke setzt sich auf den Kopf die Krone<br>
wir sind nicht allein<br><br></p>
<p>seit 35 Jahren<br>
Besetzungsfastvollkonstant<br>
uns fehlt nur hier und da ein Praktikant<br><br></p>
<p>song 3
(schon wieder live)<br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG-20211023-WA0000.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=corönchen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=corönchen</guid>
<pubDate>Tue, 25 Jul 2023 10:04:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mauern machen 2017]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/mauern.jpg" alt="" />
<br><br>
Strophe:<br>
Bassfolge – a e F G (im Schluß auf C) Rhythmus – we will rock you <br>
Refrain:<br>
C F  /C F /C a d F G<br>
1<br>
Maurer mauern Mauern machen<br>
Räume für so viele Sachen<br>
hinter Mauern lachen Drachen<br>
Keine Mauern, die nicht krachen<br><br></p>
<p>Bau dir Mauern willst du Ruh<br>
reiß sie ein und sag Juhu<br>
Mauern machen Räume zu<br>
Türen rein - - - und raus bist du<br><br></p>
<p>Ref.:<br>
wir wünschen<br>
ein gnadenlos herzliches Willkomm<br>
ob ihr seid hergefahr´n oder geschwomm<br>
wir werden nicht rasten, wir werden nicht rosten<br>
hier kommt jede/r auf seine/ihre Kosten<br>
Circus................<br><br>
2<br>
x mal vor die Wand gerannt<br>
die Welt dahinter nicht erkannt<br>
einmal um die Wand herum<br>
dann steht sie da, allein und stumm<br>
bau sie dir wenn sie dich schützen<br>
reiß sie ein, wenn sie nix nützen<br>
schau dich liebes Publikum<br>
--hier in unsern Mauern um<br><br>
Ref.<br><br></p>
<p>Sand baut Mauern<br>
Stein baut Mauern<br>
Angst baut Mauern<br>
Schein baut Mauern<br>
kannst dich hinter Mauern kauern<br>
was wird hinter Mauern lauern<br>
spannend !!!!!!!</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=mauern</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=mauern</guid>
<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 12:36:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Grimmsalabim 2015]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_0060.JPG" alt="" /></p>
<p><br><br></p>
<p>e                                 a<br>
Dornröschen liegt im Erbsenmus<br>
G                                 D<br>
der Wolf frißt lieber Gras<br>
e                                        a<br>
Rapunzel geht heut zum Friseur<br>
G                                     D<br>
Frau Holle wird ganz naß<br><br></p>
<p>C                                                             e<br>
Schneewittchen schmeißt den Haushalt hin<br>
C                                                      e<br>
Der Fischer wünscht sich nix<br>
C                                          G<br>
das Aschenputtel nimmt Reißaus<br>
G                                   D<br>
das baun wir hier ganz fix<br><br></p>
<p>I:   e<br>
Es war einmal<br>
G          G             D<br>
Circus Grimsalabim :I <br><br></p>
<p>Der Froschkönig spielt Basketball<br>
Rumpelstielzchen Golf<br>
die böse Hexe kann mich mal<br>
Hänsel heißt heut Rolf<br></p>
<p>Der dicke fette Pfannekuchen<br>
wird heut dünn wie´n crèpe<br>
der Hans im Glück macht ´ne Million<br>
er ist halt doch ein Depp<br><br></p>
<p>I: e<br>
Es war einmal<br>
G          G             D<br>
Circus Grimsalabim:I <br><br></p>
<p>Märchen werden wirklich wahr<br>
wenn du's willst wird's wunderbar<br><br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=grimmsalabimm</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=grimmsalabimm</guid>
<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 12:30:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ploppp 2012]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_0072.JPG" alt="" /></p>
<p><br><br>
Lied von Fliegen<br><br></p>
<p>Bist du schon einmal geflogen<br>
hast dich schwerelos gefühlt<br>
sag nicht nein, denn das wär gelogen<br>
zumindest hast du´s schon mal gespielt<br><br></p>
<p>Überflieger, Untertassen        (HuHu)<br>
Schmetterlinge, Fluggetier<br>
können es manchmal gar nicht lassen<br>
Fliegen ist ein großes Plaisier<br><br></p>
<p>Ref.: <br></p>
<p>Träume können fliegen<br>
Wünsche Kinder kriegen<br>
das zu zeigen ist ein guter Job<br>
Düsen Flattern Schweben<br>
einfach nur abheben<br>
das alles hier im Circus ........<br>
Plopp ???<br><br></p>
<p>Viele Dinge können Fliegen<br>
himmelhoch und kurz vor knapp<br>
manch einer die fliegt im Liegen<br>
die Hummel die macht davor nicht schlapp<br><br></p>
<p>manchmal endet fliegen kläglich<br>
doch wir bleiben O-optimist<br>
jede(r) von uns fliegt wohl täglich<br>
und wenns nur auf die Nase ist<br><br></p>
<p>/: Träume können fliegen<br>
Wünsche Kinder kriegen<br>
das zu zeigen ist ein guter Job<br>
Düsen Flattern Schweben<br>
einfach nur abheben<br>
das alleshier im Circus.......:/<br>
(Nana impro, dann Ref.: dann a capella 1/2)<br>
Plopp ???<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ploppp</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ploppp</guid>
<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 12:28:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Giganti di Funderio 2016]]></title>
<category>SommerlochCircusLieder</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20150410_-_Sandra%C2%B4s_Ziege_ganz_256.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Giganti di Fundério</strong><br>
Vorspiel:       <br><br />
Giganti di Fundério, der hat ein Problem<br>
von dem er noch gar nichts weiß<br>
die Monsterquote, die ist extrem<br>
die Köpfe , die laufen schon heiß<br>                       Chaos/Übergang/Solo<br><br></p>
<p>Strophe 1:<br>
krasse Kreaturen<br>
lassen ihre Spuren<br>
auf den Circusfluren<br>
seh´n<br><br></p>
<p>grässliche Geheuer<br>
suchen Abenteuer<br>
in dem Circusfeuer<br>
zu besteh´n<br><br></p>
<p>Refrain:<br>
Giganti di Fundério<br>
bei dem wird jedes Monster froh<br>
Giganti di Fundério<br>
ho ho hohoho<br><br></p>
<p>Strophe 2:<br></p>
<p>grinsende Scheusale<br>
zeigen die fatale<br>
löchrige Sandale<br>
her<br><br></p>
<p>doch dann kommt der Drache<br>
erklärt mir kurz die Sache<br>
zeigt mir wie ichs mache<br>
bitte sehr<br><br></p>
<p>Refrain:<br>
Giganti di Fundério<br>
bei dem wird jedes Monster froh<br>
Giganti di Fundério<br>
ho ho hohoho<br><br></p>
<p>Nachspiel (genauso langsam wie oben):   <br><br />
Giganti di Fundério, der macht euch jetzt klar<br>
was ihr noch gar nicht wißt<br>
gleich geschieht hier, zauberhaft wahr<br>
wie schön unser Circus ist<br><br></p>
<p>Refrain:<br>
Giganti di Fundério<br>
bei dem wird jedes Monster froh<br>
Giganti di Fundério<br>
ho ho hohoho<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=giganti-di-funderio</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=giganti-di-funderio</guid>
<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 12:23:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Perfekt]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Perfektion.jpg" alt="" />
<br><br>
Perfekt<br><br></p>
<p>Die Perfektion, die Perfektion<br>
kaum spürst du sie, da hat´s dich schon<br>
da wird gefeilt, bedacht, da wird gewerkelt,<br>
da wird nichts einfach hingeferkelt<br><br>.</p>
<p>strebst du ihr zu bist du ruckzuck<br>
unter allergrößtem Richtigdruck.<br>
An Irrtümern gibts nur die schlimmen,<br>
da muß am Ende alles stimmen.<br><br></p>
<p>Immer heißt es aus dem Vollen Schöpfen,<br>
bloß nicht landen bei den alten Zöpfen,<br>
genau sein,<br>
schlau sein,<br>
mitunter genial,<br>
nie ist irgendwas egal.<br><br></p>
<p>Kopf, Hand und Hirn wird ausgewrungen<br>
bis die Sach vollends durchdrungen.<br><br></p>
<p>Das kann schon mal ein wenig dauern<br>
und hinter jeder Ecke kauern<br>
Wichtel, Trolle, ja Lemuren,<br>
die zwingen dich zu Korrekturen<br>
oder gar zum Neuanfang<br>
weil es nicht perfekt gelang<br>
und zack stehst du zum wiederholten Mal<br>
vor dem wieder falschen heilgen Gral.<br><br></p>
<p>Die Perfektion, die Perfektion<br>
kaum spürst du sie, da hats dich schon<br><br><br></p>
<p>Sei nicht perfekt, werd´s bitte nie<br>
du schießt dir damit selbst ins Knie,<br>
s´ist einer von des Pudels Kernen,<br>
es gäb ja gar nichts mehr für dich zu lernen.<br><br></p>
<p>Ja, fühl dich ein, bleib bei der Wahrheit<br>
lass sie uns sehen deine Arbeit.<br>
Nimm dir auch vor was du nicht kannst<br>
und kehre um, wenn du dich verfranst.<br>
Zeig dein Bemühen, lass uns mit dir ringen,<br>
versuch nicht was du sagen willst zu zwingen,<br>
lass ihn, den eitel selbstgerechten Kropf den krausen,<br>
lass off´ne Stellen, versuch es auch einmal mit Pausen<br><br>
...
Sei nicht perfekt, werd´s bitte nie<br>
du schießt dir damit selber nur ins Knie.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=perfekt</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=perfekt</guid>
<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 18:47:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schöpfen]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20210516_143110.jpg" alt="" />
<br><br>
<em>Es ist knackig kalt, die Sonne strahlt vom Blauen Himmel, doch noch wärmt sie nicht</em>.<br>
I<em>ch treffe C.K. in einem Essener TraditionsSzeneCafé. Kurz überlegen wir uns draußen in die Sonne zu setzen aber schnell wird klar, daß dieses SkifahrWetter ohne Bewegung kaum Gemütlichkeit verspricht.</em><br> <em>Drinnen ist es in dem großen Wintergarten gleißend hell, warm und noch recht leer. Beste Bedingungen, die nächsten 2 Std zu verweilen.</em><br>
<em>Ich kenne C. seit langen Jahren aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, mal nur betrachtend, wie im Duisburger Schauspiel, mal mitspielend, wie jetzt im Theater Freudenhaus. Sie spielt, walkt, rezitiert, produziert, macht Musik - ist in diversesten Gewerken unterwegs.
Nach ausgiebigem Abgleich von Wetterempfinden, Befindlichkeit, naher Zukunft, nach Kaffeebestellung und Versicherung der ordnungsgemäßen Funktionalität des Aufnahmegerätes beginnen wir:</em>  <br><br></p>
<p><em>Warm up</em>       <br><br>
<em>Kann man Kreativität messen ?</em><br>
Nein !<br>
<em>Warum nicht ?</em><br>
Man kann alles messen, wenn man möchte. Man kann alles in Beziehung setzen zu etwas anderem und so gesehen kann man sie bestimmt messen, man könnte sie z.B. in eigenem Spaß messen, wenn man es da in Beziehung setzt wie alles, aber ich kenne keine Maßeinheit, ich kenne kein internationales Kreativitätsmessverzeichnis in dem ich die anlegen könnte.<br>
Es gibt ja einen IQ, warum nicht auch einen KQ einen KreativitätsQuotienten ?
Ich wüßte da gar nicht, beim IQ, das ist ja so´n &quot;boh&quot;, der so´n &quot;boh&quot; auslöst oder auch´n &quot;och&quot; und das wär ja bei Kreativität noch am ehesten im Ergebnis, im out-put sowas wie ein &quot;oh&quot; oder ein &quot;boh&quot;, so viele Bilder sind dabei rausgekommen – das wär dann ein Messen im Erfolg und da wären wir wieder bei der Beziehung in die das gesetzt wird.<br><br></p>
<p><em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em><br>
Wenn sie es bewältigt haben sowieso gut.<br> Ich glaub das liegt aber eher am Bewältigen als an den Mitteln mit denen sie es bewältigt haben. Wobei die Freude vielleicht noch ein wenig größer ist weil ich jetzt einen kreativen Weg genommen habe, von dem ich ausgehen würde, daß sie ihn vorher nicht im Kopf gehabt haben, der jetzt ein neues, ein überaschendes Moment hat. Und das ist bei eine Problembewältigung nochmal schöner.<br>
Demnach wäre Kreativität immer auch ein wenig abwegig vom eigentlich zu beschreitenden Weg ? Ja, sonst würde ich wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen ihn kreativ zu nennen, weil ich das durchaus absetze von dem was so bekannt ist.<br>
<em>Also kreativ ist auch immer etwas neues finden ?</em><br>
Wenn etwas geschöpft wurde gehe ich davon aus, daß es vorher nicht unbedingt da war, sonst müßte ich es nicht rausschöpfen – außer der Suppe, die schöpfe ich natürlich mit dem Löffel aus, aber vielleicht ist in der Suppe auch schon alles drin – aber ich schöpfe, ja.<br>
Ein Schöpfungsprozess, also wenn man von der Schöpfung ausgeht, hab ich immer eher das Bild von einem Nebel, aus dem sich plötzlich ne Form bildet, oder wie Aphrodite aus dem Schaum steigt, wie  aus etwas Undefiniertem oder Chaotischem eine Form oder Etwas sichtbar wird oder ich das als Etwas erkenne, doch wenn ich etwas ausschöpfe ist ja alles auch schon da und das Schöpfen ist nur im Herausheben, was irgendwie auch ganz lustig ist.<br> Und dann gibt es auch den Aspekt von schöpfen als etwas formen, also bist du selber ein aktiver Schöpfer, also formst du etwas oder findest du etwas – wahrscheinlich liegt das Schöpfen auch dazwischen, zwischen dem Finden und dem Formen.<br><br></p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
<em>Hast du eine Idee, was die Kreativität am meisten wachsen  lässt ?</em> <br>
Ja, hab ich schon (auch wenn ich jetzt so lange zögere)........<br>Ich glaube es braucht eine Möglichkeit zu Chaos und Abwegigkeit, meint auch die innere Bereitschaft diffuses oder abwegiges einzulassen. Wobei das ja auch immer da ist, beim Rauschen oder so´n Undefiniertes ist bei allem was man macht ja per se da.<br> Es ist auch ein wenig zwischen Zulassen und Tun, man muß schon etwas verfolgen oder wie auch immer man das nennen mag. <br>Sowas zwischen Aktivem und Empfangendem. Das ist erstmal so eine innere Bereitschaft. Auch ein Vertrauen finde ich, weil unter einer Angst, &quot;boh was wird das, Hilfe, Hilfe, Hilfe&quot; entsteht selten was.<br> Aber das ist ja eigentlich auch das Schöne, wenn man sich nicht zu sehr auf das Ergebnis focoussiert sondern aufs Tun. Also brauch es auch letztendlich die Möglichkeit sich auf das Tun zu konzentrieren.<br>
Und dazu gehören dann viele Dinge die deine Konzentration auf dein Tun behindern können, das hat bei manchen mit Zeitdruck zu tun oder anderen Mustern oder Verordnungen, die man sich selber gibt oder die von außen kommen.<br>
Ich funktioniere aber auch sehr gut wenn es da einen Zeitdruck gibt oder Erwartungen von anderen oder die plötzliche Anwesenheit eines Zuschauers ist auch etwas, was das eigene Tun herausfordert, insofern ist es nicht zwangsläufig eine Behinderung oder Anforderung, vielleicht sogar das Gegenteil (ein Ansporn?).<br><br>
<em>Passt da der Begriff Erfahrung rein ?</em><br>
Unbedingt, die ist hilfreich für das Vertrauen und der Sicherheit, daß etwas geschieht, was gehen wird. Das hätte ich als junge Frau nicht so gesagt, weil ich die da noch nicht hatte aber jetzt, das ist ja auch immer noch der Ausgangspunkt, wo man gerade steht.<br><br></p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Keine Ahnung. Kann ich gar nicht sagen. Weil unterschiedliche Kunst, wenn ich davon ausgehe, daß Kreativität immer was mit deinem Tun zu tun hat, braucht sie sicherlich unterschiedliche Anforderungen, weil jegliches Tun – ob ich nun mit Menschen rede, ob ich singe, ob ich ein Musikinstrument spiele, ob ich was maure, was male, was immer ich tue – mein Tun ist sehr unterschiedlich und auch Leute sind sehr unterschiedlich in dem was sie tun – insofern ist auch das, wo der kreative Moment für jeden einzelnen drinsteckt sehr unterschiedlich.<br><br></p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em> <br>
Wenn ich Intelligenz mit Beweglichkeit verbinde, ja und das tu ich. Das ist wie das Feuer, es ist ein Feuer, das Feuer ist beweglich, oder Wasser ist beweglich, sucht sich seinen Weg. Du reagierst ja auf die Welt in der du lebst und womit du umgehst.<br><br> </p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Hmm, wenn ich jetzt sage Findigkeit, dann gibt das der Kreativität oder dem worüber wir sprechen auch nen bestimmten Touch. Das ist so die Freude am &quot;Jah, ich habs gekriegt&quot; oder die Möglichkeit, das Ziel gefunden zu haben.<br> Wie kann ich das beschreiben. Wenn dir, vor allem in Sprache kommt das vor, wenn dir eine Begrifflichkeit plötzlich eine neue Sicht auf etwas ermöglicht, dieser Erkenntnisgewinn darin, das ist – ja jetzt weiß ich wieder: wenn da etwas kommt, was keine Antwort auf eine Fragestellung, ein Problem ist, da passt der Begriff Findigkeit nicht, weil die Zielsetzung da mit drin ist. Und wenn man keine Fragestellung hat, hm, vielleicht ist sie aber auch immer drin in dem Prozess.<br> Aber Spielfreude ist es auch nicht unbedingt, obwohl die Freude da auch drin ist, in dieser Energie.<br><br></p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Klar, warum nicht. Weil es haufenweise kreative Köpfe gibt, die ihre Kreativität auch ökonomisch ausleben, umsetzen und Ökonomie bestimmt ja auch zum großen Teil das alles. Jeder hat eine Wirtschaft in sich.<br> Die Ökonomie kann allerdings so verfasst sein, daß sie mit Kreativität gar nix mehr zu tun hat und sie komplett verhindert. Sie kann sie aber auch herausfordern.<br><br></p>
<p><em>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?</em><br>
Da ist die Frage, ob es positive Kreativität gibt.<br> Klar, ich unterscheide in positiv und negativ. Aber das Schaffen an sich muß keine positiven Auswirkungen haben.<br> Es gibt bestimmt viele Menschen
die einen Haufen Kreativität in unvorstellbare Dinge setzen können.<br>
Liegt die Kreativität nicht sowieso dahinter, also hinter der Absicht, die mit dem Schaffen verbunden ist. ?<br>
Schon auch, ansonsten wäre negative Kreativität ja Destruktion, was sie ja auch ist. Nur im Vorgang gibt es das nicht, gibt es da dann positiv und negativ ?<br> Mephisto ist doch auch ein schönes Beispiel dazu – die Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft – ein sehr kreativer Geist.<br><br></p>
<p><em>Gehört K. In die Politik ?</em><br>
Ja unbedingt, sie gehört überall hin, ich wüßte nicht, wo sie nicht hingehörte.<br><br></p>
<p><em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Also, puh, da gibt es verschiedene Bilder, also ein Bild für mich, die Arbeit mit Masken. Die ist sehr speziell, wenn ich so von kreativen Prozessen ausgehe. Weil ich da am extremsten die Erfahrung gemacht habe, daß ich Dinge spiele wo ich keine Ahnung hab, wo die herkommen, und wo ich plötzliche Dinge tu und Dinge sage, die so komplett aus dem Nichts kommen, völlig unerwartet, so überraschend und doch völlig selbstverständlich – das war so erstaunlich, daß sowas passiert und wie das passiert.<br> Du verwandelst dich in etwas und das ist da, ohne daß du es vorher gekannt hast und es ist selbstverständlich, hochkomplex und umfassend und du denkst &quot;Aha&quot;.<br>
<em>Könntest du das visualisieren ?</em><br>
Eine Verwandlung ist nun mal blöderweise keine Visualisierung. Beim Spielen ist es so als ob irgendjemand anders oder etwas anderes in dir auftaucht.<br> Also ich zünde den Motor und geb vielleicht auch irgendwie das Benzin da rein, damit er laufen kann, aber der Motor oder diese innere Energie produziert Dinge, die ich vorher nicht kannte und durch die Maske hat das irgendeinen Weg, eine Vorgabe, die völlig unbekannte oder unerwartete Äußerungen hervorbringen.<br> Und ich weiß nicht, ob die Maske in ihrer Beschränkung das macht, wie es auch bei anderen Vorgaben geschieht – so, ich nehm dir was weg oder geb dir eine Beschränkung und das ist ja auch oft bei kreativen Prozessen, das das Fehlen, oder eine Aufgabe, ein Hinderniss den Prozess auslöst oder vorantreibt.<br>
Wahrscheinlich ist es ein Mischung, denn du überlässt dich dieser Sache, findest dich ein aber du entnimmst dem ja auch die darin wohnenden Möglichkeiten und Äußerungen.<br> Da entdeckst du natürlich auch Dige von dir, von deinem fluiden Kern, wobei dieses Gefühl zu sich zu kommen auf jeden Fall auch daher kommt, wie sicher, wie erstaunlich sicher diese Figuren agieren, diese völlige Selbstverständlichkeit und Sicherheit, Dinge jetzt so zu machen wie man sie macht, so ohne Fragen.<br>
So eine Klarheit hat irgendwie auch jede Maske wenn du diesen &quot;pah&quot;, diese Energie gefunden hast. Und das was da passiert, was da so völlig klar funktioniert, das ist so ein Moment wo sich was schöpft, was ich noch nicht kenne.<br><br></p>
<p>K<em>reatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?</em> <br><br />
Ich spiel total wenig. Aber – Verstecken – Ja.<br>
Also beim Schach wäre ich viel zu beschäftigt, mich überhaupt in den Regeln zu bewegen, da würde das Gefühl von Freiheit, Freiraum gar nicht erst aufkommen.<br>
Ist ja auch interessant, daß man in vielen Bereichen so damit beschäftigt ist, mit den Dingen überhaupt klarzukommen, daß man gar keine Zeit hat oder keine Kapazität kreativ zu sein.<br>
Wär mal spannend wie das bei Kindern so ist, denen zu ihren Bildern gesagt wird – boh ist das toll, ist das klasse und die machen einfach nur, sind so mit den Faben und dem Material beschäftigt, daß die Gestalt gar nicht wichtig ist.<br><br></p>
<p><em>persönliche Fragen
Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Ja, besteh ich drauf. Ich will nicht arbeiten.<br>
Ne Nachbarin, die coacht, hat mal ein paar Frauen zusammengesucht zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Sowas mag ich ja gar nicht, auch Sternzeichen und all so Schubladen, da reagier ich richtig trotzig drauf. Egal, die wollte da was ausprobieren und natürlich hab ich da auch mitgemacht. Und dann hat sie so Fragen gestellt und wir sollten Sätze aufschreiben und der einzige Satz der mir eingefallen ist, war: Ich will nicht arbeiten – weil ich arbeite viel, teilweise über die Maßen, aber was ich meinte, war,<br> da waren lauter berufstätige Menschen und es gibt sone Art von Ordnung und Gewissheit von dem was so passiert, wo sich mir die Haare sträuben.<br>
Und da wollte ich was....., das wollte ich anders....., Ja.<br><br></p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
Geschichten erzählen, Figuren zu spielen, auszugestalten, darzustellen, zu erfinden.
Zu Sprechen, Texte, zu rezitieren, Menschen zu unterhalten, auf öffentlichen Plätzen hoffentlich poetische Momente zu schaffen, die die Arbeit des täglichen Lebens unterbrechen.<br>
Und was noch, hm, innere Bilder, die ich hab oder die andere mir geben in die Welt zu setzen, weil ich sie mag.<br><br></p>
<p><em>Was macht für dich das KünstlerIn sein aus ?</em><br>
Eigentlich besteht es daraus, seine Kunst, seine Arbeit zu tun, eigentlich will ich nur meine Arbeit machen.<br> Und ich weiß den Unterschied zu der Arbeit von eben, die ich nicht machen will gar nicht so recht.<br> Es gibt Arbeiten in denen fühle ich mich, selbst wenn sie anspruchsvoll sind, pappig, blöd und es gibt Tätigkeiten, da fühl ich mich wohl drin, das hat dann mit Bewegung zu tun, damit daß ich laut sein kann, lachen kann, singen, eigentlich ganz simple Dinge, die auch nicht unbedingt Kunst von NichtKunst unterscheiden.<br>
Und Selbstbestimmtheit spielt auch noch eine große Rolle und zwar eine vielfältige. Zum einen auch als Selbstschutz, so glaub ich, daß ich viele Dinge nicht tue, weil ich mich dem nicht aussetzen möchte, sowas wie z.B. bestimmte Konkurenzen in Arbeitssituationen.<br>
Zum Andern ist es natürlich auch nicht um etwas zu vermeiden, sondern eben auch, um die Dinge machen zu können, die ich gerne mache.<br>
Ich habe Arbeit nie losgelöst von meinem Leben erlebt oder auch die Frage, was hast du für Hobbys, ich habe keine, ich mach das, was ich gerne mache und das spielt ja auch eine Rolle bei der Bewertung von Arbeit.<br><br></p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ? Für Dich ?  Für andere ?</em><br>
Bei den walk acts ist es oft so, also das ist irgendwie eine wahnsinnig dankbare Aufgabe, weil wenn du mit Figuren da bist gehen die Leute richtig, also du verbreitest einfach Freude, das ist spürbar, das funktioniert und das ist schön wenn die sich freuen, genauso wie wenn sie ein schöne Blume sehen.<br> In den Städten gehen sie schon mal vorbei aber dann machst du ein Gesicht, sprichst sie an und dann kommen sie auch dazu und freuen sich oder sie kommen mit anderen in Kontakt, das ist dann auch ein Effekt.<br> Und eine Offenheit im Umgang miteinander zu evozieren macht total Spaß oder die Freude am Fabulieren, an Sprache zu wecken oder am Spielen und Singen.<br><br></p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstlerinnen Sein ?</em><br>
Eigentlich ist das so ein ständiger Anspruch, daß sie dazuseien hat, in dem Anspruch, daß ich ständig was schaffe oder auch wach zu sein.<br> Wenn du improvisierst hast du immer wieder Dinge auf die du reagieren musst, das kann man auch mehr oder weniger kreativ machen.<br> Aber auch in Dingen, die du ständig wiederholst, du möchtest sie ja nicht nur wiederholen, du willst sie ja auch wach machen und auch da kreativ bleiben, also in dem Moment.
Und diese Wachheit hat wiederum was mit der Intensität von Leben zu tun.<br>
Da fällt mir ein. Ich vergess ständig seinen Namen, ein Clown, der viel bei Roncalli unterwegs war, so ein kräftiger Typ, mit dem war ich mal 2 Monate unterwegs mit Stelzen in einer Show, so eher ein sideact, der war der Hauptact und derjenige der den Rocallianteil der Show vertrat.<br> Der hat zwei Nummern gemacht. Diese Orchesternummer, wo die Zuschauer ein Orchester spielen und eine andere, wo so zwei drei Leute aus dem Publikum eine Rolle übernehmen.<br> Und ich war total platt, wie exakt er jedesmal, also wie gleich die Nummern sind, obwohl er ja jedesmal andere Leute dabei hatte, also das Orchester pronociert ja die Aktionen und das war jedesmal so auf den Punkt gleich, daß ich dachte, das gibts nicht.<br> Das hat mich erstmal total überrascht. Der ist toll, richtig klasse, voll auf den Punkt und ich weiß jetzt nicht, ob das so feine Nuancen sind oder wie das passiert aber seine Reaktionen waren immer dieselben, egal was die Leute gemacht haben, der hat einfach dieselbe Reaktion gezeigt<br>. Erst dachte ich, was ist denn das fürn Mist, aber es funktioniert. Das müsste man sich mal länger angucken, aber das hat mich damals sehr irritiert.<br> Eigentlich hätte ich erwartet, das da Variationen drin sind, sind es aber nicht, der zieht das einfach durch.<br> Vielleicht sind da ja die Feinheiten, die das ausmachen, die ich nicht gesehen habe. Der war überhaupt nicht tot, der war toll, das Publikum begeistert und das lebte, aber so gleich, das passte einfach nicht zusammen<br>. Wie ein Kampf oder ein Tanz, der einstudiert - Zack zack zack abläuft aber wenn so ein Element wie Zuschauer dazukommt, da denkt man doch......<br> Und da spielen ja auch noch andere Faktoren mit da rein, wie Dinge funktionieren und was für Spielräume da sind. Wenn ich eine Minute mit ein zwei Leuten auf der Straße habe oder wenn ich vor 1500 oder 3000 Leuten und ein Orchester spielt dazu. Da sind doch ganz andere Dinge, Räume zu bedienen.<br> Das hat mich sehr beschäftigt, was der da macht und wie das abläuft, was macht das, die Form, den Ablauf lebendig, wie kannst du die Wachheit erreichen, die nährt.<br><br></p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Phe, ja schon, würd ich mir wünschen.<br> Es gibt haufenweise unbeantwortete Fragen, viele Baustellen im persönlichen und in der Welt, wo ich auf der Stelle trete.<br> Da würd ich mir ein hohes Maß an Kreativität wünschen, um da einen Schritt weiter kommen.<br> Das würde ja auch meine eigene Handlungsfähigkeit erweitern. Und bei allem was so globalpolitisch geschieht braucht man extrem viel Kreativität. Auch im Umgang mit Konflikten, Machtkonflikte die näher an uns ranrücken.<br><br></p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em><br>
Das ist so, äh irgendwie ist das so als ob man mit dem Kanu um die Ecke paddelst und  man sieht ne neue Landschaft.<br> Plötzlich ist ein neuer Ausblick da und es geht weiter.<br><br></p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Ja klar, das gibt es mehr oder weniger ertragreich ganz oft.<br> Wenn ich gehe z.B. oder wenn ich nicht schlafen kann und drüber nachdenke, da kommt was ins Rollen und es macht klickerdiklick, wie so klicker, die irgendwo runterkullern, kommt so eins zum Andern.<br> Das ist ja sowieso, wenn man sich etwas genauer anguckt, dann kann man ja ganz anders drüber nachdenken.<br> Das Fragezeichen übertönt manchmal die Dinge, über die man sich Gedanken macht. Das ist dann eher unkreativ.<br> Aber in Bewegung, wenn ich Raum greife, also Wirkung erlebe oder wenn ich mich im Liegen focoussieren kann, dann schraubt sich die Lautstärke der Fragzeichen runter und es kann passieren.<br> Und beim Gehen spielt da auch noch der Rhythmus der inneren Bewegung eine Rolle.<br>
Beim Nicht Schlafen können kann ich im Moment, das konnt ich früher nicht so gut, mich gut in so Situationen reindenken, mich fallen lassen. Es ist einfach beruhigend sich mit Dingen zu beschäftigen und dann macht es auch nichts, daß ich nicht schlafen kann – ich bin noch zu schwer um was zu tun und so kann ich mich den Gedanken überlassen.<br><br></p>
<p><em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em><br>
Ne ne, wie gesagt, daß hat sich in den letzten Jahren entwickelt. Einmal schlaf ich schlechter, aber es nervt mich nicht mehr, ich hab keinen Bock mich davon nerven zu lassen. Aber das mit dem Bewegen und dem Denken, das war schon immer so.<br><br></p>
<p><em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br>
Wie gesagt, sich in Bewegung zu versetzen hilft ungemein.<br> Was aber fast schon ein Tic ist, hab ich manchmal den Eindruck, das hängt aber auch mit dem Internet zusammen, sich alles mögliche anzugucken, quasi diese Inspiration.<br> Aber da frag ich mich ob das gut ist oder nicht, aber es ist einfach so offensichtlich, naheliegend, daß es fast schon erschreckend ist.<br> Inspiration ist toll, Bilder zu gucken, sich auszutauschen mit Menschen, Werken, Sachen nach denen man selber gerade sucht. Im Gespräch den eigenen Standpunkt klären, dadurch daß man es ausspricht, jemandem erläutert, um zu sehen wo man da steht, in sone Art Ring zu treten, wo man etwas austrägt, das verschafft einem oft Klarheit.<br> Es gibt so eine Zeit, wo so Prozesse in einem selber wabern und wo man auch in einer halbfertigen Form, schon drüber spricht und das ist sehr hilfreich.<br><br></p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
Das hängt ein bißchen von der Form ab, in der ich das dann nach Außen bringe.<br> Wenn ich über etwas erzähle oder etwas spiele, auch auf der Probe, da passiert natürlich etwas und wenn ich über etwas rede ist das noch eine andere Form der Reflexion.<br>
Wenn ich spiele, vor allem vor Publikum, da bekomme ich erstmal ein Echo, da entfaltet sich was im Raum und das verändert sich und lebt als das, was es dann ist, weiter.<br> Der Prozess ist ja eh endlos – du entwickelst was, dann hast du nen Punkt, dann gibst du es nach außen und dann merkst du, &quot;aha -echt ? So ist das ?&quot; - jede neue Begegnung gibt die ja weitere Anhaltspunkte, was damit geht.<br> Ganz extrem war das mal mit Musik. Wir hatten da ne DreierCombo wo wir tierisch vie Krach gemacht haben, sehr merkwürdige Klänge haben wir da rausgehauen.<br> Und je nachdem mit wem ich mir das angehört hab fand ich das so bescheuert oder so klasse, weil ich da selber teilweise recht gespalten war. So hörte sich das, je nachdem wer da neben mir saß, total anders an.<br> Und bei Aufführungen oder wenn man spielt, jedes Publikum, jeder Raum jeder Mitspieler entlockt dir andere Sachen oder bringt andere Saiten zum Schwingen oder gibt dir was anderes zurück und so ist man in einem ständigen Austausch, der immer wieder Neues hervorbringt. Das geht immer weiter.<br> Und immer ist das was dabei rauskommt anders, als das was ich im Kopf hatte, immer anders.<br><br></p>
<p><em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?</em><br>
<em>(lange Pause)</em> Ich überleg grad, was da geheilt wird.<br> Also wenn ich den Eindruck hab, ich trete nicht auf der Stelle, sondern ich kann etwas tun, wenn ich also meine Selbstwirksamkeit.....,<br> ich also den Eindruck habe ich kann eine Situation bewältigen, kann Fragen bewältigen dann ist das natürlich erstmal heilend.<br> Grundsätzlich also ja, weil es etwas mit Weitergehen zu tun hat, also um die Ecke mit dem Kanu.<br> Aber ich kann mir auch mit viel Kreativität das Leben schwer machen, also mir Bilder schaffen, alles sei großartig aber in Wirklichkeit bist du eigentlich magersüchtig und machst dich einfach nur kaputt.<br>
Ich hab da ne Pflanze im Kopf, die wächst oder ein Wunde die wächst ja auch zu und heilt.<br><br></p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt    -meine geschundene Seele ?</em><br>
Ne, ich hab keine geschundene Seele.<br><br></p>
<p><em>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em><br>
Würd ich mir nicht anmaßen , aber wenn ich an die Freude denke die entsteht, dann ja, natürlich nicht ganz aber in Teilen schon.<br><br></p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em><br>
Ich hab oft Menschen mit denen mir das besonders gut gelingt, eher Menschen als Orte, aber draußen ist ja auch ein Ort, unbedingt draußen.<br><br></p>
<p>*Allein/Zusammen/Politische Fragen<br><br></p>
<p>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?*<br></p>
<p>Es ist ja grundsätzlich etwas positiv Besetztes mit der Kreativität und das fing ja schon mit diesen vielen Partizipationsprojekten an, wo es um künstlerische Praxis geht, was immer mehr, schon seit Jahren, in die Mitte drängt.<br> So mit Beuys – jeder Mensch ist ein Künstler und anderes. Das zeigt , daß zum Einen die Kapazität für die Menschen da ist, jenseits ihrer Arbeit, in der sie ja unter Umständen auch kreativ tätig sind, um gesellschaftlich kreativ und frei tätig zu werden.<br> Die Zeit und auch das Interesse an der Auseinandersetzung mit Theater, Musik und überhaupt so kreativen Dingen ist wohl seit den 60ern zu dieser Freien Szene geworden, die sich seitdem immer mehr in die Gesellschaft hinein bewegt.<br> Einmal daruch, daß sie immer mehr kulturelle Bildungsaufgaben übernimmt und auch weil die Projekte an sich immer mehr partizipativ angelegt sind.<br>
Da hat sich auch mit der Digitalisierung sehr viel verändert. Das geht auch über tictoc und andere Möglichkeiten, wo jeder selber sich oder etwas präsentieren und öffentlich machen kann. Da ist eine ungeheure Sichtbarkeit entstanden von dem was Menschen alles so treiben und tun.<br> Das gibt mitunter auch diesen Lösungs-, Rezeptanstrich, also wenn du ein Problem hast mach das so und so. Die kreativen Lösungen sind damit so greifbar geworden, allerorten.<br> Das verändert natürlich auch das was du machst, weil du merkst, oh da gibt es ja schon so eine Masse von Dingen zu.<br> Als ich angefangen hab, da waren das alles, auch in der freien Szene, irgendwie war das mit einer anderen Wertigkeit ausgestattet. Ich hab z.B. viel Robert Wilson gesehen, Kafka gelesen und das hatte so was Erhabenes, so eine Erhabenheit von Kunst, die für mich auch immer ein Verbindung zum Göttlichen hatte, zu etwas Besonderem.<br> Bei Kafka gibt es doch diese Geschichte von Josephine, der Maus. Die fiept und macht eigentlich nichts besonderes aber alle hören ihr zu und das ist auch das Wichtige, daß da irgendwas ist und gleichzeitig alle zuhören.<br> Als Kind bin ich z.B. unheimlich gern in den Gottesdienst gegangen, weil alle miteinander gesungen haben oder als ich, auch als Kind zum ersten Mal mit Theater in Berührung kam, merkte ich auch, ich mach was und alle anderen sind mit dabei.<br>
Das war noch speziell, weil ich wußte den Weg, ich konnte die Stimmung verändern, nicht manipulativ meine ich, aber ich als wirksamer Teil des Ganzen.<br> Oder in New York, da war ich auch noch sehr jung, da waren wir viel im off-Broadway unterwegs, das war so ein Schmelztigel an Menschen. Überall hats geplappert, also du bist auf der Strasse und gefühlt reden alle miteinander und es gab so viele Einzelgeschichten, die alle erzählt werden wollten und das wars, das war nicht mehr so ein &quot;oh&quot;, so ein Ausbreiten und Hinfunkeln zu etwas, sondern das waren einfach so ganz viele Stimmen, die etwas erzählt haben. Das hat mich damals auch sehr irritiert, ich wußte gar nicht wie ich das finden sollte. Jede und Jeder macht irgendwas und das ist auch ganz nett, aber wo ist denn das Besondere dabei.<br> Das trug sich und trägt sich immer weiter, so daß ich mich mittlerweile frage, sowas Erhabenes, gibts das überhaupt noch ?<br> Von daher ging es der Freien Szene damals besser, die eigene Wichtigkeit, auch durch das Wissen um künstlerische Praktiken, das heute ja viel zugänglicher geworden ist, waren viel bestimmender als das heute ist – das ist ja auch gut so, daß viel leichter damit umgegangen wird, viel mehr diesen Zugang haben.<br>
Da ist dann die Frage für meine Arbeit, wie ich mich einbringen kann, was mach ich denn jetzt so, am geschicktesten, am Besten, wo seh ich mich in diesem Ganzen.<br>
Grundsätzlich ist das toll, diese Projekte, die sich an die Menschen im Quartier wenden. In Wuppertal gab es da ein mehrjähriges Projekt, die Oase, wo Fragen an die und von den Menschen gestellt wurden und daraus Aktionen und Vewanstaltungen wurden, das bringt echt was und doch frage ich mich als z.B. Theaterschaffende, was das für mich bedeutet.<br><br></p>
<p><em>...irgendwann mache ich das Mikrophon aus, weil es viel wird und wir uns immer weiter in andere Bereiche vorsprechen, Projekte und Ideen zum Theater Freudenhaus und den Anforderungen, die die Projekte des Jahres für uns bringen. Und wenn ich keinen Anschlußtermin gehabt hätte, wäre ein Ausgang des Gespräches unabsehbar gewesen......</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schöpfung</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schöpfung</guid>
<pubDate>Sun, 11 Jun 2023 17:39:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gestern vor 25 Jahren]]></title>
<category>Aktuell</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20170724_064800.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Meine Liebe<br><br></p>
<p>Wer ist die Frage nach ihm<br>
wie ist die Frage nach ihr<br>
Wo ist die Zeit für uns beide<br>
Wann ist der Platz für uns<br><br></p>
<p>Du warst mir immer ein Rätsel<br>
du warst mit unerreichbar nah<br>
doch seit ich dich kenn da liebe ich dich<br>
seit ich dich liebe bist du da<br>
so nah so nah so nah so nah<br><br> </p>
<p>Du hast mir Liebe aufgetischt<br>
du hast mich voll erwischt<br></p>
<p>Was bringt das Leben ans Beben<br>
was geschieht mit uns zwein<br>
welche Fragen wirds geben<br>
egal, ich werd mich über jede freun<br><br></p>
<p>seit ich erfuhr, daß du da bist<br>
ist mir das Leben so wunderbar<br>
wahrscheinlich gabs da schon kein Halten mehr<br>
was immer du brauchst ich bin da<br>
so nah so nah so nah so nah<br><br></p>
<p>Ich kann es immer noch nicht fassen<br>
du hast mich dich lieben lassen<br><br></p>
<p>Wann wenn nicht jetzt denn für immer<br>
alles ist drin das Wunder kann sein<br>
wahrscheinlich wird immer noch schlimmer<br>
du und ich und nicht allein<br><br></p>
<p>ich bin für immer und alles<br>
ich will mit dir glücklich sein<br><br><br><br></p>
<p>Wenn ich Dir heute in die Augen schau<br>
dann weiß ich einfach ganz genau<br>
warum weshalb wieso das war<br>
der Blick ist heut noch glockenklar.<br>
Und was da kommt soll ebenso<br>
uns bleiben lassen, machen froh.<br><br></p>
<p>Für Dich für alles und für immer<br>
wahrscheinlich wird´s noch immer schlimmer.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gestern-vor-25-jahren</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gestern-vor-25-jahren</guid>
<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 09:12:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bahnhudelei]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/bahn2.jpg" alt="" /><br><em>Schrobenhausen Hbf</em></p>
<p><strong>Köln im Anflug</strong><br><br></p>
<p>Ich sitze.<br>
Ich sitze rasend.<br>
Die Anzeige zeigt 306km/h.<br>
Ich rase sitzend<br>
mit über 300<br>
durch und über<br>
hessens hügelige Erhebungen.<br>
An der Frankfurter Flughafen Tunnelausfahrt begann diese rasende RolandShow der Bahn.<br>
Roll on Ice, ich reite den ICE auf der ParadeSauseVorzeigStrecke Frankfurt-Köln.<br>
Keine Ahnung ob irgendwo sonst so geblastert und gebrettert wird.<br>
Neben uns taucht oft die Autobahn auf.
Kleine Schneisen lassen den Blick auf näher oder weiter entfernt dahintrottende Autos zu.<br>
An den Streckenabschnitten, die ich da einsehen kann, erkenne ich wo wir sind. Die Strecke da ist wohlbekannt.<br>
Wenn wir einen Bahnhof passieren kann ich keine Bilder zur Orientierung drüberlegen, da war ich noch nie. Die Schilder huschen unlesbar schnell vorbei.<br>
War das eben etwa schon Montabaur ?<br>
Uups, da ist ja schon der Förderturm Neuwied.<br>
Was für eine Power, was für ein Zug dahinter, was für eine Gewalt.<br>
Gewalt an der Schwerkraft, an den durchstoßenen Hügeln, an der Vegetation da am Rand der Trasse, an mir, der ich die verzerrten Bilder von Tannen, Büschen, Mauern und ab und an gar Häusern nicht so recht übereinbringe, denn trotz Kabine spüre ich den Sog im Magen.<br>
Da links ein abgestorbener Tannenwald, vertrock – vorbei. <br>Da wieder die Autobahn vor Siegburg. Dort kommt gleich der Blick auf Köln vorm Abzweig Altenkirchen.<br> Es staut, LKW steht hinter LKW vor LKW, rechts.<br> Links steht PKW vor-bei. <br>Jetzt frag ich mich schon, was hier geschieht, für wen diese Trasse gebaut, diese Show abgezogen wird. Hätte man nicht gleich in jede Richtung ein Gleis mehr bauen und den Güterverkehr dort auf der Bahn entlasten können – vorbei.<br>
Zack Siegburg, auch hier wird nicht gehalten, aber in der Bebauung wird runtergefahren, nur noch 189km/h.<br> Hier wohnen Leute.<br> Der par force Ritt ist vorbei. Es fühlt sich wieder an wie Zug fahren. Eine Regionalbahn wird überholt. Man soll ja schon was geboten kriegen für sein Geld. Wenn die Geschwindigkeit nicht mehr hochzufahren ist, so soll zumindest die Vorfahrt gewährleistet bleiben.<br>
Von Deutz bis Essen dann genau eine Stunde, wie auf der Hinfahrt mit dem RXX.<br> Ach ja, hier zeigt die Anzeige die Geschwindigkeit auch gar nicht mehr an – viel zu normal.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/bahn1.jpg" alt="" /><br></p>
<p><strong>Übertölpelt</strong><br><br></p>
<p>Was die Bahn<br>
alles kahnn<br>
kriegste mit<br>
wenn der Dritt<br>
über dirr<br>
mit Geschwirr<br>
eingetüttet<br>
ausgeschüttet<br>
wird<br>
wird<br><br></p>
<p>und die Zeit<br>
die wird weit,<br>
weil nix färrt<br>
und es plärrt<br>
aus den Boxen<br>
wo das Stocksen<br>
dich am nächsten Bahnhof trifft<br>
ach hättste dich doch eingeschifft.<br><br></p>
<p>Dann säßest du nicht hirrr<br>
spieltest mit Geschirr<br>
auf´m Ausflugsdampfer<br>
äßest Kampfer<br>
tränkest Bier.<br>
So sitzte hier<br>
wartest und zahlst.<br><br></p>
<p>Später prahlst<br>
du gar noch über deine Stärke,<br>
daß du diese üblen Werke<br>
überlebt und-standen hast<br>
und dann sagste noch – das passt.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/bahn3.jpg" alt="" /><br>
So isses ihmmer
und es wird schlihmmer<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/bahn4.jpg" alt="" /><br><em>Nürnberg Hbf</em><br>Wo kämen wir denn hien<br>gäbs ausschließlich Benzin</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bahnhudelei</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bahnhudelei</guid>
<pubDate>Sun, 28 May 2023 11:34:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gerade gebogen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230520_175632.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Gerade gebogen<br><br></p>
<p>Der Altruist<br>
was schade ist<br>
steht im Verdacht<br>
dass er eigenützig macht<br>
was selbstlos gemeint<br>
und auch so scheint.<br><br></p>
<p>Doch heimlich dahinter,<br>
schelmisch fast sinnt er<br>
darauf, sein Mütchen zu kühlen,<br>
kräftig duchzuspülen<br>
sein emotionales Gewand.<br>
So wird die Tat zum Tand,<br>
wird selbstisch befleckt,<br>
für den, der das checkt -<br><br></p>
<p>so denken wir uns kreuz und quer<br>
damit erhalten bleibt die alte Mär:<br>
Im Leben den Sinn<br>
macht nur der Gewinn.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230520_175541.jpg" alt="" />
<br><br>
oder eben so<br><br></p>
<p>Die Altruistin steht im Verdacht<br>
dass eigenützig sie macht<br>
was selbstlos gemeint<br>
und auch so scheint.<br><br></p>
<p>Doch heimlich entspinnt´se,<br>
schelmisch fast sinnt´se<br>
darauf, ihr Mütchen zu kühlen,<br>
kräftig duchzuspülen<br>
ihr emotionales Gewand.<br>
So wird die Tat zum Tand,<br>
wird selbstisch befleckt,<br>
für wen, wer das checkt -<br><br></p>
<p>so denken wir uns kreuz und quer<br>
damit erhalten bleibt die alte Mär:<br>
Im Leben den Sinn<br>
macht nur der Gewinn.<br></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gerade-gebogen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gerade-gebogen</guid>
<pubDate>Sun, 21 May 2023 10:46:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[zum Muttertag]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/muttergtag.jpg" alt="" /></p>
<p>Er hatte schon ein paarmal angeklopft. <br>Vergeblich. Ihr Lebenswille hat ihm lange die Stirn geboten.<br> Jetzt hat sie ihn eingelassen, ist mit ihm gegangen, neue Wege zu beschreiben, neue Orte zu finden.<br><br></p>
<p>Meine Mutter kam aus einer Zeit, da der Sinn des Lebens für eine Frau darin bestand, einen Mann zu finden, Kinder zu kriegen, sie für das Leben in der Welt vorzubereiten und die Familie bei Laune zu halten.<br>
Es gab kein Kümmern darüber hinaus, schon gar nicht im Beruf, das war sogar verboten.<br> Zumindest wenn diese Frau verheiratet war. Dann konnte der Mann ein Verbot aussprechen, das wirksam war und sie ihre Arbeit aufgeben mußte.<br>
Ilse und ihre Freundinnen kümmerten sich.<br> Sie kratzten an der großen weiten Welt, machten sich auf den Weg auf eigenen Füßen zu stehen, strebten aus ihrer engen Welt heraus und vergewisserten sich im Kontakt mit ihren Freundinnen immer wieder, daß der Weg begehbar blieb, wie weit er auch fortführte. Viele von ihnen trieb es an weit entfernte Orte.<br>
Ilse tauschte ihn ein gegen einen neuen Traum, eine andere Art der Weltenreise.<br>
Sie traf den Mann, dem sie zutraute, das geschehen zu lassen und wurde seine und ihre eigene Frau.<br> Sie lebte ihren Traum von der großen weiten Welt im Kleinen und obwohl sie heiratete, Mutter und Mutter und Mutter wurde, stand sie auf eigenen, auch beruflichen Füßen und hielt den Kontakt zur der ersehnten Weite, auch wenn ihre große Liebe sich als Reisemuffel entpuppte.<br>
So lud sie die Welt eben zu sich nach Hause, wurde aus allen Teilen der Welt besucht, alle Erdteile waren dabei.<br>
Und später als sie ihren lieben Mann verloren hatte machte sie sich in rüstig alten Jahren auf den Weg genau dorthin und noch viel weiter; kein Erdteil, den sie nicht betreten – ok,na gut, sie war nie in Afrika.<br>
Und egal wo sie war, ob auf den ABC Wanderungen, im jährlichen Sommer-, Oster-, Herbst-Urlaub mit unserem Vater oder eben auf den weiten Reisen um die Welt, immer hielt sie Kontakt zu ihrer Familie, ihren Freundinnen und zu allen ihrbekannten Geburtstagkindern auf der Welt.<br>
Stifte, Briefpapier, Ansichtskarten, Briefmarken und ihr Adressbüchlein über und über voll mit Daten (die NSA würde blaß vor Neid), die sie zudem zu 90% auswendig kannte waren ihre steten Begleiter.<br>
Mit dem Handy hatte sie es ja nicht so.
Wahrscheinlich war ihr das zu einfach, zu unpersönlich, zu aufwandslos, jederzeit über endlose Strecken kommunizieren zu können.<br>
Du, die du, Du, der du Ilse kanntest und schon einmal mehr als einmal Post von ihr bekommen hast, du weißt es. Sie wird es schaffen.<br>
Sie liebte es, weite Wege zu gehen, Zeiten auszukundschaften, wann die gelben, roten oder blauen Kästen geleert wurden oder wann in den Telefonzellen weniger Münzen pro Minute durchfielen – erst dann war sie an einem Ort angekommen, wenn die ersten Karten geschrieben und in den dünnen Schlitzen versenkt waren oder wenn sie per Fernfunk ein Lebenszeichen von sich an die Lieben gesandt hatte.<br>
Wenn man zusammenzählte welche Menge an Post sie im Laufe ihres langen Lebens versandt hat, käme man wohl auf einen Ozeandampfer und mit den bezahlten Gebühren hätte man ihn vielleicht sogar bezahlen können.<br><br></p>
<p>Es war und ist unvorstellbar, daß sie nicht einen Weg findet, eine Post, einen reitenden Boten, einen Auftragsdienst, zur Not ein telepathisches Übertragungssystem aufspürt, das, von wo auch immer, einen Gruß oder mehr an deine Adresse senden wird.<br><br></p>
<p>Irgendwann also, es kann nicht mehr lange dauern, wird es ein Klopfen an  deiner Tür geben, du wirst öffnen und der Postbote wird dir einen Brief oder eine Karte mit einem Gruß von Ilse übergeben und du wirst wissen, sie ist angekommen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zum-muttertag</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=zum-muttertag</guid>
<pubDate>Tue, 16 May 2023 09:31:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[130]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/130.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Wenn ich nur wüßte<br>
was man mal müßte,<br>
um mit Schritten, mit fetten,<br>
die Welt zu retten.<br>
Welch Regeln wären zu ändern,<br>
um Zukunft zu finden in den Kalendern<br>
und nicht nur Kipppunkte, Limits und kommende Katastrophen<br>
daß man in Ruhe mal wieder könnt poofen.<br>
Stattdessen matern wir unsere Hirne,<br>
bei Tag, bei Nacht unterm Lauf der Gestirne,<br>
wie wohl Besserung wäre zu finden,<br>
die man dann könnte allen verkünden.<br><br></p>
<p>Wenn ich nur wüßte<br>
was man mal müßte,<br>
um diesem Irrsinn den Garaus zu machen,<br>
um zu gestalten ´ne Welt aus heiterem Lachen.<br>
Nimm nur mal den Müll, der überbleibt,<br>
der in Legion auf den Meeren treibt,<br>
der in Massen produziert wird, dafür nur,<br>
zu drangsalieren jede Kreatur,<br>
der unberührt, unrecycelt, unbelebt und kalt,<br>
noch vermüllt den letzten, allerletzten Mangrovenwald.<br>
Da ward uns versprochen mit großer Kraft<br>
die sich neutralisierende Kreislaufwirtschaft,<br>
doch nichts davon ist geworden real,<br>
wir pumpen ihn weiter, wie fatal,<br>
durch riesige Öfen in die Luft,<br>
vergraben ihn in steinerner Gruft,<br>
lassen ihn fließen durchs Wasser in Meer,<br>
das schmerzt und tötet die Erde – sehr.<br><br></p>
<p>Wenn ich nur wüßte<br>
was man mal müßte,<br>
damit unsre Sonne<br>
könnt voller Wonne<br>
uns bescheinen,<br>
ohne zu weinen.<br>
Mir wär´s viel lieber<br>
wär´n wir nicht schon drüber.<br>
Auf fast allen Sektoren<br>
ist der Kampf schon verloren:<br>
Allein der allergrößte Batzen<br>
das wissen, na klar, auch die Spatzen<br>
und pfeifens von den Dächern,<br>
es quillt aus allen Löchern.<br>
Allein die bisher verbrauchte Energie<br>
das können wir nicht bezahlen, nie.<br>
Ob Gas, Öl, Holz und Kohle,<br>
von denen wir glauben zu unserem Wohle<br>
seien diese aus der Erde gezogen<br>
Herr im Himmel und Frau obendrein<br>
das ist und bleibt gelogen<br>
seht das doch endlich ein.<br>
Verbrannt, unterhölt, ausgelaugt, verseucht<br>
tödliches Wohl für was da so kreucht und fleucht.<br>
Und dann ist da auch noch der größte Posten,<br>
nach dem Gewinn der Konzerne:<br>
die KohleÖlGasAbbauEwigkeitskosten,<br>
die zahlt die Allgemeinheit doch gerne.<br>
Ein Atomkraftwerk bauen<br>
mit staatlichen Subventionen<br>
gelingt nur den MöchtegernSchlauen<br>
für die wird sichs lohnen<br>
und wer das bezahlt<br>
ist anderweitig verstrahlt.<br>
Ach ja, sie einzureißen kann schon mal 100 Jahre dauern,<br>
viel Zeit um strahlend, bezahlend zu versauern.<br>
Und auch hier im NochNichtEndlager begleiten<br>
uns mehrere volle Ewigkeiten.<br>
<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/1302.jpg" alt="" /><br>
Wenn ich nur wüßte,<br>
was man mal müßte,<br>
um all die Köppe die gar nicht denken<br>
in die richtige Richtung zu lenken.<br>
Lass einfach mal die Gedanken schweifen<br>
und gute passende Lösungen reifen.<br>
Dann wär´n Tempolimit gar kein Verbot<br>
im Gegenteil wär´s ein Ziel, um kommod
und bequem<br>
weiter auf dem Planeten zu leben (lehm).<br><br></p>
<p>Wie wäre es mit diesem Schild auf Autobahnen<br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/1303.jpg" alt="" /><br>
aber geht ja nicht<br>
&quot;Wir haben schlichtweg nicht genug Schilder um ein Tempolimit auszuweisen&quot;,
und die deutsche Umwelthilfe ist so überflüssig wie ein Tempolimit.<br>
Also doch lieber ein Aufkleber mit:
<em>&quot;Keine 50 Meter über 120km/h&quot;</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=130</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=130</guid>
<pubDate>Tue, 02 May 2023 16:59:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gänsehaut]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/G%C3%A4nsehaut.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><em>Ich bin mit D.L. In einem Massenrestaurant an der Ruhr verabredet. Hier findet man immer einen Platz aber selten seine Ruhe, da die Gäste, egal zu welcher Tageszeit, sich am Buffet selbst bedienen und zusätzliche Bestellungen am Tisch tätigen können. Ein Freiraum, der nicht wenig kostet, der aber kleinere und größere Gesellschaften unkompliziert ermöglicht. Ergo ist es in dem großen zweigeschossigen Raum fast immer recht gefüllt und laut.<br> Egal, wir haben schon manches Vorstandstreffen in einer dieser Filialen abgehalten, schon um der Enge des kleinen Kulturhauses am Rande der Stadt zu entgehen.<br>
So gibt es, auch wenn es inzwischen mehr als 2 Jahre her ist, daß wir versuchten die Geschicke des Hauses zu etwas Zukunftsträchtigem zu gestalten, so gibt es viele Anknüpfungspunkte für ein belebtes Gespräch, das ich erst nach geraumer Zeit zu unserem eigentlichen Anlass überführen kann.</em><br>
<br>
<em>Warm up    <br><br />
Kann man Kreativität messen ?</em><br>
<br>
Das ist ja schon bei der Intelligenz sehr schwammig. Wie misst man tatsächlich Intelligenz ? Deshalb würd ich sagen, dass jede/r kreativ sein kann oder sogar auch muss. Weil ich finde Kreativität ist wesentlich, um Lösungsstrategien zu entwickeln, ganz unabhängig von so künstlerischen Orientierungen. Sie ist permanent allgegenwärtig. Und ob jetzt Intelligenz notwenig ist, als Vorraussetzung für Kreativität ist auch schwierig, weil auch im Tierreich Problemlösungsstrategien von z.B. Elstern, Primaten oder sowas, selbst Ratten haben die, vielleicht wäre das eine Möglichkeit zu sagen – mit steigender Intelligenz wächst die Möglichkeit Kreativität nicht nur zum Überleben zu nutzen, sondern hast die Freiheit, dich an und mit der Kreativität zu entwickeln. <br><br></p>
<p><em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em>
<br><br>
Die Lösung eines Problem ist eigentlich immer ein positives Gefühlserlebnis. Weil es ist ne Selbstbestätigung.  Und dann ist es abhängig von der Person, ob dir ne Selbstbestätigung reicht oder ob du ne Fremdbestätigung brauchst um dich besser zu fühlen.<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br><br></p>
<p>Boh, is schwer. Ich würd sagen Freiraum, weil je mehr Freiraum du hast, umso mehr Zeit hast du, Kreativität in seiner ganzen Fülle zu benutzen. Der Freiraum gibt dir die Möglichkeit dich weiter zu entwickeln.<br><br> </p>
<p><em>Ist Kreativität dann vielleicht so ne Art Entwicklungshelfer?</em><br><br></p>
<p>Kann man so sehen. Unterschreib ich.<br><br></p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br><br></p>
<p>Das ist jetzt ein bißchen schwammig, die Frage. Antworten würd ich, sowohl, wenn du kreativ sein musst –  du unter Druck als auch wenn du wieder diesen Freiraum hast, das sind so zwei Bereiche wo sich Kreativität entwickeln kann.&lt;br&lt;<br></p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br><br></p>
<p>Ich würde Kreativität nicht abhängig machen von nem Verwendungszweck oder sowas. Ich denke, daß das einfach ne Gedächtnisleistung ist, zu der wir fähig sind und die wir unbewusst und bewusst anwenden können. Es gibt wohl Methoden um Kreativität zu einem bestimmten Gebiet weiterzuentwickeln, aber grundsätzlich würd ich sagen, Kreativität ist überall vorhanden und jeder Mensch hat sie.<br><br></p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em><br><br></p>
<p>Ja. Aber es ist schwierig, weil Intelligenz ist ja nur ein Teil, ein anderer Teil ist die Erfahrung, d.h. mit der Erfahrung kannst du dir den Freiraum schaffen, kreativ zu sein und damit bist du ev. auf anderem Gebiet, weil du auf anderes Wissen zurückgreifst.<br><br></p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?
Ich denke, daß die Intelligenz, die Erfahrung, daß das alles Synergiefelder sind, die sich gegenseitig beeinflussen aber ich weiß jetzt nicht, ob das deine Frage beantwortet.</em><br><br></p>
<p>Naja, noch ist das kein eigener Begriff, wie Schläue, Findigkeit oder selbst Versenkung könnte sowas sein, aber das ist ja auch alles ein Teil davon, deshalb find ich den Synergiebegriff sehr schön.<br><br></p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br><br>
Es kann sich bedingen, allerdings wenn es um reine Kreativität geht, braucht sie nicht die Ökonomie. Kreative Prozesse sind nicht ökonomisch. Sie können in die Definition von Ökonomie hineinpassen aber eigentlich ist für mich die Ökonomie nachrangig.<br><br></p>
<p><em>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?</em><br><br></p>
<p>Kreativität ist nicht negativ und nicht positiv. Wozu sie verwendet wird, das macht den Unterschied. So kann sie auch für destruktive Handlungen, Äußerungen benutzt werden und wird auch genutzt. Sehn wir ja gerade, Kreativität brauchst du auch um Krieg zu führen.<br><br></p>
<p><em>Also gehört Kreativität in die Politik ?</em><br><br>
Wenn jeder Mensch kreativ ist, nutzt er sie, ob unbewusst oder bewusst und nur wofür er sie benutzt, macht am Ende den Ausschlag für diese positive oder negative Verwendung.<br><br></p>
<p><em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br><br>
Für mich sieht dieser Prozess so aus, daß du Chaos in Struktur verwandeln hilfst,
um dann nachher z.B. ein Ziel zu erreichen. Aber das ist bei mir so, ich weiß nicht ob andere Leute das genauso sehen.<br><br></p>
<p><em>Kannst du das noch irgendwie visualisieren, also wie sieht das Chaos aus und wie die Struktur ?</em><br><br>
Das Chaos wäre sowas wie total viele aufploppende Seifenblasen. Und wenn man anfängt damit zu arbeiten, kann man – also manche Seifenblasen gehen kaputt, andere schließen sich zusammen, untergliedern sich und da gibt es doch auch diese Grenzflächen, wo dann plötzlich ne Struktur auftaucht. Ja, das ist kein schlechtes Bild. Wie ein Gedanke im Endeffekt. Vielleicht beinhaltet ja auch schon jeder Gedanke Kreativität.<br><br></p>
<p><em>Wenn wir in dem Bild des Aufploppens bleiben und aus Seifenblasen Gedanken werden, ist dann nicht auch wieder die Erfahrung hilfreich ?
Also je mehr Erfahrenes, umso mehr oder auch konkretere Bilder und Gedanken entstehen daraus ?</em><br><br></p>
<p>Dann wäre die Frage, ob die Erfahrung nicht vielleicht auch ein Hindernis darstellt.<br><br></p>
<p><em>Das käme dann wohl wieder auf die Person an – ob sie z.B. ängstlich gebaut, eine vorgegebene Struktur zur Lösung nutzt und so Abkürzungen und Seitenwege ausschlägt, die ja auch, vielleicht gar besser zur Lösung führen oder ob sie gelassen und frei diese Wege zulässt, damit etwas entsteht?</em><br><br></p>
<p>Ja, so kommst du nicht auf, wie heißt das so schön, alternative Lösungswege.<br><br></p>
<p><em>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?</em> <br><br> </p>
<p>Ich find eines der für mich absolut unterschätzten Spiele in dem Bereich wäre MIKADO. Das vereint Wahrnehmung, dreidimensionales Denken, hochkomplexe motorische Anforderung, Koordinierung und das alles in einem sozialen Kontext, wenn man es nicht alleine spielt.
Es hat allerdings nicht den absuluten Freiheitsbegriff einer Kreativität, weil auch da gibt es Regeln in denen du dich bewegst.<br><br></p>
<p><em>Da könnte ich die Frage anschließen inwieweit der Rahmen, Kreativität bedingt oder gar ermöglicht, wie in der Commedia dell´arte wo innerhalb des recht engen Korsetts der Figuren alles, bis zur Demontage der Figur möglich ist, ohne das ihr etwas passiert.</em><br><br></p>
<p>Ich glaube das findet tagtäglich statt, wenn z.B. ein Regisseur anfängt sich über ein Projekt Gedanken zu machen. Da gehören dann selbst so hochkreative Prozesse dazu, wie das erfolgreiche und folgenreiche Schreiben von Förderanträgen. Das mein ich ernst.<br><br></p>
<p>*persönliche Fragen</p>
<p><em>Würdest du dich selbst als Künstler bezeichnen ?</em><br><br></p>
<p>Ne, würd ich nicht. Wenn es um meinen Fachbereich geht würde ich sagen ich bin ein Lichtplaner – der Prozess selbst ist zwar ein kreativer, aber ich würde mich selbst eher in die Kategrorie Techniker oder Anwender und Mitredner im künstlerischen Prozess einordnen und nicht so sehr als Künstler. Auch wenn das Arbeitsfeld sehr viele künstlerische Auseinandersetzungen beinhaltet.<br> Egal ob das dann mit dem Regisseur oder dem kompletten Team aus Maske, Bühne, Requisite usw. erarbeitet wird. Ich bin ja in der freien Szene geblieben, weil ich ja da in den anderen Gebieten mitreden kann. Im Aalto z.B. gäb es klare Aufträge, klare Zeiten – ich wäre wegen meiner Qualifikation vielleicht noch für Personaleinteilung zuständig – aber letztendlich wäre ich ein Bestandteil eines Produktes, wovon ich keinen Überblick habe und ich hab gerne den Überblick über das was nachher das Produkt ausmacht.<br><br></p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst, deine Anwendung, deine künstlerische Auseinandersetzung ?</em><br><br></p>
<p>Dieses technisch bedingte Gestalten. Aber auch das emotionale Empfinden, z.B. mit der Farbgestaltung, also wie die Farben eingesetzt werden. Das macht ja auch was mit einem, egal ob das jetzt Farbkreis Goethe ist oder sowas, d.h. du, also mein Wirken beeinflusst die Wahrnehmung, die ein Betrachter hat.<br> Eine permanente Aufgabe ist es auch sich dessen immer bewusst zu sein, also wenn ich jetzt jemand anderen einem schwarzen Raum aussetze und diesen dann suksessive mit wahrnehmbaren Elementen fülle, egal ob das jetzt visuell, klanglich oder haptisch ist, kreiere ich für den Moment etwas. Aber es gibt auch einen riesengroßen Anteil meines Schaffens, das komplett aufeinander aufbaut. Wenn ich nen Scheinwerfer anschließen will, dann brauch ich Strom.<br><br></p>
<p><em>Aber tut nicht das genau eine Musiker auch, sie nutzt die Technik, die erlernte Fertigkeit um etwas zu kreieren ?</em><br><br></p>
<p>Ja die Technik ist ein Hilfsmittel, genauso wie die Flöte, mit der du dann in Kommunikation treten möchtest. Genau wie mit dem Raum, dem Stück oder den anderen Leuten.<br><br></p>
<p><em>Wird das Hilfsmittel Technik dann mehr oder weniger gekonnt genutzt, damit die Gestaltung nachvollziehbar bleibt ? Ist das schon der kreative Vorgang oder wo findet der statt ?</em></p>
<p>Das find ich jetzt total spannend. Weil das Beispiel an Förderanträgen ist ja, daß du dafür sowohl Technik, Kreativität und Erfahrung brauchst aber es führt nicht immer zum Ziel, die Fördergelder zu erhalten.<br> Ein Inszenierung machst du auch damit die Leute es sehen, sehen wie die SchauspielerInnen das umsetzen und vortragen. Und ich kenne viele, die eine Inszenierung machen, weil ihnen diese Arbeit, dieser Prozess Spaß macht aber ich kenne keinen dem oder der das Ausfüllen eines Förderantrages Vergnügen bereitet.<br><br></p>
<p><em>Was macht für dich das Künstler - Sein aus ?</em><br><br>
Der Spaß da dran, ich hab einfach Spaß für mich, mich damit auseinanderzusetzen.<br> Letztendlich versuch ich mich so frei zu machen, daß das Ergebnis noch nicht klar ist, das Ziel nicht so festgeschrieben ist, das nichts mehr möglich ist. Bestes Beispiel dafür, daß eine Szene uminszeniert wird, weil andere gestalterische Elemente, eine neue Einrichtung oder Lichtstimmung das Ganze viel besser zur Wirkung kommen läßt.<br><br> </p>
<p><em>Dabei werden beide Linien bearbeitet – die künstlerische Gestaltung und die technische Machbarkeit ?</em><br><br></p>
<p>Ja, dann müssen wir uns aber auch darüber unterhalten, wann ein Gestaltungsprozess anfängt ein künstlerischer zu werden.<br><br></p>
<p><em>Da sind wir wieder beim Förderantrag, oder?</em><br><br></p>
<p>Ja, ich finde es auch eine Kunst einen Förderantrag befriedigend auszufüllen, sagen wir mal so. Aber das ist schwer.<br><br></p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ? Für Dich ?  Für andere ?</em><br><br>
Ein Teil davon ist anderen Leuten Spaß, Kurzweil zu geben, zu schenken, ev. ihren Horizont erweitern, weil sie etwas gesehen haben, was sie noch nicht gesehen haben, durch mein Dazutun und auch der eigene Spaß daran - das was ich gerade tue auch wenn es immer wieder Seifenblasen gibt, die auch zerplatzen, sie waren mal da, als Gedanklen oder Vorstellungen, werden aber nicht weiter verfolgt.<br> Andere von den Seifenblasen gedeihen, verbinden sich mit anderen Gedanken und werden.<br>
Und der Mensch ist ja so gestrickt, daß er die Seifenblasen die zerplatzen, wieder, wenn auch nicht exakt, reproduzieren kann.<br><br></p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstler - Sein ?</em><br><br></p>
<p>Zwingend notwendig, absolut, ohne dem funktioniert nichts, gar nichts.<br> Deshalb komme ich auch schlecht mit jemandem klar der mir sagt, nimm den Scheinwerfer, richte ihn dahin und fertig. Auch als Stellewerker ist das immer eine Interaktion mit den anderen Gewerken, die einen kreativen Prozess beschreibt.<br>
Da gibt es einen Journalisten, ich glaub das war in den Ruhrnachrichten, der hat das mal schön so formuliert: &quot;Das war der Stellwerker oder Techniker D.L. hinter seinen technischen Gerätschaften macht ist gleichzusetzen mit dem Bedienen der Partitur einer Oper.&quot; irgendwie sowas hat er fomuliert.<br><br></p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br><br>
Nein, kein Mehr, sie ist ja da, da würd ich ja dem widersprechen, was ich anfangs gesagt habe. Es wär schön wenn nicht so viele Überlebenszwänge den Freiraum beschränken würden, damit mehr Raum und Zeit für Kreativität, das ist alles.<br><br></p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em> <br><br></p>
<p>Ja, das fühlt sich natürlich an. Für mich gibt das eine Bestärkung, von mir selbst auch, zu sagen ich habe Energie, Zeit verwendet, kreative Leistung erbracht und ein Ergebnis erstellt mit dem ich zufrieden bin. Und komischer Weise erst wenn es im Zusammenspiel aller Gewerke funktioniert, dann kommt sowas wie Gänsehaut.<br> Bei einer Theaterinszenierung z.B.. Das produziert einfach noch eine fast intensivere Zufriedenheit, als wenn ich zufrieden bin, weil das was ich da geleistet habe, weil ich das fertiggemacht habe.<br><br></p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br><br></p>
<p>Das kann ich bewust nicht steuern, das kann irgendwo auftauchen. Schon wenn die Zuschauer in den Vorstellungsraum kommen. Kann aber auch sein, daß es später kommt oder manchmal auch erst weil der Zuschauer mir ein feedback gibt.<br> Weil die Arbeit die ich während der Vorstellung zu tun hab nimmt mich auch so ein, damit das Produkt hinterher auch gelungen ist, da muß ich sehr strukturiert funktionieren.<br>
Das ist dann auch nicht mehr kreativ – erst wenn ein Problem auftaucht ist sie wieder gefragt, die Kreativität.<br><br>
<em>Kann man dann sagen, Kreativität ist nötig, wenn etwas nicht fertig ist ?</em><br><br></p>
<p>Nein nein, ich würd soweit gehen zu sagen, Kreativität ist per se nicht nötig aber sie hilft dir, den Umgang mit den Dingen zu finden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es einen Menschen gibt, der nicht kreativ ist. Vielleicht kann er es nicht audrücken, nimmt es anders wahr, wie bei mir z.B. die Frage nach dem Künstler sein.<br><br></p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em><br><br></p>
<p>Naja, das lässt sich einfach nicht bewusst steuern, also die Gänsehaut, das passiert.<br><br></p>
<p><em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?</em> <br><br></p>
<p>Nein, der hat nichts heilendes, dieser Moment. Es ist positiv, ja, aber er heilt mich in dem Sinne nicht, weil ich ja vor dem kreativen Prozess nicht nicht heil war.<br><br></p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt    -meine geschundene Seele ?</em> <br><br></p>
<p>Meine Seele ist nicht geschunden, aber es ist was Gutes.<br> Und alles was ich erlebe erweitert ja meinen Erfahrungsschatz. Ich bin ja auch in der Lage, zumindest teilweise die Erfahrung zu steuern, meinen Schatz zu steuern. Ich erinnere mich gerne an viele positive Erlebnisse und ich erinnere mich nicht so gern aber genauso intensiv an sehr viele negative Erlebnisse.<br><br>
.<em>....die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em> <br><br>
Ja klar, dadurch, daß es irgendetwas macht mit denen, haptisch, visuell oder sonstwie geschieht etwas mit denen, die das betrachten. Selbst bei Kollegen ist das so. Und auch außerhalb des Beruffeldes geschieht das, auch beim Fahrradfahren können so Gänsehautmomente geschehen.<br><br></p>
<p><em>Das könnte dann aber auch einfach ein anderer Zugang zu Gänsehautmomenten sein ?</em><br><br></p>
<p>Ja schon, aber das einzige Gefühl, das ich in den Kontext der Kreativität nicht einordnen kann ist Liebe. Die steht für sich.<br> Durch mein Tun erfahre ich dieses Gefühl nicht, eher diese positive Bestärkung. Liebe ist für mich was anderes, ich weiß nicht, vielleicht mehr – auf jeden Fall liegt sie woranders.<br><br></p>
<p><em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em><br><br></p>
<p>Auch das ist ein kontinuierlicher Prozess.<br> Das war nicht immer so und der Prozess wird erst abgeschlossen sein, vielleicht, wenn ich sterbe.<br>Ich denke auch, daß mein Zugang, mein Umgehen sich jedesmal, im zeitlichen Voranschreiten verändert.<br><br>
<em>Stimmt dann folgender Satz für dich: Seit ich bin werde ich &quot;?</em><br><br></p>
<p>Ja, genau, sehr schön, auch das unterschreibe ich.<br><br></p>
<p><em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br><br></p>
<p>Ja, ein Mittel ist Wissen. Verarbeitete Erfahrung die bewusst, unbewusst in dir ist und die du auf vielen Ebenen nutzen kannst, also im Formulieren, im Verhalten, im Bilder bauen, im Wege finden.<br> Wie der andere das, was du an Wissen reingesteckt hast, aufnimmt, kannst du dabei allerdings nicht steuern. Vielleicht kannst du eine Prognose ob deiner Erfahrung abgeben, aber du kannst es nicht klar definieren.<br><br></p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em> <br><br></p>
<p>Ne, keinen Ort. Für mich ist das eher die Zeitgestaltung, es gibt Zeiten, in denen funktioniere ich und es gibt Zeiten, wo ich mir durch mein Tun riesengroßen Freiraum schaffe.<br> Einer dieser Zeitpunkte ist für mich GleitschirmFliegen. Wenn du in der Luft bist, ist das, auch das ganze Drumherum, ist das ein riesengroßer Freiraum, der mir wieder Möglichkeiten gibt.<br> Es ist also bei mir eher auch ein Tun. Das kann dann auch im Sessel sitzen und nichts Tun und nur Gedanken laufen lassen sein.<br><br></p>
<p>*Allein/Zusammen/Politische Fragen<br></p>
<p><em>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br><br></p>
<p>Wir haben ja gerade gesagt, sie ist überall. Wo soll man da einen öffentlichen Ort oder so finden, denn sie ist ja da. Aber ich finde spannend, wie hoch z.B. die Kreativität ist, wenn eine Person von einer wahrgenommenen, erlebten Situation erzählt, wie sie benutzt wird um etwas auszuschmücken und zu mehr Bedeutung zu führen.<br> Lügen ist ja auch ein kreativer Prozess. Alles was z-B. mit Interpretation oder Interpolation zu tun hat ist auch hoch kreativ, deshalb ist auch der Versuch einen Menschen in seiner Psyche zu analysieren ein extrem kreativer Prozess.<br><br></p>
<p><em>Gruppenarbeit in der Schule ? Ensemblearbeit ? Teamarbeit ?
Wie müsste die gestaltet sein ?</em><br><br></p>
<p>All das braucht eine gemeinsame Basis. Egal ob die geschaffen wird aufgrund von - ich mag jemanden, ich akzeptiere sein Fachkenntnisse, Respekt, Vertrauen auch, das braucht es um gemeinsam kreativ zu sein. Man muss sich auch irgendwie kennen, voneinander wissen - z.B. wenn zwei Menschen etwas zusammen planen.<br><br> </p>
<p><em>Der Flow-Effekt (Montessori) ?
Flow - Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder Funktionslust.   ?</em> <br><br></p>
<p>Ich würde diesen Begriff nicht benutzen aber es hat etwas damit zu tun, denn das Tun produziert eine Konzentration und eine Intensität. Das beinhaltet auch, daß du bestimmte Wahrnehmung abschaltest, wenn du ganz in etwas eintauchst werden andere Sinne heruntergefahren. Sie sind noch da, aber eher im Hintergrund, verlieren an Wichtigkeit, sie schaffen so Raum für die Konzentration.<br><br></p>
<p><em>Soziale Plastik,  (Beuys) ?
Jede/r ist ein/e KünstlerIn  ?.</em></p>
<p>Ich denke schon, daß das richtig ist. Aber ohne die Wertung die oft mit dem Begriff des Künstlers einhergeht, ohne Statussymbol, kein höher oder mehr
(auch wenn Beuys genau damit agiert hat und sich auch mit diesem Status Freiräume geschaffen hat, daß man ihm zugehört hat oder daß er Geld verdient hat oder daß er interpretiert wurde und und und).
Und diese soziale Plastik lässt sich dann auch beschreiben als – also du bist und seit du bist interagierst du, egal mit was, du tust es.<br> Es gibt halt keine Nichkommunikation. Das Ganze ist so allumfassend, daß es schwer zu fassen ist.
Da kannst du dann auch über den Schmetterling, der in China mit den Flügel schlägt und in den USA geht ein Tornado los.<br> Ich würd das nicht zwingend für ursächlich halten, auch wenn es da Verbindungen geben mag.<br><br></p>
<p><em>Während des Gespräches sind wir beide tief eingetaucht und haben den lauten Raum um uns weitestgehend ausgeblendet. Wir bleiben auch noch eine ganze ganze Weile bei uns und reden über diverse, auch wesentliche Fragen und Erfahrungen zu Bezüglichkeiten und Wirkung des eigenen Tuns. Man könnte sagen, es war (wieder) ein recht kreatives Gespräch.</em><br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/images.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gänsehaut</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gänsehaut</guid>
<pubDate>Tue, 02 May 2023 07:51:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ski]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230423_160153.jpg" alt="" /></p>
<p><strong> Vorwegworte</strong><br>
Jetzt wo die Skisaison auch in den höchsten Lagen für dieses Jahr zu Ende geht, wo ja die Anfahrt der Skitouristen in die Skigebiete allerorten als die größte Umweltsünde des Skitourismus beziffert wird, eine kurze Einlassung zu diesem Irrsinn und dazu, wie er von den meisten empfunden wird.<br>
Alle reden vom Kleben auf Asphalt und von den fatalen Folgen für den Verkehrsfluss und die Integrität der Klimabewegung, aber kaum eine/r zeigt sich von den Verlockungen der Autobauer und Ölförderer unbeeindruckt.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230406_132113.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Das mit dem Ski  -  ich dachte nie<br>
daß das was wird  -  mit uns beiden<br>
ich konnte Ski nie leiden<br><br></p>
<p>Die, die da cool gestylt die Kohle auf die<br> Piste tragen -<br>
Die, die da blau, rot, schwarz und mehr<br> und noch mehr wagen.<br><br></p>
<p>All das Gezumpel was da wird gebraucht,<br>
damit man sich die Knochen staucht<br>
All die Schuh, die Bretter, Helme Stöcke<br>
Socken, Hosen, Unterröcke<br>
Planung, Fahrt, Essen, Unterkunft und Lift<br>
damit man endlich, endlich auf den Abhang trifft.<br><br></p>
<p>Das mit dem Ski  -  ich dachte nie<br>
daß das was wird  -  mit uns beiden<br>
ich konnte Ski nie leiden<br><br></p>
<p>Und dann noch die Bereitstellung des<br> Ganzen<br>
da reden wir noch nichteinmal von<br> Schanzen<br>
wir reden einzig, simpelst, nur<br>
von der wohl nötigen Infrastruktur-<br>
von Schneisen, Gondeln, Liften,<br> Pistenreaupen, Hütten<br>
von all dem Schnee, den sie auf blanke<br> Hänge schütten<br>
all das und noch viel mehr damit man dann<br>
die Schwerkraft zum Rutschen nutzen kann.<br><br></p>
<p>Das mit dem Ski  -  ich dachte nie<br>
daß das was wird  -  mit uns beiden<br>
ich konnte Ski nie leiden<br><br></p>
<p>Doch wenn ich dann da oben steh<br>
warm eingepackt in frischem Kalt<br>
da mag ich jung sein oder alt<br>
wenn ich da steh - und seh und seh<br>
weit, weit und noch viel weiter<br>  wird´s innen doch ein bißchen heiter<br>
wenn ich dann gleite in der nahen Sonne<br>
der Wind umstreift die freie Nase voller Wonne<br>
ich mich bewege in der Restnatur<br>  dann bin ich pur und denke nur:<br><br></p>
<p>Das mit dem Ski  -  ich dachte nie<br>
daß das was wird  -  mit uns beiden<br>
ich konnte Ski noch nie<br>
nich leiden.<br><br>
Nachsatz<br></p>
<p>In der Zeit zwischen 2018 und 2021 wurden in Deutschland,
sage und schreibe, 67 neue Bahnkilometer in das 33.000km lange Bahnnetz integriert (neu gebaut).<br>
Im Vergleich dazu wurden jährlich ca. 10.000 km Straße neu gebaut.<br>(Preisfrage: Wieviele km unfasst das gesamte Strassennetz Deutschlands?)<br>
Die CSU-Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer sind dafür, zeichnen aber dafür nicht, verantwortlich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ski</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ski</guid>
<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 09:14:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Ton der Töne]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/heijo.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p><strong>Der Ton der Töne</strong><br>
Folge 25 – Das Komplott – gesendet 24.12.1986<br>
Autoren:<br> Bene Eichhorn/Rainer Gödde/Thos Renneberg/Frank Teika<br><br></p>
<p>Einstiegsszene<br>
Eine Betonwand, glatt, blendet auf.<br>Man hört die Klänge einer BigBand <br>   (Amazing Grace, verjazzt und temporeich),<br> die in dem folgenden Schwenk in den großen, bunkerhaften Raum, sichtbar wird. Auf den Schildern vor den Sitzen der MusikerInnnen sehen wir die Aufschrift:<br> CIA-BigBand.<br>
Die Kamera zoomt auf die Saxophonspielerin in der zweiten, erhöhten Reihe.<br>  Aus dem Schalloch des Saxophons sehen wir die Töne als dreidimensionale Noten herausfliegen und sich im Saxophonkoffer neben der Spielerin sammeln.<br>
Als der höchste Ton des Liedes erklingt, ist es ein rotes, notenähnliches Teufelchen, das da sehr bewegt herausschwebt, den stetigen Strom der anderen  Töne verlässt und nach einigen Runden durch die Reihen der MusikerInnen im  Köfferchen des Trompeters verschwindet.<br><br></p>
<p>Die Kamera zoomt auf den Koffer.<br> Gleich darauf, das Musikstück geht    ungehindert weiter, sehen wir, wie die Trompete in den Koffer gelegt wird, der  Koffer geschlossen, aufgehoben und aus dem bunkerhaften Saal    herausgetragen wird.<br>
Dann sehen wir den Koffer in der Subway, dann in einem  Treppenhaus, dann auf der Bühne der Carnegie Hall, wo er wieder geöffnet    wird, die Trompete entnommen und der Ton (das Teufelchen) hernach entweicht und wiederum seine Kreise dreht und in einem Mülleimer am   Bühnenrand verschwindet.<br>
Das Bild zieht auf, wir sehen die Hall Bühne, das Publikum und weiter den   Mülleimer am Rand, der zu leuchten beginnt, während die Szene ausblendet.<br><br>
Black<br>
<br>
Wir hören  - MackiMessergleich – Während der Titel s.o. eingeblendet wird:<br><br></p>
<pre><code>    Jeder kennt den Tön der Töne
    der die Welt in Atem hält
    wer ihn hat, hat das Gedröhne
    ja mit ihm zerfällt die Welt.

    Ja der Ton der ward verschwunden
    bis die Frau, die Putzfrau hieß
    ihn im Dunklen hat gefunden
    als sie auf die Tonne stieß.

    Sie erkannt ihn nicht als solchen
    hat ihn achtlos weggekehrt
    und jetzt ist er allen Strolchen
    die ihn suchen hochverehrt. </code></pre>
<p><br>
Erzählung<br></p>
<p>Der in der Mülltonne der Carnegie Hall verschwundene Ton wird von der   Hausratte Gwendolin in Erwartung eines Leckerbissens gefressen.<br>     Hilfsrattenfänger Hugo Sanches ist an diesem Abend unterwegs<br>
(Bild von Hugo Sanches mit Netz und Rattenfängerflöte wird eingeblendet)<br>
und erwischt die unglücksselige Gwendolin, zum Glück nicht mit Gift, sondern    mit dem Netz, weil ihr der Ton, schwer im Magen liegend, die gottgegebene Bewegungsfreiheit minderte.<br>
(Bild mit Netz und Rattenfängerflöte und Gwendolin)<br>
Nach wochenlanger Quälerei, ohne Wasser und Brot, wird Gwendolin, die von   Hugo an die Tierversuchsvermittlung verkauft wurde, in einem Abfallbehälter     des Versuchslaborschiffs    Endurance auf den Pazifik verschleppt und kurz vor den Osterinseln verklappt.<br>
Möwe Nathan, genannt die Weiße, stürzte sich sofort auf den Kadaver der     Gwendolin und verzehrt ihn ohne Umschweife mit Haut und Haaren.<br> Auf dem NachHauseWeg, kurz vor San Francisco, machen ihm arge Blähungen zu  schaffen und über dem Dampfer Tai gin seng kann er nicht mehr an sich halten.<br>
(Bild der sich entleerenden Möwe wird eingeblendet)<br><br></p>
<p>Einblendung<br> Wir sehen den Möwenscheißhaufen auf dem Deck des chinesischen Dampfers. <br>Ein chinesischer Matrose tritt hinein, der Haufen ist platt, wächst aber wieder zu seiner ursprünglichen Größe, bis der nächste Matrose hineintritt und dann wieder der nächste usw.<br>
Hernach sehen wir marschierende Chinesen auf dem Platz des himmlischen  Friedens, sowie Parolen zur Kuturrevolution tragende Massen.<br><br></p>
<p>Erzählung<br></p>
<p>Hier verlor sich zunächst die Spur des Tons der Töne und lange, bange Jahre     verbrachte unser Rechercheteam mit der aussichtslos scheinenden Suche, bis  dann wie bis dahin jedenTag in Wanne-Eickel, der große Fahrstuhl an diesem Tag zum letzten Mal in den Schacht hinunter glitt.</p>
<p>(Bild von der letzten Einfahrt der Zeche Pluto 1978)
Was sich dort unten abgespielt hat, läßt sich nicht mehr vollends   rekonstruieren, auch das    Ereignis der Aufwärtsfahrt des Förderkorbes bringt  und da nicht weiter.<br>
(Bild von der letzten Ausfahrt der Zeche Pluto 1978)<br>
Doch bei Hannes Kowalewski hatte es gefunkt. Aus unerfindlichen Gründen,    nahm er, gegen seine Gewohnheit und gegen seine Versprechungen aus dem  verhassten Berg dieses Mal etwas mit nach oben.<br> Er wusste nicht, was es war,    steckte es aber in seine Tasche, vergaß es dort und ward am heimischen  Mittagstisch, wo er die Abteufung der Zeche Pluto feierte, arg  überrascht.<br>
(Bildfolge -<br>    1 Hannes sitzt am Mittagstisch, vor ihm das uns schon bekannte  Teufelchen, das ihm eine lange Nase macht<br>
2 Hannes, wie er panisch aufgestanden ist, mit dem Finger auf das Teufelchen zeigt<br>
im Hintergrund sehen wir Hannes Sohn mit einem erstaunt freudigen       Gesichtsausdruck<br>
3 Wir sehen wie Hannes Sohn, das Teufelchen in der Hand den Raum    verläßt, seinen schimpfenden Vater zurücklassend)<br><br></p>
<p>Erzählung<br></p>
<p>Der Sohn Klodwig Kowalewski versteckt den Ton der Töne in seinem    Baumhaus auf dem Gelände der alten Zeche &quot;Unser Fritz&quot;,<br> wo ihn sein Freund  Hastubald Schimanski am nächsten Morgen fand, der hier im Baumhaus, schuleschwänzend Obdach suchte.<br> Dieser nahm den Ton mit nach Hause und  versteckte ihn in der Sportkonga seines Vaters.<br>
Herbert Schimanski erfuhr am Abend diesen Tages, daß er im  Nachrückverfahren für den auf Dauer erkrankten Münsteraner Jowald   Oldenbruch zu den nationalen Qualifikationswettkämpfen zur Olympiade im Kongaweitschießen nach Berchtesgaden geladen war.<br>
Dort mußte er den übermächtigen Bayern gegenübertreten.<br> Trotzdem machte er  sich voller Stolz am nächsten Tag auf den Weg in den Süden, ohne seinem     Sohn die Gelegenheit zu bieten, den Ton aus der Konga zu befreien und ohne  zu wissen, was für ein Sprengkraft sich in seiner Konga befand.<br>
(Bild von Herbert Schimanski mit Konga auf dem Rücken am Wanner Bahnhof)<br>
Die Ausscheidungswettkämpfe brachten einige große Überraschungen für    Herbert Schimanski mit sich. Ehe er sichs versah stand er im Finale gegen den   Ausnahmesportler und Goldmedallienanwärter Huggebgruber.<br> Von diesem     Finale ist uns, trotz der großen    Geheimhaltungsstufe ein anonymer Mittschnitt    eines Amateurvideonisten zugespielt     worden - wir bitten die schlechte   Bildqualität zu entschuldigen.<br>
(Einblendung –  &quot;Letzter Durchgang im Einzel Huggengruber mit neuem                 Weltrekord&quot;<br>
Schnitt- Man sieht eine flimmernde Anzeigentafel auf der die Zahl 442 zu    sehen ist<br>
Schnitt- man sieht wieder das flimmernde Bild, das einen vibrierenden   Hornlautsprecher zeigt und hört<br> &quot; Der kleine Kai hat seine Mutter ausgesetzt, die Mutter von Kai wird gebeten, sich an der Information zu melden.&quot;<br>
Schnitt- man sieht Herbert Schimanski, wie er ausholt, um auf seine Konga zu    schlagen<br>
Schnitt- man sieht wieder das fimmernde Bild eines Hornlautsprechers und hört:<br>
&quot;Meine Damen und Herren, sie haben es selbst gesehen&quot;<br>
Schnitt- man sieht das flimmernde Bild des Watzmanns, dem das obere Drittel     seiner Silhouette fehlt und hört<br>
&quot; Unser Mann für Moskau kommt aus Wanne Eickel und heißt...&quot;<br><br></p>
<p>Erzählung<br>
Mit dieser Leistung erragng Herbert Schimanski mehr als öffentliches    Interesse. Die Geheimdienste der ganzen Welt wurden auf ihn aufmerksam.<br> Die     wichtigsten seien hier kurz erwähnt – als allererstes die Mafia, weil die ja    immer irgenwie dabei ist, <br>die Russen    witterten jetzt eine Chance, ihren Boykott  wieder rückgängig zu machen,<br> die Chinesen sahen die Ursprünge ihrer     Revolution verhohnepiepelt,<br> der MAD musste doch wissen, was in seinem   Land vorging und <br>die CIA ahnte das gesamte Ausmaß des Unheils.<br><br>
Herbert Schimanski störte das alles recht wenig. Nach seinem phänomenalen   Erfolg erklärte er sich, in dem Bestreben aus seinem Amateurstatus  rauszuholen was rauszuholen war, umgehend zu seinem eigenen Manager,    plante innerhalb von zwei Tagen eine in drei Tagen beginnende Viermonatstournee, die erst zum Auftakt der Spiele enden sollte.<br> Er gönnte sich also nur eine sehr kurze Erholungspause von 24 Stunden am heimischen Herd.<br>
So ergab es sich, daß an diesem Abend in der Gaststätte Bergmannslohn ein   merkwürdig reges Treiben, von merkwürdig fremden Menschen zu beobachten     war.<br><br></p>
<p>Einblendung<br> KneipenAtmo, JukeBox, Herbert am Thresen, die Konga neben   ihm, Mad tritt in Schankraum, grüßt CIA  Agenten am Tisch, es läuft &quot;only   you&quot;<br> Vom Klo kommen drei Mann, durch das Fenster steigt einer, hinter dem   Thresen spricht ein anderer über einen Ohrstecker.<br> Die Kamera fährt auch    hinter den Thresen, Herbert im Blick.<br> Wir sehen hinter ihm eine veritable Prügelszene.<br>
Es treten drei Herren auf Herbert zu, sprechen kurz mit ihm, stülpen dann ein   schwarzes Tuch über ihn, unter dem er verschwindet. Alle verlassen danach   fluchtartig den Raum, die Konga bleibt stehen, wird von der Putzfrau    entleert.<br> ....... <br></p>
<pre><code>Abgesang/Abspann</code></pre>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-ton-der-töne</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=der-ton-der-töne</guid>
<pubDate>Tue, 18 Apr 2023 15:22:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ein Anakoluth ?]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/herr_mond.jpg" alt="" /><br></p>
<p>Gendersurrender<br>
<br>
Gendergeländer <br><br>
Kalendergender<br><br>
Genderränder<br><br></p>
<p><br></p>
<ul>
<li>ein Anakotluth ?<br></li>
</ul>
<p>Frau Sonne und Herr Mond,<br>
vielleicht daß es sich ....<br>
mal genauer hinzu......<br>
wie die zusammenglucken,<br>
wie´s um beide ist .....<br>
hier bei uns und in der Welt.<br><br></p>
<p>Daß die beiden was miteinander ......<br>
und sichtlich sich am andern laben,<br>
ist sonnenklar und mondbeschienen,<br>
kann so der Poesieanbahnung .....<br><br></p>
<p>Sonne, Mond und .....<br>
immer wieder gerne,<br>
klingt zumal für Wortergründer<br>
wie Vater, Mutter und die .......<br>
Im romanischen Sprachge .....<br>
sind sie das ja auch.<br><br></p>
<p>Frau Mond<br>
und Herr Sonne<br>
da will man doch voll Wonne<br>
sehen, daß sichs lohnt.<br><br></p>
<p>Dabei wird Herr Sonne hie<br>
zur ....<br>
und mit männlichem er<br>
kommt bei uns Frau Mond .....<br><br></p>
<p>Schwer<br>
wird leicht<br>
und leicht<br>
wird schwer<br>
sprach der Rabe<br>
nimmer......<br>
<br>
<br>
<br></p>
<p>Kurze Nachlese zu Einwortgedichten
(mit tatkräftiger Unterstützung von
Magister von Winterfeld)<br><br></p>
<p>MandelHandel<br>
FastenLasten<br>
SchmutzNutz<br>
KrakeelBefehl<br>
KapuzenDuzen<br>
MittelAlterKittelFalter<br>
.....</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=anakoluth</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=anakoluth</guid>
<pubDate>Mon, 10 Apr 2023 09:01:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Loch]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230314_194600.jpg" alt="" /> <br>
Ess war einmal ein Loch<br>
so'n Loch, das kennt man doch<br>
-fast wie ein Band<br>
draußen ein Rand<br>
und innen, statt des Lichts<br>
5 Kilo saatlos Nichts<br><br>
Dann war da noch ein Koch<br>
och<br>
der klopfte an das Loch<br>
poch<br>
dann brach er sich das Bein <br>
fein<br>
fiel in das Loch hinein<br>
nein<br><br>
doch ins Loch<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230402_140656_0.jpg" alt="" /><br>
doch ins Loch<br>
und das am Mittwoch <br>
dem Moloch<br>
der Woch<br>
nicht nur in Goch<br>
oder bei Bloch<br>
und es dauerte einen ganzen Rosenmontagszoch<br>
bis er wieder rauskroch<br>
der Koch<br>
aus dem Loch.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-loch</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-loch</guid>
<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 06:17:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wandlung]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230220_110555_0.jpg" alt="" />
<br>
<strong>Wandlung</strong>
<br><br>
Die Sonne brennt auf dem trockenen Granit der Felsen.<br>
Mittag war schon Stunden vorüber.
Unten im Tal bewegte sich ein kleiner dunkler Punkt forsch bergan.<br>
Dort war der Weg noch grünumsäumt, mit kleinen Blumen und wilden Kräutern. Grasbüschel hielten den Schotter zusammen.<br>
Hier oben, am Fuße der Gipfelkette war nichts mehr an Vegetation zu entdecken, außer ein paar Moosen und vereinzelt, spärlich verstreuten Fingern vertrockneten Grases.<br>
Das schwarze, winzige Etwas wurde zügig größer, schob sich stetig auf den Serpentinen des Hanges voran; Kurve für Kurve. Ab und zu blieb der Schemen einer Figur am Wegesrand stehen und betrachtete die Landschaft, hob einen Stein auf oder pflückte einen Halm.<br>
Der Gang des Menschen da unten schien sicher und fest. Unmerklich aber, nahm die Kraft der Schritte ab, als ob sich mit der schon überwundenen Höhe Schwere auf seinen Körper legte.<br>
Jetzt machte er eine kurze Rast, nahm den kleinen Wanderrucksack vom Rücken, zog die dunkle Jacke aus und setzte sich auf einen Findling. Kaum hatte er einige Bissen gegessen und einen Schluck aus der Feldflasche getan, stapfte er frisch gestärkt weiter.<br>
Die letzten Biegungen bereiteten dem Mann sichtliche Schwierigkeiten. Er stützte sich zeitweise an die Wand und atmete tief in sich hinein. Als er aus dem allerletzten Bogen auf die weite Plattform zubog, sah man einen Stock in seiner Rechten, der für das Fortkommen nun auch gebraucht wurde.<br>
Die letzten Meter begann ein leichtes Keuchen aus ihm herauszustoßen und hinter dem weißen Bart verzerrte sich das Gesicht ein wenig.<br> Am vorderen Rand der Plattform, der über den felsigen Abgrund wie eine Himmelszunge hinausragte, machte der alte Mann Halt, sog die Luft, sichtlich ruhiger werdend durch die Nase und blickte hinunter in das Tal – den Blick, der eben noch unten einen kleinen dunklen Punkt erspähte.<br>
Dann ging ein Ruck durch die Gestalt. Er ließ seinen Stock fallen, drehte sich um und ging auf die große Grotte zu, die sich unter dem Felsmassiv der Großen Berge auftat. Das Portal war riesig. Wie die Silhouette eines Kopfes fraß sich das Schwarz der Höhle dahinter aus dem Stein.<br>
Mannigfaltige Formen wanden sich in den grauen Felswänden. Die Strukturen, die Wind und Wetter, Wasser und Erosion in das Gesicht der Steine gearbeitet hatten, malten ungewohnt pittoreske Bilder; Wellen, Wälder, Welten von Vorsprüngen, Rissen, Wölbungen und Farben waren darin.<br>
Nach einigen hundert Schritten zog sich ein Felsvorhang vor das Tageslicht, das sich durch die Windungen der Gänge bis hier hin schlich. Der alte Mann zündete eine Kerze an, holte einen steifkrempeligen Hut aus dem Rucksack, steckte sich das Licht an den Halter am vorderen Rand und ging zielstrebig weiter. So wie er sich in der kerzenerleuchteten Dunkelheit bewegte, Seitenwege ausschlug, von Zeit zu Zeit den kalten Stein befühlte, war er gut mit dem Inneren der Höhle bekannt.<br>
Die Kurven verteilten sich zigfach in alle Richtungen. Auch das Oben und Unten war im Schein der Leuchte zu erkennen. Die Sicherheit des Schrittes aber verließ den Mann mehr und mehr. Nicht Schwäche bemächtigte sich seiner, doch zeigten sein tastender Fuß und sein wendender Blick die dem Suchenden eigene Unschlüssigkeit. Es war, als suche er in altbekannten Bildern nach der Gewissheit des Augenblicks, als wäre der uralte Stein Wegzehrung für das Hier und Jetzt.<br>
Mitten in der Bewegung straffte sich plötzlich sein Körper, als er in einem niedrigen Seitengang etwas lange verlorenes wahrnahm.<br> In dem hohen Dunkel, das sich hinter dem Druchgang auftat, stieß er auf eine Wasserader. Als er die Bucht erreichte erspähte er an ihrem anderen Ende einen schlichten kleinen See. Mit neugewonnener Kraft ging er um das Wasser herum und stieg am jenseitigen Ufer eine steile, kantige Wand hinauf, an deren oberen Ende sich ein Grat von beinahe 2 Schritt Breite unter der Kuppel des Raumes auftat. Dorthin setzte er sich und thronte so wie auf einem fliegenden Teppich über dem See.<br>
Alle Schwere hatte sein Gesicht verlassen, doch war leise Anspannung in seinen Zügen. Nachdem er das Licht mit einem Hauch löschte, begann der alte Mann zu singen.<br>
Seine Stimme war klar und fest. In der Melodie lag etwas Klagendes. Auf und ab, hoch und tief hallte sie an den Wänden, die den See einrahmten wider. Bald wurden die Töne lauter, intensiver aber die Melodie verlor langsam an Virtuosität. Der Mund, der die Töne formte, öffnete sich jetzt nur noch einen Spalt.<br> Kaum daß die Töne in den Ritzen des Steins verklingen konnten, hatte die Nase schon neue Luft in die Lungen gelassen und ohne Übergang schwang sich der Ton erneut nach oben, um sich in den Windungen der Grotte zu verirren.<br>
Jetzt bewegten sich die Barthaare nicht mehr, kein auf und ab des Brustkastens, der Mund war geschlossen. Nur der Ton, von der Luftsäule durch die Stimmbänder geboren, floss durch die Nase nach draußen.<br> Er wurde merklich leiser, verlor seine Kraft aber nur dort. Überall war er nun und ließ den zerbrechlichen Körper in seiner Gänze vibrieren. Der Atem des Sängers ging tief in den Bauch und schneller als zuvor. Der Ton verschwand mehr und mehr in der aufkommenden Schwingung.<br>
Hätte man die Hand an den Fels gelegt, man würde ihn nun dort fühlen, lauter und stärker als er zu hören war.<br>
Die träge Oberfläche des Sees beginnt sich leicht zu kräuseln und schnell schwappen winzig kleine Wellen an die Uferränder. Der Kopf des Tongebers neigt sich leicht nach vorn, die offenen Augen weisen auf die Mitte des Wassers.<br> Bald schon stieben die Wellen von dort nach außen. Der Ton ist kaum noch zu hören und doch arbeitet er starrer als je zuvor an dem Aufbau der Kraft. Die Wellen wachsen weiter heran zu drängenden Stößen gegen den Fels. Wuchtiger, mächtiger drückt das Wasser in alle Richtungen.<br> Der Atem des Mannes rast unhörbar, der Körper wiegt mit auf den gewaltigen WellenTürmen, die mehr und mehr an der Feste des Steins kratzen. Es brodelt das Wasser und stiebt wie eine fortwährende Folge von Hammerschlägen nach außen. Als würde der Mond persönlich in der Halle stehen, donnert Wellenschlag auf Wellenschlag gegen den Fels.<br> Der Mann, ganz Ton, der Ton ganz Bewegung, die Bewegung ganz Wasser, das Wasser gefüllt mit Kraft und doch wettert die Wellenflut ohnmächtig gegen die Kraft, die dagegensteht.<br>
Doch dann plötzlich, endlich, ohne ein Zeichen der Schwäche, gewaltigen Krachs, brechen die Wände auf wie kalbendes Gletschereis, sacken herab in das schäumende Wasser, versinken darin, machen Platz für das nachdrängende Gestein. Schier unergründlich ist der See, allen Stein in sich aufnehmend; die Wände so dick, so massig, so unendlich, daß es Stunden, Tage, Jahre schien, bis daß es endete.<br><br></p>
<p>Das Tal hörte und spürte von alldem nichts.<br> Der Tag ging ruhig vorüber und die wenigen Höfe in der Nähe hatten genug mit sich selbst zu tun.<br>
Als die Dämmerung einsetzte, nachdem sich die Sonne hinter den Gipfeln der Großen Berge verkrochen hatte, sah man oben am Hang einen kleinen dunklen Punkt, der abwärts schritt, dem schlängelnden, graslosen Schotterweg folgend.<br> Als er die ersten Gräser und geduckten Büsche erreicht, sieht man, daß die Gestalt einen kleinen Rucksack trägt; er setzt der Silhouette des Mannes in der aufkommenden Dunkelheit einen Buckel auf den Rücken.<br>
Als die Schritte des Menschen zu hören sind, ist es zu dunkel ihn zu erkennen. Der Mann geht ohne Gruß vorüber.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20201020_161435_0.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wandlung</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wandlung</guid>
<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 18:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hors d´euvre]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20221020_110651.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Hors d´oevre 4.0<br>
oder<br>
manch Spiel zergeht auf der Zunge</strong><br><br></p>
<p>Wir sind ein Team<br>
we daily grow<br>
wir sind im stream<br>
lieben den flow<br>
wir richten an<br>
bereiten zu<br>
komm ich nicht dran<br>
dann nimmst ihn du.<br><br></p>
<p>Vorm Anstoß schon wach<br>
du läufst ihn an<br>
ich ziehe nach<br>
gleich sind wir dran.<br><br></p>
<p>Als <strong>Aperitif</strong> ´ne Kurzeckflanke,<br>
Kopfweiterleiten, ich sag Danke.<br>
<strong>Vorspeise</strong> schieben,<br>
dann lang diagonal,<br>
die Mitte blockt die sieben,<br>
schon zappelt er wieder, der Ball.<br>
Der <strong>BeilagenSalat</strong><br>
schmeckt bitter, Chiccoree.<br>
Er zieht durch, Knöchelattentat.<br>
ah, tut kaum noch weh.<br>
Und als <strong>Dressing</strong>,<br>
Abwehrpressing.<br><br>
Zum <strong>Hauptgang</strong> dann Spaghettiknoten im Mittelfeld,<br>
vom 6er gelöst, den Weg verstellt,<br>
dann steil auf die neun gepasst, zurückgeklatscht,<br>
mit Tempo halblinks in die Gasse gelatscht<br>
und quer in die Mitte der Box, die Kugel,<br>
der Ball fliegt links oben ins Eck, schau nach bei google.<br><br>
Das <strong>Dessert</strong><br>
macht was her:<br>
den Konter, gekontert, gekonnt<br>
die Abwehr sich im Torjubel sonnt.<br>
Ein <strong>Espresso</strong> zum Schluß<br>
es war ein Genuss.<br><br></p>
<p>Wir sind ein Team<br>
we daily grow<br>
wir sind im stream<br>
lieben den flow<br>
wir richten an<br>
bereiten zu<br>
komm ich nicht dran<br>
dann nimmst ihn du.<br><br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220212_160912.jpg" alt="" />
Kreisklasse C</p>
<p>Der Ball, der Ball<br>
gekickt mit Drall<br>
fliegt schon mal nen Bogen<br>
alles andre wär gelogen.<br><br></p>
<p>28 Beine rasen<br>
übern Rasen bei dem Spiel<br>
und in Phasen hat der Rasen<br>
mehr Kontur als Spielers Ziel.<br><br></p>
<p>Wer so empfindet und so spricht,<br>
konzentriert sich auf den falschen Punkt.<br>
Wer so unfachmännisch unkt,<br>
versteht der Spieler Ziele nicht.<br>
<br>
Ob Tor ob Laufweg Abseitsstellung,<br>
ob Block, ob Steilpass, freier Raum,<br>
all das bringt uns nur Teilerhellung,<br>
fasst all die Leidenschaften kaum.<br><br></p>
<p>Ob Kohle Ruhm Bekannheitsgrad,<br>
ob Traum vom bessren Leben,<br>
ob Spaß am Spiel, am eignen Pfad,<br>
am Paß zur rechten Zeit gegeben,<br>
ob Wunderflanke, Abschlußglück,<br>
der Fußball gibt dir mehr zurück.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hors-deuvre</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=hors-deuvre</guid>
<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 08:25:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Einwortgedicht]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Snowghost.jpg" alt="" /><br></p>
<p><strong><em>Kleine Vorgeschichte</em></strong><br>
<br>
<em>Lyrik wird ja oft als Nischenkunst verstanden - mit aufgeschwurbelten Wort- und Formnerds als ProtagonistInnen, mit zum Teil schwer zugänglichen Textkörpern und hochkomplexen Inhalten – Gedankenspiele fernab vom wirklichen Leben.<br>
Die Einen empfinden sie als elitär, abgehoben und unwichtig – bestenfalls kulturgutträchtig um Eindruck zu schinden.<br>
Die Anderen halten sie für revolutzionär, wirklichkeitsverrändernd, blitzizgescheit und bestenfalls ganz nah dran am Menschen.<br>
Den meisten aber ist sie egal, vielleicht weil sie so tief blicken läßt.</em><br><br></p>
<p>Hier nun ein ganz neues Genre der Lyrik, das jederfrau, jedermann und allen anderen einen niederschwelligen Zugang ermöglicht, das allüberall mit Leichtigkeit genutzt und weiterverbreitet werden kann.<br>
Ich stelle es hier vor und möchte jederfrau, jedermann und alle anderen einladen, mitzusammeln und auch die möglichen Kategorien zu erweitern.*<br><br></p>
<p><strong>DAS EINWORTGEDICHT</strong><br><br></p>
<p>da gibt es<br></p>
<h6>1. Bestehende<br></h6>
<p>die im Sprachgebrauch gefunden werden können:<br><br></p>
<p>sowas wie<br><br />
Auflauf<br>
Mauerbauer<br>
blaugrau<br>
Leerkouvert<br>
...<br><br>
a) einige gab es nicht, sind aber inzwischen im Sprachgebrauch vorhanden<br></p>
<p>sowas wie<br>
Stauschau -     Stauberichte im Radio<br>
Radargefahr -       Blitzerankündigung<br>
Tarnfarn -  am Soldatenhelm<br>
Schichtbericht - <br><br />
...<br><br></p>
<h5>2. Schlüssige<br></h5>
<p>die es nicht gibt, die aber in den Gebrauch überführt werden können:<br><br></p>
<p>sowas wie<br>
<em>eine überspielte Musik wäre ein</em><br>           Tonklon<br>
<em>ein kleiner Setzling mit großen Aussichten ein</em><br>    Kaumbaum<br>
<em>eine eindeutige Fährte eine</em><br>               Purspur<br><em>eine Sitztoilette ein</em><br>                  Poklo<br>
<em>ein mit Effet getretener Schuß ein</em><br>            Drallball<br>
<em>eine Fehde unter TextilherstellerInnen</em><br>        Stoffzoff<br> .....<br><br></p>
<h5>3. Phantastische<br></h5>
<p>deren Vorstellung in der Lage ist, Bilder hervorzurufen:<br><br></p>
<p>sowas wie<br>
Die AsselRassel <br><br>
Das BretterWetter<br><br><br />
Die TrauerFlower<br><br><br />
Die SchnürTür<br><br><br />
Der SeifenStreifen<br><br>
Der DungSprung<br><br><br />
Die ToleranzVakanz<br><br>
Der SchmutzPutz<br><br>
.....<br><br></p>
<h5>4. Kauderwelschige<br></h5>
<p>die kaum Sinn ergeben, aber dennoch schön klingen<br><br> </p>
<p>sowas wie<br>
schnödblöd, schnurzkurz, keinermeiner, strunzgrunz, Rotbrot, Fibelbibel,            kapuzenduzen, Kabachelgestachel, Springerringer, Sackpack, .....<br><br></p>
<p><em>wemwasdazu einfällt, nurzu</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-einwortgedicht</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-einwortgedicht</guid>
<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 15:12:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[da weg da]]></title>
<category>Aktuell</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/107085624_3355478954497576_7691858336575777830_n_0.jpg" alt="" />
da weg da<br>
<br>
Manchmal<br>
denke ich an ihn<br>
als wäre er da,<br>
also weg<br>
aber nicht da,<br>
also da<br>
aber grad nicht da.<br>
<br>
Manschmal<br>
denke ich an<br>
sein Wegsein,<br>
das Nicht Mehr<br>
Da Sein,<br>
wie das ist<br>
für ihn<br>
für mich<br>
so weg zu sein.<br>
<br>
Menschmal<br>
denke ich an sein<br>
Dagewesensein,<br>
wie das war<br>
als er da war,<br>
die Welt mit ihm,<br>
er drin und drauf.<br>
<br>
Manschmal<br>
denke ich einfach<br>
an Gewesenes,<br>
wie es war mit ihm,<br>
durch ihn<br>
in between<br>
<br>
Manchmal<br>
kommt er mich noch besuchen<br>
in Gedanken, im Schlaf,<br>
teilt sich mit,<br>
ist nah,<br>
da<br>
und weg<br>
dawegda<br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_864.jpg" alt="" />EinstiegsFoto: Klaus Borkens/CMP</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=da-weg-da</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=da-weg-da</guid>
<pubDate>Wed, 08 Mar 2023 15:09:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[wie das Nasereiben bei Wicki]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Burghausen_0.jpg" alt="" /><br><br>
<em>Mit T. K. beginnt für mich die zweite Rutsche der Interviews. Ich kenne ihn seit mehr als 25 Jahren und habe einige wunderbare Produktionen und Projekte mit ihm gemacht. Ich besuche ihn in seinem selbst, behindertengerecht umgebauten Haus. Er ist ein begnadeter Handwerker und ein ebensolcher Schauspieler und Improvisateur. Die gemeinsame Christmas Carol Produktion von vor 15 Jahren wird noch heute in Dortmund gespielt. Daß wir uns da vor einem Jahr in der letzten Weihnachtssaison das letzte mal gesehen haben, wird mir erst klar als ich ihm von Klaus´  Tod im Februar erzähle und er noch nicht davon gehört hat.
Nach Begrüßung und Stimmungsabgleich, Berichten über Urlaube, neue Nachbarschaften, alte und neue Projekte (da ist vor allem das &quot;experimentier. labor&quot; des dott.werk in Do zu nennen, das im Dezember sein &quot;finale&quot; in der Düsseldorfer Strasse feiert aber als Ort bestehen bleibt) und einem Kaffee mit N., seiner Frau und der Macherin des oben genannten, geht es los:</em><br><br></p>
<p><em><strong>Warm up</strong><br>
Kann man Kreativität messen ?</em><br>
Uh, das ist aber ne böse Einstiegsfrage.<br> Ich glaube schon, daß man sie messen kann, wenn man ein Werk sieht oder sowas.<br> Ich sag mal einfach Ja, ich muß das ja erstmal gar nicht begründen.
Das ist aber kein objektives, das ist nur subjektives Messen, das kann nur subjektiv sein – aus meiner Sicht – ist dieser Mensch kreativ oder nicht, so wie jemand behauptet er kann singen oder er kann nicht singen und wenn er dann singt, ist es ja Singen. So und dann gefällt es mir oder es gefällt mir nicht. Und genauso ist es bei der Kunst, bildenden Kunst oder so.<br> Vielleicht ist es ja total kreativ weiß auf weiß zu malen aber ob´s gefällt ?<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du -Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em> <br>
Wenn du es getan hast ?<br> Das kann ich jetzt nur von mir sagen, wenn du´s getan hast dann fühlt es sich so an, dann ist man total leer und eher deprimiert als froh.<br> Also ich habe eine Premiere durchgezogen, es ist total geile Arbeit gewesen, mit tollen Kollegen, gute Reaktionen im Publikum, tolle Presse, alles gut und dann sitze ich da, weiß ich müßte mich eigentlich total freuen und das ist auch da aber es ist gleichzeitig eine absolute Leere, eine Traurigkeit, daß das was man da getan hat jetzt, ja vorbei ist. Weil es ja vorbei ist.<br> Wenn man ein Bild geschaffen hat oder im Film, dann ist das ja noch nicht vorbei, aber das Stück ist durchgelaufen und erstmal zu Ende. Beim nächsten Mal ist es dann ja ganz anders und das Besondere des Abends und auch der Arbeit um dahinzukommen, mit den Kollegen, all das ist vorbei und nicht wiederholbar.<br> In der Regel ist man ja auch wenn ein Stück gespielt, abgespielt ist, auch mit den Kollegen nicht mehr zusammen. Man sieht sich, hat diese geteilte, tolle Vergangenheit, man nimmt sich vor sich zu sehen, tut man aber nicht. Das ist dann vorbei.<br>
Theater ist schon sehr flüchtig und jeder Abend ist anders und besonders.<br>
<em>Und im Kleinen ? Wenn die Suche nach einer ganz speziellen Lösung gelingt ?
Wenn da was passt ?</em> <br> Dann freu ich mich drüber z.B. wenn ich ein Wort oder einen Text, einen Satz aufsage und merke – ooh, der war jetzt richtig gut – so, da merk ich dann schon eine Zufriedenheit, einen Stolz in dem Augenblick, daß mir das gefällt und oft ist es mir sehr wichtig, daß mir das gefällt und nicht, das es anderen gefällt, das ist dann das Zweite. Das macht es dann noch schöner.<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em><br>
Sich ruhig hinsetzen und Nachdenken über Dinge,viel gucken, von anderen lernen und vielleicht abgucken, auch wo man Sachen sieht, wo man denkt das interessiert mich nicht, trotzdem nimmt man Sachen davon mit, allein schon das:<br> So wür ich´s vielleicht nicht tun.<br> Ich glaube bei mir ist es so, ich für mich allein bin gar nicht so wahnsinnig kreativ, aber im Zusammenhang mit zwei, drei anderen Menschen dann...dann...in dem Moment wo es dann um die Arbeit geht, da fang ich an zu brennen und zu sprudeln, dann kommen mir Bilder und Ideen, selbst beim Text lesen, schon da geht es los, das könnte man so, so, so machen, obs dann im Endeffekt auch so wird, weiß ich nicht, aber da seh ich sofort ´ne Figur und die macht das und das und ach guck mal da, da könnt man doch einen Blödsinn hineinbringen und wenn man das mit den Kollegen zusammen.... und man hat wirklich feine Kollegen, die man schätzt und mag, dann ist es toll, dann wächst da was.<br> Das Gegenteil geht natürlich auch, wenn da Idioten sind mit denen du arbeitest, dann denk ich – mach doch, mach doch.<br><br></p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Da hab ich was schönes erlebt, was das beschreiben könnte.<br> Vor zwei Jahren haben wir das Stück &quot;Schwierig&quot; gemacht, mit T.S. Und wir haben am Anfang eigentlich uns unterhalten, stundenlang, über alles mögliche, gar nicht über den Text den er geschrieben hat – über Menschen, die vorbeigehen, Befindlichkeiten, mein Erleben von Dingen und das war ein unglaublich ruhiger Prozess wo wir dann irgendwann mal gesagt haben, jetzt machen wir dann doch mal ne viertelStunde was auf der Bühne.<br> Das war ganz ganz toll und das hab ich jetzt mehrere Male erlebt, dass man diesen Text, mit dem man was machen will, daß man den nicht einmal gelesen hat, so als Leseprobe und macht den dann auf der Bühne, sondern, daß man den wirklich....., daß man tagelang da gesessen hat und den immer wieder gelesen hat und der Regisseur dann gesagt hat, ne jetzt sag den Satz mal so und so.<br> Das war eine Tischregie in dem Augenblick. Und als wir dann, nach zwei Wochen, auf die Bühne gegangen sind, wußte ich schon, jeder wußte das, was er tut, wie er das tut und wie er den Satz sagen muß und das war eine unglaublich tolle Erfahrung.<br>
Also ich hab gemerkt, in der Ruhe - Ich werde zum Ende, wenn ich unzufrieden bin, da werde ich hektisch, kribitzig aber grundsätzlich wenn wir sitzen und reden, wie kommen wir dahin, was können wir tun, dann finde ich diesen Prozess eigentlich am Schönsten – im Miteinander.<br>
Bei Soloproduktionen ist das anders, da bin ich eigentlich immer sehr unglücklich, weil da sitzt du dann hinterher ganz allein in der Garderobe und ist einsam, man hat nichtmal die Möglichkeit zu fragen, boh, wie wars heut für dich oder boh der Zuschauer war aber..... – das kann man nur denken und auch auf der Bühne ist niemand der dich, auf der einen Seite stört, du kannst machen was du willst, aber eben auch keinen, der dich beflügelt, der dich rettet, der Input gibt, der verrückt ist , der dich nervt – der Reaktion zeigt.<br><br></p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Musik braucht was anderes als bildende Kunst, ein Musiker was anderes als ein Bildhauer, das braucht andere Ansätze, andere Fertigkeiten, ich glaube ja. <br>Aber davon losgelöst kannst du überall kreativ sein, deine Kreativität einbringen und z.B. durch Sich-einlassen zu Ergebnissen kommen.<br><br></p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em> <br>
Boh, schon wieder sowas. Ich glaub, da braucht es zumindest eine durchschnittliche oder darüber hinausgehende Intelligenz, um sich für mehr zu interessieren als für sich selbst.<br> Mir würde z.B. auf einer Insel, wo alles gut ist, Menschen, Landschaft, Luft oder so und alles ist schön und gut, da würde mir sowas wie Kunst fehlen, sowas wie Input von anderen Dingen.<br> Aber ich glaube auch, daß jeder Mensch dahingeführt werden kann, wenn der in einem Zusammenhang lebt, wo Kunst gelebt, wo Kreativität gelebt wird, dann kann da auch jederzeit rangeführt werden.<br><br></p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Pfiffig, pfiffige Idee – boh – wie kommt man auf sonne Idee, warum bin ich auf die Idee nicht gekommen, so einfach, so schön, da kann ich neidisch werden.<br>
Ich habe einmal in einer Aufführung was gesehen.<br> Das war in Gent in Belgien, du wurdest einzeln in einen Raum geführt, alles war dunkel, du wurdest wohin gesetzt, du wußtest nicht wo du warst. Als die Türen dann schlossen ging in der Mitte eine Lampe an und die beschien einen Strauß mit total schönen Tulpen in einer Vase auf einem großen Tisch. Dann saß man da und guckte und guckte und es passierte erstmal nichts.<br> Mit einem Mal fiel ein Blütenblatt runter, dann fiel das zweite und packpackpack immer mehr und dann neigten sich diese Köpfe zu Boden.... dieser Blumenstrauß ist innerhalb von 10 Minuten verwelkt. Das hat mich sooo fertig gemacht, wie kann, wie ham die das hingekriegt ? <br>Das Stück ging dann mit was anderem weiter, aber ich bin dann hinterher zu den Machern gegangen und die ham mir das dann erklärt (die Lösung kann auf Anfrage verraten werden). Was für eine Idee. boh.<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Welk2.jpg" alt="" /><br><br>
<em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Es muß zusammenpassen, weil...., es sollte nicht im Vordergrund stehen, das ist klar,... zumindest daß man nicht draufzahlt, daß es sich ein bißchen rechnet. Ich wollte eigentlich immer das Stück machen und wenn es dafür Geld gab, um so besser. Klar gibt es auch Anfragen, da steh ich nicht hinter aber es ist gut bezahlt, dann geht das auch, das ist dann aber eher ein Abliefern und weniger was mit Kreativität.<br><br></p>
<p><em>Gibt es soetwas wie negative Kreativität ?</em><br>
Ich zerstöre ein Bild. Das ist zwar ein kreativer Prozess, aber macht was kaputt.
Die Putzfrauen, die Beuy´s Wanne sauber gemacht haben, haben auch kreativ gearbeitet und gedacht, weil sie sie schön sauber gemacht haben – oder ?<br><br></p>
<p><em>Gehört Kreativität in die Politik ?</em><br>
Ja, das wär schön, wenn es sie da geben würde, viel mehr geben würde. Es sollte auf jeden Fall mehr sein - Mal um die Ecke denken - Mal sowas wie bei einer Theaterproduktion, ein brainstorming zum Thema und von den 20 BlödsinnsIdeen, die da kommen sind vielleicht 2 zu gebrauchen.<br>
So jemand wie Gregor Gysi, mit Humor, Selbstreflektion und -ironie, wo ich manchmal denke, das ist gesund, auch mal unernst ernst. So mal weniger wichtig nehmen und sagen, ne du bist nicht wichtig, wichtig ist, den Menschen was Gutes tun, was was hilft. Das ist ein kreativer Kopf.<br><br></p>
<p><strong>persönliche Fragen</strong>
<em>Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Ja.<br>
<em>Irgendwelche Anmerkungen warum ?</em><br>
Ich sach ja immer, ich bin darstellender Bühnenarbeiter, d.h.  Das was ich auf der Bühne tue habe ich mir und mit anderen zusammen erarbeitet.<br> Also, von mir aus bin ich ja nicht so ein, das und das. Ich ich bin da eher hingeführt worden und das war an vielen Stellen ordentliche Arbeit, das zu tun, dahinzukommen und das zu erreichen.<br>
Eine Grundfertigkeit ist da, aber wenn da jemand noch mehr aus mir herauskitzelt, was ich selber nicht erwartet hab, was mich selber überrascht und merke sowas kann ich.<br>
Das ist beim Tod eines Handlungsreisenden in Aachen passiert, wo ich dem Regiesseur gesagt hab, pass auf, ich könnte doch jetzt so und so und er sagt, ne, das lass mal, das kannste dir für dein nächstes Stück benutzten und ich möchte, daß du das so tust und ich weiß, daß du das dann hinkriegst, das andere interessiert mich nicht – das hat mich sehr frustriert. Aber hinterher auf der Bühne habe ich 50 mal heulende Leute vor mir gehabt, weil er mich so hingekriegt hat, daß ich das so hingekriegt hab, da war ich so stolz auf mich selber. Ich hatte mir dann vorgenommen einmal, in den 50 Vorstellungen, einmal den Text richtig aufzusagen, kein Versprecher und so – ich habs nicht hingekriegt, ich habs nicht hingekriegt.<br><br></p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
... daß ich mich traue bekloppte Ideen zu haben und die auch zu sagen und daß ich an vielen Stellen auch keine Scheu hab mich damit zu exponieren. Ich kann mich gut zurücknehmen glaube ich aber ich kann auch manchmal übersprudelnd mich dahinsetzen und Blödsinn reden. Mein Können ist glaub ich auch so eine gewisse Imrovisationsfähigkeit – auf Dinge zu reagieren, die mir gerade einfallen, die jemand anders mir gibt. Es ist selten, daß ich in solchen Situationen sprachlos bin.<br><br></p>
<p><em>Was macht für dich das Künstlerin sein aus ?</em><br>
Das Zusammenarbeiten mit anderen Menschen.<br><br></p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?</em><br>
Leider nicht mehr – ich merke, daß ich keine Lust mehr habe. Das ist pandemiemäßig nicht besser geworden. Vorher gings mir so, daß ich dachte – ah, heute haste nen Auftritt. Dann fährste hin, hast nicht wirklich Lust dazu, tust dann aber was nötig ist und findest es dann total toll, das was du da tust und wenn du´s getan hast dann ist es richtig geil.<br> Aber mir fehlt- ich brenne nicht mehr so dafür, wenn ich nächstes Jahr in Rente geh, dann freue ich  mich über den ein oder anderen Auftritt aber ich muß das nicht mehr haben, ich gehe auch gerne in den Garten und bastele was anderes.<br><br></p>
<p><em>Was war denn das Ziel von deinem Brennen, als es dich noch getrieben hat ?</em><br>
Für mich interessante Stücke und Themen - anderen Leuten zu zeigen, interessante, mich bewegende äh, Inhalte anderen zu zeigen.<br> Das fing damit an, daß wir &quot;Der Büchsenmacher&quot; gemacht haben - zwei Menschen auf der Bühne, eine KaugummiExplosion hat draußen stattgefunden und sie müssen sich in den Bunker zurückziehen. Also das war, politisch auch irgendwie, aber gleichzeitig sehr humorvoll, sehr clownesk mit wahnsinnig makaberen Mitteln darzustellen. Ein Glücksgriff, daß ich das damals mit Fips spielen durfte, wir haben es ganz oft gespielt und es war, das hat mich eigentlich dazu bewogen, boh das ist ein schöner Job, den möchteste länger und viel machen. Ganz viele Stücke, die ich danach gemacht habe hatten dann Themen, die mich selber interessierten.
Der Inhalt ist sehr bestimmend aber auch die Menschen die das machen wollen.<br><br></p>
<p><em>Was ist Kreativität für dich, was bedeutet sie dir ?</em><br><br />
Früher viel, jetzt weniger. Also im Handwerklichen bin ich immer noch von mir aus sehr kreativ. Ist ja auch ne Form der bildenden Kunst. <br>Aber Inhalte vermitteln und mit darstellerischen Mitteln aufarbeiten ist ja auch eine ganz andere Intention, da bin ich jetzt nicht mehr so initiativ.<br> Das hat gar nicht mal was mit dem Aufwand zu tun, der wär mir z.B. ziemlich egal. Wenn da jemand käm mit einem guten Projekt das mir Lust macht. So ein Stück erarbeiten, 4-6 Wochen mit Spaß und guten Leuten - dann geht es wieder darum, macht es mir soviel Spaß, daß ich mich da reinwerfen kann.
Da wär ich sofort dabei.<br><br></p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Ja, wenn da andere sind, die sind kreativ und die mich faszinieren und ich bin dann dabei und kann da partizipieren, im Grunde eine Art Lernvorgang, das find ich schon Klasse.<br> Auch das ich hingeführt werde zu anderen Sichtweisen oder anderen  KreativitätsKunstAnsätzen, die mir nahegelegt werden, ohne daß ich da von selber drauf gekommen wäre.<br> Ich mach plötzlich Pantomime, kann ich ja nicht, aber dann merke, oh das ist aber auch ein schöner, gut funktionierender Ausdruck, eine schöne kreative Form.<br><br></p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?</em><br>
Euphorie, das ist Euphorie, pure Euphorie, wenn ich plötzlich mit anderen zusammen, oder auch alleine eine Idee habe, wo ich denke, huaah, ist das schön, ich komm auf die Bühne und streu als erstes Mehl. Das ist der Einstieg des Stücks und dann noch der Geruch der Kekse und das Mehl dann überall und der Teig und... ooh.
Dann mach ich nen Salto, ja.<br><br></p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Ja. So wie das Nasenreiben bei Wicki – ping – dann ist es da, da kommts , der Einfall. Der vorher nichtmal ansatzweise zu spüren war und man fragt sich, wo kommt der denn jetzt her oder wo hatter gesessen, was ist der Ursprung....<br><br></p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn noch was näher beschreiben ?</em><br>
Wenn der dann, dieser Gedanke, wenn der dann umgesetzt werden kann und man was findet, das auch darzustellen, was man da gerade gedacht hat, dieses Pling.<br>Und wenn du dann siehst, daß die Leute die Luft anhalten und das jedes mal.... Du machst das und dann sagst du dir selber, hooh, find ich das schön und es funktioniert, dann ist es wirklich was, was, was....<br>
<em>Das ist dann was, was bleibt, trotz der Flüchtigkeit des Theaters ?</em><br>
Ja<br>
Ja aber auch diese ganze Teigchoreografie im Christmas Carol, aber das ist auch in vielen anderen Stücken so, daß da so ein kleiner, so schöner Einfall ist. So klein, daß er schon fast wieder riesengroß wird,  mit der Musik, mit Allem passend..................<br><br></p>
<p><em>Hat sich das verändert im älter werden ?</em><br>
Das hat sich verändert. Irgendwann da hab ich gemerkt, ich will n bißchen auf der Bühne rumturnen und wenn ich das jetzt sehe, was ich damals gemacht habe, dann sag ich Ogottogott. Aber damals war es richtig und gut und die Leute haben es sich angeguckt, vielleicht ja auch ein anderes Rezeptionsverhalten damals.<br> Heute würde man dafür vielleicht ausgebuht werden oder was weiß ich was. Es hat sich auf jeden Fall postiv entwickelt – auch so daß ich das Gefühl habe, das, was ich tu, das ist auch so, daß ich glaube, daß andere das nicht so schlecht finden.<br>
Also ich habe inzwischen ein Gefühl dafür entwickelt, was ich tun muß um bestimmte Sachen zu erzeugen oder darzustellen. Das ist dann auch irgendwie Handwerk, was ich gelernt habe. Das sich aus der Erfahrung der Erfahrung speist, sowas wie zu Wissen, an dieser Stelle ist ein bißchen weniger mehr.<br>
Oder auch zu Wissen, ich komme da näher dran, wenn ich das so mache.
Ja, direkter, äh, nicht witzig sein durch witzig sein wollen z.B.<br><br></p>
<p><em>Ist das befriedigend ?</em><br>
Auf jeden Fall. Du gehst mit einem sehr positiven Gefühl dann aus so einer Situation raus, wenn du merkst, das hat schön funktioniert, da ist ein Lacher, da ist ne Reaktion, da ist jemand betroffen, gerührt oder so, da ist dann schon......<br><br></p>
<p><em>Ist das auch anstrengend ?</em><br>
Ja sehr. Das Schlimme ist ja, daß man das, wenn man das einmal geschafft hat das wieder zu machen, das zu wiederholen und das es dann genauso ist, daß du jemand, der anders vor dir sitzt, auch so packst - wie kriegt man das hin ?<br>
Du versuchst ja immer gleich zu sein, aber das sich zu merken, wie das da hingekommen ist, daß es so funktioniert. Das krieg ich nicht hin, ich kann mir nicht merken, warum das so funktioniert hat, das ist ja jedesmal neu und deshalb brauch ich da auch ein Gegenüber, eine Regie, Assistenz, Mitspieler, was weiß ich, die gucken und die sagen, ne, pass mal auf, das war gut, das nehmen wir und das andere bleibt raus oder so. Und ich hab das gar nicht mitgekriegt, daß das gut war, frage mich, was hast du denn da gerade gemacht ? <br><br></p>
<p><em>Öffnet es dich ?</em><br>
Glaub schon.<br><br></p>
<p><em>Befeuert das seine Lust Künstler zu sein ?</em><br>
Ja, da kann ich gar nicht viel zu sagen. Es ist toll, wenn sich jemand das gleiche Stück mehrmals ansieht oder N. sagt, das war Klasse oder in Aachen damals und du triffst jemand an der Wursttheke und der sagt, ich habe sie gestern gesehen und das war toll, das ist schon was Bleibendes.<br><br></p>
<p><em>Heilende Wirkungen ? Gedankengesundung ?
Würdest du den Moment als heilend beschreiben ? Hat der was heilendes ?</em><br>
Ja, es ist seelenstreichelnd und irgendwie ist es dann auch heilend. Das streichelt dir ein bißchen deine Seele, wo du das Gefühl hast:  Ja, das was du getan hast, hat eine &quot;Langzeitwirkung&quot;, nicht nur eine momentane, wenn ich also in meiner Darstellung jemanden beeindruckt hab, dann....<br><br></p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
meine geschundene Seele ?</em><br>
Äh. Ja, der Zweifel. Ich bin ein unglaublich zweifelnder Schauspieler. Das was ich tue, ob das gut ist. Und wenn mir das jemand spiegelt, immer wieder und sagt es ist gut, dann glaub ich das auch. Aber selber passiert das sehr selten, daß ich sage, das was ich da gerade tue ist hervorragend gut oder so. Ich zweifele da schon sehr. <br> Meine größte Kritikerin ist N. Wo ich dann auch ganz ehrlich gesagt bekomme, das war jetzt ok oder das hättste nich sagen dürfen oder was.<br></p>
<p><em>....heilt kleine Verletzungen sofort ?</em><br>
Weiß ich nicht, kann ich gar nix richtig mit anfangen.<br></p>
<p><em>...heilt die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em><br>
Joa, kann. Also wenn ich die offene Zweierbeziehung spiele, wo sehr viel gespiegelt wird aus Beziehungen, wo man sich immer wieder fragt, oh bei mir war das ja genauso und dann sitzt der Mann daneben, wo das gespiegelt wird, da sitzt dann ein Paar in deiner Vorstellung, die kriegen gerade das vorgespielt, was bei ihnen auch selbsr stattfindet und das kann, auch durch Gespräche hinterher heilen, das ist vielleicht, wir sagen auch hinterher immer so schön, daß sie in unserer Therapiesitzung waren.<br>
Es kann aber auch das Gegenteil sein – Kunst kann auch auseinanderbringen. Hab ich auch einmal erlebt.<br> Daß sich nach einer Vorstellung vier Menschen so sehr über das gestritten haben, über das was sie gesehen haben, daß die sich entfreundet haben. Hier das war beim weißen Bär, bei &quot;Kunst&quot; von Yasmina Reza, das weiße Bild. Und da haben sie sich so sehr darüber auseinandergesetzt, daß sich vier Frauen, danach nicht mehr.....<br> fand irgendwie auch spannend, daß es auch solche Wirkung haben kann, also das Gegenteil von heilend.<br>
<em>Vielleicht haben die vier ja doch etwas in ihrer Beziehung geheilt ?</em><br>
Ja, ich weiß ja nicht....<br>
Ja gut kann man vielleicht auch so sehen,,, gut, daß sie sich... daß es einen Anlass gab, daß jede ehrlich war und das gesagt hat, was den andern dann verletzt hat, und dann....<br>
Schön solche Fragen, daß man da drüber nachdenken muss, das find ich toll.<br><br></p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em><br>
Also Text lerne ich morgens immer im Bett, ich wache auf, trinke meinen Kaffee und meistens hab ich dann Zeitung gelesen und danach lese ich dann Text.<br> Das ist eigentlich keine kreative...doch, die Auseinandersetzung mit den Worten findet da auch statt.<br> Ansonsten ist der Proberaum, der gemütliche Proberaum, der nicht zu kalt ist, der ist auch schon Kreativität fördernd. Wo man direkt auf der Bühne, wo man dann auch spielt, ist. <br><br></p>
<p><em>Hast du Rituale rund um deine Kreativität ?</em><br>
Ja, halbe Stunde vor der Vorstellung lauf ich da relativ rum und zweifle dann immer - warum machst du das ? Und gleich gehts los, ach du scheiße.<br> Das ist nicht bei allen Stücken so, aber oft denke ich, ach, du kannst doch nicht – bei der offenen Zweierbeziehung, die beiden Vampire, du liegst im Sarg und du kannst doch nicht gleich alles das tun, was du tun wirst, das geht doch nicht, wie willst du das herstellen und dann geht das Ding los und es explodiert.<br>
Ja und das Lernen im Bett, da klappe ich die Kopfstütze hoch und lerne Text.<br>
<em>Laut?</em><br>
Ne eher leise. Hinterher kann ich dann auch hier rumlaufen und sprechen und alles, aber da brauch ich drei Tage lernen vorher. Drei Tage lernen, dann nochmal lernen, nachlernen und dann gehts einigermaßen sicher.<br><br></p>
<p><em>Wenn du ein Bild malen würdest, das Kreativität zeigt, wie sähe das aus ?</em><br>
Ein Kern der explodiert.<br><br></p>
<p><em>Ein Bild, das eine kreative Situation beschreibt ?</em><br>
Bansky, dieses zerschredderte Bild, das ist für mich Kreativität pur. Das Ding zu machen und sich dann damit auseinanderzusetzen, wenn es dann für einen bestimmten Betrag...., dann schreddert es sich, das ist für mich...., ich mein das ist ja jetzt schief gegangen, zum Glück ist es schief gegangen, es sollte ja glaub ich ganz geschreddert werden und das hat nicht ganz geklappt, jetzt ist noch ein bißchen zu sehen und so ist es noch mehr wert als vorher.<br><br></p>
<p><em>Ein Spiel ?</em><br>
Activity, wird doch bestimmt jedesmal genannt.<br><br></p>
<p><em>Thema lernen.
Gruppenarbeit in der Schule, wie sollte die aussehen ?</em><br>
Geschützter Raum, wo man alles sagen und machen kann ohne dafür bewertet zu werden.<br><br></p>
<p><em>Kennst du den Flow-Effekt</em><br>
Ja, eine Figur die ich spiele z.B., die Frau K., die ich auf Video aufgenommen habe, da wußte ich nie, was da genau passierte, da hatt ich vielleicht so einen kleinen Grundgedanken mehr nicht und diese 5,6 Minuten in der Aufnahme, da merkte ich, da war so ein flow.<br> da hab ich mir z.B. auch gegönnt mal zu überlegen, wie jeder Mensch das ja auch tun würde und nicht einfach von Anfang bis Ende durchzusprechen. Oder noch besser dieser Live-Stream der Frau K. im Stadionknast, da hatte ich 20 Minuten vor mir und wußte nicht, krieg ich das irgendwie gebacken – und es läuft und bin hinterher über mich selber überrascht, wenn ich das seh und denke – wie kommst du auf sone bescheuerte Idee und teilweise dann auch Stolz, son gewisser Stolz ist dann auch mit drin. Sonne Idee zu haben.<br><br>     </p>
<p><em>Der Flow-Effekt - Montessori &quot;Polarisation der Aufmerksamkeit&quot; Maslow &quot;peak expirience&quot;- Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder Funktionslust – die Entdeckung des Flow am Kind  ?</em> <br>
Bei A Christmas Carol und auch bei Moby  Dick war es ja so, daß für mich das Vorbild Kinder waren, das war dann immer so dieser Effekt – ich behaupte jetzt, ich hab ne Blume in der Hand und die kann ich dann ja auch nicht einfach loslassen, sondern muß sie ablegen, das löst sich nicht auf.<br> Die Fantasie wirklich ernst nehmen und dann geschieht da was, das Entwickeln eines Strangs, der dann fließend ineinander und ins Nächste geht. Vor dem ersten Textsagen fließen die Bilder da so ineinander, daß sich das selbst bedingt, entwickelt und entsteht, das ist ein flow, der ja fast ne viertelStunde läuft, bevor im Stück die Geschichte überhaupt anfängt und alles was kommt ist schon angelegt da drin.<br><br></p>
<p><em>Jede/r kann ein/e Künstler/in sein (Novalis)
Soziale Plastik, Wärmecharakter  (Beuys) ?</em> <br>
<em>Gesellschaftlicher Heilungsprozess durch Irritation ?   </em> <br>
<em>Kennst du noch andere....</em><br>
all das blieb diesmal liegen, weil schon so viel gesagt wurde<br><br>
<em>Abschlußworte ?</em><br>
Eigentlich ist das ein schöner Einstieg, um ein gemeinsames Stück zu entwickeln.
So ein Gespräch, mit solchen Fragen, das kann ein wunderbarer Anfang sein.<br><br></p>
<p><em>Fast schon ein wenig erschöpft, verlasse ich T. Eine halbe Stunde später, nachdem wir noch ein wenig im Garten gestanden und betrachtet haben, was da an Arbeit demnächst ansteht. Einige Worte über das Theater und wie in dieser Saison, wo alles anders ist die Technik und die Wiederaufnahme läuft.</em>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/6411318_XXLwww.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=t</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=t</guid>
<pubDate>Sat, 04 Mar 2023 12:55:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dekadehn]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Luft2.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>In eigener Sache</strong></p>
<p>Die ersten 10 Jahre habe ich für meine Eltern, ihre Liebe und ihre Werte gelebt.<br>
Die zweiten 10 Jahre lebte ich, um rauszufinden, wie ich mich davon lösen kann, ohne ihre Liebe zu verlieren.<br>
Die dritten 10 Jahre war ich auf der Suche nach meiner Liebe.<br>
Die vierten 10 Jahre verbrachte ich damit, eine eigene Form dafür zu gestalten.<br>
In den fünften 10 Jahren veruchte ich rauszufinden, was davon Wert sei, es weiterzugeben.<br>
Die sechsten 10 Jahre sind bestimmt von dem Wunsch, all das Gewonnene zu verschenken.<br>
Was für ein Glück für die kommenden Jahre.<br></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Thos-Foto_Name_web.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>gemeines Leben</strong><br>
was sind wir nur so ichig<br>
mit dieser Frage schlich ich<br>
in meinem Hirn herum<br>
und dacht mich blöd und krummeldumm<br><br></p>
<p>was bist du nur so duig<br>
und denkst dir, das da tu ich<br>
einfach weil ich´s kann<br>
ist da ein Sinn daran ?<br><br></p>
<p>desgleichen er, sie essig<br>
die glauben bei Mc Donalds fress ich<br>
mir nur die Plautze voll<br>
wer´s glaubt wird seelig, LOL<br><br></p>
<p>wie wär´s da mal mit wirig,<br>
das integriert das ihrig<br>
zum groß geschriebnen Sie<br>
als Antwort auf die Idiotie<br><br></p>
<p>ichig, duig, er sie essig<br>
ihrig, sieig ,wir, ganz lässig<br>
voller Halt und Wohltukraft<br>
wirig halt – Gemeinwohlschaft ?<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20170424_191847.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gemeines-leben</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gemeines-leben</guid>
<pubDate>Tue, 28 Feb 2023 08:54:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[VeilchenDienstag]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230111_153320.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>VeilchenDienstag</strong></p>
<p>Es dämmerte, sie hatte 1 1/2 Stunden.<br>
So lange dauerte das Training in der Halle, so lange war Hannes versorgt, so lange war sie frei.<br>
Na ja nicht ganz, der Brief an Roman mußte geschrieben werden. Sie machte sich auf den Weg, ein Café zu suchen. Den Stadtteil kannte sie noch nicht. Überhaupt war sie erst vor einem halben Jahr mit der Familie hergezogen und Hannes war erst seit 3 Wochen beim HCE. <br>Sonst hätte sie auch dem heutigen Training nicht zugestimmt. Ausgerechnet am VeilchenDienstag. Aber Hannes brauchte jetzt die Kontinuität.<br>  In Köln wäre das undenkbar: HockeyTraining der Kinder mitten im Karneval. Aber hier ? <br>Egal, Hannes war in der Halle und sie schlenderte durch die Gegend. Zum Glück hatte sie die Pömps eben noch gegen die Walking Schuhe getauscht, jetzt fühlte sie sich ungebunden, leicht, fast beschwingt. Doch jede Straßenecke, um die sie lugte, bot ihr in der Hinsicht, &quot;Da kehre ich ein&quot;, einen eher trostlosen Anblick.
Wohnhäuser, Straßenlaternen, Leere.<br>
Da hinten schimmerten ein paar Lichter durch die Büsche, war da ein Biergarten ? Sie ging durch das eingemauerte Tor und es tat sich ein großer Platz auf, umsäumt von Hecken, kleinen Wasserbassins, schön gestaltet. Aber in dem Alten Fachwerkhof war keine öfentliche Tür zu entdecken. Sie steuerte auf den größten Lichtpunkt zu, dort waren Klingel und Klingelschilder mit Namen angebracht, eins hieß: Empfang Altenwohnanlage – hier war kein Platz zum Kaffeetrinken, zum Verweilen.<br>
Da hinten am Ende war noch ein eisernes Tor mit einem Schaukasten an der Seite. Sie ging darauf zu.<br> Licht und Luft Sportgemeinschaft, bitte klingeln, stand darauf. Sie tat es, denn an der Tür des Gebäudes hinter dem Tor hing ein Ausleger, an dem baumelte ein einladendes Blechschild: Café.<br>
Der Summer summte, sie drückte das Tor auf und ging auf die Tür zu. Ein Mann im Bademantel öffnete und sah sie leicht verwundert an: &quot;Ja bitte, kann ich ihnen helfen ?&quot; &quot;Ich würde gerne einen Kaffee trinken und etwas schreiben, geht das ?&quot;<br> &quot;Schreiben sie ein Buch ? &quot;, fragte er zurück. &quot; Nein, nein, es ist ein Brief, den ich schreiben muß.&quot; <br>Der Mann musterte sie von oben bis unten: &quot;Nun ja, im Prinzip ist das möglich, aber wir sind hier ein Freikörperkulturverein, sie müßten ihre Kleidung ablegen, bevor sie ins Café gehen können.&quot; Sie war bass erstaunt, aber die Selbstverständlichkeit und das angedeutete Bedauern, mit dem diese Ankündigung vorgetragen wurde, ließen sie zögern, sich sofort umzudrehen und die Tür zu verlassen. Sie überlegte.<br> &quot;Kann ich meine Schuhe anbehalten ?&quot; fragte sie.<br> &quot;Kein Problem, ist ja eh grad Karneval, da kann man sich schon mal verkleiden&quot;, war die Antwort.
Der Brief an Roman würde ein ganz besonderer sein, das war klar. Sie trat ein.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=veilchendienstag</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=veilchendienstag</guid>
<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 12:00:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schawabadu]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>Kurze Vorbemerkung:<br>
Der Text entstand nach Bildern und Gesprächen mit den Kindern <br>des Vorbereitungswochenendes zum<br> Circus Schawabadu- der Andere, <br>um deren PhantFantasie weiter anzuspornen.<br>
Der Text wurde nie eingesetzt,<br>
aber<br>
Klaus hatt großen Spaß daran.<br>
Darum steht er hier:<br><br><br></p>
<p><strong>Schawabadu, das Q und Du</strong><br><br>
Es war einmal ´ne Frau,<br>
die hieß Schawabadu<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Q2_0.jpg" alt="" /><br></p>
<p>der hatte einen großen Freund,<br>
die Freundin war ein Q<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Strichmann.jpg" alt="" /><br></p>
<p>Das Q und Schawabadu,<br> die hörten sich nicht zu.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Q_0.jpg" alt="" /><br>
Wenn Q sprach &quot;Hast du Lust zu laufen&quot;<br>
fing Schawabadu gleich an, Brötchen einzukaufen<br>     oder<br>
eines Tags da gingen beide<br>
Schawabadu und Q<br>
auf einer weiten grünen Heide<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/biese_0.jpg" alt="" /><br>
da sagte Schawabadu zu Q:<br></p>
<p>&quot;Sieh mal dort, ´ne kleine Trauerweide&quot;<br>
&quot;Ja stimmt, &quot; sprach Q,<br> &quot;da ist ´ne braungescheckte Kuh&quot;<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/kuh2_0.jpg" alt="" /><br>
wie gesagt, sie hörten sich nicht zu.<br><br></p>
<p>So wie die beiden
miteinander sprachen<br>
könnte man meinen,
daß sie sich nur verkrachen<br>
und großer Streit
bald zwischen ihnen wäre<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Q4_0.jpg" alt="" />
sie sich entzwein,
wie das Blatt wird entzweit von einer Schere.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Q3_0.jpg" alt="" /><br></p>
<p>Doch weil sie beide sich nicht hörten, verstanden sie sich prächtig<br>
und zwischen beiden war etwas ganz ganz anderes mächtig.<br>
<br>
Dieses andere geschah<br>
weil beide blieben füreinander da<br>
Und gar nicht lang sie beide dachten<br>
bevor sie etwas machten.<br><br>                </p>
<p>Hier:<br></p>
<p>Betraten sie ´nen leeren Raum<br>
sprach Q  z.B.: &quot; hier ist ja gar kein Baum&quot;<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Baum0_0.jpg" alt="" /><br><br>
&quot;Wenn Blumen dort am Fenster stünden,&quot;<br>
empfahl da Schawabadu<br>
&quot;könnt ich den Raum viel schöner finden&quot;<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/derFrau_0.jpg" alt="" /><br><br>
worauf zur Kreide griff das Q.<br>
<br>
Sie malte damit recht behende<br>
´nen großen Baum auf alle 4 Wände.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Raum_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Der Baum war keine Blume<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/keinBaum_0.jpg" alt="" /><br>
stand auf keiner Ackerkrume<br>
doch war der Raum jetzt grüngemütlich<br>
das stimmte Schawabadu dann gütlich.<br><br></p>
<p>Sie ließ das Q nicht lange warten,<br>
ging nach draußen in den Garten<br>
holte im Topf ein Veilchen<br>
begoß es mit Wasser ein Weilchen<br>
stellte es auf die Fensterbank<br>
und sie sahen zu wie das Veilchen<br> das Wasser genüsslich trank.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Blume_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Als Schawabadu dann sagte: &quot;Ich glaub, hier fehlt ein Sofa.&quot;<br>
besorgte Q sogleich zum Sitzen ein kleines Mofa.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Mofa_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>und stellte es in eine Ecke<br>
worauf Schawabadu ne Decke<br>
legte vor das Mofa hin<br>
das machte dann auch keinen Sinn.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Sofa_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Doch öffnete dann das Q das Fenster<br>
sah Schawabadu sofort Gespenster,<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Spenst2_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>die sich fluchs im Raum verteilten<br>
und vom Mofa über die Decke,<br> von Wand zu Wand,<br> von Ast zu Ast,<br> von Blatt zu Blatt<br> wohl eilten.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Spenst3_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>Zack war der Raum schon nicht mehr leer<br>
und er erschien den beiden als ein viel viel bessereer.<br><br></p>
<p>So bauten sie sich ihre Welt<br>
Schawabadu und Q<br>
als hätten sie sie sich bestellt<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/WirbelSpenst_0.jpg" alt="" /><br><br></p>
<p>wer jetzt wohl dran ist – was glaubst du?<br><br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/GrimmGruppe.jpg" alt="" /></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schawabadu</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=schawabadu</guid>
<pubDate>Mon, 13 Feb 2023 10:47:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[kurz davor...]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_8887.jpg" alt="" /><br><br>
<strong>Kurz davor in den Bergen</strong><br>
Den Blick ins Tal gerichtet,<br>
den Berg im Rücken,<br>
an Fels gelehnt,<br>
die Sonne im Gesicht.<br>
Der Schnee reflektiert das gleißende Hell<br>
weiß brennt es auf der Haut,<br>
die Gedanken strömen der Weite entgegen,<br>
Gefühle tropfen hinab<br>
und schmelzen Löcher in den Schnee.<br>
<br>
Das Bild auf der Netzhaut verblasst<br>
hinter den Bildern,<br>
die aus der Tiefe hervordrängen.<br>
Vergangenes mischt sich<br>
mit Zukünftigem<br>
und wird von der Gegenwart überholt.<br>
Das Sonnenlicht verdämmert<br>
in der heraufziehenden Gewissheit.<br>
<br>
Die Sonne hat Kraft,<br>
noch vertreibt ihre Wärme<br>
die klammkriechende Kälte,<br>
die weiter von dem Augenblick<br>
ignoriert werden will.<br>
Der gelbe Stich<br>
auf dem Weiß der Fläche wächst<br>
nimmt die Farbe an,<br>
die sich weiter auf der ins Tal<br>
fließenden Weite verbreitet.<br>
<br>
Der Sonnenschein vertieft das Blau<br>
an den Rändern,<br>
das schneeleuchtende Gelb auf dem<br>
Abhang beginnt zu glühen,<br>
verdunkelt sich wie die Gedanken,<br>
die weiter kreisen,<br>
um den Herd,<br>
der alles andere mit sich reißen will.<br></p>
<p>Nein,<br>
die kaltstarren Beine wollen nicht bleiben,<br>
stemmen sich gegen die drückende Schwere.<br>
Noch ehe das Licht den Tag verläßt<br>
tragen die Beine ihn zurück in die Wärme.
<br>
<br>
<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_8627_0.jpg" alt="" /></p>
<p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_8891.jpg" alt="" /></p>]]></description>
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<pubDate>Wed, 08 Feb 2023 07:38:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Wand]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schlatutzk.jpg" alt="" /></p>
<p>Ausgeliefert<br></p>
<p>Die Wand war kahl, beigegelb, lindgelb, hellgelb, sowas in der Art.<br>
Er sah das schemenhaft aus den verquollenen Augen. Es brauchte eine Zeit bis er realisierte, daß das, was er da sah, eine Wand war.<br>
Diese ebene Fläche war nicht eben. Die leichte Körnung, auf der die Farbe lag und ein ebenfalls gelb angestrichener Nagel, der am oberen rechten Rand in der Wand steckte, brachte ihn schließlich drauf.<br> Die Wand war verputzt und mit leicht beschmutztem, seichtem Gelb gestrichen.
Er konnte den Rand der Wand nicht einsehen, da war nichts als diese blassgelbe Wand. <br>Die Augen ließen sich nicht heben und senken; zur Seite blicken war ihm nicht möglich. Die Augenlider hatte er bewegt ? Er hatte die Augen geöffnet, denn er sah die Wand. Also mußte er sie auch schließen könen, er versuchte es. Schwarz. Gelb. Schwarz. Gelb. Gelb. Wand.<br>
Wenn er sich konzentrierte und seine Aufmerksamkeit nach unten lenkte, kam ihm eine Idee von seiner Nase. Er schloß das linke Lid und die Idee bekam Konturen. Er sah sich bestätigt. Die Nase war da. Er konnte die linke und die rechte Seite seiner Nase schemenhaft erkennen und wenn er beide Augen offen hielt blieb die Idee der Nase in seinem Blickfeld.<br>
Ihm kam der Gedanke, in welcher Beziehung er wohl zu der Wand stand. Oder lag er und die Wand war eine Decke ? Saß er auf einem Stuhl oder lag er auf einer Schräge oder so, daß sein Kopf, auf einem Kissen gebettet oder auf einem Klotz abgelegt, es ihm ermöglichte, die Wand anzusehen ?<br> Er konnte sich nicht regen, um der Lösung näherzukommen. Sein Körper sandte ihm keine Signale, die ihm ein Gefühl vermitteln konnten.<br>
So suchte er das Bild, das ihm da vor Augen stand nach weiteren Indizien ab. Er ließ seine Aufmerksamkeit jeden einzelnen Quadratzentimeter der Fläche betrachten. Er tastete sich in seinem Kopf durch das sanfte Gelb. Da war nichts weiter. Der Nagel, die kleinen Erhebungen des auf die Wand aufgetragenen Materials, die verschwanden, wenn er eines seiner Augen schloß, seine durchschimmernde Nase, das wars.<br>
Wo waren seine Hände, der Rest von...ihm. Er suchte, wußte daß er da war, spürte das Leben in sich, ohne es genauer einkreisen zu können. Alles was er glaubte wahrzunehmen spürte er nicht. Es war eher eine Erinnerung, die in ihm lebte und die er in seine Gedanken hervorkramte. Er konnte die Schwere seiner Arme, seines Rumpfes, seiner Beine, von der er wußte wie sie sich anfühlte nicht ausmachen, doch es war alles da. Er wußte, daß er atmete, konnte aber selber nichts dazu tun. Die Schwerkraft lag auf ihm wie ein tonnenschwerer Wattebausch, den er nicht fühlen konnte, weil außer seinen Augen und deren Lidern keine Meldung in seinem Gehirn ankam. Als hätte sich das vegetative Innenleben seines Körpers, das stille funktionieren seiner inneren Organe auf die Haut, den Bewegungsapparat, auf seine ganze Oberfläche ausgebreitet. Er schloß die Augen wieder.<br>
Wie war er hier hereingeraten ?<br> Was war geschehen ?<br> Warum lag, saß oder stand er hier vor dieser Wand? <br> - Nein – Er stand nicht. So in sich ruhend, daß er, ohne sich seines Gleichgewichts zu versichern, ohne Ausgleichsbewegungen, ohne Stütze einfach so unüberlegt gewiss dastehen konnte, war er nie gewesen – Moment, war er gewesen ?<br>
Er mußte gewesen sein, sonst hätte er nicht darüber nachdenken können, wie es gewesen war und darüber was ihm jetzt fehlte und das das, was da am unteren Bildrand so durchsichtig schimmerte seine Nase war.<br> Er unterbrach seine Gedanken, er spürte aufkommende Wärme auf seinen Augenlidern, öffnete die Augen. <br>
Das Licht hatte sich verändert, das Gelb leuchtete von innen. Es lag blass noch, aber prall und satt auf der Wand. Es strahlte ihn an. Plötzlich streifte etwas seine Augen.<br>
Ein Wind, dachte er, ein Luftzug, ein Hauch treibender, getriebener Moleküle, der über den feuchten Film auf seinen Pupillen streichelte – er war draußen, unter freiem Himmel.<br> Die Sonnenstrahlen waren, von einer fortgezogenen Wolke befreit, auf die Wand getroffen, von ihr zurückgeprallt und brachten ihm Wärme und Licht.<br>
Er wollte jauchzen vor Freude über diese Erkenntnis. Er hatte mehr um sich als das Gelb der Wand, da war Welt um ihn herum. Er spürte, wie seine Augen sich weiteten, dem Um-ihn-herum entgegen – aber das war schon alles was er zustande brachte; kein Laut, kein schnellerer Atem, kein Puls.
Resigniert schloß der die Augen wieder.<br> Hier im Schwarz, das durchzogen war von undefinierten Sprenkseln, wirren Formen, wandernden Lichtpunkten und jetzt, da die Sonne schien, von rötlichem Schimmern, in diesem bewegten Dunkel war ihm bewußter, daß er lebte, als vor dem Bild der jetzt strahlend gelben Wand.<br>
Er suchte nach Erinnerungen, suchte den Nebel, der  in seinem Kopf waberte, beiseite zu schieben – Namen, Orte – suchte die Tiefe im Nebel zu entdecken und zu durchdringen – Empfindungen, Geschichten, Worte – Aber immer wenn ein Detail aus der Tiefe aufstieg und begann Konturen anzunehmen schob sich rötlich - schwarzer Dunst davor und verbarg, ließ verschwimmen, verflüchtigen.<br>
Ihm fiel auf, daß dieses diffus Dunkle immer von rechts in seine Gedanken strömte. Er versuchte es aufzuhalten aber alles was er sich festhalten wollte löste sich in dem schwarzroten Waber unweigerlich auf. Er gab auf – öffnete die Augen und stockte.<br>
Die Wand hatte ein Loch. Auf der rechten Seite klaffte ein schwarzer, rechteckiger Balken und teilte die Hälfte der rechten Seite.  Er stellte die Schärfe seiner Augen auf Weitsicht, um in der Lücke etwas anderes zu erblicken, ein Dahinter auszumachen. Da war aber nichts. Es gab kein Dahinter.<br>
Die kleinen Pöckchen, die die Wand zur Wand machten waren auch auf dem Schwarz zu erkennen. Er focussierte wieder die ganze Wand. Jetzt nahm er den Schatten wahr, der da geometrisch geformt als Rechteck auf der Wand lag. Und er erkannte, daß sich der Schatten bewegte. Langsam, sehr langsam schob er sich weiter nach links. Er bewegte sich. Klar, die Sonne wanderte, von Ost über Süd, nach West.<br>
Aber wie konnte das sein ? Er war zweifellos mit dem Rücken zur Sonne positioniert; die Sonne wanderte also zu seiner Linken nach Westen hin. Dann aber müßte der Schatten nach rechts wandern, nicht von dort kommen. Wo war er ? Er war zwar noch nie auf der Südhalbkugel gewesen aber die Edre drehte sich auch dort in die gleiche Richtung. Wo war er ?<br>
Er starrte ungläubig auf den kriechenden Schatten während er überlegte, womit er sein Erkenntnisinteresse weiter füttern könnte. Vielleicht ergab sich ja irgendwann ein Bild an der Wand, gab der Schatten irgendwann preis, was die Sonne da beleuchtete. Vielleicht brauchte er nur zu warten, sich dreinzugeben in diese sonderbare Situation, dann würde vielleicht.....<br>
Ein Gedanke schoß vor sein inneres Auge, er schloß die Lider.<br>
&quot; Es geht im Leben nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbeigezogen ist. Es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen.&quot;<br>
Irgendwo hatte er diesen Sinnspruch gelesen oder gehört. Er wußte nicht mehr wo und wer ihn gesagt hatte; aber das passte. Er hatte nicht viel, aber er konnte damit tanzen.<br>
Er begann, die Lider auf und zu zu klappen, immer wieder Er versuchte mit ihnen an den Grenzen seiner Sinneswahrnehmung zu reiben, wie man einen Finger reibt und walgt, der eingeschlafen ist und den man zurück in die Spürbarkeit holen will.<br>
Einige Minuten hielt er durch, versuchte Tempowechsel, große und kleine Amplituden, versuchte seitlich auszubrechen, die Beweglichkeit der Augen mit einzubeziehen. Irgendwann wurde ihm schwarz vor Augen, er schloß die Lider um zur Ruhe zu kommen.<br> Als er sie wieder öffnete war der Schatten weitergewandert. Immer noch zog er seine Bahn in die falsche Richtung. Am Rand tauchte ein weiteres Rechteck auf, es stand senkrecht und war wesentlich höher und breiter als das erste.<br>
Im Hintergrund hörte er ein ein fernes Grollen.<br>
Er riss die Augen auf, was war das ? Er hatte etwas gehört ?<br>
Sofort flatterte er wieder mit den Lidern. Diesmal in Interwallen. Er zählte bis 20, stoppte, zählte bis 20, fing wieder an, usw.. <br> In den Pausen lenkte er seine Aufmerksamkeit auf den Ort, wo er glaubte, daß´sich seine Ohren befinden müßten.<br> Nach kurzer Zeit war er wieder derart erschöpft, daß er die Augen schließen mußte. Er horchte, oder besser, er tat das, was er glaubte dem Horchen am nächsten zu kommen. Und plötzlich, als hätte jemand das Radio angeschaltet hörte er. <br>Wind, Knattern, das aprupt stoppte, ein Knall, wie eine ferne Detonation. Und fast gleichzeitig strömten unzählige Sinneseindrücke auf ihn ein.<br> Ein nie geahnter Schmerz durchzuckte ihn. Er riss die Augen auf, sah das Kreuz an der Wand, schwarz auf gelbem Grund. Die Konturen seiner selbst, die seitlich über das senkrechte Rechteck hinaus ihm plötzlich klar machten, wo er sich befand. Sie hatten ihn ans Kreuz genagelt. <br>Sein Gleichgewichtssinn meldete ihm unmittelbar darauf, warum der Schatten in die falsche Richtung gewandert war. Er stand Kopf, die Füße waren zudem oben am Balken derart festgezurrt, daß die Knöchel gebrochen sein mußten. Seine Arme, seine Hüfte, ...<br> Er sah auf die Wand, sah das flache gelbe Haus zu der sie gehörte und er schrie, schrie den Schmerz aus sich heraus, schrie ihn in das Um-ihn-herum, das er jetzt erkannte – dann hörte er ein lautes, näher kommendes Pfeifen. Dann zerbarst die blassgelbe Wand vor seinen Augen.<br>
Schwarz.</p>]]></description>
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<pubDate>Tue, 07 Feb 2023 08:07:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ein In-Dialog]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20221113_131732.jpg" alt="" /></p>
<p><em>Endlich regnet es.<br> Wir sitzen dennoch im Biergarten des kleinen Theaters, wo ich gerade probe unter einem Sonnenschirm, der uns trocken hält. V. ist ein agiler, emotionaler junger Mann mit vielen Talenten. Malen Zeichnen, Grafik Design, aber auch Autor und Lyriker. <br>Ich kenne ihn als Darsteller und Performer im Physical Theatre Studiengang an der FHK Essen.
Unter dem Klangteppich der Regentropfen stellt sich schon in den Begrüßungsritualien eine warme Zugewandtheit ein.<br>
Als Verbindungsstudent hat er u.a. auch mit den Problemen rassistischer Verletzungen Umgang, kennt Betroffene und deren Haltungen. Deshalb frage ich ihn vorab nach einer Einschätzung zu unserem aktuellen Stück und seines Themas. <br>Es behandelt auf rustikalkomödiantische Weise die Situation von Ignatius Fortuna, einem dunkelhäutigen Kammerdiener, der im 18.Jhrdt der FürstÄbtissin Franziska Chrtistine als Kind &quot;geschenkt&quot; wurde und es in ihrem Hofstaat zu einigem Ansehen brachte. Die Gefahr von blackfacing, kultureller Aneignung, Fremdenbashing, also Verletzungen bei betroffenen Menschen hervorzurufen ist in der Darstellung durchaus gegeben und keine der Beteiligten hat da fundierte Erfahrungen vorzuweisen. <br>
In seiner Antwort taucht unter anderem der Begriff der Kreativität schon auf, da es immer um einen prozesshaften Verlauf geht, ein Mühen um Übereinstimmungen und Akzeptanzen, Haltungen und deren Ausdruck. Dabei fallen viele Wörter, deren Bedeutung ich nicht kenne (z.B. CA = community acountability) und nur schwer einordnen kann. Mir wird klar, wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, auch wenn wir in der formalisierten Präsentation schon auf einem guten Weg sind.
Dann beginnen wir unser geführtes Gespräch über die Kreativität.
</em><br>
<br></p>
<p><em>Warm up<br>
Er sprüht mit Augen und Händen seine Überlegungen über den Tisch und sprudelt, sich laufend ergänzend, daß ich mit dem Notieren nicht mitkommen und da dem Diktiergerät die nötige Energie fehlt, ist auch hier wieder eine Menge verlorengegangen – und doch..</em>.<br><br>
<em>Kann man Kreativität messen ?</em><br>
Man kann sie spüren, aber messen ? Sie ist erfahrbar. Mich stört beim &quot;Messen&quot; auch diese wissenschaftliche Beobachtung und Verwertbarkeit, die dahinter steht und der Optimierungsgedanke darin – da sag ich nein danke.   <br>
<br>
<em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em>   <br>
Oh, super - die sind erleichtert, beschwingt, oft inspiriert, weil man auch noch nachglüht - sinnstiftend ist man gewesen - sinnig, weil´s geklappt hat.<br>
<br>
<em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br>
Da gibt es vieles, was dazu beiträgt und vieles, was hilft. Offenheit z.B. ist eine wichtige Eigenschaft. Wahrnehmungsfähigkeit auch, Sinnenverbindungen herstellen - beobachten, lauschen können.
Aber auch Auszeiten haben dürfen – sinnlos/unsinnig Zeit verschwenden.<br>
<br>
<em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Uh, das ist schwer einen Anlass zu bestimmen.<br> Bei mir passiert das auch in unerwarteten Momenten, seltsamer Weise manchmal auch unter Druck, Zeitdruck.<br>
Aber wenn ich den flow zulassen kann, wenn ich mich dem hingeben kann. Am besten ist es – im Prozess drin zu sein – im Machen.<br>
<br>
<em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Kreativität ist so divers wie die Indviduen und da gibt es auch die seltsamst verschiedenen Formen von Kreativität,<br> z.B. in der Mathematik, wenn du da mit Zahlen und Formeln agierst, braucht du eine ganz andere Aufmerksamkeit als eine Autorin und auch die wieder ganz andere als in der bildenden Kunst. <br>Eine Verbindung ist vielleicht der flow.<br>
<br>
<em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em>  <br>
Intelligenz braucht Kreativität, sie ist das treibende Mittel und war schon lange vor der Intelligenz.<br>
<br>
<em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Oh ja, viele – Schaffen, Flowen, Inspiration, Sponatanität, Impulsivität, man ist inspiriert – beseelt sein – das hat ja auch was Rauschhaftes, Instinkt. Improvitation.<br>
Manchmal weiß ich erst im Nachhinein, was ich getan habe, das kommt so sehr von Innen, aus dem Fudus des Unbewusten.<br>
<br>
<em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Ja, ich arbeite daran das zusammenzubringen, ohne die Kreativität abzuwürgen, ohne in die Mühle der Ökonomie zu geraten.<br> Da gibt es sowieso zu wenig Kreativität, z.B. im Umgang mit Eigentum oder so Fragen wie, was kann Ökonomie spielerisch bedeuten, da wird viel zu wenig geforscht, weil  Kreativität kann man überall gebrauchen.<br>
<br>
<em>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?</em><br>
Oh ja. Wie jede starke Triebfeder hat Kreativität Macht, ist mächtig und diese Macht kann man missbrauchen. Das ist glaub ich menscheninhäränt, also auch der grausame Gebrauch. Dies alte Bild von Genie und Wahnsinn, dass man sich darin verliert. Im flow kreist das Hirn ja auch um dunkle Dinge.<br>
<br>
<em>Gehört K. In die Politik ?</em><br>
Ja !<br>
<br>
<em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Eine Collage – pastöse Farben – assoziativ – aber auch linear, wie ein Netzwerk oder eine mind map – Asemblage – im Pinselstrich erkennt man das verzetteln, die Energie, die Zerrissenheit – aber aus diversen Materialien – aus der Natur und artifizielle – und es wäre nie fertig.<br>
<br>
<em>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?</em>  <br>
Scharade, Tabu, alles wo man schnell was entwickeln muss. Das ist toll, man brauch nix dazu und es verbindet, auch wenn es Menschen gibt, die darin Schwierigkeiten haben sich zu zeigen.<br>
<br>
<em>persönliche Fragen<br>
Würdest du dich selbst als KünstlerIn bezeichnen ?</em><br>
Mitlerweile ja.<br> Früher war das für mich ein Schimpfwort wegen der Überheblichkeit und Arroganz darin und das war fern von mir. Am liebsten bin ich Mensch, da ist man man selbst und auf der Suche danach.<br>
<br>
<em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
Flow, Prozess, Liebe, das ist sehr divers. Ich komme aus der Malerei, habe Comics gemacht, hab auch viel geschrieben. Jetzt grad hauptsächlich Performancekünstler.<br>
<em>Ich frage dazwischen, ob er das Bedürfnis verspürt, diese unterschiedlichen Künste zusammenzubringen ?</em> <br>
Ich halte das noch getrennt. Wenn ich in dem einen Medium nicht weiterkommen, kann ich in ein anderes wechseln und finde da meist etwas zum Weiterkommen, das möchte ich nicht verlieren.<br>
<br>
<em>Was macht für dich das KünstlerIn sein aus ?</em><br>
Daß ich mich beruflich zu meiner Umwelt in Beziehung setzen muß/darf und
selbst entscheiden kann um was sich mein Leben dreht , ich möchte<br></p>
<ul>
<li>offenen Auges von den kleinsten Dingen angesteckt werden<br></li>
<li>und offen bleiben, bzw. <br></li>
<li>das immer wieder erlangen, erreichen oder zurückerobern<br></li>
<li>daß man es nicht irgendwann verstanden hat<br> – weiter auf der Suche bleiben – wie ein Meilenstein, kurz ankommen um weiterzugehen,<br></li>
<li>wie wenn man bei Max Ernst guckt, wie er ein Thema, eine Frage mit unterschiedlichsten Mitteln erforscht/bearbeitet.<br>
<br>
<em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?Für Dich ?  Für andere ?</em><br>
Oh, das ist sehr unterschiedlich.<br> In der bildenden Kunst ist das sehr für mich, ein genussvolles für sich sein – <br>Schreiben ist ein Reinigungsmittel – das sind beides recht isolierte Künste.<br>
Beim Darstellen ist es <strong>ein In-Dialog</strong>-Kommen, bewegen wollen, erreichen, erfreuen, befriedigen.<br>
Im Theater habe ich mich immer viel mit Männlichkeiten beschäftigt. Ich sehe das auch als einen Beitrag zu dem feministischen Diskurs.<br> Z.B. bei einem Theaterstück, das ich mit einem Freund geschrieben habe, haben wir mit Zitaten aus der Kneipe, die wir über Monate gesammelt haben als wir als Kellner dort arbeiteten ein Stück über toxische Männlichkeit gemacht.<br>
Und immer wichtig finde ich, was zum Lachen, was mit Selbstironie und Humor zu bearbeiten, auch gefährliche, ernste Themen. Ich glaube das berührt auch tiefer als die Tragik. <br>Tragikomische Momente können Öffnungen hervorrufen, wenn die das Lachen im Hals stecken bleibt bist du nochmal anders beteiligt.<br>
<br>
<em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem KünstlerInnen Sein ?</em><br>
Die Rolle !. Das ist essentiell. Ich lerne immer mehr Ordnungssysteme zu entwickeln, die mir helfen zu sortieren, einzuordnen, auch mich zu erinnern, ein Fundament an Struktur zu schaffen, das mir auch hilft, davon leben zu können.<br>
<br>
<em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Ich glaube nicht. Die Wellen an Kreativität sind mir nah. Auch Nichtkreativität ist wichtig, um wieder kreativ zu sein. Kreativität ist ein Moment.<br>
<br>
<em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em> <br>
Das hat auch was mit Stolz zu tun. Angekommen zu sein, eine Sinnhaftigkeit. Ich liebe den Moment des &quot;Schritt-zurücktretens&quot;, Betrachtens, zu sehen:<br>boh es ist fertig<br>
<br>
<em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Ja ! Das ist aber auch immer wieder anders. Bei einer Collage, da finde ich manchmal Teilstücke, schon wenn sie fertig ist, die dann anfangen miteinander zu kommunizieren und die dann auch in ganz anderen Konstellationen gedacht und betrachtet werden können.<br>
Beim Darstellen ist es nicht so, weil da ist es ja immer der Moment des Spielens.<br>
<br>
<em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em>
Ja schon, früher gab es da, sowas wie ne Angst, ne Blockade. Da dachte ich manchmal, sowas Gutes schaffst du nicht nochmal, besser geht es nicht und hab dann deshalb nicht mehr angefangen, nicht mehr weitergemacht.<br>
Mein Ordnungssystem hilft mir da, weil ich die Momente jetzt ganz anders akzeptieren kann wo nichts passiert.<br> Der Leistungsgedanke ist anders – heute denke ich auch noch, so wird das nie wieder, aber dafür kommt was anderes.<br>
<br>
<em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br>
Die Ordnung ist das Haus in dem ich wohne, das ist so ne Art Überlebenshilfe.<br>
Und Assoziationen – ich reihe Dinge, Gesten, Worte, Gesichtsausdrücke aneinander. Dabei arbeite ich skizzenhaft, um nicht zu verkopft zu sein. <br>Da steht die Intelligenz der Kreativität oft im Weg.<br> Ich mache mir Notizen von kleinsten Dingen. z.B. sehe ich sehe einen Vogel, der sich besonders verhält, dann halte ich das fest, mache eine Skizze und ich weiß, irgenwann wird das genutzt werden. <br>Da gibt es regelrechte Kreativitätsschübe.
Bereuen ist nicht mehr, es geht weiter – das ist eine Form von LoslassenKönnen.<br>
<br>
<em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
Das ist der pure Genuss mittendrin zu sein. Ich öffne im Spiel auch oft die 4te Wand. Du bist ja beim Spielen immer am Rand des Scheiterns, weil der Moment nirgendwo so verfliegt wie im Theater, aber daraus entsteht ja eben der Kontakt und ich finde, der live-Moment soll auch mich überraschen.<br>
<br>
<em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?</em><br>
Total. Kreativität hat was heilsames. Schmerzen und Nöte hat man dann einfach nicht mehr. <br>Auch auf intellektueller Ebene findet man viel über sich. Im Ausprobieren von Gesten, Texten, Bewegungen lerne ich mich kennen und das ist heilsam, ich kann etwas weiter in der Welt agieren, allein schon rein physisch. <br>Und es ist ein Zufluchtsort, ein Rückzugsort, ich kann mich fallen lassen, freimachen, entleeren.<br>
Wie ein Baumhaus oder ein Höhle in der ich geschützt bin,<br> nur dieser Ort ist in mir.<br>
<br>
<em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
<br>-meine geschundene Seele ?</em> <br>
Ohja, und sie befeuert meine Kreativität,<br> in mir ist es so.<br></li>
</ul>
<p><em>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em><br>
Ich find es schön, wenn es sie berührt, wenn es Anstoß sein kann zum Nachdenken.<br>
<br>
<em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em> <br>
Eigentlich ist der Ort nicht so wichtig, weil es ein Ort ist, der in mir stattfindet. Wenn ich diese Natur in mir rauslassen kann, wird es später, wird es den Prozess speisen.<br>
<br>
<em>Jetzt wird die Erinnerung schwacher, weil ich versäume mitzuschreiben. Das ist kein Interview mehr - Wir reden im Duett, füllen gegenseitig Gedankenlöcher und von dem letzten Block bleibt eigentlich nur dies -<br>
Allein/Zusammen/Politische Fragen</em><br></p>
<p><em>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br>
Im Bildungssystem <br><br />
a) evaluierbare Leistungsabfragen   vs.<br>
b) kreative Gestaltungsprozesse<br>
z.B. bei Steiner: kreieren auf ganzheitlicher Ebene<br>
und gipfelt in dem Stoßgedanken:<br>
ach gäbe es doch eine säkuläre Spiritualität <br>- lasst uns alle danach suchen gehn !<br>
<br>
<em>Irgendwann verschwindet V. nach herzlicher Verabschiedung im Regen – ich bleibe noch eine Zigarette sitzen.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=barhaupts-im-regen</link>
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<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 07:36:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Loslassen]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Bildschirmfoto_2022-06-02_um_12.24.21.jpeg" alt="" /></p>
<p><em>In Kaulhausen,</em><br><br />
auf dem Rückweg,<br>
weg von Lützerath<br>
hin zum Bus,<br>
in der Dämmerung<br>
mit all den anderen,<br>
die in eines der <br>
unzähligen<br>
auf der Landstrasse<br>
abgestellten Gefährte<br>
einsteigen und<br>
enttäuscht beglückt<br>
zurück in die heimische<br>
Zwischenwelt fahren wollten.<br>
<br>
<em>In Kaulhausen,</em><br>
auf der Strasse<br>
saß im Campingstuhl<br>
am Wegesrand<br>
vor einem Haus<br>
ein wütend dreinblickender<br>
Patriarch,<br>
seine Famlile im Rücken,<br>
die sich die Massen<br>
an nassen, <br>
erschöpften Leuten<br>
im Vorübergehen<br>
hämisch fast<br>
aggressiv lüstern<br>
besahen.<br>
<br>
<em>In Kaulhausen,</em><br>
im Passieren dieses<br>
beredten Stilllebens<br>
leicht irritiert<br>
ob der Schaulustigkeit<br>
schnappte ich<br>
folgende Worte auf,<br>
die die Mutter<br>
ihren Kindern<br>
zuraunte:<br>
&quot;Die haben sich alle <br>
zum Affen gemacht<br>
und jetzt dackeln sie<br>
bedröppelt nach Hause.&quot;<br>
<br>
&quot;Gern geschehen&quot;,<br>
hätt ich gern geantwortet,<br>
doch ist mir das <br>
erst in der Nacht<br>
eingefallen.<br>
<br>
<em>Die Lumpen in der ersten Reihe</em><br>
<br></p>
<p>So, jetzt ist geräumt.<br>
Der Traum ist (noch nicht) ausgeträumt.<br>
Der Vollstrecker und sein Apparat<br>
sind beinah besoffen von der Tat.<br>
Der Herr Rechtsstaat hat seinen Willen bekommen.<br>
Die VerliererInnen haben seine Nachricht vernommen.<br>
Doch hat auch er die ihre gehört,<br>
derer die so sehr verstört ?<br>
<br>
Nichts ist vorbei<br>
weiter geht die Raserei.<br>
<br>
Vielleicht können die Herren und Damen<br>
in ihren wirren und lahmen<br>
Hirnen jetzt mal anfangen die Synapsen einzurenken,<br>
wieder (oder auch endlich) beginnen zu denken.<br>
Sich besehen, was da jetzt ansteht<br>
und wie diese Welt, wenn nichts geschieht, vergeht,<br>
wie all die Lösungen, die offenbar<br>
stellen ein anderes Leben dar.<br>
<br>
Nichts ist vorbei<br>
Schluß mit der Lumperei<br>
<br>
Noch ist die Kohle, die keiner braucht, nicht in Toxine verwandelt.<br>
Noch kann man später sagen, die ham richtig gehandelt,<br>
die Lumpen da in der ersten Reihe<br>
es hat gedauert, doch sie hörten die Schreie<br>
die sich in ihrem Innern brachen Bahn<br>
sie stoppten schließlich doch den Wahn<br>
handelten logisch und mit Vernunft<br>
und gaben dem Leben Unterkunft<br>
<br>
Nichts ist vorbei<br>
das Leben ist frei<br></p>
<p><br>
<br>
<em>Who is she ?<br>
The hope, the wisdom, human warmth, solidarity with life ?<br>
Richness, coal, welth, exploitation, infamy, profit ?<br>
Lützerath, Heibo, der Baum umme Ecke ?
Der SUV vor der Tür?<br>Think of it.</em><br>
<br>
Ain't no sunshine when she's gone<br>
It's not warm when she's away<br>
Ain't no sunshine when she's gone<br><br />
And she's always gone too long <br>                          <br>
Anytime she's goes away     <br><br />
Wonder this time where she's gone<br>
Wonder if she's gone to stay<br>
Ain't no sunshine when she's gone<br>
And this house just ain't no home<br>
Anytime she goes away<br>
And I know, I know, I know, I know
I know, I know, I know, I know, I know
I know, I know, I know, I know, I know
I know, I know, I know, I know, I know
I know, I know, I know, I know, I know
I know, I know<br>
Hey, I ought to leave young thing alone<br>
But ain't no sunshine when she's gone, whoa, whoa<br>
Ain't no sunshine when she's gone<br>
Only darkness every day<br>
Ain't no sunshine when she's gone<br>
And this house just ain't no home<br>
Anytime she goes away<br>
Anytime she goes away<br>
.......<br>
<br>
Bill Withers</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=lyrische-verarbeitung</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=lyrische-verarbeitung</guid>
<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 16:01:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[2023]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/trinity.jpg" alt="" />
<strong>Vorgedicht</strong><br></p>
<p><em>Hummeln im Garten (2022)</em><br></p>
<p>Hummeln im Garten,<br>
wie schön, sie fliegen wieder,<br>
die, die gar nicht fliegen dürften<br>
mit ihrem angenehm<br> lebendigen Gesummmmm,<br>
sie fliegen herum,<br>
um die Blüten, die meinen Balkon<br>
so hummelfreundlich machen.<br>
Es sind nicht sehr viele<br>
aber sie summeln<br>
torkelnd, die Hummeln.<br>
Eins aber irritiert mich doch<br>
in dem, was ich da gewahr<br>
heut ist mal grad<br>
<em>der 1. Januar </em><br>
<br></p>
<p>Ich war da auch. Ich habe Zigtausende gesehen, nah, weit und fern, Zigtausende habe ich nicht gesehen. Wer immer da konkrete Zahlen nennt ist ein/e VisionärIn. Wie man allerdings auf den Gedanken kommen kann, das seien 10.000 gewesen ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich verwechseln die MedienvertreterInnen, die das posten die Lageberichte der Polizei, die ja auch nichts anderes sind als Werbeberichte in eigener Sache, mit faktischen Ergebnissen. Ich hab mal ein bißchen gezählt und hochgerechnet, das Fünffache ist nicht wirklich von der Hand zu weisen.<br>
Was wäre wohl erst gewesen, wenn es keine Unwetterwarnung gegeben hätte, keine Regenfront, keinen Wind und Schlamm und unwegsame Wege.<br>
Außerdem habe ich während des Zuges hin zum und auf dem Versammlungsplatz direkt keine (in Zahlen 0) Polizei gesehen, nix, nada - am Horizont ein paar verlorene Wannen, ein Hubschrauber in der Luft, weit oben, so hoch, daß der Wind wesentlich lauter war als der Rotor - wahrscheinlich so hoch, um das Gesamte überhaupt erfassen zu können.<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/PANA3869.JPG" alt="" />
Da war ich auch froh drum, denn so blieb es friedlich.<br>
Es war bunt, sehr bunt, divers, sehr divers, keine Überzahl von irgendwas (außer den Kindern, die in den vielen Gruppen mit Erwachsenen doch in der Minderzahl blieben).<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/PAN3863_0.jpg" alt="" />
Und es war nötig.<br> Die angstverbrämte, krisen- und kriegsgerechtfertigte Sicht auf den Profit der Wenigen, das rechtswillige Vollstreckertum von Polizei und Innenministerium, der Irrsinn des Schlußstriches durch Weitermachen, dem musste man sich, wenn auch hilflos, entgegenstellen.<br>
Lügen, Verunsicherungen, falsche Schlüsse – angefangen von der Warnung, ein Wasserrohrbruch hätte beim betreten der Abrisskante Lebensgefahr zur Folge (die Abrisskante ist mehrere 10 Kilometer lang), über die Schönrechnung der Kompromisslösung (8 Jahre weniger Kohleabbau bei gleicher Menge an verstromter Kohle, was soll das bringen?), bis hin zur gelenkten Informationspolitik der Konzerne (Exxon hat, wie die Zeitschrift “Science” berichtet, seit Ende der 70er Jahre in jährlichen internen Berichten die Folgen der Treibhausgasausstoßung für das Weltklima genauestens vorhergesagt, besser und genauer als andere unabhängige wissenschaftliche und staatliche Stellen. Über Jahrzehnte wussten sie bescheid. Im Gegenzug hat der Konzern allerdings genau das Gegenteil verbreitet, übertriebene Berechnungen angeprangert, die Selbstheilungskräfte der Systeme in den Vordergrund der Verlautbarungen, oder sollte man sagen der Verlügbarungen gestellt).<br>
<img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/PANA3873.JPG" alt="" />
Es war nass und es war krass. Ein Hauch von Woodstock bei dem Wetter und der Lage, auf dem Weg auch ein wenig wie 2010 auf der A 40 im Ruhrgebiet. A propos, dort leben die Menschen ja auch in den nächsten Jahrhunderten weiter ganz nah dran an den Folgen der völlig verantwortungslosen Ausbeutung der Schätze aus dem Boden von Mutter Erde.<br>
Mal ehrlich -<br>
<em>Wie kann man eigentlich im Jahre 2023 auf den Gedanken kommen, die Welt wäre ein endlos zu beackerndes Areal, das leid-, kosten- und folgenlos ausgebeutet, abgebaggert, abgetragen und gegen die Gesetze der Natur vergewaltigt werden könne ? <br>
Wie kann man noch glauben, die Folgen blieben in unserem Vorgarten, den wir mit Spaten und Hacke wieder in Ordnung bringen könnten ?<br>
Wie kann man den patriarchalen Strukturen noch die Hand halten, die das alles möglich machen – Rassismus, Frauenhass, Fortschrittsglaube, Paschaismus, Erziehung, Bastapolitik, u.v.a.m.</em><br>
Warum nur machen wir nicht das, was nötig ist ?<br> Es wird doch sowieso kommen. Das “freie Fahrt für freie Bürger” wird fallen, der Individualverkehr wird versiegen, die Verschwendung von Ressourcen (ob Verkehr, Energie, Lebensmittel, Menschen, Lebenszeit) wird sich auch erledigen, wenn es dann doch irgendwann nicht mehr weitergeht. <br></p>
<p><strong>Abschlußgedicht</strong><br></p>
<p><em>Wir wissen alles</em><br>
<br></p>
<p>Wir wissen alles<br>
Wir wissen wie das Wasser fließt<br>
wie´s jedes Jahr auf´s neue sprießt<br>
Wir wissen wie die Menschen ticken<br>
wie sie heil die Welt erblicken<br>
wir wissen wissenschaftlich was die Welt <br>
im Innersten zusammenhält.<br>
<br>
Wir wissen alles<br>
wir wissen wie man Frieden hält<br>
wir wissen um das böse Geld<br>
wir lesen auf Elektrouhren<br>
wann uns um die Ohren fliegen<br>
die allzu hohen Temperaturen.<br>
<br>
Was ist bloß<br>
mit uns los.<br>
wie kann das sein<br>
daß uns der Schein<br>
so gründlich trügt<br>
und uns belügt.<br>
<br>
Im Fall des Falles<br>
wissen wir alles.<br>
Alles liegt da,<br>
offenbar,<br>
doch wir verorten<br>
mit kruden Worten<br>
uns irgendwo<br>
bloß nicht so,<br>
daß es nützt<br>
und uns schützt.<br>
<br>
Guck wohin du willß<br>
überall sind skills<br>
zum Besseren vorhanden<br>
die wir nur nicht fanden<br>
als es sinnvoll war<br>
und immer wieder<br>
ist die Katastrophe da.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=2023</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=2023</guid>
<pubDate>Mon, 16 Jan 2023 11:50:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Arroganz]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Gewinner2.jpg" alt="" /><br></p>
<p>Die Arroganz der Gewinner
vernichtet das Gemeinwohl<br></p>
<p>Die Arroganz der Gewinner konnte die ganze Welt gerade bei der FußballWM bestaunen,
bzw. sie wurde uns für die von uns gezahlten ca. 270.000.000 € direkt ins Wohnzimmer geliefert und für welchen Preis auch immer in sämtliche soziale, audiovisuelle und print Medien gespeist.
Sie wurde uns also, auf unsere Kosten ostentativ um die Ohren gehauen.
Mit obzönen Gesten, verbalen und gestischen Verhöhnungen, mit instrumentalisierenden Ehrungen wurde uns vorgeführt, wie Gewinner/Gewinnler/Machtinhaber die von ihnen propagierten Werte mit Füßen treten, wie also die postulierten Narrative die Wirklichkeit unserer Wahrnehmung (auf unsere Kosten) vernebeln.<br></p>
<p>Der alles regelnde Markt, der ja als Lösung für die Probleme des Gemein(un)wohls, der Verteuerung, Verknappung, ja der sozialen (Un)Gerechtigkeit in den Erzählungen derer herhält, ist ein Glaubenssatz mit ähnlich totschlagargumentativer Kraft, für den wir ebenso Unmengen zahlen, damit uns weiterhin die Wirklichkeit vorenthalten wird.<br>
Denn daß der  Markt nur funktioniert, wenn die Gemeinschaft immer dann, wenn er es nicht tut, einspringt, seine Protagonisten und seinen Fortbestand &quot;rettet&quot; ist nicht erst seit Corona belegt; hunderte von Beispielen bezeugen das beredt.<br>
To big to fail oder zu nah dran an der Katastrophe ?<br>
Welche Katastrophe könnte schlimmer sein als das, worauf wir zusteuern ?
Und nicht nur das – die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste ist soweit fortgeschritten und in den Köpfen aller eingefräst, daß wir (die wir nicht zu den 2 % der Reichreichsten gehören) gar nicht mehr staunen können, uns nicht mehr wundern, schon gar nicht empören, wenn die Verdrehung der Gegebenheiten, die durch solche Aktionen vorangetrieben wird auf uns niederprasselt.<br>
Der Markt regelt das – im gleichen Atemzug wird in allen denkbaren Systemen (Gesundheit/ Klima/ Wohnen/ Straßen/ Militär/ jedwede Infrastruktur/ Bildung/manchmal gar Kultur/....) konstatiert, daß viel, viel Geld in die Hand genommen werden muß, um die Missstände halbwegs glimpflich vom Abgrund fernzuhalten.<br>
Wessen Geld ist das und vor allem, was daran  regelt der Markt ?<br>
Genau, es ist unser Geld, was da zum Erhalt der immer weiter privatisierten Systeme genommen wird und in den unendlichen Weiten der Taschengeflechte der 2-10% da oben versickert. Früher, so die Markterzählung, war das Wohl der Reichen der Garant für das Wohl der anderen. Mal abgesehen davon, daß das noch nie gestimmt hat, ist es heute offenbar.<br>
Und der Markt regelt nix, gar nix.<br>
Die Gewinner sind auch hier die, die mit den dreistesten Aktionen immer weiter die Gemeinschaft auffordern, doch bitte zu regeln, was ihnen aus Gründen nicht möglich ist. Und dann stellen sie noch sich hin und sagen, &quot;wir, in unserer unternehmerischen Glanzleistungswilligkeit haben dies gestaltet, erfunden und entwickelt&quot; – sie sagen nicht mit welchem Geld das geschehen ist, nicht mit wessen know how, wessen Arbeit und Fleiß die Grundlagen dafür geschaffen wurden –<br> allerdings sind sie sich nicht zu schade dafür allüberall herauszuposaunen, daß die Gemeinschaft ihnen mit ihren Auflagen, mit der unnützen Bürokratie, mit dieser Kontrolle der Möglichkeiten beinahe so viele Knüppel zwischen die Beine geworfen hat, daß es um ein Haar nicht geklappt hätte. So machen diese Erzählungen arrogante Gewinner, die von den zu Verlierern gemachten zum Sieg/Gewinn getragen werden.<br>
Die Arroganz der Gewinner vernichtet das Gemeinwohl.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=arroganz</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=arroganz</guid>
<pubDate>Mon, 09 Jan 2023 14:56:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wildschwein]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20230102_132429.jpg" alt="" /><br>
*Die Tage noch dachte ich, die Bahn sei beim Reisen immer für eine Überraschung gut. Dann bin ich ein wenig mit ihr gereist und bin jetzt zu der Überzeugung gekommen, ja, sie ist immer für eine Überraschung gut – manchmal kommt sogar ein Zug.<br> Heute wollte ich innerstädtisch mit der S.Bahn fahren. Kein Zug kam. Ich drückte die Info-Taste und mit wurde gesagt, da sei doch Schienenersatzverkehr, aha und wo ist das hier ausgeschildert ? <br>Weiß ich nicht, da ist doch bestimmt ein Aushang, (den aber fand ich auch nach dem Gespräch nicht) und wo fährt er ab, der Schienenersatzverkehr ?  <br>Am Bahnhofsvorplatz, war die Antwort (den aber hat der Bhf nicht und auch keine Haltestellen davor.) Überraschung.<br>
Ich nahm dann das zum Glück freie Auto und war pünktlich vor der Mensa der Hochschule der Künste, wo E.B. schon auf mich wartete. Gestern konnten wir uns nicht treffen, da es einen StreitTag zu rassistischen und diskriminierenden Vorkommnissen im Lehrbetrieb gab. E.B. beklagte sich über den Aktivismus und die löchrige Gesprächsbereitschaft gerade bei den Studierenden, die in ihren Forderungen quasi ein Jetzt – sofort – für - alles einfordern. <br>Ich trage ein Beispiel von vor über 40 Jahren an der Gesamthochschule bei, wo gerade die gemäßigte, undogmatische und kreative LUFT-Liste in der Lage war, für eine gewisse Zeit an Jahren, beide Seiten konstruktiv zu befrieden – viel scheint sich seitdem an der Umgehensweise nicht geändert zu haben.<br>
Während wir unter Bäumen an einem Tisch auf der Gasse zwischen 2 Bruchsteinhäusern reden, klingt hinter uns aus der Aula im ersten Stock die Probenmusik eines mittelgroßen Orchesters, die, immer wieder unterbrochen, die Ausführungen von E.B. mitunter thematisch passend begleitet.
Ich kenne E.B. als artistische/n Gestalterin/Performerin/Tänzerin/Spielerin.</p>
<p><em>Warm up<br />
Kann man Kreativität messen ?</em><br>
Nein, das ist ganz persönlich
und jede/r ist ein Universum.......viel zu komplex zum Messen.<br>
<br>
<em>Wie beschreiben die meisten Menschen ihre Befindlichkeit, wenn sie mit kreativen Mitteln ein Problem bewältigten ?</em><br><br />
Das ist ´ne Therapie, man fühlt sich besser, wohler. Wenn sie mit den eigenen, persönlichen Mitteln ihr Problem gelöst haben, haben sie auch jedes Mal wieder mehr über sich gelernt.<br>
<br>
<em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br>
ZEIT. Für sich. Man entwickelt ein eigenes Zeitgefühl, wo man Verstehen lernt, was man da fühlt, sieht, riecht – eine Auseinandersetzung  mit sich, ein Beschäftigen mit der Wahrnehmung, damit man einfach machen kann, ohne zu denken, wenn es von mir kommt. Freiraum auch.<br>
<br>
<em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Bei mir in Bewegung. Im Wald, beim Schwimmen, Tanzen. Der Kopf wird frei und es entsteht Platz für Neues. Nie unter Zeitdruck. Außer wenn ich mir den selber mache, weil ich z.B. etwas abschließen will, aber nicht, wenn er von außen kommt, da schließen sich alle Türen und ich spüre nur noch – kein Bock.<br>
<br>
<em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Die ist ja sowieso unterschieden , in jeder Person, die da wahrnimmt, verarbeitet. Jede Person muß ja eh selber den Weg finden, also ja.<br>
<br>
<em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em> <br>
Oft ist das alles ganz anders. Wenn die Strukturen eng sind, wie z.B. in der Schule, wo nur ganz bestimmtes Wissen gefordert wird, dann hat das mit Intelligenz nichts zu tun, dann musst du deine Kreativität ganz anders einsetzen um da durchzukommen, also ja, aber eher nein im &quot;normalen&quot; Sinn.<br>
<br>
<em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Die eigene Logik finden. Sich selber nachvollziehbar wahrzunehmen. Das eigene System ineressiert, nicht das was außen ist. Damit man aus der Blase auch mal rauskommt.<br>
<br>
<em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Ja, es passt, wenn ich nicht extrem denke. Die komplette Gesellschaft ist so. Produktivität im kapitalistischen System wird bezahlt. Im Gegenteil, Kreativität ist frei und es ist falsch zu sagen, wir proben jetzt hier noch ein wenig viel mehr und bezahlen euch dafür aber wenig Geld, das geht eigentlich nicht.<br>
<br>
<em>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?</em><br>
Ja, eigentlich soll sie ja gut tun. Da mauss man sehr aufpassen, wertschätzen, sich nicht kleiner machen, sich nicht benutzen lassen. Das wird dann selbstzerstörerisch, da möchte ich ganz gern dagegen arbeiten. Es gibt ja auch dieses - Kunst entsteht aus Schmerz -, das ist nicht schön. Gerade in Frankreich gibt es da so Gedankenströme.<br>
<br>
<em>Gehört K. In die Politik ?</em><br>
Ja, auf jeden Fall, die Politik braucht das, sie muß mal raus aus der eigenen Spirale. Da müssen neue Lösungen für den Umgang mit z.B. Krieg in der Ukraine oder mit dem Klima.<br>
<br>
<em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Weiß nicht, da hab ich grad kein Bild.<br>
<br>
<em>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?  </em><br></p>
<p>Ich spiele nicht, Karten und so. Aber improvisieren mit Musik, oder mit Objekt zur Musik, da kommen immer ganz verrückte und immer unterschiedliche Sachen bei raus.<br>
<br>
<em>persönliche Fragen<br>
Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Ne. Das ist auch so ein Begriffsproblem. Das ist ein großes Wort. Ich bin da noch nicht selbstbewust genug, da gibt es noch viel mehr Arbeit an mir selbst. Ich hab vor allem Lust Mensch zu sein, mehr in der ganzen Komplexität zu sein als in dem Begriff Künstler. Viele nutzen den auch, um sich selbst zu präsentieren, das hat dann viel mit Arroganz zu tun, das nervt mich eher.<br>
<br>
<em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
Das Ilogische zu Spielen, logisch zu machen, abstruses verständlich machen. Träume und Bilder die kommen, die komplett abstrus sind, die ich weiter spinne und dann auf etwas hin untersuche und ev. zu etwas führe.(z.B. ich im Wald esse Brennessel, andere in Mensa essen von ihrem Teller – das gegenübergestellt, da wird dann das unterschiedliche der Systeme deutlich, deren Bedeutung und Wirkung). Crazy.<br>
<br>
<em>Was macht für dich das Künstlerin sein aus ?</em><br>
Das ist sehr impulsiv, spontan, das Machen ohne HinterZiel - ausprobieren. Beim Proben bin ich das Wildschwein. Also das Festlegen, das sind so 10%, der ganze Rest kommt beim Machen.<br>
<br>
<em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?Für Dich ?  Für andere ?</em><br>
Vertrauend mit anderen zu sein, zu tanzen. Im freestyle HiphHop z.B. mit anderen, fremden Jugendlichen selbst dem Bauchgefühl zu folgen. Da entdecke ich neue Variationen, besuche Nischen, das interessiert mich sehr, auch das zu zeigen. All die Fragen finden und beantworten, die ich gerne hätte.<br>
<br>
<em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstlerinnen Sein ?</em><br>
Das ist Jesus, das werde ich nie fallen lassen. Alles. Da würde ich zu einem traurigen Menschen, wäre ein verlorener Furz. Kreativität ist die Kirche, der Raum, wo man sich Dinge trauen kann. Das ist so stark in mir verankert, ein bißchen wie mein Lebenspartner – dadurch fühle ich mich nicht allein.<br>
<br>
<em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Ne, es ist genug da. Eher im Gegenteil, ich wünschte mir mehr Zeit zum KreativSein, weiter ausprobieren können, Zeit zum entwickeln.<br>
<br>
<em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ? </em><br></p>
<p>Dann kriege ich LachKicks. Da ist eine riesengroße Energie. Da muß ich sogar aufpassen. Ich werd da schnell sehr impulsiv. Das ist dann sehr focussiert und sprudelt eins zum Andern und ich weiß genau was ich da mache und was das alles bedeutet und betrachte das dann auf der Metaebene beim Machen und das ist dann so voll, das ist lustig, da muß ich lachen.<br>
<br>
<em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Ja, manchmal sogar nachts im Bett, oder wenn ich in Bewegung bin.<br>
<br>
<em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em><br>
Das ist bamm, ein Wohlbefinden und plötzlich, fast wie ein Elektroschock. Zack, weiß man warum man es macht, alles wird rund, kommt zusammen. Alles was ich am Tag oder zum Thema oder zum Gefühl wahrgenommen habe kommt da zusammen. Das ist dann auch Überraschung und macht die LachKicks.<br>
<br>
<em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em><br>
Das war schon immer so. Jetzt denke ich mehr darüber nach, verstehe endlich besser, was in meinem Hirn passiert.<br>
<br>
<em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br>
Ja, HipHop tanzen mit unterschiedlichen Leuten, unterschiedliche kutlurelle, soziale Hintergründe, raus aus den Strukturen, raus aus der Blase. Diversität ist mir wichtig, dadurch krieg ich Kunst und Ideen, Werte.<br>
<br>
<em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
Weiß ich nicht genau, ich habe da wenig Selbstwertgefühl. Bei der Idee zur Präsentation ist da auch schon mal Horror, dieser Drang nach Perfektion, der da oft beim Zeigen ist. Manchmal bin ich richtig froh, wenn es nicht funktioniert, weil dann etwas Neues Platz hat. Ich erlebe die Geschichte, geh auf Reisen, bin einfach präsent. Beim Machen denke ich oft an neue Dinge und mache sie auch. Klar ist das ein voll gutes Gefühl, wenn es vorbei ist, ein ganz anderes Universum hat sich geöffnet aber ich fühl mich super klein und es macht Bock darauf sofort wieder loszureisen, es nochmal zu machen.<br>
<br>
<em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ? </em><br>
Ja, tut gut, man wird freundlich, lebendig, das ist nährend.
Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt    -meine geschundene Seele ?
Ja, auf jeden Fall, das ist wie eine Droge ohne Nebenwirkungen. Es entsteht eine lebendige Lust weiter in die Welt zu schauen. Alles wird zu Materie, angstnehmend ins Hier und Jetzt, schafft Freiräume, wo keine sind. Ich bin eigentlich ein super ernster Mensch, auch wenn ich das so nicht ausstrahle. Da bin ich mit Härte, auch gegen mich dran, die Werte, was wichtig ist, in dem sich Weiterfragen, da ist auch eine Härte in der Leichtsinnigkeit.<br>
<br>
<em>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ? </em><br></p>
<p>Nicht unbedingt. Ich spiele fürs Publikum gerne, aber ich habe Respekt vor dem Kunstbegriff. Das möchte ich nicht als Ego sehen, nur das Ziel mit den Mitmenschen zu sein.<br>
<br>
<em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em> <br>
Alleine sein, egal wo, auch und gerne umgeben von fremden Menschen, in der Bahn, im Café, in der Öffentlichkeit.<br></p>
<p><em>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br>
Im HipHop, da werden Freiräume gelassen. Es gibt da in Paris Orte, wo alles geht, z.B. das 104, eine Halle, wo sich Leute treffen, tanzen, trainieren, miteinander sind. Da ist viel Platz für Kreativität untereinander.
Aber auch überall da, wo neue Lösungen gefunden werden sollen, z.B. in der Politik gerade mit der Ukraine, dem Krieg, der Energie und dem Klima.<br>
<br>
<em>Wir plaudern noch lange über viele wesentliche Fragen, dann sage ich irgendwann ein dickes Danke und mache mich auf den Weg.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wildschwein</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wildschwein</guid>
<pubDate>Tue, 03 Jan 2023 10:47:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sternengeschichte]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><strong><em>Sternengeschichte</em></strong><br></p>
<p>Der Weihnachtsmann hatte Geburtstag.<br>
Das wusste natürlich niemand, weil niemand war so alt wie der Weihnachtsmann.<br> In der Bibel gibt es eine Geschichte von einem Mann, der hieß Methusalem und der wurde über 900 Jahre alt. Aber selbst als Methusalem geboren wurde, da war der Weihnachtsmann schon da. Glaub ich jedenfalls.<br> Auf jeden Fall wusste niemand auf der ganzen Welt wann der Weihnachtsmann Geburtstag hatte.
Und heute hatte er.<br>
Weihnachten war noch ein paar Tage hin und der Weihnachtsmann hatte alle Vorbereitungen erledigt.<br>
Der Schlitten war geölt, die Polster neu gefüttert und bezogen, das Zaumzeug für die Rentiere eingefettet, ja der Weihnachtsmann hatte sich sogar schon ein paar Butterbrote geschmiert und für die Rentiere einen Sack voll Körner und einen Eimer Wasser bereitgestellt.
Auch die Geschenke waren alle schon aufgeladen.<br>
Heute war also Zeit mal gar nichts zu tun und genau das wollte der Weihnachtmann sich auch zum Geburtstag schenken, nämlich gar nichts tun.<br>
Am Morgen blieb er einfach ein wenig länger im Bett liegen und räkelte sich behaglich, drehte sich noch einmal um als es hell wurde und schlief sogar noch einmal ein.
Als er endlich aufstand war es schon fast Mittag.<br>
Dann aß er ein Müsli, nahm eine Tasse Kakao und schaute aus dem Fenster in den verschneiten Wald hinaus.<br>
Als es wieder anfing zu schneien, ging er hinaus in den Stall und redete ein bisschen mit den Rentieren über das Wetter, legte ihnen noch etwas Heu auf, tätschelte jedem einzelnen Tier den Kopf und machte sich auf zu einem kleinen Spaziergang durch den Wald.<br>
Er ging zum Waldsee, der zugefroren war und er schlinderte ein paar mal mit viel Anlauf über die glatte Eisfläche.<br>
Dann machte er sich daran auf den Berg nebenan zu steigen. Es dämmerte schon, als er auf der kleinen Bergkuppe über dem Waldsee ankam. Der Himmel wurde dunkel und die ersten Sterne waren zu sehen.<br>
Der Weihnachtsmann sah dem Dunkelwerden eine Weile zu.<br>
Als er sich gerade auf den Weg machen wollte, den Abhang wieder hinunterzugehen, hörte er plötzlich ganz leise einen vielstimmigen Gesang. Helle Stimmen sangen eine Melodie, die dem Weihnachtsmann bekannt vorkam.<br>
„Torte spring auf den Tisch, Kerzen macht euch an, ....“. Der Weihnachtsmann blieb stehen und sah sich um  „Geschenke bitte ganz frisch, Gäste kommt heran....“
aber er konnte nirgends eine Menschenseele entdecken.<br> Der Gesang wurde lauter:<br>
„Heute ihr Leute ist ein Feiertag, Weihnachtsmanns Geburtstag weil ihn jeder mag.“<br>
Aber immer noch konnte der Weihnachtsmann niemanden sehen. Er blickte in den Himmel und da standen Millionen von großen und kleinen Sternen am Himmelszelt und tanzten zu der Melodie und da wusste der Weihnachtsmann, dass die Sterne ihm ein Geburtstagslied sangen.<br>
Die Sterne, die wissen wie alt der Weihnachtsmann ist und wann er Geburtstag hat. Die Sterne sind nämlich noch viel, viel älter als er, die gibt es schon seit Anbeginn der Welt. Und jede Nacht leuchten sie für alle die sie anschauen und sie schauen sich an, was da auf der Welt passiert und wie die Menschen leben und alles was da auf der Erde kreucht und fleucht.<br>
Der Weihnachtsmann stand da, schaute nach oben und genoss diesen wunderbaren Geburtstagsgruß aus dem Himmel und als die Sterne ihr Lied beendet hatten breitete er die Arme aus und rief mit lauter Stimme ein langgezogenes:<br>
„Danke liebe Sterne, das war wuuuunderbar“ in die Höhe.<br>
Die Sterne blinkten allesamt hell auf und der Weihnachtsmann hörte eine vielgestalte Stimme:<br>
„Was wünscht du dir zum Geburtstag?“<br>
Da musste der alte Mann erst mal überlegen.
Was wünscht sich der Weihnachtsmann zum Geburtstag. Einen neuen Schlitten ?, ein paar Wollsocken ? vielleicht einen Bartwickler ? oder einmal in der Himmelsbundesliga spielen und ein Tor schießen ? mmh, das war gar nicht so leicht. Da musste er sich erst einmal setzten.<br>
Und während der Weihnachtsmann überlegte kamen ein paar Sterne herunter geflogen und schwirrten um seinen nachdenklichen Kopf. Das sah sehr lustig aus, wie diese kleinen Glitzerpunkte durch die Luft sausten, den Schnee ebenfalls zum Glitzern brachten und so die ganze Bergkuppe hell erleuchteten.<br>
Aber so sehr er auch nachdachte, der Weihnachtsmann kam einfach auf keinen Gedanken, was er sich denn nun wünschen sollte. Als er nach einer langen Zeit anfing vor Kälte zu frieren und zu zittern, stand er auf, sah sich die Sterne am Himmel an und auch die, die ihn wie Seifenblasen umschwirrten.<br>
Dann atmete er tief, ganz viel Luft in seine Lungen und
pustete nach den schwirrenden Sternen und er pustete so feste, dass sie wieder zurück an den Himmel flogen.
Dann rief der Weihnachtsmann:<br>
„Liebe Sterne, ich danke euch das ihr da seid. Nein ich wünsche mir nichts, ich habe doch alles was ich brauche - außer vielleicht, wenn ihr nächstes Jahr wieder an meinen Geburtstag denken würdet, das wäre sehr, sehr lieb von euch.“ <br>
Und dann winkte er den Sternen zu und wanderte den Berg hinunter, zurück zu seinem Haus und seinen Rentieren und irgendwie fühlte er sich richtig glücklich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sternengeschichte</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=sternengeschichte</guid>
<pubDate>Tue, 27 Dec 2022 06:21:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[...wie Fußball sein]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/278252827_2475484525915542_75182787989002600_n.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Theater muß wie Fußball sein</strong></p>
<p><em>theater muß wie fußball sein<br>
so sprach der gute brecht<br>
wie kann das geh´n, wie kann das sein<br>
wie wird man dem gerecht ?</em><br><br></p>
<p>Ticki Tacki Fußball wäre dann Ticki Tacki Theater.<br>
Man spielte sich die Worte auf der Bühne zu, passgenau zum nächsten Höhepunkt, zur nächsten Pointe, Steilvorlagen für den nächsten Text.<br>
Angriffe abwehren hieße dann Fragen klären, undurchsichtige Facetten der Figur, der Handlung transparent und sichtbar machen.<br>
Angriffe fahren hieße dem Publikum dann kaum einen anderen Weg lassen, als einzutauchen in das Geschehen, sich eine Figur auszusuchen, mit der gemeinsam erlebt werden will.<br>
Das Umschaltspiel würde Lachen und Weinen anhand brillianter Aussprachen an das Publikum bringen. Die Zuschauer würden mitfiebern, die Spieler antreiben, teilhaben und mit ihrer Aufmerksamkeit das Ensemble anfeuern; sie würden die Taktik des Spiels durchschauen und sich über Pass- und Laufwege, Alleingänge, vollzogene und vollendete Kombinationen, über Außreißer, Tempowechsel, überraschende Wendungen, rasante Wortdribblings, über Bewegung im Spiel freuen und am nächsten Tag noch über Winkelzüge, Positionen, Abschlüsse, vertane Chancen und die Einstellung des Ensembles diskutieren – so wäre das.</p>
<p><em>Ein Versuch</em>:<br>
Guten Abend liebe Zuhörer zu unserer Direktübertragung aus dem Schillertheater. <br>Die Ränge sind prall gefüllt, die Ultras haben schon vor Spielbeginn die mitgebrachten Feuerzeuge sangesgewaltig entleert. Parkett, Rang und auch der Olymp bersten vor Spannung und Vorfreude.<br> Überall halten die Dauerkartenbesitzer ihre Programme in die Höhe und auch die Claqueure haben durch gezieltes Raunen, Räuspern und Murmeln ihre Bereitschaftz zu einem großen Abend bereits verkündet.<br>
Das hochkarätige Ensemble ist bis in die Haarspitzen motiviert. Grad noch hat mir der MeisterRegisseur versichert, das die bestmögliche Vorbereitung der Spieler und Spielerinnen mit dem Abstecher nach Weimar letzten Sonntag einen würdigen Abschluß genommen hat. Standing Ovations am Sonntagabend im Nationaltheater geben davon ein beredtes Zeugnis.<br>
Und überhaupt, seit Reginald Reihert die Intendanz übernommen hat und mit Peter Schwamm und Dounja Dünster zwei der renommiertesten Spielleiter der Republik wieder zurück nach Berlin geholt hat, ist das Haus, ebenso wie das Ensemble auf den Kopf gestellt. Bis in die kleinste Rolle hinein präsentieren sich die Mitglieder des Ensembles als zuverlässige Teamspieler, was sie hier und heute anhand der Neuinszenierung des Hamlet unter Beweis stellen wollen.<br> Allein schon die Aufstellung ist bahnbrechend. Hamlet ist mit nicht weniger als 15 Spielern und Spielerinnen besetzt und Ophelia wird durch den Männerchor der Opernsparte gegeben. Wir dürfen zurecht besonderes erwarten.<br>
Da, jetzt nimmt der Souffleur seinen Platz in der Kabine an der Bühnenkante ein, der hat sich ja schon in Weimar als taktisch blitzsaubere Einwechslung erwiesen und außerdem darf man gespannt sein, wen Reihert heute alles als Joker auf der Bank hat. In der Vorbereitung glänzte z.B. Adrian Wettach mit einer astreinen Minettikopie und ließ damit den unlängst zum Münchener Prinz Regent Theater gewechselten Christoph Waltz nahezu vergessen. Wie gesagt, wir dürfen besonderes erwarten<br><br>
Jetzt ist Bewegung hinter dem Vorhang auszumachen, die SpielerInnen nehmen ihre Positionen ein und gleich stellt sich die erste Frage:<br> wird sich der Vorhang heben, wird er sich öffnen, beidseitig, einseitig oder fällt er einfach zu Boden und bildet gleichsam den Untergrund für den Beginn des Spiels – <br>das Licht dimmt  herab, die Helligkeit verglimmt, die Augen versagen ihren Dienst in dem Bemühen, dem Restlicht noch Inhalt zu entreißen. Jetzt nimmt die Dunkelheit uns alle ein, die dahinterliegende Stille ist spürbar und absolut eindrucksvoll. Noch ist nichts zu sehen, doch schon erklimmen die noch kaum hörbaren aber doch schon forschen Schritte Bernados und Franziskus  akustisch prägnant das Podest.<br> Ist das nicht ein Leiser Lichtschimmer dort am Horizont ? Noch ist der Vorhang nicht gefallen – oder doch ? Was ist das, lautlos hat sich das Bühnenrund geöffnet, gänzlich unbemerkt von unserer Wahrnehmung hat sich in dem Nichts der lautlosen Dunkelheit das Schloss zu Helsingör auf der Bühne Gestalt verschafft, dessen Konturen jetzt in der aufkommenden Dämmerung wie in Zeitlupe zu erahnen sind – ein raffinierter Spielzug, ein durchsichtiger zwar, aber jetzt sind wir bereit für das Erscheinen des Geistes, jetzt glauben wir jedweder erdachten Erscheinungsform, jetzt ist die Anfangsphase des Spiels gewonnen.<br> Nein, was ist das,  <br>aber... aber das darf doch nicht wahr sein – die Nebelmaschine röhrt ihr Zischen in die Dämmerung. Ja ja und schon quellen die ersten weißen Schwaden hinter dem fein ziselierten Mauerwerk der Pappmaschee Zinnen hervor – das ist eine Beleidigung der Theaterseele, ein derartiger Affront, daß dahinter nur eine gewollte Provokation zu vermuten ist. Was sonst könnte der Grund für solchen Dilettantismus sein – hörbarer Nebel, in einem solchen, nahezu großartigen Moment – soll das etwa ein Wink an Haus, Stadt und Land sein, die massiven Etatkürzungen der letzen 2 Jahre zu geißeln – nein,  auch das wäre eine derart unbotmäßige Platitüde, die unverzeilich jedwede noch nachfolgende Extrordinarität, jeden noch so genialen Kunstgriff, jede noch so überragene Spielleistung zu Staub zerfallen ließe.<br> Nein, nein und nochmals nein, hier ist unser Bleiben nicht länger – das Spiel ist mehr als verloren, <br>das Spiel ist aus, aus aus. <br>Wir werden keine Sendesekunde mehr an diese verkorkste Inszenierung verschwenden – da gibt es selbst in der Provinz mehr und originelleres zu sehen. Ich verabschiede mich tief enttäuscht und ergebenst und gebe zurück ins Funkhaus.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=wie-fußball-sein</link>
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<pubDate>Tue, 13 Dec 2022 09:04:00 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Angefasst]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/2019103_174028.jpg" alt="" /><br><br>
<em>R. ist pünktlich am Treffpunkt. Die Filiale einer dieser CaféRestaurantKetten, wo du nicht mehr weißt in welcher Stadt du dich befindest, weil da immer alles gleich aussieht, du selbst die Bedienung in ihren Uniformen nicht unterscheiden kannst und es immer dasselbe zu essen gibt. <br>Ich sitze noch mit einem liebenswerten Problemträger zusammen (unlängst zu Unrecht gekündigt, was sich aber schwer nachweisen lässt), stelle die beiden vor und schildere zum Kennenlernen kurz die Situation. R. referiert aus den Erfahrungen seines Wohnprojektes. Wir bekommen eine Einführung in Mietrechtsstreite, deren komplizierte und meist hoffnungslose Suche nach Gerechtigkeit, sowie die wahrscheinliche Aussicht auf einen Vergleich, egal ob vor einer Klage oder eben vor Gericht.<br> Etwas ralos lässt K. uns nach einiger Zeit allein. Müde ob der vielen Baustellen, die R. zu bearbeiten hat und die alle keinen wirklichen Spaß machen beginnen wir nach 20 Minuten mit dem Gespräch. Ich kenne R. als Musiker mit einem unerschöpflichen Fundus an Liedern aus diversesten Zusammenhängen. Außerdem macht er kleine feine Veranstaltungen an seinem Wohnort mit musikalischen Gästen aus aller Welt</em><br><br></p>
<p><em>Warm up</em>   <br>
Nein, man kann Kreativität nicht messen ? Schon der Begriff ist nicht genügend definiert, wo ist der Anfang, wo das Ende. Es ist bullshit da zu behaupten, daß könne gerastert werden.<br><br></p>
<p><em>Wie die meisten Menschen ihre Befindlichkeit beschreiben ?</em><br>
Mit Glück, Zufriedenheit, Stolz. Ich freu mich, wenn da was geklappt hat, was eben noch unmöglich schien, ein passendes Werkzeug gefunden oder gebastelt habe, bin zufrieden, schon weil ich es war. Ich habe einen Nachbarn, dem legtst du irgendein Problem vor, irgendwas, was nicht passt oder geht, der hat mit einem Blick sofort eine Lösung im Kopf, das ist einfach fantastisch.<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br>
Wenn es aus sich selbst heraus geschieht, da ein anderes Bewustsein wächst. Selbstbewustsein macht auf jeden Fall nicht unglücklich. Man wird offener für das nächste. Erfolg gebiert Erfolg.<br><br></p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Immer. Bei Gebrauch. Wenn der Knoten platzt. Zeitdruck hilft, beschneidet aber auch, daß du dann ev. zwar fertig wirst aber was Unfertiges oder noch nicht Richtiges ablieferst. Kreativität ist ja ein Universum, das lässt sich aber nicht zwingen. Kompositionen z.B. funktionieren bei mir nicht, hab ich versucht, auf sehr unterschiedliche Weise. Es passiert schon mal, daß ich Nachts aufwache und habe ein komplettes Rezept vor Augen, daß ich einfach abkochen kann, da geht das.
Aber es geht ja auch immer ums Spielen, ich glaub, ich leg mich auf Spielen fest, da läuft doch eigentlich am Meisten.<br><br></p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Weiß nicht. Fertigkeiten ja, aber Kreativität ? Da ist ja auch immer Genuss im Spiel, ich koche leidenschaftlich gerne, da komponiere ich, weil ich auch gerne esse und gerne hab wenn es anderen schmeckt, genauso wie ich anderen gerne gute Lieder spiele.<br><br></p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em> <br>
Schadet nicht, ja ich glaub schon, daß Intelligenz da auch hilft.<br><br></p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Areale, weit ab vom Pfad. In der Philosophie, ausloten, abrunden, ich denke gern. Die gewitzte Zuhilfenahme diverser Ingredenzien. Manche machen da ja auch in Drogen, kiffen zum Erweitern. Bringt mich aber eher zu unschönen Erlebnissen.<br><br></p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Wahrscheinlich auch, aber ab einem gewissen Maß halte ich Geldverdienen für verwerflich.<br><br></p>
<p><em>Gibt es sowas wie negative Kreativität ?</em><br>
Wenn sie über Leichen geht, benutzt wird, um anderen zu schaden.<br><br></p>
<p><em>Gehört K. In die Politik ?</em><br>
Auf jeden Fall. Die Altvorderen nach dem Krieg haben da z.B. vorgehabt so viele Sachen zu ändern, besser zu machen. Die das Grundgesetz geschrieben haben, da waren jeden Menge Visionen dabei. Die brauchen wir ja auch, um das Leben zu verbessern.
Und Steuerrechtler sind sowas von kreativ.
Oder in den immer größer werdenden Städten, Tokio, inzwischen ein riesiges Gebilde von 37 Millionen Menschen. Da muss man suchen, Sachen machen, die man noch nie gemacht hat, schon um zu überleben.<br><br></p>
<p><em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Wohl eine Art Explosion mit Zentrum und blow out, also auch bewegt irgendwie.<br><br></p>
<p><em>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?</em> <br>
Tabu und andere Trauspiele, wo geraten werden soll, was ich da gerade mache.<br><br></p>
<p><em>persönliche Fragen
Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Ne, eben nicht. Da komm ich gar nicht zu. Schon weil ich selber nichts schreibe. 2 Stücke hab ich geschrieben, inklusive Text, eins für eine Frau, da wurd dann aber nix draus, das andere ist dann in der Band sogar immer gewünscht worden, aber das war mir irgendwie auch komisch. Vortragskünstler?????Repertoirekünstler?????<br><br></p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
Bei mir sind Lieder in guten Händen. Ich hab mal ne Liste aufgeschrieben, was so da ist, das ist schon ordentlich. Und ich vergesse die Sachen nicht. Selbst wenn da mal eins nicht sofort da ist, irgendwann macht es plopp und es ist alles wieder da. Das kann ich dann auch in unterschiedlichen Zusammenhängen einsetzen, bei Lesungen zu einem Thema, da hab ich dann schnell passende Lieder zu, kann ich gut. <br><br></p>
<p><em>Was macht für dich das Künstlerin sein aus ?</em><br>
Dass man mich kaufen kann, ganz verschieden einsetzen, letztens z.B. noch ein Abend, 2 Stunden Musik auf Zuruf. Wie gesagt, da bin ich sehr flexibel. Bin mal bei einer ThemenLesung auch als Lesender eingesprungen, da  hieß es hier und da agieren, das ging gut. Aber ich verstehe mich da auch als Dienstleister.<br><br></p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?Für Dich ?  Für andere ?</em><br>
Im Moment ist das eher krisenhaft. Da sind im Alltag so viele Anforderungen, zu Hause und in anderen Zusammenhängen und auch mit viel Mist dabei. Da ist das schon delight, wenn ich das für mich allein, im Vertrauten hinkrieg. Aber klar, auch wenn die Leute einsteigen angefasst sind, wenn da was gemeinsames draus wird. Ich mag z.B. durchaus dt. Folklore, auch Arbeiterlieder, auch Lieder die vielleicht nicht mehr so gut gelitten sind. Aber die zu entdecken und an die Leute zu bringen, das ist schon schön. Auf ´nem Geburtstag letztens z.B. da wurde sich Trink Brüderlein trink gewünscht. Da hab ich gedacht naja, hab geguckt, das Ding hat fünf Strophen
<a href="https://www.liederkiste.com/index.php?s=trink-bruederlein-trink&amp;l=de">https://www.liederkiste.com/index.php?s=trink-bruederlein-trink&amp;l=de</a>
und das wurde dann son Knaller, daß wir das immer mal wieder machen, mit viel Resonanz.<br><br></p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstler Sein ?</em><br>
Beim Spielen eigentlich gar nicht so viel. Lied hören, lernen, spielen.
Da geht eher beim Kochen was ab.
Obwohl, das Gesungene. Instrumental geht bei mir nicht. Klar hab ich das gehört und gemocht, Lämmerhirt und Kottke, hab ich mir auch draufgeschafft, ich spiele ab und zu auch was von denen, aber nur das Gesungene, da ist nochmal was ganz anderes drin.<br><br></p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Zeit zu haben, weg von allem, für mich, die Festplatte löschen, resetten, voll sein von
Anderem. Und ich bewundere die Leute, die schräge Gedanken haben und diese dann in Form bringen können.<br><br></p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Kleine. Gedankenblitze. Früher hab ich mich dann angerufen, auf den AB gesprochen, damit sie nicht verloren gehen. Ich hab mir auch mal ein Diktiergerät zugelegt. Aber auch da muß man dranbleiben, damit da was draus wird.<br><br></p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em><br>
Ja das ist dann ein Gedanke eine Idee, ein zartes Pflänzchen, das man gießen muss.
Nenn mir ein Thema und ich sag dir ein Lied dazu, das ist so ein Blitz, ein Einfall, da ploppt was auf.
Das war auch schon immer so. Ich hab immer gefragt, wie wäre es, wenn ich davon leben könnte aber das war eher was für´n Hausgebrauch, habe das nicht so eng ans Leben binden können, da war Frage nach Sicherheit immer davor. Und wenn du keine Lieder schreibst, dann klappt das mit dem Geldverdienen auch nicht so gut.<br><br></p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
Wenn das Konzert gut war, guter sound, natürlich gut. Nacher. Bühne ist geil. Mitunter bin ich traurig wenn es vorbei ist. Wenn der &quot;spirit&quot; da ist will ich gar nicht mehr weg.<br><br></p>
<p><em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?</em> <br>
Für alle Beteiligten, unbedingt. Wenn ich merke, das Lied und sein Geist  ist angekommen und da gibt es auch wirklich tolle Lieder, z.B. Jason Isbell – das Geschenk der Zeit ist, daß sie vorbeigeht..... <br></p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt    -meine geschundene Seele ?</em>       <br>
Musik machen heilt, auf jeden Fall, die kann dich richtig anfassen, ja das ist ein schönes Wort dafür – angefasst.<br><br></p>
<p><em>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em> <br>
Hoffentlich
Da fällt mir der Satz von Gerorg Schramm ein &quot;Wenn sie so einen Satz haben, dann braucht der einen besonderen Platz und wenn der gefunden ist, dann sagt man den auch nicht einfach so, dann wartest du, bis der richtige Moment kommt und dann sagst du ihn und weißt, das geht ans Herz&quot; oder so, auf jeden Fall Treffer versenkt.
Oder Kollegen, die sich, nach Jahren und tausendmal gehört immer nochmal die gleichen Lieder gespielt wünschen. Das sind so Sachen.<br><br></p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em> <br>
Küste, Wasser, großes Wasser ohne was drauf.<br><br></p>
<p><em>Kennst du weitere / andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br>
Kunst im öffentlichen Raum fällt mir da ein. Faltungen auf dem Parkplatz von CityCenter MH, divers gefalteter Stahl, der sehr unterschiedliche Rückmeldungen hervorruft. Aber wenn so eine Skulptur im Raum nicht polarisiert, dann kann ich´s auch lassen. Manchmal wird man so auch drauf gestossen. Hab z.B. über den Goldenen Schnitt, Bildkomosition gelesen und freu mich immer wenn ich das ab und zu auf Bildern, an Häusern wiederentdecke oder die Zahl pi, die auf einer Wand, in Form einer Schnecke steht, alle bekannten Zahlen und alle paar Jahre kommt eine hinzu, weil wieder eine entdeckt wurde.<br>
Vielleicht ist Kreativität ja der Wunsch, den status quo zu ändern.
<br>
<em>Ich sage mehr als Danke für dieses offene, geradlinige, erhellende Gespräch.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=angefasst</link>
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<pubDate>Tue, 06 Dec 2022 07:29:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rotes Tuch]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Rot.jpg" alt="" /></p>
<p>****Der 60 te Geburtstag </p>
<p>Die große Feier war für Samstag angesetzt.<br> Heute hatten sich darum gar nicht so viele gemeldet.  Gaby hatte einen Brief gesandt, einer von vielen kleinen Höhepunkten. <br>In ihrem Brief lag ein altes Foto von beiden. <br>Bei dem Gedanken an sich selbst von damals musste sie lächeln; ein mildes und doch ein bitteres Gefühl. Der Schmerz war einfach noch allzu nah und er speiste sich in den Jahren dazwischen aus unendlich vielen Quellen, die diese Zurücksetzung immer wieder auffrischte und bestätigte. Und jetzt noch die Erwartung auf das Alter, das ihr als Ü-60jährige nur noch Verfall und damit weiteren Spott verhieß. <br> War es da ein Wunder, daß jetzt, mit den Gedanken an Gaby alles wieder nach oben schwappte ? Der Status des Zweitrangingen, Nichtwerten, Unsichtbaren war seitdem geblieben. <br>Damals, ein paar Wochen nach ihrem 12ten Geburtstag, hatte sich dieses Gefühl in ihr eingenistet; dieses unbestimmte &quot;In dieser Welt nicht ankommen dürfen&quot;, gebraucht aber nicht gewollt zu sein, abseits zu stehen, nicht richtig zu sein.
Und das, obwohl der Einstieg in dieses Gefühl ein gigantischer Irrtum gewesen war oder vielleicht auch gerade deshalb ?<br>
Ihre beste Freundin Gaby hatte sie darauf geeicht, daß es mit 12 Jahren losgehen würde und damit dann auch das Frau sein, das Erwachsen werden, das Dazugehören.<br> &quot;An deinem 12ten, da wird es geschehen, warts ab, du wirst schon sehen,&quot; wiederholte sie mantrahaft und voller Überzeugungskraft. Dabei hatte sie selbst erst ein halbes Jahr später Geburtstag.<br>
Sie behandelten das Thema wie ein Geheimnis, das man gerade vor den Eltern und Erwachsenen bewahren musste.<br> Wenn sie sich &quot;kundig machten&quot;, wie sie es nannten, zogen sie um die Häuser. Sie setzten sich in die Wartezimmer der Frauenärzte, um die Frauenzeitschriften durchzublättern oder sie besuchten Drogerien und Apotheken in der Stadt, wo unzählige Hilfsmittel und ihre Anwendungen einzusehen und vor allem Anzufassen waren.<br><br>
Ihren Geburtstag hatte sie dann minutiös geplant und alles hatte gepasst.<br>
Die Geburtstagstorte war genau so blau, wie gewünscht. Papa hatte sich selbst übertroffen. Mit der Torte, hätte bei jedem Konditorencontest der Welt mithalten können, traumhaft.<br> 12 Blütenblätter aus Marzipan, alle in unterschiedlichen Blautönen mit weißen Kerzen obendrauf und in der Mitte, eine himmelblaue Kerze als Fruchtknoten für das neue Lebensjahr.<br>
Ihre komplette Wunschliste war im Laufe des Tages abgearbeitet worden. Am Morgen die Bettwäsche und die Kissen, der blaue Schulranzen – schließlich wechselte sie nach den Sommerferien mit ihrer Klasse in das Schulgebäude der Großen – und die Kinokarten für alle drei Winnetou-Filme.<br>
Für die Feier in der Schule hatte Mama ihr blaue Plätzchen gebacken, die sie des Kontrastes wegen auf orangenen Servietten kredenzte. Die Hausaufgaben wurden ihr an diesem besonderen Tag natürlich erlassen.<br>
Und ihre Freundinnen hatten sich zusammengetan und ihrer Barbie ein komplettes Kostüm zusammengestellt, deren Einzelteile sie, verpackt, jede voller Stolz, mit ausgestreckten Armen als Geschenk überreichten - es war hinreißend. Der Gegensatz, den die gelbblonden, hüftlangen Haare der Puppe zu dem leuchtend blauen, fesch geschnittenen Stoff boten, war so überzeugend, daß die Hälfte der Geburtstagsfeier damit verbracht wurde, der strahlenden Miniaturfrau die Geschenke, die Torte und die Gäste vorzustellen.<br><br>
Bis zum Ins-Bett-Gehen hatte sie gehofft, war immer wieder auf die Toilette verschwunden, um ihren Schlüpfer zu kontrollieren und lange noch lag sie wach im Bett, spürte in ihren Unterbauch, wechselte die Lagen und spürte und wartete, bis sie endlich, in Gedanken an den verbrachten Tag, Morpheus begegnete.<br><br></p>
<p>Erst fünf Wochen später, als sie aus der Schule kam, zog und zwackte es in ihrem Bauch. Erst war sie irritiert gewesen, fragte sich was sie gegessen hatte, doch vor der letzten Kreuzung wurden ihre Gedanken klar. Sie beschleunigte den Schritt, hastete über die Straße und die Treppen zur Wohnung hoch, zerrte die Schuhe von den Füßen und verschwand im Bad. Sie zog sich Hose und Schlüpfer herunter.... und da war es – und es war ROT.</p>
<p><br>
**Vorwort als Nachwort<br></p>
<p>Wenn ihr ein Thema suchtet, wo ihr euch aber sowas von richtig aufregen könntet,
über das was dazu in der Welt geschieht ....<br>
Welches Thema würde sich dafür wohl am besten eignen ?<br>
Wo fände sich die Garantie einer nicht enden wollenden AufregerWutZornRechtfertigung,
die keinen Vergleich zu scheuen braucht ?<br>
Mit andern Worten - welche Ungerechtigkeit in dieser Welt hat Keinesgleichen ?<br></p>
<p>Also nicht das es davon wenig gäbe,
das Krieg und Folter,
Missbrauch, Prügel, Korruption,
Herrschsucht und kriminelle Energie es nicht wert wären unseren, meinen Zorn auf sich zu ziehen. <br></p>
<p>Aber da ist eine Ungerechtigkeit,
die schlägt alle bei Weitem,
die zieht sogar ganz viele Ungerechtigkeiten nach sich,
ist vielleicht sogar Ursache für so gut wie..., wenn nicht viele mehr.<br></p>
<p>Keine Vorstellung ? <br>
Sie umgibt dich, überall, <br>
nirgends sie zu sehen ist, <br>
blank, wie ein weißes Blatt Papier,<br>
immer da ist sie,<br>
unübersehbar nah.<br>
Und wie bei allen Ungerechtigkeiten sind auch hier die Opfer die ersten,
die relativieren, beschwichtigen und Nachsicht gewähren, um sich selbst zu schützen<br>
und die Täter sind diejenigen, die verharmlosen, übersehen und runterspielen um sich selbst zu schützen.<br>
Neugierig geworden ?
Dann lasst mich folgende, harmlos erscheinende Geschichte erzählen und ihr werdet bald drauf kommen, wo ihr eure Zorneslust endlos stillen könnt.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rotes-tuch</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=rotes-tuch</guid>
<pubDate>Tue, 29 Nov 2022 06:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Blasendämmerung]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/040.jpg" alt="" /></p>
<p>Blasendämmerung</p>
<p>Ich bin ein ängstlicher Mensch.<br>
Am wohlsten fühle ich mich in gewohnten Umgebungen; räumlich, aber auch personell.<br>
Dann kann ich meine Unsicherheiten recht aufwandsarm bearbeiten, dann weiß ich, was zu tun ist, damit diese mich nicht lähmen oder beeinträchtigen.<br></p>
<p>Wenn allerding nix da ist, was in dieses Vertrtaute einfließt, wird es auch irgendwie schal. Erwartbares tritt ein. Immer dasselbe tun, denken und fühlen.<br>
Selbst in den unendlichen Weiten der digitalen Vernetzung bleibt das so.
Es wird durch die gängigen Methoden der Datenverarbeitung sogar noch unterstützt. <br>
Wenn ich im Netz z.B. nach einer freistehenden Hängematte suche, tauchen nicht nur Angebote dazu auch auf anderen Seiten auf, die nichts mit meiner Suche zu tun haben – es gibt den Rechnenden auch weitgehende Informationen zu meiner Person. Diese bleiben zwar Vermutungen (da ist ein Garten oder eine Terasse oder ein großer Balkon und Zeit zum Müßiggang, sowie Geld für unnütze Dinge vorhanden usw.),
in der Fülle meiner Bewegungen im Netz ergibt sich daraus aber ein immer vollständiger werdendes Bild meiner (vermuteten) Person.<br>
Hier wird dann oft der Begriff der &quot;Blase&quot; verwandt, in der man sich bewegt und die meine Gedanken, mein Bewegungsprofil, mein Konsumverhalten, meine Kontakte ebenso immer genauer zu beschreiben weiß.<br>
Hat jemand schon einmal eine getrocknete Schweinsblase in der Hand gehabt ?, den Luftballon des vorplastischen Zeitalters ?<br>
Prall, voller Resonanz (also ganz schön laut beim Schlagen auf harten Grund) und fest, hermetisch abgeschlossen – was drin ist, kommt nicht raus (es sei denn, die Blase platzt).<br></p>
<p>Ich habe, warum auch immer, mir schon früh intuitiv angewöhnt, meine Blase zu verlassen, bzw. mich hinzustellen wie ich bin und in andere Blasen hineinzugucken.<br>
Ein Beispiel – bis zu vierten Klasse war meine Schule eine geteilte – hier evangelisch, da katholisch. Im Gebäude trennte die zentrale Turnhalle, auf dem Schulhof ein Strich, der nicht überschritten werden durfte. </p>
<p>Als nun in der vierten Klasse die Schule zu einer  räumlich und personell ökumenischen Anstalt wurde, wir also alle mit den jeweils anderen Kirchenangehörigen verkehren durften, wurde mir die anderskonfessionelle Annette zu meiner ersten Freundin.<br> Ich besuchte sie gar, obwohl sie in einem anderen Stadtteil wohnte und besuchte mit ihr auch den rituell völlig andersartigen Gottesdienst in der bis dato &quot;verbotenen&quot; Kirche. <br>Da die Verpöhntheit des Kontaktes mit dem bislang Fremden mit der Zusammenlegungsmaßnahme noch längst nicht abgebaut war, machte mich dies ein wenig einsamer, aber eben auch ein wenig voller.<br>
Geblieben ist davon die Lust auf meine Neugier – Einerseits macht mir das Angst, weil ich ja meine gewohnte Umgebung dafür zeitweise verlassen muss und ich nicht weiß, wie sie auf mein Verändertsein reagieren wird, wenn ich zurückkomme. Auf der anderen Seite wird meine Autonomie dadurch bestätigt, meine Beweglichkeit erhöht, meine Schweinsblase größer.<br></p>
<p>Ich bin weit davon entfernt freien Zugang zu meinen Gefühlen zu haben, weit davon, in meinen Entscheidungen auf solider Grundlage, frei, frohgemut und entspannt zu sein.
Aber die Erfahrungen meiner Ausflüge haben mir meine Naivität und Unbekümmertheit bewahrt und so begegne ich den Fremdblasenbewohnerinnen kaum anders als denen mir vertrauten. D.h., meine Vorbehalte sind so niederschwellig in mir verankert, dass auch ich offen empfangen werden kann, weil ich meine Blasenzugehörigkeit nicht zwangsläufig vor mir hertragen muss.<br>Was für ein Glück.
<br><br><br>
Ich war in der Finsternis<br>Ich konnte meine Worte nicht sehen<br>nicht die Wünsche meines Herzens.<br>Dann war da plötzlich ein starkes Licht.....<br>&quot;Lass mich zurück in die Finsternis&quot;<br><br>
Stephen Crane</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=blasendämmerung</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=blasendämmerung</guid>
<pubDate>Tue, 15 Nov 2022 09:24:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Feuersbrunst]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Feuersbrunst.jpg" alt="" />  </p>
<p><strong><em>Feuersbrunst und Schadensfeuer</em></strong>
<br>
<br>
Da kommt ein Wetter auf uns zu,<br>
von dem wir so viel wissen,<br>
doch lassen wir in aller Ruh<br>
den Umgang damit längst vermissen.
<br>
<br>
Seit uns die eine Bombe um die Ohren flog,<br>
danach wohl noch viel tausend Mal gezündet,<br>
ist klar wohin der ach so trübe Sog<br>
für unser aller Sein in Bälde mündet.
<br>
<br>
Und trotz UN und Menschenrecht und Charta<br>
hat uns die Wirtschaft derart fest im Griff<br>
und wird von Jahr zu Jahr nur immer smarter,<br>
daß untergehen wird das Menschenschiff.
<br>
<br>
Wie groß, wie allumfassend wird die Katastrophe,<br>
das haben viele schön beredt beschrieben,<br>
ob Noah, Nostradamus, ob nächtliche Gedanken in der Poofe.<br>
Nur ist nicht klar wie viele von uns werden aufgerieben<br>
<br>
und wer und wie entkommt dem WeltdesasterMist,<br>
ob überhaupt und wenn dann wann<br>
und ob der Grund dafür persönlich Laster ist;<br>
schon gar nicht wie man lösen kann den Bann.
<br>
<br>
Da kommt ein Wetter auf uns zu,
von dem wir so viel wissen,<br>
z.B. das es ist kein Schmuh
und daß die Latte längst gerissen.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=feuersbrunst</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=feuersbrunst</guid>
<pubDate>Tue, 08 Nov 2022 09:15:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[der heilende Geist]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220619_122638.jpg" alt="" /></p>
<p><em>Sonne, Grün, milde Luft.<br />
Ich denke mir oft SchwarzWeißBilder aus dem Seitenfenster.
Die Fahrt nach Blomberg ist an diesem Sonntag unkompliziert. Auch wenn immer wieder Straßenschilder von Sperrungen auf der Strecke künden, die Daten liegen in Zukunft und Vergangenheit, die Engpässe sind gut zu passieren.   Die Idylle wird noch rosiger als der, leider an vielen Stellen schon schütter abgestorbene Teutoburger Wald die Straße säumt. Das Fachwerkstädtchen liegt romantisch, verträumt auf dem Hügel und R.sitzt beim Morgenkaffee auf dem Hausstein als ich auf dem Kopfsteinpflaster einen Parkplatz ansteuere. Entrückte Stille, stehengebliebene Zeit. Ich bin sehr gespannt, wie die Kreativität meines Gegenübers in diesem Ort sichtbar wird. Nach einem gemeinsamen Kaffee, einem kleinen Rundgang durch das Haus, Musikzimmer, Werkstatt und vielen freundlichen Geschichten aus den letzten Wochen, setzen wir uns in das sonnigen Garten und fangen an. Ich kenne R. seit Langem vor allem von konzertanten Zusammenarbeiten, als fantastischen Musiker, Harfinisten und auch Drehleierspieler aber auch als ruhigen, besonnenen, liebevollen Menschen.</em></p>
<p align="center">Warm up</p>  
<p><em>Kann man Kreativität messen ?</em> <br>
Ja, bestimmt, es gibt viele, die sich an dem was um sie ist triggern lassen, z.B. Wolkenbilder, die Gestalt annehmen. Vielleicht tun es alle - neugierig in die Welt schauen und Bilder entwickeln. Es gibt doch diese Klecksbilder, die in der Psychologie angewendet werden, da kann man bestimmt auch Aussagen über kreative Affinität oder kreatives Potential draus ableiten.</p>
<p><em>Wie beschreiben Menschen ihre Befindlichkeit, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ?</em>       <br>
Anstrengend aber erfüllt. Vielleicht ist das sowas wie über sich hinausgewachsen zu sein. Im Fluß, in Bewegung gekommen, man hat sich irgendwie an der Situation erweitert. Fast hat es was geistig spirituelles, wenn die eigene kleine, persönliche Begrenztheit sich ausdehnt.</p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em> <br>
Vor allem Freiraum aber das ist sehr individuell. Generell wohl wenn sich auf neues eingelassen werden kann. Auf Reisen z.B. Da sind dann unbekannte Gebäude, Gegenden und Begegnungen. Wenn die Alltagssorgen keine Rolle spielen, man von sich loskommen kann, sich den Anforderungen der Situation stellen kann.</p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Ohne Leistungsdruck, in Interaktion mit dem Instrument, den KollegInnen, dem Ort, den Zuschauenden. Wenn ich alleine voll drin bin, die Lust am Machen spüre, von mir weg agieren kann. Ein Beispiel – Mathias Loibner, der macht komplett imrovisierte Konzerte, ohne vorherige Absprache über Literatur ö.ä . Das wär mir zuviel, aber der Freiraum ist auch nötig.</p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Nein, Kreativität als solche steht da drüber und ist auch nicht nur in der Kunst vorhanden. Findet man ja auch im Alltag genauso oder im Handwerk oder anderen Berufen und Arbeiten.</p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em><br />
Ja, auf jeden Fall. Kreativität ist eine Form der Intelligenz, beim Entwickeln aber auch beim Spielen.</p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Geistesgegenwart, Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsvermögen, Umsetzung von Impulsen.</p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Sich seine Kreativität mit Geld bezahlen lassen ? Ja, das geschieht in allen Bereichen.</p>
<p><em>Gibt es soetwas wie negative Kreativität ?</em><br>
Klar, wenn man z.B. Leute manipulieren will.</p>
<p><em>Gehört Kreativität in die Politik ?</em><br />
Absolut.</p>
<p>... persönliche Fragen<br>
<em>Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Ja, ich glaube schon, es sei denn der Alltag nimmt Überhand, dann wird´s schwerer die Kunst aufrecht zu erhalten.</p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?</em><br>
Die Kunst ist glaub ich, den Anschluß an die kreative Kraft zu finden und immer wieder herzustellen. Und dann die handwerkliche Fertigkeit darin aufgehen zu lassen.</p>
<p><em>Was macht für dich das Künstler-Sein aus ?</em><br>
Die Suche nach dem Flow, ist ja ein komisches Modewort, aber dennoch. Im Gegensatz zu einigen, ev. sehr versierten SpielerInnen, die mich aber kalt lassen.
Am besten funktioniert das bei mir Solo oder mit Kollegen, die das tragen können.</p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?Für Dich ?  Für andere ?</em><br>
Mitzunehmen in die Welt der Kreativität, der Kunst, Anschluß schaffen.</p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstlerinnen Sein ?</em><br>
Sie ist immer da. Sie ist ein Angelpunkt mit dem ich mich zu verbinden suche.</p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br>
Geistesgegenwart im Austausch mit dem Gegenüber. Im Sinne der Trinität, es heißt ja auch der &quot;Heilende Geist&quot;, als Grundlage, die Menschen zu erreichen.
Be-seelt, be-geistert, vom Geist gefüllt.</p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?  Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em><br>
Das ist hell, die Brust weitet sich, da ist Fröhlichkeit, Wärme, da entsteht Aktivität, da bin ich auch physisch bewegt.</p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Das ist mir mal in einem Konzert bewußt geworden, wo ich dachte und spürte – jetzt sind wir drin, da braucht keiner mehr was zu steuern, alle waren in dem Moment mit reingezogen, blieben nicht stumm, wir lösten uns.</p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em><br>
Das ist wohl eher ein Prozess, das hat immer was prozessahftes, wenn das geschieht.</p>
<p><em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em><br>
Weiß ich nicht, ich habe das schon immer als Gnade erlebt, das tun zu können.</p>
<p><em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br>
Da spielt die Sinnenwahrnehmung ein große Rolle. Das Lauschen. Und es gibt Techniken Lauschen zu können.
z.B. die Stimmung des Instruments (Harfe) so hinzukriegen, daß es stimmt, daß es klingt, da gibt es Tage, da geht gar nichts .....</p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
......und wenn das klappt, dann wird das ne richtige Klangdusche, macht das was mit der Wirkung auf das Spiel, auf die Zuhörenden -&quot;das berührt mich&quot;</p>
<p><em>Würdest du den Moment/ diese Kreativität  als heilend beschreiben ?</em> <br>Unbedingt</p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
meine geschundene Seele ?</em> <br>Ich wäre ohne meine Kunst, ohne die Musik nicht mehr da<br>
<em>-die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ?</em> <br>Da hoffe ich stark drauf.</p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em><br>
Ne, das ist nicht ortsgebunden. Stille. Ruhe. Begegnung sind da wichtig und hilfreich. Also sind es eher Menschen als der Ort, die das bestimmen.</p>
<p><em>Allein/Zusammen/Politische Fragen
Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Punkt in der Mitte, der sehr hell ist, der Umkreis entwickelt sich, sehr farbig, rund.</p>
<p><em>Kreatives Gesellschaftsspiel ? Spiel ?</em> <br>
Scharade, wo man mimisch Begriffe zeigt. Aber eigentlich jede Form der Improvisation, in der Musik-weg von Vorgaben, im Spiel findet sich was Neues.</p>
<p><em>Gruppenarbeit in der Schule ? Ensemblearbeit ? Teamarbeit ?
Wie müsste die gestaltet sein ?</em><br>
Augenhöhe vor allem, Raum haben, sich einzubringen, Gelichberechtigung im Arbeiten, Vertrauen zueinander.</p>
<p><em>Der Flow-Effekt (Montessori) ?
Flow - Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder Funktionslust.   ?</em> <br>
Leerlauf, Stillstand, Versenkung. Ist ja auch oft so, daß eine Krise der Ausgangspunkt für kreatives Prozesse sind, so wie Hunger, Verzweiflung aber auch Neugier, Hunger nach mehr/anderem.</p>
<p><em>Soziale Plastik, Wärmecharakter  (Beuys) ?
Jede/r kann ein/e Künstlerin sein (Novalis) ?</em><br>
Das fällt mir der Pfarrer in Bochum ein, der weiß alles über Beuys und macht auch viele Projekte, ich geb dir nachher die Kontaktdaten.<br>
<em>Kennst du noch andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br>
Oh da fällt mir der dm-Markt ein, die ja schon seit Jahren in Ausbildung und Mitarbeiterschulungen auf kreativen Bereichen arbeiten, aber auch die ganzen Förderprogramm zur Krisenbewältigung, Neustart, also in der Politik wird da auch einiges gemacht....
<br>
<em>Blomberg ist ein erstaunliches Städtchen. Nach unserem Gespräch in dem wildromantischen Garten gehen wir vorne aus dem Haus, um zwei Ecken und schon sind wir am zentralen Platz mit Kirche, Kirchhof, Marktplatz, Restaurants, Hotels und Geschäften in deren Schaufenstern Ankündigungen von kommenden Veranstaltungen hängen. Auf den ca. 150 Metern kommen wir an fünf sechse Menschen vorbei, die R. grüßt oder von denen er gegrüßt wird – man kennt sich und doch bleiben wir unter uns, setzen uns auf die Terasse einer italienischen Trattoria und weiter geht´s mit dem Gedankenaustausch.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=lkadjfgv</link>
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<pubDate>Tue, 01 Nov 2022 09:06:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ohne Gleichen]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20190921.jpg" alt="" /></p>
<p>Liebes Geburtshaus
(Und alle die dort ankommen, ein- und ausgehen)</p>
<p>Ich weiß, es wird noch einige Zeit dauern bis ich selbst vorbeikommen kann, mich umsehen und allen Danke sagen kann, die Dich gemacht haben liebes Geburtshaus. Aber jetzt wo ich bald ein halbes Jahr alt werde, möchte ich Dir doch schon einmal ein paar Worte schreiben, damit Du nicht denkst, ich sei böse auf Dich, hätte Dich vergessen oder sowas. Nein, überhaupt kein bißchen.
Mama und Papa haben mir erzählt wie das für sie war als ich mich aus Mamas Bauch rausgequetscht habe. Ich hab keine Ahnung wie es woanders, z. B. im Krankenhaus oder zu Hause gewesen wäre, da bin ich einfach ein viel zu blutiger Anfänger. Aber in Dir hat es mir super duper gut gefallen.</p>
<p>Schon vorher, als ich noch gar nichts von dir wußte gab es immer einen Tag in der Woche, wo ich am Abend Mamas Herz auf eine Art und Weise schlagen spürte, die irgendetwas verheißendes hatte, wie ein aufregendes Versprechen und doch gleichzeitig seltsam entspannt. Mit der Zeit freute ich mich mehr und mehr auf diese Abende und irgendwann war ich sicher, daß ich der Grund war, warum Mama so aufgeregt war.
Dann habe ich mich entschlossen rauszugehen und mir alles selber anzugucken und Mama hat mir von Anfang an dabei geholfen, das habe ich sofort gemerkt. Sie drückte mich von allen Seiten so heftig, daß ich den Mut bekam die Reise anzutreten.
Alles war irgendwie ganz schön hektisch, ich lief mit Mama durch die Wohnung und hörte auch Papa, wie er aufgeregt in der Küche werkelte und immer wieder zu uns kam und Mama drückte.
Dann irgendwann wurde alles ein wenig ruhiger. Als hätte Mama sowas wie Angst gehabt und jetzt plötzlich fühlte sie sich sicher und wurde ruhiger. Da müssen wir wohl bei Dir angekommen sein, liebes Geburtshaus und mir wurde plötzlich klar, daß auch Mama und Papa Mut und Zuspruch brauchten, damit sie mich rauslassen konnten. Da war Brigitte, die sich um Mama und auch um Papa gekümmert hat. Ihre Stimme kannte ich ja schon und ihr Lachen war auch an diesem Tag , oder vielleicht war es auch in der Nacht, das weiß ich gar nicht mehr, auf jeden Fall brachte mich ihr Lachen auch dazu alles ganz leicht zu nehmen. Manchmal dachte ich Brigitte sei gegangen oder eingeschlafen, da hab ich dann nur noch Mama gespürt und Papa gehört. Aber immer wenn Mama mal ganz heftig gedrückt hat und ich merkte wie sie selber ein bißchen den Mut verlor, hörte ich Brigitte oder spürte wie sich ihre Hand über meinem Kopf an meine Höhle legte. Mal war mir als würde ich mit Mama schweben und mal wieder drückte es mich stark an die Wand über meinem Kopf. Einmal sogar war mir, als wäre alles vorbei und nichts würde sich verändern, so als ob dieses Schweben schon das Ziel der Reise gewesen wäre. Das dauerte sogar ganz schön lange und ich merkte wie meine Mama ganz schwach und seltsam unruhig wurde, beinahe wär ich einfach eingeschlafen.
Doch das war nur ein Luftholen, denn danach ging es richtig rund. </p>
<p>Erst wurde ich wieder an die Wand gedrückt aber diesmal so kräftig, daß ich glaubte mein Kopf würde platzen und dann plötzlich gab die Wand mehr und mehr nach und ich wußte, da muß ich jetzt durch. Da waren dann Hände und es drückte und zog und wurde auf einmal hell und kalt und alles fühlte sich völlig anders an als vorher und ich wurde getragen und war schwer und ich merkte, daß ich schrie und wollte nur noch Wärme und Dunkelheit. Dann hörte ich die Stimmen von Mama und Papa ganz nah und und klar und hörte auch Brigitte und Elli war plötzlich auch da und ich spürte Mamas Wärme und ich trank süße Milch und fühlte Hände und Haut und alles war anders. Dann dauerte es nur noch ein paar Minuten und ich konnte Dich zum ersten Mal selbst ansehen; das war noch ein wenig verschwommen aber es waren schöne Farben und es war warm und gemütlich und ich fühlte mich fast so sicher wie in Mamas Bauch, nur daß eben alles anders war. Ich konnte Papa sehen, der mir Decken über Arme und Beine zog und vorher Brigitte, die ein frohes Gesicht machte, mich überall anschaute und noch vorher Mama, die mich anlächelte, aber ich hab schon auch gemerkt, daß sie ganz schön erschöpft war. Als Papa mich dann wieder zu Mama brachte ging es ihr schon viel viel besser und sie sah mich richtig an, da hab ich dann auch zum ersten Mal die Augen so richtig aufgemacht und hab gesehen, wie gut es ihr geht und ich glaub, ich hab sogar ein bißchen gelächelt.
Liebes Geburtshaus, ich weiß gar nicht so genau wie lange ich jetzt in Dir drin war, irgendwann nämlich bin ich dann auch wieder eingeschlafen und wachte dann woanders auf, wo ganz viele Leute waren, die mich alle sehen und anfassen und tragen wollten, aber weißt Du, Du warst meine zweite Wohnung auf dieser Welt und es war schön in Dir und hat mir sehr gefallen und irgendwann komme ich bestimmt zurück und sag Dir guten Tag und schau mir an wie es Dir geht und den Hebammen die in Dir arbeiten und den Kindern, die in Dir ankommen.</p>
<p>So jetzt sag ich erstmal Tschüß und wünsche Dir und allen in Dir alles alles gute
Bis bald</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=ohne-gleichen</link>
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<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 07:52:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Grenzgedanken]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/erdschnuppe.jpg" alt="" /><br />
.<br />
.<br />
.  </p>
<p><strong>Tamamamaramarie</strong></p>
<p>zerdimpfte Schlatutzke  </p>
<p>geronntonne Schlack  </p>
<p>verdimmerte Plutzke  </p>
<p>gehönerter Track</p>
<p>ach würden die Worte doch das bedeuten  </p>
<p>was alles, uns bringt zur Vernunft  </p>
<p>es würde helfen heranzukreuten  </p>
<p>die imigiglose Torontotopfrumpft<br />
.<br />
.<br />
.  </p>
<p><strong>Wir sind eine Grenze</strong></p>
<p>Wir alle sind eine Grenze  </p>
<p>die sich durch Raum  </p>
<p>und Zeit bewegt.  </p>
<p>Draußen die Welt,  </p>
<p>die allüberall  </p>
<p>sich um uns legt.  </p>
<p>Letztendlich leben wir  </p>
<p>auf 100.00 Arten  </p>
<p>nur um in uns  </p>
<p>auf Kommendes zu warten  </p>
<p>und rauszufinden,  </p>
<p>all die uns gegebnen Lenze,  </p>
<p>wie wir erlösen uns von dieser Grenze.<br />
.<br />
.<br />
.  </p>
<p><strong>weltbewegend</strong></p>
<p>weltbewegend will so manche  </p>
<p>oder mancher tätig sein  </p>
<p>ob der Horst oder die Antje  </p>
<p>doch meist bleibt die wirkung klitzeklein  </p>
<p>oder auch das kritisch Denken  </p>
<p>um den Weltenlauf zu lenken  </p>
<p>bleibt im Irgendwo oft stecken  </p>
<p>das diese dann die Wunden lecken</p>
<p>weltbewegend fühlt sich diese  </p>
<p>oder dieser schon einmal  </p>
<p>ob der Jost oder die Liese  </p>
<p>doch nur selten ein Fanal  </p>
<p>oder Aufbruch wird aus dem  </p>
<p>was so herrlich polyphem  </p>
<p>aus dem eignen Tun erwächst  </p>
<p>von draußen wirkt´s wie hingekleckst.  </p>
<p>.</p>
<p>Da die Welt sich selbst bewegt,  </p>
<p>die Spur des Lebens selber hegt  </p>
<p>können Franzens, könn´Marias  </p>
<p>einzig grüßen – buenas dias.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=3x-weltbewegend</link>
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<pubDate>Tue, 11 Oct 2022 08:43:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gebacken]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/look_at_this.jpg" alt="" /></p>
<p>Randvoll. Sie war randvoll mit Ideen, Gedanken, Vorschlägen und Konzepten.
Das Meeting hatte eine Lawine von Aufträgen hinterlassen. Einerseits endlich – und wunderbar, denn damit war sie drin im Team. Andererseits katastrophal. Denn erstens konnte sie jetzt das Wochenende knicken und Tom mußte die Kinder alleine bespaßen und am Sonntag für die ungeliebte Schule vorbereiten.  </p>
<p>Und zweitens beschlich sie das Gefühl, daß sie einen zu hohen Preis für den Einstieg in die Liga der Auserwählten zu zahlen hatte. Aber so war das nunmal in diesen hierarchisch strukturierten Unternehmen, erst recht wenn sie den Betonköpfen in den Behörden zuarbeiteten.
Voller Energie und Elan aber auch leicht angespannt, (oder doch schon leicht gehetzt ?) eilte sie durch die Flure der alten Lohnhalle, um sich in ihrem Büro einen Überblick über die anstehenden Aufgaben zu machen und erste Gespräche am Telefon anzusetzen. Bevor sie Tom die &quot;frohe Botschaft&quot; überbringen konnte brauchte sie ein paar konkrete Ergebnisse an ihrer Seite. </p>
<p>Als sie die kleine Teeküche passierte, in der auch zwei VintageKaffeehaustische Platz fanden, wurde sie von einem süßzimtenen Geruch überrascht. Nach zwei, zögerlicher werdenden Schritten hielt sie inne und dachte unwillkürlich an Omas Apfelstrudel. Immer wenn sie früher Oma Hunsrück in dem kleinen Luftkurort besuchten gab es zur Begrüßung ihren speziellen Apfelstrudel mit geschlagener, übermäßig gezuckerter Sahne. Und immer roch Omas Küche, in der sie nach dem heiter  verplauderten Ankommen saßen und weiter klönten und den Kuchen lobten und genossen, immer roch die Küche noch lange nach diesem gemütlichen Akt des Backens. Der Ofen stand immer offen, um der Restwärme ihre Arbeit am Zimmerklima zu ermöglichen. Gleichzeitig stimulierte die Wärme wohl auch die Riechschleimhaut am oberen Ende der Nasenhöhle und der wohlig warme Apfelstrudelgewürzmischmasch wurde von den 30 Millionen Nervenzellen, die sich auf dem 5 cm2 großen Organ tummeln, in Sekundenbruchteilen rezeptiert, als Omas Apfelstrudel erkannt und lösten damit ein Wohlbefinden aus, das mindestens den ganzen Abend anhielt. Oma Hunsrücks Apfelstrudel war Entspannung pur.</p>
<p>Während ihr jetzt das Wasser im Mund zusammenlief und sich der Geschmack von Omas Apfelstrudel schon auf die Zunge legte, machte sie kehrt und warf einen vorsichtigen Blick in den kleinen Raum. Da saß Sybille bei einer Tasse Tee, vor sich einen Teller mit zwei Stückchen Apfelstrudel. Sybille war ein Urgestein der Firma.  Sie ging nächste Woche in Rente und war schon seit ein paar Monaten an keinen direkten Projekten mehr beteiligt.  </p>
<p>&quot;Hallo Uschi&quot;, sagte sie als sie den Kopf mit der Kurzhaarfrisur hereinspähen sah, &quot;setz dich. Greif zu. Die paar Minuten werden dich schon nicht aus der Bahn werfen.&quot; Und als Uschi sich langsam an den Tisch herantastete, fuhr sie fort: &quot;Weißt du, vor 3 Monaten habe ich den Arbeitskreis verlassen, der dich gerade so fordert. Wenn du willst werde ich dir das ein oder andere dazu erzählen.&quot;
Aus den Paar Minuten wurden dann 2 apfelstrudelzimtgeschwängerte, unglaublich aufschlußreiche Stunden. Dafür aber war zum Einen das Wochenende gerettet und Zweitens war dies der Anfang einer satt gebackenen Verbindung zwischen Westerwald und Hunsrück.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gebacken</link>
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<pubDate>Mon, 03 Oct 2022 11:43:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Geschichtensammler]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220620_092420.jpg" alt="" /></p>
<p>M<em>ein erstes Interview mit einem Menschen, den ich noch gar nicht kenne.
Ein jüngst verstorbener Freund hatte ihn zum Nachbarn, erzählte mir von seinem Einzug gegenüber, von seiner Arbeit als bildender Künstler und vor allem von seiner offenen, zugändlichen Art. Wir haben uns telefonisch verabredet.
Mit dem Fahrrad  geht´s am Morgen zum Atelier von  A.G., das in einer ganz normalen städtischen Wohnstrasse liegt. Die Tür des ehemaligen Ladenlokas steht offen, ich klopfe, da wird sie ganz aufgemacht. &quot;Tach, willste nen Kaffee, Tee ?&quot; Der Raum ist groß, hell, klar. Ein zweiter dahinter wird von einem Regal abgetrennt und wirkt etwas höhlenhaft, weil der Computerschreibtisch, auf dem Boxen, vor dem eine Kamera steht, komplett von gut gefüllten Buchregalen umschlossen wird. Nachdem wir uns auf das &quot;Du&quot; geeinigt haben geht es munter los. Kein Blatt vorm Mund, kein Rumgeeier, klare offene Worte. Es dauert 20 Minuten bis wir zum Fragebogen kommen. Die Batterie vom Aufnahmegerät ist alle, kein passender Stromanschlussadapter zu finden, also alles anders:</em></p>
<p>Warm up:  </p>
<p>Schon die Antwort auf die erste Frage nach der Messbarkeit der Kreativität, die mit &quot;Nein&quot; beantwortet wird, macht in seiner Erläuterung neugierig auf mehr.
Natürlich kann man die nicht messen, jeder hat sie und sie zeigt sich überall, im Alltag, in den Utopien die man hat, im &quot;Über-dieRunden-kommen&quot;, das ist so unumgrenzbar, daß keine Messbarkeit möglich ist.</p>
<p>Wer kreativ ein Problem bewältigte, wird möglicherweise einen anstrengenden Weg hinter sich haben und hat auf elegante Weise (im Gegensatz zur Gewalt (wobei die auch anstrgend sein kann)) das Problem erhaben gelöst, sich selbst ev. gar erhoben und wird sich glücklich auf die Schulter klopfen.</p>
<p>Unabdingbar für kreatives Schaffen ist die Freiheit – zu machen was man will, dabei bleiben zu können, nach Sachen zu suchen, die dich interessieren, den Spaß an der Sache vorantreiben zu können.
Das geht am Besten wenn du entspannt bist und die Arbeit als ein Ausprobieren verstehst, eine Art Herausforderung, der du in Ruhe und Selbstbestimmung begegnen kannst.</p>
<p>Die Kreativität ist dabei immer die Gleiche, egal welche Kunst du betreibst, alles andere ist Handwerkszeug.
Klar brauchst du dafür auch Intelligenz. Bei mir ist das vor allem die Recherche, die ich betreibe, um den Geschichten Gestalt geben zu können.</p>
<p>Man braucht die Ökonomie um arbeiten zu können. Der KunstMarkt funktioniert nochmal ganz anders, da wird weit über die Freiräume hinweg gehandelt und die Erlöszahlen sind wichtiger als die Kunst.</p>
<p>Du kannst deine Kreativität näturlich auch negativ einsetzen. Die bombastische Beleuchtung der Naziarchitektur z.B. war von denen bestimmt nicht negativ konotiert. Wenn das jetzt so ist, dann wegen der Nazis und der Wirkung, die erziehlt werden sollte, nicht wegen der Installation.
Mit Kreativität die Macht zusammenzuhalten ist ja auch, wenn auch nicht gerade positiv, so eine Art LebensKreativitäsSchlauheit.</p>
<p>Zu den persönlichen Fragen:  </p>
<p>Klar, ich bin ein Künstler. Ja.
Der größte Teil meiner Kunst ist die Recherche zu einer Idee. Wobei das dann ziemlich grenzenlos ist, wenn ich die Idee mag. Meist sind das Geschichten, die aus dem Focus geraten sind, die die Leute nicht mehr so gerne hören. Wahre Geschichten, individuelle Lebensgrundlagen aber auch programmatische Inhalte und allgemeine Hintergründe. Das kann ich am Besten mit großem Freiraum, wobei Zeitdruck auch schon mal hilfreich aber nicht wichtig ist.</p>
<p>Was will ich erreichen ?  Wenn sich die Betrachtenden in etwas hineinbegeben, womöglich nachempfinden, etwas von der Geschichte mitnehmen, die sie sonst gar nicht auf dem Schirm haben.
Diese Fragen, also, was wäre das dann auch für andere. Ich will da zum Hingehen auffordern. Ich hab z.B. bei fast jeder Ausstellung vor dem Haus eine Zeitung liegen, mal mit Text, mal nur mit Fotos, um auch denen, die z.B. wenig Kohle haben, die Möglichkeit zu geben, von der Umsetzung der Geschichte zu erfahren oder um Leute, die nicht so einfach ins Museum gehen würden ein wenig anzuschubsen.
Für mich ist das eine Form der Übersetzung, die Geschichten so umzusetzen, daß da was passiert und wenn ich da dann dran bin, bin ich 24 Std. mit den Dingen voll, da brauch ich dann auch kein Mehr an kreativen Impulsen. Im Gegenteil, da arbeite ich eher an Auszeiten wie Joggen oder Wandern, aber auch da kommen immer wieder Ideen, ist ja auch gut so.</p>
<p>Das ist im Laufe der Zeit aber auch anders geworden. Früher war das eine Projekt sehr viel mehr foccussiert, heute gibt es Querverbindungen oder in der Recherche stoße ich auf Notizen, die mich dann wieder dazu bringen, an einem anderen Projekt weiterzuarbeiten.
Das ist mehr geworden, weil die Vielfalt sich vergrößert hat.
Dieser Moment, der mich triggert kommt immer, ich kann nicht sagen wo und wie, das geschieht je nach Gelegenheit und Auseinandersetzung.
Im Normalfall ist das sehr spannend. Aus breitangelegten Notizen zum Thema werden kleine Skizzen, die später am Computer konkretisiert werden, alles ein Gestalt - annehmen, bevor das Konkrete Gestalt annimmt.
Wenn es dann da steht, die Arbeit, ist das fast der uninteressanteste Moment.
Der Weg dahin, das Erzählen ist wichtig. Die Geschichten fordern mich heraus, ihnen gerecht zu werden. Ihnen zu dienen ist wichtig. Das macht dann auch die Lust am noch mehr machen, die Gespräche in diesem Prozess, wo sich dann auch weitere Aufträge, weitere Geschichten generieren.
Irgendwie bin ich da auch Geschichtensammler. Und das war schon immer so: während die anderen auf dem Schulhof tobten und spielten hab ich vielleicht eine zerknitterte Coladose in der Hand gehabt, hab sie betrachtet und mir tausend Fragen dazu gestellt, warum ist sie zerknittert, wie ist das geschehen, warum so und nicht anders. Das war schon immer so - so hat die konkrete Umsetzung auch immer mit der Geschichte zu tun und umgekehrt.
Meine Kreativität  ist für mich mittelbar heilend. Wahrscheinlich werden die meisten ja Künstler, um Verletzungen zu bearbeiten und mit ihnen umgehen zu können. Aber wenn sie dann dran sind, ist das vielleicht nur noch ein unbewustes Beschäftigen mit der eigenen Geschichte. Nein, ortsgebunden ist sie nicht, das ist egal, das passiert überall.
Wenn ich ein Bild malen/zeichnen sollte, das mit Kreativität zu tun hat, sie zeigt, dann würde ich eine weiße leere Leinwand wählen oder halt ´ne Zeitung, die beschrieben wird.
Ein kreatvies Spiel ist Schach, in engen Grenzen gnadenlos viele Möglichkeiten, kann ich aber nicht so gut, ich spiele gern Baggammon.
Im Prozess der gestalterischen Umsetzung sind ja immer mehrere, manchmal, je nach Größe auch sehr viele dran beteiligt. Dann bin ich der Ideengeber, der die Impulse reingibt und ich muß mit den Möglichkeiten der Umsetzung und der Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen umgehen, ev. verändern oder fordern und eigene Ideen einbringen.</p>
<p>Mit Beuys z.B. habe ich so meine Schwierigkeiten, schon weil jetzt gerade zu seinem Hundertsten so viel und so viel schlechtes auch in den Himmel gehoben wurde. Er hat sich selbst halt zur Marke gemacht, war ein skrupelloser Selbstdarsteller und hat dabei viele regelrecht ausgenutzt.
Was ich bemerkenswert finde, wie sich Soziologie und Philosophie in den letzten Jahren verbunden, verschränkt haben, die Vermischung, Erweiterung über die Individualität, den einzelnen Menschen hinaus, hin zu gesellschaftlichen Prozessen. Das macht eine kreativere Auseinandersetzung möglich, gibt mehr Futter zum Nachdenken, schafft einen neuen Kontext, der auch mehr Vergnügen schafft und ansprechbarer für komplexe Themen macht.(Klima/Frieden/...)</p>
<p><em>Auf dem Heimweg radele ich ein wenig gedankenbekifft auf der neu ausgewiesenen Fahrradstrasse zum nächsten Termin - ich besuche meinen Freund und ehemaligen Philosophelehrer auf dem Friedhof.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=geschichtensammler</link>
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<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 08:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Un -aber- Sinnig]]></title>
<category>Gedicht</category>
<description><![CDATA[ <p>Weil es voller Poesie, Quatsch und Tiefe ist - Premiere am 22,9,20,00 Uhr im theater freudenhaus Essen:  </p>
<p><a href="https://grend.de/theater-freudenhaus-fortuna/"> <img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/Banner_Fortuna_FF_7.jpg" alt="" />  </a></p>
<p><a href="https://grend.de/theater-freudenhaus-fortuna/"> https://grend.de/theater-freudenhaus-fortuna/</a></p>
<p><strong>Ein schwach – sinniges Gedicht</strong>  </p>
<p>Der Mond,  </p>
<p>er eiert
epilyptisch  </p>
<p>um die Erde.  </p>
<p>Er tut es  </p>
<p>ohne Unterlass
und ohne groß
Beschwerde:  </p>
<p>mal näher dran
mal weiter weg   </p>
<p>immer seiner Fessel gewahr
nähert sich entfernt sich
kreist endlos, immerdar  </p>
<p>will er Reißaus,
will Abstand nehmen
will er Nähe finden ?  </p>
<p>nichts kann ihn lösen
nichts weiter ihn binden.  </p>
<p>Der Mond
er eiert
epilyptisch
um die Erde  </p>
<p><strong>Ein Stark – sinniges Gedicht</strong></p>
<p>Das Mondlicht  </p>
<p>liegt auf den Dächern  </p>
<p>wie Schnee,  </p>
<p>es wärmt  </p>
<p>nicht die Glieder,  </p>
<p>doch das Herz  </p>
<p>wird von  </p>
<p>seinem Glanz  </p>
<p>derart befeuert,  </p>
<p>dass es dem,  </p>
<p>um es herumschlotternden  </p>
<p>Körper  </p>
<p>ein wenig mehr  </p>
<p>Zeit verschafft,  </p>
<p>sich an dem Anblick  </p>
<p>zu erfreuen.  </p>
<p>Fehlt noch<br />
<strong>Das halbstark – sinnige Gedicht</strong>  </p>
<p>Mond,  </p>
<p>ein Stern bist du nicht</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=un-sinnig</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=un-sinnig</guid>
<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 08:02:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gewalt gebiert Gewalt]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/spice1.jpg" alt="" /></p>
<p>Rede an die Menschen</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren  </p>
<p>Schon in dieser Ansprache an Sie versteckt sich das Sujet dieser Rede.  </p>
<p>Sie werden sehen.
Zum Glück muß man in einer Rede nichts beweisen.
Man stellt Zusammenhänge her, die die Zuhörenden zur Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Gedanken einladen. Was ich also sagen werde  ist weniger als halbsoviel Wert für diese Rede , wie das, was Sie in der Lage sind aus ihr herauszuhören.  </p>
<p>Diese Rede wird nicht anders können – sie wird die Welt mehr oder weniger verändern, wie alle Reden vor ihr es taten, wie alle Reden nach ihr es tun werden – nicht mehr und nicht weniger.  </p>
<p>Pause</p>
<p>Ich habe die Absicht mit dieser Rede an den Grundfesten unserer Welt zu rütteln, zu erforschen warum ist was ist und nach einem Weg zu suchen, der da herausführen kann.
Es ist ein durchaus ernster Inhalt, etwas, das sie hier einsammeln, was sie als Gedanken mit nach Hause nehmen und dort wieder auspacken können, um weiter darüber nachzudenken.</p>
<p>Zur Sache – die These ist folgende:</p>
<p>Solange wir es, als Gesellschaft und als Einzelne, nicht vermögen unsere Kinder
von Anfang an als gleichberechtigte, ernstzunehmende, gleichwertige Wesen anzusehen,
solange wir ihnen, wie selbstverständlich unsere eigenen, selbst erfahrenen autoritären Strukturen eintrichtern und einpflanzen,
solange wir uns weiter über sie als Herrscher, Machthaber und Bestimmer erheben
so lange wird es Geiz und Gier, Macht und Ohnmacht, Gewalt und Krieg in dieser Welt geben.</p>
<p>Herleitung:
Die autoritären Strukturen, die in unserer als demokratisch definierten Eurozone wirken, sind aus einer Zeit übereignet, die jede Form von Gewalt gegen Schwächere legitimierte.
Damals wurden Menschen - hier vor unserer Tür -,
als Kanonenfutter, Untermenschen, Arbeitsmaterial, unwertes Leben diffamiert und gewinnbringend ausgebeutet und getötet.
Und unser Gedenken an die Millionen und Abermillionen Opfer dieser Strukturen beleuchtet nur die gröbsten Auswüchse dieses zerstörerischen Wirkens.
Das ist ein wenig so wie mit den DAX notierten Unternehmen – alle reden nur über diese 30 Unternehmen mit ca. 1,5 Millionen Mitarbeitern.
Dabei gibt es hier bei uns über 2 1/2 Millionen Unternehmen mit ca. 27 Millionen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.
Und mit der Struktur der Gewalt und der Ungerechtigkeit sieht es ganauso aus:
Im Kleinen, im Privaten, im Kinderzimmer entsteht die eigentliche Gewalt – denn:
<strong>erfahrene Gewalt kommt als Gewalt wieder zum Vorschein. Immer.</strong></p>
<p>Pause</p>
<p>Wir stecken heute im 21 Jahrhindert nach wie vor, in einem Dilemma.
Im gesellschaftlichen Diskurs und in großen Teilen der Gesetzgebung und der Justiz
gelten diese autoritären Strukturen als veraltet, überkommen und überholt - Gewaltstrukturen sind geächtet.
Die Generation, die die Gewalt der Kriege oder zumindest des einen, des Folgekrieges erlebte, hat erfolgreich daran gearbeitet, diese abzubauen. </p>
<p>Körperliche wie auch strukturelle Gewalt sind weitestmöglich aus unserem Zusammenleben entfernt und die Freiheit der Einzelnen endet erst da, wo sie die Freiheit der Anderen und der Allgemeinheit einschränken.
Dennoch finden Ungerechtigkeiten gegenüber Menschen statt – <strong>immer und überall.</strong>
Ungerechtigkeit und Gewalt gegen Kinder, Frauen, Männer, Alte, Junge, gegen Schwächere halt. Genau wie früher.
Aber etwas ist anders als früher:
wir haben verlernt sie zu sehen.
Sei es weil sie so weit entfernt von uns ist und wir sie nur in Bildern und Geschichten erfahren. Wir uns also leicht daran gewöhnen können – es betrifft uns ja nicht.</p>
<p>Wir müßten sehen lernen, daß wir ihren Opfern täglich in der Straßenbahn begegnen, daß unsere Kinder mit den Opfern den Klassenraum teilen.</p>
<p>Oder sei es, weil die Gewalt so irre komplex geworden ist.
wir müßten sehen lernen was es bedeutet, wenn wir für ein Kilo Tomaten nur 0.99 Cent,  für ein Kilo Rindfleisch nur 11.- € bezahlen oder was ein smartphone oder ein ElektroAuto wirklich kostet.</p>
<p>Oder auch weil sich Ungerechtigkeit und Gewalt so gut tarnen:
Wir müßten sehen lernen was ein Arbeitsvertrag aus einem Menschen machen kann, der von dem Lohn nicht leben kann
Wir müßten sehen lernen was unser Müll den Menschen antut, die auf der Südhalbkugel der Erde leben.
Wir müßten sehen lernen, daß die Gewalt schon in den Uniformen der Soldaten, den Schutzanzügen der Polizei, in den Talaren der Priester oder den Maßanzügen der Banker eingenäht ist.
Pause
Was für eine gewaltige Aufgabe,
das alles zu entdecken, zu ertragen und vor allem zu bearbeiten.
Wie ist das zu bewältigen und
wo fangen wir am besten damit an ?</p>
<p>Dazu sage ich  –  nein,
nicht das Anfangen von etwas ist die Lösung, das könnte der falsche, viel zu beschwerliche Weg sein.</p>
<p>Andersrum könnte ein Schuh daraus werden.
Hören wir auf.
Hören wir auf gewaltätig zu sein,
vor allem da, wo wir sehen oder glauben zu sehen, es steht uns ein Schwächerer gegenüber :</p>
<ul>
<li>nehmen wir unsere Kinder an, statt sie zu erziehen -</li>
<li>hören wir auf, sie aus Liebe zu schlagen -
mit Worten, mit Regeln, mit Mißbilligung,
Vorurteilen, Disziplinierungen, Verboten, Verächtlichmachungen, Anranzungen, Bestrafungen, Befehlen, Beschimpfungen, Geboten, Geheißen, Weisungen, Kommandos,  Forderungen, Schadenfreude, vorauseilendem Mißtrauen, ......</li>
</ul>
<p>oh ja, da kommt einiges zusammen und es gibt noch viel, viel mehr Möglichkeiten sie klein zu machen, einzudampfen -</p>
<p>lass das,
komm da weg,
das gehört nicht dir,
sei nicht so vorlaut,
hier wird nicht geweint,
das kannst du nicht,
....
wer wüßte das nicht besser als wir selbst, die wir selbst, alle da durchgegangen sind. Wir tragen sie in uns – die Ungerechtigkeit und die Gewalt, die wir erfahren haben. </p>
<p>Lasst sie uns sehen lernen und endlich benennen und dann sie verbannen,
die Ungerechtigkeit – die Gewalt.  </p>
<p>Pause  </p>
<p>Ich Danke für ihre Aufmerksamkeit</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=gewalt-gebiert-gewalt</link>
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<pubDate>Tue, 13 Sep 2022 08:20:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Überlebenskünstlerin]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/schmett.jpg" alt="" />  </p>
<p>Überlebenskünstlerin</p>
<p>E.K-P ist Schauspielerin aber auch Bühnenbildnerin und Malerin
Wir treffen uns in einem der 277 Biergärten des kleinen Metropolenstadtteils an der Ruhr. Er ist einem Theater und einem Kultur- und Bildungszentrum angeschlossen, lauschig von alten Bäumen und dahinter von Gründerzeithäusern umsäumt, aber immer wieder donnern Personenbusse und Autos den nahenden Kirchberg hinauf. Der Theaterindentant setzt sich auf einen Cappuccino zu uns und wir plaudern über die nächsten Projekte und Produktionen. Kaum haben wir das Interview begonnen höre ich ein vertrautes Geräusch. Bienen summen oberhalb des Sonnenschrims. Wir stehen auf und sehen ein schwärmendes Volk. Ich erzähle kurz das Neugelernte aus dem letzten Gespräch. &quot;Ihr seid so wichtig für das Leben, für uns, alles Gute&quot;, sagt sie und wir fahren fort. Mittendrin setzt sich noch ein Rotkelchen zum Greifen nah auf den Nachbartisch und singt uns ein Ständchen. Wir lauschen begeistert, doch bevor wir es mit ein paar Krümeln belohnen können, ist es verschwunden. Warum sind es eigentlich immer die Rotkehlchen, die als erstes Gesellschaft leisten, wenn man z.B. im Garten wühlt ? Waren das nicht früher die Spatzen ?</p>
<p>Warm up</p>
<p><em>Kann man Kreativität messen ?</em><br />
Nein. Kreativität ist. Sie kommt von Innen. Sie ist einzigartig         </p>
<p><em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?    </em><br />
Beflügelt, Erleichtert, Glücklich erschöpft,   Es sit wie eine sehr Schöne Müdigkeit</p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em>
Chaos auf jeden Fall, Freiraum kommt dazu
Zeitdruck hält mich bei der Stange, aber ist das dann noch Kreativität ?
Spontanität, aus dem Tun heraus, Offenheit, Eindrücke sammeln – und plötzlich ranken die Gedanken</p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em>
Mit Selbstbestimmung, klar, spontan auch. Und Stress kann was voranbringen, ist aber dann keine Kreativität mehr, Ruhe gehört dazu und für mich auf jeden Fall: Musik</p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?     </em>  </p>
<p>Ja, das ist ja individuell.</p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ? </em>  </p>
<p>Absolutes Nein. In jedem Menschen steckt das drin, in jedem Menschen, egal ob mit Ausbildung, ohne Behinderung oder mit, als Schauspieler oder Bildhauer. Kreativität ist in jedem, manchmal wird sie durch was ausgelöst, manchmal bleibt sie versteckt - aber sie ist da.</p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em>  </p>
<p>Leidenschaft, Lust. Aber auch Emotionen, wie Wut/Zorn Intuition</p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em>  </p>
<p>Sollte - tuts aber nicht</p>
<p><em>Gibt es soetwas wie negative Kreativität ?</em><br />
Bestimmt, glaub ich schon, auch destruktiv kann ma kreativ sein.</p>
<p>persönliche Fragen
<em>Würdest du dich selbst als KünstlerIn bezeichnen ?</em>  </p>
<p>Ich lass mich ungern als Künstlerin bezeichnen. Das ist sone Kategorie. Das ist zu groß. Da sehe ich mich nicht. Da kommen nur ganz wenige dran. Mein Bruder z.B., der ist ein Künstler, der ist saugut. Ich bin kreativ, Schauspielerin, Bildnerin, Esther.
Überlebenskünstlerin vielleicht.</p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?</em>  </p>
<p>Schauspiel, Malen, Zeichnen Bühnenbildnern. Und, schöne Dinge wahhrzunehmen und umzusetzen oder auch negative, die mich erschrecken, die ich dann versuche in mein Weltbild zu integrieren, sie umzusetzen.
Ich bin eine Künstlerin der Improvisation. Die Überlebenskünstler, meinetwegen die Obdachlosen, die es schaffen, die die Kunst beherschen zu leben.
Und das ist für mich auch Kunst, die mit dem, was wir so verstehen mit Theater nix zu tun hat.
Denke auch, dass jeder Mensch, der auf die Welt kommt, Kunst in sich trägt; wie er es ausleben kann bestimmt sein Lebensweg, sein Umfeld, die Möglichkeiten, die sich ihm zeigen.
Es geht nicht immer um die gängige Kunst, wie Theater, Malerei etc.
Kunst hat auch etwas mit Menschen zu tun  – in Lützerat z.B. da war ich gerade,
und mitzuerleben wie diese Menschen versuchen das da gewaltlos zu lösen und eine Gemeinschaft bilden und mit der Natur klarzukommen, das ist auch kreativ und künstlerisch.</p>
<p><em>Was macht für dich das KünstlerIn sein aus ?</em>
Menschen erreichen. Spontanität leben können. Freiräume nutzen,
aber auch ein Druck zum Überleben, Geld zu verdienen, Unsicherheit wie´s weiter geht, keine finanzielle Sicherheit z.B. im Alter.</p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?</em>
Bevor die Antwort kommen kann fliegen die Bienen, hey die sind dir gefolgt (siehe kl.
Schärmerei).
Menschen erreichen</p>
<p><em>Für Dich ?</em>
Spielen. Ich hab schon immer gespielt, als Kind und wollte schon immer Schauspielerinnen. Da bin ich dann auf Umwegen hingekommen = ein Ziel ist Freude, für mich und für die andern.</p>
<p><em>Für andere ?</em>
Diese Freude teilen.</p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem KünstlerInnen Sein ?
Was ist Kreativität für dich, was bedeutet sie dir ?</em><br />
Wichtig, ein Großteil meines Lebens ist die Auseinandersetzung mit der Kreativität.</p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein ?</em><br />
Ja, Ja, ich würde gern mehr Schreiben, illustrieren und auch Musik machen.</p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?</em>
Unterschiedlich, bei einer neuen Produktion, oder meine Kreativität bei neuen Bildern, Bühnenbildern, es macht mich neugierig und lebendig. Neugierig, wenn da was im Kopf wächst, was draus wird, wenn ich den ersten Schritt mache dahin.</p>
<p><em>Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em>
Aufregung, Unruhe (Lampenfieber) – alles dreht sich im Kopf darum – Sammeln was dazugehört, setzen, eine Rauchen, denken, weiter machen. Dann wieder hin, das ist so´n Prozess und dann machts plöck und dann geht´s los. Der Maltisch in der Küche wird zum kreativen Chaos, da wird nix weggeräumt.</p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em>
Ich hab ´ne Idee, und dann mach ich Skizzen, eher spontan, und das Ganze ist dann eher ein Prozess.</p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em>
Die Lust wieder etwas zu machen mit der Idee, wie es werden wird.</p>
<p><em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em>
Ich brauch das Chaos um das zu machen – und ich mittenmang und das muß so stehen bleiben. Es passiert daß ich mitten in der Nacht aufwache und weitermache, da muß das stehen.</p>
<p><em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em>
Der Maltisch (das Chaos) bleibt aufgebaut, der Materialschrank ist ordentlich - mal mit Musik, mal ohne aber eher alleine – wenn was fertig ist auch mit Hilfe von außen. Rückmeldung, Anstoß, was neues zu machen, da ist z.B. mein Bruder und seine Meinung ist wichtig – dazu gehört eben auch Vertrauen und Können.</p>
<p><em>Ist das ausschließlich in der Vorbereitung so ?</em>
Ich liebe übrigens den Geruch, den Geruch von Ölfarbe, Terpentin, den Farben, das inspiriert mich auch.</p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em>
Unsicher. Als die große Ausstellung mit der Shari anstand, wie auch bei der Premiere, da bin ich nervös, da ist große Aufgeregtheit, da lerne ich mich klein zu fühlen.</p>
<p><em>Ist das befriedigend ?</em>
Wenn es klappt ? – perfekt.
Nach einer Premiere/Präsentation wenn man dann alleine ist, also wenn alles vorbei ist bin ich aufgekratzt, froh/stolz weil es geklappt hat, aber dann ist da eine unglaubliche Müdigkeit mit positiver Melancholie darin, da bin ich dann kaputt und fertig.</p>
<p><em>Ist das anstrengend ?</em>
Klar, gehört dazu, brauch ich aber eigentlich nicht mehr.</p>
<p><em>Öffnet es sich ? Öffnet es dich ?</em>
Fällt mir nichts zu ein, wenn ich da sitze....</p>
<p><em>Befeuert es deine Lust KünstlerIn zu sein ?</em>
Ja, Bestätigung, alles richtig gemacht.</p>
<p><em>Am noch mehr machen ?</em>
Ja, die Lust ist da</p>
<p>Am Weitergeben ?
Ja</p>
<p><em>Würdest du den Moment als heilend beschreiben ? Oder wie ?</em>
Wenns fertig ist, was heilendes kann es haben, Anstrengung gehört aber auch dazu. Ich habe nicht das Gefühl einen Heiltrunk getrunken zu haben.
Schauspiel und auch natürlich auch Bilder, die man gestaltet, machen verletzlich. Du stehst „nackt“ auf der Bühne.
Heilsam wäre für mich: Zeit zu haben, den Stress nicht mehr, einfach nur Ruhe.
Träume zu verwirklichen ist auch Kunst, die man vielleicht schaffen kann…  </p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
meine geschundene Seele ?</em><br />
Nee,   </p>
<p><em>kleine Verletzungen sofort ?</em>
z.T. Ja, aber nur zum Teil  </p>
<p><em>Mich an vielen Punkten ?</em>
mal von der Bühne weg, wenn ich male dann bin ich für mich, mit dem  verbunden, dann bin ich in dem Moment heil.
Für mich, aber auch die Freude zu erleben, wie andere sich freuen, sich verständigen, leben
z.B. In Lützerath, wie nah das Baggermonster da ist, du redest mit den Leuten,  wie die da aus dem Negativen versuchen positiv und gewaltlos damit  umzugehen, – da ist auch viel Heilung drin
die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen ? Ja, z.B. schon mal Bilder verschenkt und es wurde vor Freude geweint oder früher, das Gästebuch vom Theater, da liest man, daß die Leute erreicht werden, oder letzten Samstag in Neuss, den Fischer, die waren begeistert und du hast gemerkt, daß die da was mitnehmen. Aber das ist immer nur´n Moment.</p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em>
Meine Wohnung, s.o.</p>
<p><em>Hast du Rituale rund um deine Kreativität ?</em>
Ne, oder doch , ja, gerne Abende in Ruhe , Musik, ein Glas Wein,....</p>
<p><em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess–wie sähe das aus?</em>
Chaos (in Formen und Farben).</p>
<p><em>Der arme Poet ?</em>  Trotz der nicht gegebenen Umstände, heilend auch weil er beschäftigt ist, ein Hauch von Glücklichsein.</p>
<p><em>Kreatives Gesellschaftsspiel ?</em>
Montagsmaler und Formulierungsspiel, wie war nochmal der Name ? Scharade, ja.</p>
<p><em>Gruppenarbeit in der Schule ? Ensemblearbeit ? Teamarbeit ?  Wie müsste die gestaltet sein ?</em>
entspannt, Platz für eigene Ideen, Lust, Verständnis, Vertrauen, Ehrlichkeit, Lachen</p>
<p><em>Kennst du noch andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em>
Also ne Gemeinschaft. Da ist unsere Ludgerigruppe, da gibts ja die Ludgerikirche. Wir treffen uns so einmal im Monat und einmal im Jahr so im Oktober, wir fragen dann die kleinen Läden im Viertel, ob sie die Schaufenster für die Künstler hergeben und dann ist für einen Monat die Ausstellung und die Erföffnung ist dann mit Kaffee und Kuchen und auch mit dem Limonadenbaum, wo man abgibt für Menschen die nicht so viel Geld verdienen und dann wird viel gesprochen und gelacht, das ist sehr schön.
Ich würd ja auch gerne mehr noch was soziales machen.<br />
Ganz lieben Dank</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=Überlebenskünstlerin</link>
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<pubDate>Tue, 30 Aug 2022 09:00:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Weiß das Blatt....]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20200726_175740.jpg" alt="" /></p>
<p>Eigentlich ist ja schon alles vorbei, aber wissen wir noch wie es war, als es war,
wie es vielleicht wieder kommt ?</p>
<p>Weiß das Blatt,
wie schön es ist !+?
(R.Walser)
oder
Was zu tun ist ~ möglich !+?</p>
<p>Wieder einer von den Tagen. Wieder wird keine Menschenseele in meiner Nachbarschaft sehen, was ich tue, wovon ich lebe.  </p>
<p>Nachdem ich den Text der drei Stücke, die ich gerade spiele, gelesen und memoriert, nachdem ich meine Übungen gemacht habe, nachdem die 3 Stunden in den Vormittag gesickert sind, gehe ich raus, spazieren.  </p>
<p>Ich lasse den Wind meinen Kopf freipusten, gebe mich der Feuchtigkeit des Nieselregens hin. Ich grüße, wen ich treffe, male mir aus, wie sie meine Ziellosigkeit als Müßiggang erleben, lasse sie nicht wissen, daß ich mich weiter vorbereite, daß ich nur darauf warte, endlich wieder beginnen und mich einzulassen zu können.  </p>
<p>Die Gedanken fliegen in verschiedene Richtungen, machen Halt an kleinen Momenten der Vorstellung oder an Worten darin. Sie begegnen anderen Momenten, anderen gelesenen oder erlebten Zusammenhängen und schwirren dann zurück zum Stück von heute abend.
Zwei Stunden später packe ich meine Sachen. Hose, Hemd, Strümpfe und Handschuhe habe ich gestern noch gewaschen und über Nacht auf der Heizung getrocknet. Die Schuhe, das Jacket, der Hut sind am Platz geblieben.  </p>
<p>Als ich das Haus verlasse kommen die ersten in meiner Strasse von ihrer Arbeit zurück. Vielleicht denken sie, ich sei so wohlhabend, daß ich mir so einen Lebenswandel leisten könne, oder sie vermuten eine Krankheit, die mich auch finanziell am Leben hält. Wahrscheinlich aber tippen sie auf lauter unlautere Unterstützung der Gesellschaft, die mich in diese Lage versetzt. Dabei reicht, was ich verdiene, gerade mal für Miete, Krankenkasse und Essen.  </p>
<p>Wenn ich es erklären wollte, würde mir Gehör geschenkt? Ich glaube, es ist aus der Sicht eines &quot;normalen&quot; Tagesablaufs nur schwer zu verstehen, welche Anstrengung, welche Ernsthaftigkeit dafür nötig ist, glaubwürdig so zu tun als wär man ein anderer, nicht man selbst und wenn es nur für ein, zwei Stunden ist.  </p>
<p>Im Theater angekommen, wird zuerst die Bühne vorbereitet, die Situation auf Anfang gestellt, die Requisiten verteilt, die Kostüme für die Umzüge zurechtgelegt. Die KollegInnen werden begrüßt, die Stimmung sondiert, Situationen der letzten Vorstellungen besprochen verändert, kurz gestellt.  </p>
<p>Die Technik wird nochmal gecheckt und letzte Absprachen mit ihr getroffen. Dann beginnt das Warten, das keines ist. Eine Stunde vor der Vorstellung ist alles bereit. Draußen trudeln die ersten Zuschauer ein, plaudern an der Bar oder mit dem Service. Wir sitzen in der Garderobe und suchen nach einer gelungenen Überbrückung der Zeit, einige zusammen, andere für sich.
Wenn die Inspezienz das Startzeichen gibt, begeben sich alle auf ihre Positionen, nichts geht mehr. Trotzdem werde ich heute, wie immer in diesem Stück, die erste Viertelstunde hinten warten müssen, bis ich dran bin. </p>
<p>Das ist einer der schwersten Momente der Arbeit. Denn erst wenn ich die Bühne betrete, habe ich die Chance, mein Einlassen mit der lustvoll, mühsam erprobten Figur und den Figuren der KollegInnen zur Wirklichkeit werden zu lassen. Gemeinsam mit dem Publikum und seinen Reaktionen gestalten wir den Abend zu dem, was wir uns mit Hilfe von AutorIn, RegisseurIn, Kostüm- und BühnenbilderIn in wochenlanger Arbeit überlegt, miteinander diskutiert und ausprobiert haben.  </p>
<p>Im schlechtesten Falle erreichen wir genau das und bringen auf den Punkt, was da intendiert wurde. Im besten Fall gelingt es im Spiel, etwas neues, darüber hinausgehendes, einmaliges herzustellen und darin aufzugehen. Dann wird die Erschöpfung am Ende des Spiels von Freude, Genugtuung, Stolz und Miteinander getragen sein. Dann trifft der Aplaus da wo er treffen soll, in die Seelen aller an diesem Abend Beteilgten, inl. Publikum.  </p>
<p>Doch heute ist alles anders. Ich habe den ersten Teil des Tages wie gewohnt hinter mich gebracht. Aber jetzt sitze ich, wie jeden Abend (mit kurzen Unterbrechungen) seit fast einem Jahr zu Hause, frage mich in Gedanken, wo ich denn vor drei Monaten, nach der letzten Vorstellung, meine Kostüme deponiert habe und ob ich sie denn wiederfinde und nochmal waschen muß, wenn es wieder losgehen sollte und vor allem, wann das wohl der Fall sein wird.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=weiß-das-blatt</link>
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<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 21:46:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jetzt ist die Zeit]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/051.jpg" alt="" /></p>
<p>Karl Ganser rettete dem Ruhrgebiet in den 90er Jahren die Identität. In einem Kraft- und Überzeugungsakt mit viel Phantsie und visionärem Esprit, mit Blick auf die Gebäude und die Natur.
Wer glaubt, diese sei ebenso stabil und sicher wie die Notwendigkeit der Ewigkeitskosten, hat ihn nicht verstanden und reduziert das Ruhrgebiet zudem aufs Minimum.  </p>
<p>Alle Industriebauten, die in eine weitergehende aktive Nutzung überführt wurden, werden überleben können, werden ihren Charakter aber mehr und mehr verlieren, wenn ihre Nutzung nicht dauerhaft sinnvoll angepasst werden kann. Dann werden sie auf ihre &quot;neue&quot; Nutzung reduziert und verlieren ihren historischen Anker.
Alle anderen werden in absehbarer Zeit aus Kostengründen der Endlichkeit zugeführt.
Ergo wird die Identität des Ruhrgebietes in den nächsten ca. 50 Jahren verschwinden.
So weit so gut, der Gedanke ist jetzt, wo er ausgesprochen ist sehr naheliegend.
Und &quot;what the hell&quot; ist daran bemerkenswert ?  </p>
<p>Wenn nicht weiter an der sichbaren, nachhaltigen und nutzbringenden Umwandlung der Gebäude und der dazugehörigen Infrastruktur gearbeitet wird, macht sich das Ruhrgebiet wieder zu dem, was es vor diesem Wandlungsprozess war. Provinz, halt mit ein paar Leuchttürmen mehr.  </p>
<p>Sichtbar, nachhaltig, nutzbringend.<br />
Zwei dieser bestimmenden Adjektive erklären sich mehr oder weniger selbst, bzw. bringen sie nachvollziehbare, berechenbare Bedingungen hervor, denen einfach Genüge getan werden muß, will man die Gebäude erhalten.  </p>
<p>Allein der dritte Aspekt bedarf einer näheren Betrachtung:
Aushängeschilder, Landmarken, extraordinäre Bauten gibt es viele in der Regieon und sie tragen seit ihrer Rettung und umgewidmeten Gestaltung dazu bei, die Kosten für ihre Erhaltung aufzubringen. Andere sind noch auf dem Weg dorthin.
Allesamt geht von ihnen eine Strahlkraft aus, die das Ruhrgebiet zu einem diskutablen Kulturort hat wachsen lassen, der in der Selbstdarstellung und der Wettbewerbslandschaft der Republik eine gewisse Souveränität und Attraktivität entwickelt hat.
Das geht zwar mancherorts über die museale Bereitschaft zur Geschichtsbetrachtung hinaus, wird aber auch an vielen Stellen zunehmend löchriger ~  </p>
<p>Das vielen Festtagsreden, Aufrufen oder Bekundungen im politischen oder gesellschaftlichem Raum angehängte &quot;Glück Auf&quot; z.B. ist inzwischen eine hohle, weil nicht mehr gefüllte Phrase aus einer vergangenen Zeit, die kaum noch ein Mensch erlebt hat und die unter Bergmännern gar nicht so gebräuchlich war, wie ihre heutige Nutzung suggeriert. Es ist somit längst nicht mehr Identität stiftend.  </p>
<p>Jetzt ist die Zeit, sich auf den Weg zu machen und nach Konzepten und Ideen zu suchen, die die Anbindung der BürgerInnen an diese Bauten näher an deren Lebenswelt heranführen, sie zu einem Teil des Wandels machen, der da zwangsläufig auf uns zu kommt.
Auf kulturellem Gebiet sind da schon Beispiele vorhanden, wo sich inzwischen ein über die reine Präsentation hinausgehender Austausch etabliert hat. Aber auch hier sind die Möglichkeiten längst noch nicht erschöpft. Daß der öffentliche Raum viel weiter in die Brachen und Industrieüberbleibsel reicht und nicht allein durch sein Verschwinden (siehe z.B. Kruppgelände E-Altendorf) begriffen werden kann, sollte hier berücksichtigt sein.<br />
Es sollte dabei keine Begrenzungen, keine Denkschranken außer den in den Gebäuden ruhenden Notwendikeiten geben. Und diese sollten mit den jeweiligen Nutzungen abgeglichen und mit möglichst geringen, bzw. konstruktiven Veränderungen umgesetzt werden.  </p>
<p>Perspektiven dazu sind im Zusammenspiel mit den schon etablierten Strukturen möglichst schnell und umfassend zu erforschen.
Es kann dabei nicht nur darum gehen, die Potentiale in der Region so fit zu machen, daß sie auch international bestehen könnten ~ Es muss darum gehen, die Entwicklungspotentiale so beispielhaft und an den Bedingungen orientiert zu gestalten, daß international der Wunsch/die Notwendigkeit entsteht, hierher zu kommen.  </p>
<p>Z.B. Können gerade öffentliche Einrichtungen und Institutionen (Theater/Bibliotheken/Verwaltung/...) diese Vorreiterposition übernehmen.
In den Bezirken der Städte beginnend, sollte nach Möglichkeiten gefahndet werden, diesen Anspruch umzusetzen und die Gebäude so in den Focus der Bevölkerung zu bringen und in das urbane Leben zu integrieren, daß eine Belebung der Areale und Gebäude möglich wird.
Die Finanzierung solcher Orte ist nicht unmöglich und vielleicht noch nicht einmal schwierig. Wenn der politische Wille besteht und der Nutzen für die Bevölkerung sichtbar vermittelt werden kann, werden sich auch Modelle für Sarnierung und Bewirtschaftung eröffnen. Die Prämissen sollten dafür von der kommunalen Politik, in Zusammenarbeit mit den ortsnahen BürgerInnen geschaffen werden.</p>
<p>~ Öffentlicher Raum zur öffentlichen Nutzung ~<br />
~ Gemeinwohl orientierte Angebote ~</p>
<p>Kleine Liste möglicher Themenbereiche:
Arbeit/ Versorgung/ Konsum/ Verkehr/ Leben/ Freizeit/ Verwaltung/ Energie/ Verteilung/ Kultur/ Sport/ Bildung/ ...</p>
<p>Kleine Liste möglicher Nutzung:
Laboratorien/ Gärten/ Samenbanken/ Erdherstellung/ Wohnungen/ Begrünung/ Kleingewerbe/ Brunnen/ Lese- Schreib -Erlebnis- Bildungssäle und -stuben/ ...</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=jetzt-ist-die-zeit</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=jetzt-ist-die-zeit</guid>
<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 15:01:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Lachen....]]></title>
<category>Geschichten</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/s1fJngqQ.jpeg" alt="" />  </p>
<p>Anläßlich der heutigen Ausstrahlung im Deutschlandfunk
und erstmal auch weiter zu hören auf </p>
<p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/musik-panorama-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/musik-panorama-100.html</a> </p>
<p>Pausenwanderung </p>
<p>Ich recke mich, spanne die Glieder, räkele mich. Ich ziehe die Muskeln auseinander, weite sie, daß sie die Faszien straffen, sie entweben. Licht soll zwischen die Fasern fließen.  </p>
<p>Ich spüre das Geschmeidig-werden, die Bereitschaft der Sinne, der Gelenke, der Seele.   </p>
<p>Dann nehme ich Aufstellung, öffne mich und höre.
Ich nehme die immerwährende Wiederholung wahr,
das stete Wieder-Da.  </p>
<p>Ich nehme den unhörbaren Rhythmus auf, schwinge mich ein.
Ich spüre die Suche nach dem Moment, der passt.  </p>
<p>Die Gewissheit, ein Quentchen der Unendlichkeit zu fassen wächst.
Wenn der Zeitpunkt erreicht ist mache ich den ersten Schritt, hinauf auf die Note.
Dort verweile ich solange es dauert.
Ich nehme den Endpunkt des Tones und katapultiere mich in die Pause hinein, durch die Pause hindurch, über sie hinaus zum nächsten Ton.   </p>
<p>Es ist weniger ein Springen, denn ein Schreiten mit längeren Schritten, mit kürzeren. Mal ein weites Ausschreiten der Beine, mal ein Tippeln auf den Zehenspitzen.  </p>
<p>Auf und ab. Ab und auf. Nur selten bleibe ich auf der Ebene.
Auf und ab.
Schnelle Läufe sind dabei und langsame. Leichte Übergänge genauso wie hohe Klippen und tiefe Abgründe.   </p>
<p>Und immer wieder der Sprung über und durch die Pausen.
Weit, schwebend und still.
Aber immer und ohne Kraft.
Luft und Energie spendend.  </p>
<p>Und unter allem die immer wiederkehrenden Schläge des Herzens, mal tönend und weit, mal pochend und laut, die immer wiederkehrenden Auf und Abs der Atemzüge, mal sanft und weich, mal schnell und dennoch gleich.  </p>
<p>Der Rhythmus des Immerfort, die Ewigkeit des Augenblicks, das Lachen der Unendlichkeit.  </p>
<p>Der Weg mäandert durch die Harmonien, durch die Verbindungen, die Übergänge.
Zwangsläufig folgt der Klang der Notation und ich dem Kontinuum der Zwangsläufigkeit, die sich Schritt für Schritt, Ton für Ton aus dem ergibt, was vorher war.   </p>
<p>Der eine Fuß voran, der andere, ihm angebunden, verwachsen folgt einzig, um damit wiederum voranzugehen zum nächsten Voran des anderen Fußes.
So jauchze ich mich durch die Notenlinien, jede Pause genauso genießend wie jeden kommenden und jeden vergangenen Ton, Klang, Laut.  </p>
<p>Die Farben um mich herum, die der Korpus der Töne mit Schatten und Lichtstreifen zur Hörbarkeit führt, wechseln, irrisieren, flirren und bleiben.
Sie bleiben Klang, selbst in den Pausen, selbst in der letzten Pause, die das Unaufhörliche beendet.  </p>
<p>So schreite ich in der Coda, Ton für Ton aus dem Klangnass zurück auf den Grund, auf dem die Wanderung begann.  </p>
<p>Ich atme auf und recke mich.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-lachen</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-lachen</guid>
<pubDate>Mon, 15 Aug 2022 21:34:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dienstag]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/IMG_20180326_212002.jpg" alt="" />  </p>
<p>Und weil Dienstag keiner da ist, um den nächsten post zu machen sag ich jetzt mal warum ich gerade diesen Tag der Woche auserkoren habe, mich immer wieder in den WörterSee zu stürzen,<br />
den EinlassPfropfen aufzudrehen, HaltungsSchäden abzusondern und ErkenntnisErgüsse von mir zu lassen -
nach dem Motto:     </p>
<p>Ich sitze hier und leime<br />
vollendete Reime<br />
doch plötzlich Flatsch<br />
wieder nur Quatsch  </p>
<p>7 gute Gründe warum gerade es der Dienstag ist</p>
<ul>
<li>
<p>weil Dienstag der Tag der Woche ist, der Zeit, Energie und Erfolg verspricht
Beweis – DienstagsKinder sind gesünder – Dienstag ist der Tag der Woche, an dem die Sterbensrate auf den Geburtsstationen der Welt am niedrigsten ist.  </p>
</li>
<li>
<p>weil der kleine Dienstag neben Pony Hütchen meine Lieblingsfigur in &quot;Emil und die Detektive&quot; ist und sein Spieler auch mit Erich eine sehr berührende Geschichte hatte.  </p>
</li>
<li>
<p>weil die Erzählung(en) &quot;An diesem Dienstag&quot; eine selten beredte Beschreibung dienstäglicher KriegsZwangsläufigkeiten ist (sind), die der Menschen Sicht auf ebendiesen noch viel zu wenig verändert hat.  </p>
</li>
<li>
<p>weil &quot;Dienstags bei Morrie&quot; ein so vielanderes Buch, voller Ein-, Zuver- und allerbester Absichten ist, dass es großartig wie es ist, sogar auf den ganz normalen Dienstag abfärbt.  </p>
</li>
<li>
<p>weil der Dienst am Dienstag unabdingbar für das Erscheinen des Sams´, samt seiner Wunschpunkte zu sein scheint.  </p>
</li>
<li>
<p>weil die &quot;Dienstagfrauen&quot; mehr als eine Vorabendserie geworden sind.  </p>
</li>
<li>
<p>weil am kommenden Dienstag die Dienstagsmänner nicht im Gemeindehaus in Großsachsenheim, sondern in Kleinsachsenheim im Gemeindehaus stattfinden.</p>
</li>
</ul>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dienstag</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=dienstag</guid>
<pubDate>Thu, 28 Jul 2022 13:40:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kleine Schwärmerei]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/20220602_1231281_0.jpg" alt="" /></p>
<p><em>N. ist Töpfer. Er hat einen Ofen neben der Werkstatt im Garten. Das besondere an seinen Keramiken ist der Holzbrand, der ganz eigene, unvorhersehbare Glasuren hervorruft. Ich kenne N. seit wir uns gemeinsam in einer nahegelegenen Solawi &quot;eingekauft&quot; haben. Wir sitzen in der Sonne in seinem Garten. Etwas verspätet, weil er noch  fünf Becher auf der Töpferscheibe zu Ende drehen wollte. Ich habe in der zwischenzeit Kaffee gekocht und einen kleinen Tisch und zwei Stühle aufgestellt. Als wir schließlich zusammensitzen und uns ein wenig über unser Befinden ausgetauscht haben stelle ich die erste Frage. In der Erörterung, z.B. das damit die Frage nach der Definition von Kreativität angesprochen wird, daß die Neurowissenschaften immer weiter in der Funktionsbeschreibung und Verortung von Hirnfunktionen kommen und somit an dieser Frage auch forschen schiebt sich ein Geräusch in unser Gespräch, daß ich erst einmal gehört habe: in einem, in voller Blüte stehenden südfranzösischen Lavendelfeld, in denen sich tausende Bienen tummelten. Schnell wird klar, daß aus einem der Bienestöcke am Ende der Wiese ein Volk zu Schwärmen beginnt. Vor dem grünen Kasten schwirren hunderte von Bienen durcheinander. Ich erhalte umgehend ein kleines Tutorium Bienenkunde. Ich erfahre, daß wir da gerade quasi einen Vermehrungsakt beobachten, daß ein Querschnitt des Volkes aus Bau-, Arbeits-, Sammel-, Spur- und Ammenbienen (ca. die Hälfte des Volkes) der alten Königin folgt, wenn diese von den neuen, in Weiselzellen herangewachsenen und ausschließlich mit Geleè Royal gefütterten, Königinnen durch spezielle Geräusche informiert, den Stock verlässt, um einen neuen Staat zu gründen.
Es fällt uns zunehmend schwer zurück zu den Fragen zu kommen, da die Bienen sich immer weiter und höher hinaus von dem Stock entfernen.
Die Frage nach der Messbarkeit der Kreativität scheint hinter den schwärmenden Bienen zu verschwinden.
Die kreuz und quer fliegenden Bienen habe jetzt den nahen Apfelbaum erreicht und umkreisen wild seine Krone. Die surrende Wolke wird zwischendurch fotografiert und auf Video aufgenommen. Ich erfahre weiter, daß die Bienen so sehr mit sich beschäftigt sind, daß sie quasi ungefährlich sind, nicht stechen werden, daß sich eine Bienentraube um die Königin bilden wird, sobald sie einen Platz gefunden hat, daß gleichzeitig aber die Spurbienen nach einem geeigneten Ort für den neuen Stock suchen werden, und daß das ein Weilchen dauern kann. Inzwischen ist auch der Imker informiert, er kommt nach Feierabend, sich das anzugucken.
Tastend fuchsen wir uns wieder in die Fragen hinein und versuchen unsere Konzentration wiederzufinden, da verschwinden mehr und mehr Bienen aus der Apfelbaumkrone und sammeln sich mehr und mehr wieder vor dem alten Stock.
Ich erfahre wiederum Neues. Es passiert mitunter, daß die alte Königin verunfallt, sich verletzt oder stirbt und das ganze halbe Volk dann wieder in den alten Stock zurückeinzieht. Das scheint hier geschehen zu sein, die Bienen sammeln sich vor dem Einlass in den Stock und bilden an der Außenwand eine großen Traube, die dann im Laufe unseres Gespräches immer kleiner wird und verschwindet, bis vor dem grünen Kasten nach eine halben Stunde wieder ganz normaler Verkehr zu beobachten ist.
Der Garten mischt sich immer wieder in unser Gespräch, ohne die Konzentration auf das Thema wirklich zu stören: Das Meisenbad in der eingedellten Wassertonne, direkt neben dem viel genutzten dem Futterplatz, die hochgewachsenen, im Wind sich wiegenden Gräser, die weite Flächen des ansonsten gemähten Rasens üppig umsäumen, die Wolken, die Gerüche der Blumen, all das was sich um uns rum bewegt, dienen immer wieder auch als Beispiel und Gespächsanlass. Die folgende Wiedergabe kann die Intimität der Zwiesprache in keinster Weise wiedergeben. Also los-</em><br><br></p>
<p><em>Warm up            Kann man Kreativität messen ?</em><br>
Nein, ich glaube nicht. Beuys hat mal auf eine Frage nach seinem Bekanntheitsgrad sinngemäß geantwortet :<br>
– was soll ich ihnen denn da jetzt sagen -  Windstärke 12 ?<br><br></p>
<p><em>Wie beschreiben die meisten Menschen, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten ihre Befindlichkeit ?</em>   <br><br />
Erschöpft ~ Beflügelt~  Erleichtert~    Glücklich~ <br>all das und noch viel mehr, weil da etwas Neues entsteht.<br><br></p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen ?</em><br>
Langeweile ist für mich kein Auslöser, eher ist ist sie eine Gelegenheit da rauszukommen, Abstand zu nehmen.<br> Und Chaos macht bei mir gar nix.<br>  Erfahrung~   Könnerschaft~   Druck, eher auch nicht.<br> Freiraum~Wissen~ und wohl noch vieles mehr könnte ich nennen.<br>
Ja, für mich z.B. Ruhe, Ausgeglichenheit.<br> Oft ist die Kreativität, der Gedanke, die Eingebung da, wenn ich gar nicht dran denke, wenn ich ganz woanders bin. Eher so eine Art Bereitschaft.<br><br> </p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten ?</em><br>
Eher in Zeitlosigkeit.<br> Leere Räume, mit wenig Gegenständen drin, faszinieren mich. Das ist so ein - mit sich selber konfrontiert sein/werden.<br>
Ich hab mal die Wohnung renoviert, den Boden abgeschliffen. Danach dann der leere Raum, am liebsten hätt ich ihn so gelassen. Genauso beeindruckt mich die Ästhetik der jap. Teehäuser.<br><br></p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität ?</em><br>
Eher ja, je nachdem wo sie lebendig wird, was sie triggert.<br><br></p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz ?</em><br> Nein, sie ist auch schon mal im Weg.<br><br>  </p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür ?</em><br>
Gestaltungskraft, Findigkeit, Witz, Phantasie, Originalität, Schöpferkraft, Ideenreichtum, Schlauheit, Raffinesse, Gerissenheit, Geschäftstüchtigkeit, Verschmitzheit, .......<br>da gibt es so viele.<br><br></p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen ?</em><br>
Ja klar, aber auch hier ist es eher die Tätigkeit und das was der Arbeit dient, sie geschmeidiger macht.<br> Als Beispiel - ein besonderes Werkzeug erfinden, das hilft die Abläufe besser zu gestalten, das wäre sowas, wo das zusammenpasst.<br><br></p>
<p><em>Gibt es so etwas wie negative Kreativität ?</em> <br>
Klar alles hat seinen Gegenpol.<br><br></p>
<p>persönliche Fragen
<em>Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen ?</em><br>
Das ist mir zu groß.<br> Jede Lebensäußerung kann künstlerisch durchdrungen werden. Bei mir ist die Alltagsnutzbarkeit sehr im Vordergrund.<br> Es heißt ja auch KunstHandwerk.<br><br></p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst ?    Was macht für dich das Künstlerin sein aus ?</em><br>
Auch losgelöst vom wirtschaftlichen Erfolg ist die praktische Nutzbarkeit der Werkstücke, ihre  Gestaltung, der komplette Prozess, also Ton, Glasurzutaten, Holz auswählen und probieren was geht, ein Teil des Ganzen.<br> Dann das Drehen, Gestalten, Glasieren der Werkstücke und alles was damit zusammenhängt.<br> Und der Ofen, ihn bauen, füllen, heizen, das Brennen und später dann das Auswählen, Verkaufen, mit Kunden sprechen. Das gehört ja alles zusammen.<br><br></p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ? Für Dich ? Für andere ?</em><br>
Geld zu verdienen. Ja ich könnte jetzt viele hehre Ziele nennen aber das ist auch ein Motor und eine positive Rückmeldung.<br>
Ansonsten zum Nutzen anderer. Deren Leben angenehmer machen, bereichern. Was tun, um anderen Nutzen zu bringen.<br><br></p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstlerinnen Sein ?</em><br>
Das ist bei mir eher handwerklich, im Wandel, im Verändern – Holzbrand ist ja ein Synonym für Wandel. Genauso wie das Feuer, der Verlauf der Ströme im Ofen die Werkstücke verändert.<br><br></p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir ?</em><br>
Sprachlos vor Staunen und Ehrfurcht nach dem was da entstanden ist, was da gemacht wurde.<br><br>  </p>
<p><em>Kannst du beschreiben, was da in dir geschieht/entsteht ?</em><br>
Das ist dann total schön, eine Faszination, eine umfassende Zufriedenheit stellt sich ein.<br><br>  </p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br>
Hm, ja schon. Aber z. B.  beim Entwickeln der Brennmethode. Die ist wiederum in einem sehr langen Prozess entstanden, da sind so viele Erfahrungen gemacht worden, daß es auch viele kreative Momente zu beschreiben gäbe.<br> Das ist auch immer wieder neu und fügt sich manchmal zu etwas größerem zusammen.<br><br></p>
<p><em>Der Moment wenn etwas entsteht, das du festhalten, loslassen, weiter gestalten, abschließen oder offen halten möchtest – kannst du ihn beschreiben ?</em><br>
Das ist wie eine Leere vor Erfüllt sein.<br> Ich bin oft überrascht von dem Ergebnis, oft überwältigt, fast ehrfürchtig.<br>
Aber das geht auch woanders - Der Garten z.B. löst diese Tiefe auch aus. Er ist aber auch ein Sich-selbst, obwohl wir den ja auch anlegen und planen. Aber er ist ein Außerhalb-uns. Er entwickelt sich selbständig. z.B. sitze ich manchmal hier und freue mich wie der Wind in den Gräser spielt, die ich zwar stehen gelassen hab, aber die Gräser sind selbständig hoch gewachsen.<br><br></p>
<p><em>War das schon immer so, hat sich das verändert ?</em><br>
Ich glaub schon, daß sich das im Alter verdichtet.<br><br></p>
<p><em>Hast du Mittel, Techniken, Vorgehensweisen dahinzukommen ?</em><br>
Mich bewegen. Auf allen Ebenen - im Kopf, mit dem Körper, in meinem Umfeld.
Laufen und Yoga oder ThaiChi - neugierig bleiben und das Gedächtnis benutzen.<br><br></p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br>
Das ist vor allem die Freude über Rückmeldung, die Dinge beschreibt, die ich gar nicht intendiert habe, die ich nicht auf dem Schirm hatte – wenn neue Aspekte auftauchen.<br><br />
– die Glasur hat Tiefe – ist z.B. ein gängiger Begriff, den ich nie gebrauchen würde, da ich eher versuche sowas anders zu beschreiben – und wenn dann eine andere Beschreibung kommt, dann ist das Klasse.<br> Aber auch so etwas wie Intuition fällt mir immer wieder auf: <br>eine Kundin nahm z.B. eine Vase in Augenschein und sagte:  - in diese Vase gehört keine Rose – Damit hat sie die dienende Funktion der Vase, die ja nicht für sich selbst steht, sondern die die Blume präsentieren soll, wunderbar beschrieben.<br><br></p>
<p><em>Ist das befriedigend ?</em> <br>
Ja, wellengleich, da klingt dann was<br><br></p>
<p><em>Ist das anstrengend ?</em> <br>
Ja, lebendig, natürlich, anders.<br><br></p>
<p><em>Befeuert es deine Lust Künstlerin zu sein ?</em> <br>
Ja. Aber da gibt es die Gefahr der Eitelkeit. Da freu ich mich dann über ein Korrektiv. Wenn ich das merke, da muß ich mich dann zurücknehmen oder aufhören.<br><br></p>
<p><em>Am noch mehr machen ?</em> <br>
Ich habe mal eine regelrechte Motivationsabsicht bei nem Kunden erlebt. Der lobte und lobte und befeuerte mit seiner positiven Rückmeldung, da noch mehr von zu machen, genau dies weiterzuführen.<br><br></p>
<p><em>Am Weitergeben ?</em><br>
Das Ganze ist ja auch ein kommunikativer Akt. Selbst in der Vorbereitung wird das miteingebracht, beim Drehen z.B. und das wird auch gesehen, wenn da was Originäres eingebracht wurde. Wenn ich das rüberbringen kann ist das schon toll.<br><br></p>
<p><em>Würdest du den Moment als heilend beschreiben ?</em><br>
Auf jeden Fall.<br><br></p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
meine geschundene Seele ?</em> <br>
Ja klar, das ist wichtig zu wissen, was ich tun kann wenn es mir Scheiße geht.<br> Da sind Singen und Drehen ganz ähnlich für mich:  im Tun merkt man ab und zu, wie minimal die Unterschiede sind, um etwas zum Glänzen zu bringen, daß es den Raum füllt (auch ein gesungener Ton füllt den Raum).<br> Ein Becher ist ja ein Raum, der gefüllt wird, der definiert wird durch das Objekt. Der Raum der durch den Ton geschaffen wird -  Als ich das Dach für den Brennofen baute, hatte ich das Bild, daß ich dem Himmel ein wenig von seinem Raum klaue.<br><br> </p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft ?</em><br>
Naturnähe, Wohlfühlen. Tai chi.<br> Vorbereitung macht das Einfinden in die Arbeit leichter. Ein Instrument der Ruhe. Wenns brennt auch in Gedanken bis ins Einschlafen hinein.<br><br></p>
<p><em>Hast du Rituale rund um deine Kreativität ?</em><br>
Es gibt bestimmte Tageszeiten,  wo es besser geht. Wenn ich mich körperlich bewegt habe fühle ich mich bereiter.<br> Aber es gibt da auch viele kleine Dinge.<br> Hier z.B. Das Aufräumen der Werkstatt ist ein Ritual aber nicht nur für den Abschluß, auch für die Vorbereitung auf den nächsten Tag.<br><br></p>
<p><em>Allein/Zusammen/Politische Fragen</em><br>
<em>Ein Bild von einem kreativen Moment/Prozess – wie sähe das aus ?</em><br>
Eher bunt als monochrom.<br><br></p>
<p><em>Kreatives Gesellschaftsspiel ?</em> <br>
Jedes Spiel ist irgendwie kreativ.<br><br></p>
<p><em>Gruppenarbeit in der Schule ? Ensemblearbeit ? Teamarbeit ?
Wie müsste die gestaltet sein, um kreativität zu entfalten ?</em><br>
Zwischenmenschlichkeit ist sehr wichtig. Räume die das Ungewisse zulassen.
Ohne allzu genau hinzusehen, merken, was im Gesamten geschieht – z.B. beim Brand, beim Befeuern, wenn auf beiden Seiten ohne Kontakt zueinander alles richtig gemacht wurde.<br><br></p>
<p><em>Der Flow-Effekt (Montessori), löst das was aus bei dir ?</em><br>
Als ich anfing und ich zum ersten mal an der Drehscheibe den Ton von unten nach oben transportierte, das war so ein Moment, den ich wiederhohlen wollte, wieder und wieder. Auch wenn das jetzt nicht mehr so ist, jetzt sind es andere Momente, die mir dieses Gefühl machen.<br><br></p>
<p><em>Jeder Mensch ist ein Künstler, Soziale Plastik, Wärmecharakter  (Beuys) ?</em> <br>
Klar, die Einschränkung ist natürlich das Dienende, bzw. das Bewußthaben von der Bedeutung des eigenen Tuns, der Wert der Arbeit, die ich leiste. Der Sinn des Berufes, über das Geldverdienen hinaus, für die Gemeinschaft.<br>
Kriegskunst dagegen ist pervers, weil Zerstörung und Mord eben nicht der sozialen Plastik dient.<br> Jeder Mensch ist ein eigenes Universum, das zu töten geht gar nicht.<br><br></p>
<p><em>Jede/r kann ein/e Künstlerin sein (Novalis) ?</em><br>
Novalis wird auch von Anthros zitiert, auch von Hermann Hesse.<br><br></p>
<p><em>Kennst du noch andere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öff. Diskurs ?</em><br>
Pädagogik sucht da ja auch nach.<br> Ich hab mal erlebt wie ein Kollege mit sehr schwierigem Kind alles ausgepackt hat, was er im Instrumentenkasten hatte. Nix griff.<br> Normalerweise eskaliert das dann– irgendwann wurde es ihm zuviel und er sagte, so, jetzt koche ich mir erstmal einen Kaffee – er hat so den Konflikt verlassen und damit das Kind auf sich selbst zurückgeworfen, die Situation war entschärft und musste von beiden völlig neu bewertet und angegangen werden.<br><br></p>
<p><em>Nach dem Gespräch gehen wir beseelt und entspannt nochmal nach den Bienen gucken und wenden uns dem Garten zu.</em></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kleine-schwärmerei</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=kleine-schwärmerei</guid>
<pubDate>Tue, 26 Jul 2022 16:40:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Pah Pah Pah]]></title>
<category>Interview</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/pahpahpah_0.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Pah, Pah, Pah.</strong>  </p>
<p><em>Wir treffen uns im Fußballmuseum Dortmund.<br />
S. hat am Nachmittag eine Moderation auf einer Präsentation mit ukrainischen KünstlerInnen für alle, aber auch und gerade für die ukrainischen Flüchtlinge. Jeden morgen ist in der Cafeterria des Museums das ukrainische Café. Als wir ankommen sitzen einige Menschen in der 'Caféterria. Nach kurzer Rücksprache mit der Kassiererin spricht S. die Anwesenden auf englisch an und macht auf die Veranstaltung am Nachmittag aufmerksam. Es stellt sich heraus, daß fast alle Anwesenden noch von dem Café am Morgen dort sitzen. Einige sprechen gar kein englisch. S. macht die mit großen Augen dasitzenden Nichtverstehenden darauf aufmerksam, daß sie sich die Infos von anderen, die verstanden haben holen können. Das geschieht dann als er sich zu mir setzt. !
&quot; Wenn es da schon eine Veranstaltung mit Menschen aus der Ukraine gibt, &quot;sagt er, &quot;sollten doch gerade die UkrainerInnen bescheid wissen&quot;. Dann widmen wir uns meinen Frage. Wobei ich hier in der Darstellung noch einmal betonen möchte, daß die hier in meinen Worten wiedergegebenen Antworten die Fülle an kleinen und großen Geschichten, Überlegungen und aufkommenden Ideen nicht erreichen werden. Ich kenne S. als wort- und sehr zugewandten Kollegen und seit etlichen Jahren auch aus dem Radio</em>.  </p>
<p><em>Warm up
Welche  Antwort ist richtig:
Kann man Kreativität messen ?</em>  </p>
<p>Ja,<br />
ähnlich wie bei einem Intelligenztest, kann man mit der Fähigkeit der   Probanden,  Lösungen zu finden, bzw. Probleme zu erfinden einen Quotienten  erstellen, der eine     Einordnung möglich macht.</p>
<p>Nein,<br />
das einzige, was man machen kann ist, abzulesen welche Regionen im Gehirn an    kreativen Prozessen beteiligt sind. Daraus ergibt sich aber keine Bewertbarkeit.  </p>
<p>Das ist eine Warmmachfrage ? Die ist aber gar nicht einfach.<br />
<em>Sag einfach Ja  oder Nein</em>
Ja  </p>
<p><em>Was glaubst du -Wie beschreiben die meisten Menschen ihre Befindlichkeit, wenn sie mit kreativen Mitteln, ein Problem bewältigten</em> ?<br />
Erschöpft       Ja  </p>
<p>Beflügelt        Ja  </p>
<p>Erleichtert     Ja  </p>
<p>Glücklich       Ja<br />
auch    enthusiastisch, geil</p>
<p><em>Was glaubst du, lässt die Kreativität am meisten wachsen</em> ?<br />
Erfahrung                Ja  </p>
<p>Könnerschaft        Ja  </p>
<p>Druck               bei Zeitdruck joa  </p>
<p>Chaos                        Ja  </p>
<p>Langeweile          Ne, da guck ich netflix  </p>
<p>Freiraum                Ja  </p>
<p>Wissen                 Ja                 </p>
<p>Weitere ?           Vertrauen!!!! Also sich und auch anderen.  </p>
<p>Und auch wenn ich jemandem gefallen möchte, wenn ich als attraktiv gelten will –  z. B. ist flirten ja ein kreativer Akt – da kam ne Kollegin mit dem Angebot auf der Aida zu spielen. Da ratterte es sofort bei mir, da bekam ich einen Glühkopf, weil ich die aussicht spannend fand, weil mir dazu ganz viel einfallen wollte, aber auch weil ich ihr mit den Ideen dazu gefallen wollte.  </p>
<p><em>Wann kann sich Kreativität am besten entfalten</em> ?<br />
Im Stress           Nein  </p>
<p>Mit Selbstbestimmung    Ja  </p>
<p>In Ruhe                   Nein  </p>
<p>Im Flow                 Ja  </p>
<p>Mit Zeitdruck       Mitunter ja  </p>
<p>Da bin ich aber auch ganz entspannt. Vielleicht fällt der Auftritt morgen aus oder die Nachricht kommt: wir brauchen deinen Beitrag nicht. Da ärgere ich mich doch nur, wenn ich zu früh angefangen habe zu arbeiten.  </p>
<p>Auf Befehl          Nein</p>
<p><em>Unterschiedliche Kunst = unterschiedliche Kreativität</em> ?<br />
Ja, so unterschiedlich wie die Kunst, so unterschiedlich muß man da ja auch drangehen. In der bildenden Kunst z.B. brauch man doch ganz andere Ideen als beim Schreiben.</p>
<p><em>Braucht Kreativität Intelligenz</em> ?<br />
Nein  </p>
<p><em>Hast du ev. andere Worte dafür</em> ?<br />
Intuition, Wahrnehmung auf unterschiedlichen Bereichen, Witz war ja früher ein Synonym für Intelligenz, Bauernschläue</p>
<p><em>Kreativität und Ökonomie – passt das zusammen</em> ?<br />
Muss bei Existenzsicherung, na klar. Das brauchst du dann auch für Herzensprojekte, die gemacht werden wollen.</p>
<p><em>Gibt es soetwas wie negative Kreativität</em> ?<br />
Zerstörerisches, Militärtaktik z.B.</p>
<p><em>Gehört Kreativität in die Politik</em> ?<br />
Ja</p>
<p><em>persönliche Fragen
Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen </em>?<br />
Ich fange langsam damit an. Ansonsten nenne ich das eher Handwerk.      Aber im Schauspiel, als Regisseur oder Dramatiker und   Kritiker gibt es    inzwischen genügend Material und ich bin verlegt und habe eigene Räume in   Zeitschriften.... aber ich kenne auch Schriftstellerinnen, die erst nach    Jahren und nach der x-ten Veröffentlichung von sich als Künstlerin sprechen.
Das ist schon ein Phänomen.  </p>
<p><em>Worin besteht deine Kunst</em> ?<br />
Inhaltlich ? Es muß nichts aus mir raus. Ich möchte Menschen niveauvoll     unterhalten –  und neben dir glänzen auch die anderen – es gibt diesen
Reinhild Künke Grundsatz:  - spiele so, daß sich die Kollegen neben dir auf der     Bühne wohlfühlen.  </p>
<p><em>Was macht für dich das Künstlerin sein aus</em> ?<br />
Klamauk, geht, ja. Aber der Sprachwitz muß da sein. Die Leute sollen berührt    werden, mitfühlen, der emotionale Aspekt ist unfassbar wichtig – ein schöner    gemeinsamer Abend für alle -  das ist auch etwas künstlerisches, weshalb ich    nicht mehr so sehr zögere mich als Künstler zu sehen.  </p>
<p><em>Hast du Ziele, die du mit deinem &quot;Schaffen&quot; erreichen willst ?  Für Dich ? Für andere</em> ?<br />
Ja, wie gesagt, die Menschen erreichen, emotional berühren.  </p>
<p><em>Welche Rolle spielt Kreativität in deinem Künstlerinnen Sein</em> ?<br />
Die ist riesig, ich will gestalten, entwickeln, mich, die Kunst. Als Regiesseur     meines Stückes ist es mir mal passiert, daß ein Spieler das Stück gegen     mich verteidigt hat, das find ich toll. </p>
<p><em>Was ist Kreativität für dich, was bedeutet sie dir</em> ?<br />
Glück, Spaß, Lebensgrundlage, Lebenselexier  </p>
<p><em>Würdest du dir ein Mehr an Kreativität wünschen und wenn ja, wie sollte sie beschaffen sein</em> ?<br />
Da bin ich ganz zufrieden. Ich kann mich ziemlich austoben, durch die Vielzahl  an Möglichkeiten. In der einen Zeitschrift beklagte ich den Auftrag – immer     populärer, kürzer, knackiger zu werden aber dann kam das Angebot einer  anderen und da hab ich jetzt genügend Raum.  </p>
<p><em>Wenn da etwas geboren wurde, was macht das mit dir</em> ?<br />
Euphorisch, da rasen die Gedanken. Pah pah pah, wie ein Feuerwerk aber in   der konkreten Umsetzung muß man den Arsch hoch kriegen, da brauch ich den   Druck, das beste ist wenn man sich gegenseitig ankickt    </p>
<p><em>Gibt es bei dir den Moment, wo es passiert ?</em><br />
Ständig neugierig sein, offen sein, bereit sein, etwas wahrzunehmen, dann klappt das    überall, - es gibt z.B. diese Serie wo James Spader einen großen Teil seiner    Souveränität daraus zieht, daß er in seinen Texten die Pausen an der falschen   Stelle setzt. Bei einem Interview letztens mußte ich daran denken und hab das   spontan eingesetzt, das hat super geklappt.  </p>
<p><em>Was geschieht bei der Präsentation ?</em><br />
Das ist ganz unterschiedlich aber immer geil wenns klappt. Den Heinz Erhardt    spiele ich ja nun schon sehr lang. Da kommt manchmal das Gefühl auf,  Heinz     spielt das selber, und da gibt es Abende wo ich daneben stehe und mir denke,    was fällt dem denn heute ein.  </p>
<p><em>Ist das befriedigend</em> ?<br />
Dafür lebe ich.<br />
Jetzt nicht falsch verstehen aber es ist auch schön Kinder zu haben, in einer   glücklichen Beziehung zu leben aber, es ist schon hinreißend, so seine  Kreativität auszuleben.  </p>
<p><em>Ist das anstrengend</em> ?<br />
Ja, ohne wär es gar nicht so...
Viele Kollegen sind kein Fan von Schminke, weil sie sagen, da sehen die Leute   ja wie du schwitzt. Ich sage, ja, solln sie sehen, daß ich mir den Arsch aufreiße.
Das hat auch was mit Fußball zu tun &quot;Wir wolln euch kämpfen sehen&quot;.  </p>
<p><em>Befeuert es deine Lust Künstlerin zu sein</em> ?<br />
JAjAjA  </p>
<p><em>Gibt es einen Ort, der dir beim Kreativsein hilft</em> ?<br />
Die Ruhe in meinem Zimmer beim Schreiben.
Aber es gibt auch Räume, die das fördern, Theaterräume, z.B.    Das     Kontrakreistheater Bonn, ist fast eine Arena, alles ganz dicht. Da hat Jochen   Busse mal zu gesagt: &quot;Da spielst du mitten im Lachen drin&quot;,
oder letztens hatten wir einen Open air Auftritt ohne Verstärkung, das ist aua,     aber du kannst dann einfach nicht unter eine gewisse Spielenergie rutschen  </p>
<p><em>Hast du Rituale rund um deine Kreativität</em> ?<br />
Joa, z.B. Zeitung lesen. Das tue ich jeden Tag und komme zur Ruhe und mir   fällt immer etwas ein.  </p>
<p><em>Kannst du dich der Aussage anschließen – Meine Kreativität heilt
meine geschundene Seele</em> ?<br />
Ja. Nach einem H.E.Abend kam eine Dame zu mir, die sich für den Abend   bedankte und erzählte, sie habe eine Krebserkrankung hinter sich und habe   heute zum erstenmal frei lachen lachen können, da kamen mir die Tränen, ich     habe geheult.  </p>
<p>...<em>kleine Verletzungen sofort</em> ?<br />
Nich immer, es kann ja alles passieren, z.B. auch Frust, wenn es nicht läuft und du merkst, heute wirds nicht mehr besser</p>
<p>..<em>.mich an vielen Punkten</em><br />
Total, es kann mir noch so scheiße gehen, ich geh in die Show, da muß ich strahlen und lachen und auch danach bleib ich noch in guter Stimmung. Ich würde auch niemals einen Auftritt auslassen, wenn was schlimmes pasiert ist.</p>
<p>...<em>die, die sich mit meiner Kunst beschäftigen</em> ?<br />
Hoffentlich  </p>
<p><em>Wenn du ein Bild von dem Moment der Kreativität malen würdest, wie sähe es aus</em>?<br />
Ein wildbuntes Feuerwerk, das beginnt sich zu bewegen pah, pah, pah  </p>
<p><em>Kennst du ein kreatives Gesellschaftsspiel</em> ?<br />
Hogwarts, das haben wir in den Lockdowns viel gespielt und da mußt du sehr genau gucken, wie du Strategien entwickelst, die Aufgaben zu lösen.    </p>
<p><em>Kennst du weitere Auseinandersetzungen mit Kreativität im öffentlichen Diskurs</em> ?<br />
Da fällt mir Robert Culli ein, der hat irgendwann mal gesagt, daß er zwar sehr gerne ein Stadttheater macht, er aber viel lieber eine Theaterstadt gründen würde. Also die künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Frage für alle Bereiche initieren.</p>
<p><em>Wie gesagt, das hier Wiedergegebene kann nicht mit den Inhalten und der Stimmung unseres Gespräches mithalten. Ich hoffe dennoch, daß da erhellendes dabei ist, bzw. Anregungen da sind, sich selbst Gedanken zum Thema zu machen. Nach weiteren, nicht dokumentierten 20 Minuten, in denen wir über Vergangenes, Jetziges und Zukünftiges aus unserer Arbeit und unserem Leben erzählen, gehen wir freudig und uns gegenseitig dankend auseinander</em>.</p>
<pre><code></code></pre>
<pre><code></code></pre>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=pah-pah-pah</link>
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<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:45:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[bullshit]]></title>
<category>Einlassung</category>
<description><![CDATA[ <p><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/bullshit_1.jpg" alt="" /> </p>
<p>bullshit ist ein Problem.<br />
Mehr noch als die Lüge macht er die Welt kaputt.<br />
Synonyme wären sowas wie Salbadern. Humbug, Käse, Quatsch, Bockmist, Stuss, Unsinn, Blödsinn, Schwachsinn, Mumpitz,  Hohlsprech, allerdings fehlt bei allen Worten das zersetzende, anmaßende, wahrheitsbehauptende, das dem bullshit eigen ist und sie erzählen uns in ihrer Bedeutung von einem wesentlichen Anteil, der dem bullshit aber fehlt,<br />
der Unverständlichkeit.<br />
Hier behauptet der bullshit nämlich das Gegenteil, bzw. macht er sich auf, seine Zuhörerschaft möglichst verständlich in die vorgespiegelte Erklärung der eigenen Unwissenheit hineinzuziehen.<br />
Bullshit ist zu entlarven und zu bekämpfen, denn viel zu leicht ist er nachplapperbar und birgt unüberprüften Raum zur Spekulation und wird so allzu oft zur Grundlage von unfruchtbarer Auseinandersetzung.  </p>
<p>Da gibt es z.B. die schier unendliche Welt der Proteinfaltung, die tief in die Strukturen des Lebens eingreift, die lebenswichtig ist aber auch, bei Fehlfaltung, lebensbeeinträchtigend oder -zerstörend sein kann.<br />
Hinzu kommt, daß diese Faltungen im Laufe der Evolutuion wohl immer schneller vonstatten gehen und keiner kann sagen wieso oder was das wirklich heißt.<br />
Von dieser Wissenschaft habe ich keine Ahnung und ich kenne keinen die Ahnung hat oder die Wirkungen genau erklären kann. Dennoch werden Eingriffe in diese Welt getätigt und deren Wirkung bewertet. Ein Bullshitnährbecken sonder gleichen – keine wirkliche Grundlage, aber weiter Raum für Interpretationen aller Art, die nicht nachprüfbar sind. Und statt auf mögliche Gefahren aus der eigenen Unwissenheit zu weisen, werden daraus Theorien geformt, die die Welt und die Gehirne fluten.  </p>
<p>Die Lyrik schafft auch jede Menge, z.T. törichter Bilder aus Sprache. Doch sie kennzeichnet sich selbst als eine erdachte Form, erhebt keinen Anspruch auf Wahrheit, höchstens auf  Wahrhaftigkeit. Vielleicht sollten wir bullshit zu einer eigenen Literaturform erheben, dann kann er nicht mehr so viel Schaden anrichten.  </p>
<p>Bullshit</p>
<p>Als ich noch bald ein Mädchen war
mit dunklem, langem, blodem Haar  </p>
<p>da war ich froh, da war ich ganz
da strahlte aus mir raus der Glanz  </p>
<p>des Lebensglücks</p>
<p>Ich lebte langsam, lebte schnell
und nach dem Dunkel wurd es hell  </p>
<p>das Lächeln traf mich überall
und wenn ich fiel war das kein Fall  </p>
<p>doch hinterrücks</p>
<p>machten all die andern Leben um mich rum  </p>
<p>sich feist und fettig lustig über mich und sprachen dumm</p>
<p>Ref:<br />
Auch wenn sie alle bullshit quatschen
brauch da nich hinterher zu latschen  </p>
<p>vernarbt, verletzt, verwundet zwar
weiß ich doch wie´s damals war.</p>
<p>Als ich noch bald ein Junge war
war mir das Leben sonnenklar  </p>
<p>die lange Nase trug ich stolz
ich war ein Kind des rock´n rolls  </p>
<p>das Leben floss</p>
<p>sie hing mir nie zu hoch die Latte
ich brauchte mehr nicht als ich hatte  </p>
<p>ich war geborgen, fühlte mich
ich konnte lieben inniglich  </p>
<p>doch plötzlich schoß</p>
<p>die Welt um mich herum
auf mich und sprach nur dumm</p>
<p>Ref: Auch wenn sie alle bullshit quatschen
brauch da nich hinterher zu latschen  </p>
<p>vernarbt, verletzt, verwundet zwar
weiß ich doch wie´s damals war.</p>
<p>Merke:
Wenn heute jemand also kommt und sagt, sie habe die Wahrheit über etwas (das gilt eben manchmal auch für wissentschaftliche Erkenntnisse), ohne die dazugehörigen Fragen zu stellen, so ist die Wahrscheinlichkeit einer abseitigen Machtfragestellung sehr hoch.</p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=bullshit</link>
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<pubDate>Tue, 28 Jun 2022 13:54:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das neue Video ist online]]></title>
<category>Aktuell</category>
<description><![CDATA[ <p>Unser neues Video &quot;Das Lachen der Unendlichkeit&quot; ist jetzt bei YouTube zu sehen:</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kX9-VHgQ43I"><img src="https://www.weltschmerzapotheke.de/image-uploads/das-lachen-der-unendlichkeit-squashed.jpg" alt="" /></a></p>
<h4>Das Lachen der Unendlichkeit</h4>
<h6>Ensemble sYn.de</h6>
<p>Meike Herzig, Blockflöten<br />
Katharina Dustmann, Rahmentrommeln<br />
Marco Ambrosini, Nyckelharpa<br />
Nils Tannert, Marimba und Percussion<br />
Thos Renneberg, Stimme<br />
Thomas Radlwimmer, Film  </p>
<p>Kontakt: katharina.dustmann@mail.de  </p>
<p>Gefördert vom Musikfonds e.V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Sonderprogramms Neustart Kultur.  </p>
<p>Das ganze Konzert wird am 15.8.2022 um 21:05 im Deutschlandfunk gesendet und ist danach zu hören auf:<br />
<a href="https://www.deutschlandfunk.de/musik-panorama-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/musik-panorama-100.html</a></p>]]></description>
<link>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-video-ist-online</link>
<guid>https://www.weltschmerzapotheke.de/blog/?id=das-video-ist-online</guid>
<pubDate>Sat, 18 Jun 2022 11:37:00 +0200</pubDate>
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</channel>
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